1

Buchanfang- Wie soll ich meinen Fantasy-Roman anfangen???

Frage von taxey taxey

Ich schreibe an einem Fantasyroman. ich hab jetzt die Handlung ausgefeilt und will jetzt anfangen zu schreiben. Aber WIE??? Wie soll ich anfangen. Es geht in dem Buch um ein Mädchen, Ranjana (14), die beim Zirkus lebt. Ihre Mutter ist Inderin und ist bei ihrer Geburt gestorben, ihr Vater hat seine Frau und sein Kind nicht wiedergefunden. Deshalb lebt Ranjana beim Zirkus in Deutschland. Mit 14 erfährt sie, dass sie zaubern kann und lernt in einer Zaubererstadt bei einem Hexenmeister sein Werk. Es gibt einen Angriff auf Ranjanas Erfeindin Defina. Und nur Ranjana kann sie schützen und retten.

Irgendwann stellt sich heraus, dass der Vater von Ranjanas Freundin Lisa auch ihr Vater ist. Später erfährt Ranjana, dass ihre Mutter noch lebt: In einer Paralellwelt, in der sie Dienerin und Magd eines bösen Herrschers ist. Ranjana und ihr vater setzen alles daran, die Mutter zu retten......

Nun, ich will damit anfangen, dass man erst mal kurz einen Einblick in Ranjanas Leben beim Zirkus hat, dann soll sie erfahren, dass sie zaubern kann (sie findet ein kleines Küken, das jede Hexe/jeder Zauberer bekommen muss. Das küken überbringt sozusagen die magischen Kräfte).

Ich weiß gar net, mit welchem Satz ich anfangen muss. Der Anfang ist aber ja ziemlich wichtig! Er entscheidet, ob der Leser weiter liest...

Kann mir jemand vielleicht helfen?

Fragen zu gleichen Themen finden

Antworten (10)

  • 3
    Antwort von heffenberg heffenberg

    An den Anfang gehört die Exposition: Damit eine Geschichte in Bewegung kommen kann, muss man erstmal wissen, wo man steht. Also z.B. "Es war einmal ein armer Mann, der hatte drei Söhne. Jeden Tag ging er in den Wald, um Holz zu schlagen, und seine Söhne halfen ihm dabei nach Kräften."
    Bei Dir erstreckt sich die Exposition wahrscheinlich eher über ein Kapitel als über zwei Sätze: Du führst den Leser in Zeit, Ort, handelnde Personen und Vorgeschichte ein.
    Das fällt schwer, denn es ist relativ langweilig. Noch passiert ja nichts. Aber damit es irgendwann heissen kann: "Eines Tages begegnete dem Mann im Wald ein gewaltiger Eber, der war so groß, dass..." muss es vorher "Es war einmal..." geheissen haben.
    Falls Du Angst hast, dass die Exposition zu langweilig wird, kannst Du einen Trick anwenden, den man häufig bei Kriminalromanen bzw. -filmen findet: Du springst im Prolog kurz mitten in die knallharte Action, lässt den Leser aber im Ungewissen über die genauen Zusammenhänge und springst dann in der Zeit zurück zur Exposition.
    Also z.B. "McDuffy dachte voller Unbehagen an all das Blut, das gleich wieder fliessen würde. Er wartete auf die sich nähernden Schritte und seine Hand schloss sich fester um das Messer. 'Nur noch einer', dachte er sehnsüchtig und beim Gedanken an die zu erwartende Belohnung geriet er ins Träumen. So hörte er nicht das leise Knacken des Astes hinter ihm. Und als er die Drahtschlinge um seinen Hals spürte, war es ohnehin zu spät."
    Darauf folgt dann übergangslos das erste Kapitel mit z.B.: "Seit zwölf Jahren war James Malloy jetzt beim New York Police Department, aber an den Geschmack des Kaffees auf dem 46. Revier hatte er sich immer noch nicht gewöhnt. Es war einer dieser Tage, an denen man besser im Bett geblieben wäre: Der endlose Regen rann ölig über die schmutzigen Fenster und der Geruch nach ungelüfteten Polizeiuniformen hing so schwer in der Luft, dass man ihn in Würfel schneiden und bei ebay hätte versteigern können." Usw.
    Danach wird man dann den Vorgesetzten von Herrn Malloy kennenlernen und seine Kollegen, man wird etwas über seine persönliche Situation erfahren und endlich wird ein Anruf eingehen und er wird zu einem Einsatz gerufen werden und die Geschichte beginnt.
    Und irgendwann in der Mitte oder später treffen wir wieder auf McDuffy und erfahren, auf wen er gewartet hat und was ihm dazwischengekommen ist.

    Kommentar von taxey taxeytaxey

    Danke für die lange Antwort! Ich bin immer froh und dankbar, wenn sich jemand die Zeit nimmt, um nicht nur drei Worte zu schreiben!

    Kommentar von soust soustsoust

    Nette Beispiele - interessante Zus.stellung: Märchen, Krimi. Muss mir mal über Ähnlichkeiten der beiden Genres Gedanken machen:).

  • 3
    Antwort von soust soust

    Du musst den 1. Satz nicht als ersten Satz fertig haben.

    Heißt: Du kannst Deinen 1. Satz im Nachhinein tausendmal ändern. Überleg Dir doch erstmal, mit welcher Szene genau Du einsteigen willst. Deine Hauptfigur ist im Zirkus. Was könnte sie gerade machen? In der Zirkusschule etwas lernen? Selber eine Nummer einüben - und wenn ja, welche? Selber gerade an einer Vorstellung teilnehmen? Und wenn ja, an welcher? Hilft sie bei Zaubertricknummern? Oder ist sie ein Clown oder eine Akrobatin oder macht sie was mit Tieren?

    Wenn Dir die Szene vorschwebt, in der Du sie dem Leser vorstellen willst, dann such Dir den interessantesten Moment aus - vielleicht, wie ein schwieriges Kunststück mit viel Anstrengung gelingt oder misslingt, wie sie den Beifall der Zuschauer entgegennimmt und was sie dabei denkt (z.B. "In diesem scheußlichen Kostüm trete ich nie wieder auf!") oder wie sie nach der Vorstellung Zoff mit jemandem hat usw. usf. Nach dieser Szene, die lebendig sein soll, kannst Du Ranjana kurz vorstellen. Aber nicht gleich seitenlang, jedenfalls mir gefallen solche nichtendenwollenden Einführungen gar nicht.

    Kommentar von taxey taxeytaxey

    Gut, vielen Dank!

  • 2
    Antwort von Bastet12393 Bastet12393

    Also ich würde vllt sogar an der stelle einsteigen an der sie das mit dem Zaubern erfährt... Direkter Einstieg... das mit dem Zirlusleben vllt in Rückblenden erst beschreiben... wenn du wirklich richtig direkt mitten in der Handlung einsteigst ist das für viele leser interessanter...

    Ich persönlich lese recht viel und ich finde es eigentlich immer recht llangweilig, wenn man mit dem Alltagsleben einsteigt, da denk ich mir immer: Oh nee, nicht schon wieder...

    Kommentar von taxey taxeytaxey

    Okay... Mir geht es genau anders herum: Ich liebe den Einstieg ins Alltagsleben. Das hat sowas beruhigendes, i-wie :)

    Kommentar von Bastet12393 Bastet12393Bastet12393

    Na ja, jedem das seine :D Ich kenne halt echt viele, die lieber direkt einsteigen, allerdings auch viele, denen es so geht wie dir. Der Einstieg bleibt am Ende ja trotzdem ganz dir selbst überlassen, aber das wäre mein Alternativvorschlag zum Alltagseinstieg (den jetzt aber mittlerweile schon fast jeder bringt...)

    Ich denke auf dem Buchmarkt muss man was besonderes bringen... Eben weil heute so viele so langsam einsteigen... Ich kann mir vorstellen, dass die Verlage solche Bücher mittlerweile oft nach wenigen Seiten weglegen und sagen: Das hatte wir jetzt schon so oft... Ich denke da z.B. an Harry potter, an Eragon, an Wolfgang Hohlbein... Alle beschreiben am Anfang das Alltagsleben ihrer Hauptfiguren, dann kommt der "Big Bang", die große Überraschung à la: Huch ich kann ja Zaubern! Oder: Hoppala, ich bin ja gar kein Mensch!

    Da durch sind schon einige sehr gue Storys übersehen worden... Leider muss man heute was besonderes bringen, sonst schafft man den Einstieg in die Autorenszene nicht... Iwie muss man sich von allen anderen Fantasyautoren abheben... Ich würde da schon mit dem Einstieg anfangen...

    Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass du mit der Story an sich so anfängst wie du das vorhattest, nämlich mit dem Alltag deiner Protagonistin... AAABer: Prolog am Anfang :D Hol dir da mal Inspiration bei namhaften Autoren, ich finde bei Eragon war das z.B. recht gut gelöst... Da kam zuerst der prolog, der auf den "2. Handlunsstrang" verwiesen hat und dann begann die eigentliche Geschichte: Mit dem Alltag :D

    Hoffe ich konnte dir helfen ;)

    Kommentar von taxey taxeytaxey

    Ja, danke!

  • 1
    Antwort von Edina22 Edina22

    Lass dich von solchen oberschlauen Leuten wie Stoeckl nicht entmutigen! Ich finde deine Idee für das Buch sehr kreativ und Rechtschreibfehler konnte ich nicht finden. Selbst die Interpunktion ist okay sowie deine Art, die Dinge zu schildern. Du solltest auf jeden Fall dieses Buch schreiben. Ich selbst schreibe momentan ebenfalls an einem Buch (Psychothriller) und bin sofort in eine Handlung eingestiegen. Dann gehe ich ziemlich bald zurück in die Vergangenheit und erzähle die Geschichte von Anfang an, bis zu dem Punkt, an dem ich eingestiegen bin, und führe von dort aus dann die Geschichte zu Ende. Du könntest auch sofort mit einer Handlung anfangen, die im Zirkus stattfindet. Die Exposition kannst du danach schreiben. Aber es gibt ja wirklich schon viele wertvolle Tipps für dich. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Freude, Glück und vielleicht sogar Erfolg mit deinem Buch!

    Kommentar von taxey taxeytaxey

    Vielen, vielen Dank! Danke, dass du mir so nette Sachen sagst. :) Ich weiß auch nicht, manche müssen einfach immer solche Kommentare ablassen.

    Dir auch viel Erfolg für dein Buch!

  • 0
    Antwort von bellameggy bellameggy

    Ich weiß ja nicht, ob es jetzt zu spät ist, abe r wie wäre es, wenn es mitten in der Zirkuszene, wo sie grade irgendwas macht anfängt: "Tosender applaus brannte auf. Alle Blicke lagen auf mir..."

    LG

  • 0
    Antwort von Feinenina Feinenina

    Hi! Fang doch mit dem Wetter an. Vielleicht: "Wiedermal war das Wetter untypisch für diese Jahreszeit..." kalter Regen im Juni oder zu viel Hitze im November. Dann würde ich mit dem Platz weitermachen an/auf dem der Zirkus gerade steht (die Stadt?, eine (matschige) Wiese?) und wenn du dann deinen Hauptaktor (Ranjana) schon einbringen willst, kannst du ja beschreiben wie es ihr gerade geht (müde?, abgeschafft?, fröhlich?). Hoffe ich konnte helfen:-)

  • 0
    Antwort von Summer176 Summer176

    Ob du es glaubst oder nicht, ich hatte das gleiche Problem und saß stundenlang vor dem computer und wusste nicht was ich schreiben sollte, doch dann hörte ich ein Lied, und tausende Emotionen flossen durch meine Gedanken. Ich habe dann einfach aufgeschrieben wie ich mich fühle und habe einfach gar nicht mehr gedacht, sondern es einfach getan. Das Resoltat war nicht so schlecht und seit dem höre ich immer Musik dabei ;)

    vielleicht denkst du genauso wie ich zuviel nach und solltest einfach irgentetwas aufschreiben, egal wie du es findest. Löschen kannst du es immer noch ;)

    viel Glück noch dabei ;)

  • 0
    Antwort von Schmaudy99 Schmaudy99

    Zuerst eine gute einleitung WER? WO? WANN? WAS PASSIERT? ANDERE ROLLEN?

    ZUVOR? diese fragen musst du dir stellen und danach der mittelteil das muss der spanendeste sein und das ende ich weis nicht ob du ein happyend oder was trauriges machst du musst es nur geschied inbekommen das alles zusammen passt ... ich möchte jetzt auch ein buch schreiben und diese tipps hab ich früher schon von meiner deutsch lehrerin bekommen =)

  • 0
    Antwort von stellaris stellaris

    hi es wurden ja schon viele hilfreiche Ideen gegeben.

    Abgesehen von dem vollkommen richtigen Rat, dass man ja nicht alles sofort in Stein gemeißelt fertig haben muss .... dengötternseidank!

    mein Rat: - zunächst einen Prolog: kann dann so richtig in action, in medias res gehen (also etwa eine Situation, wo deine Heldin einen Kampf macht - und zu unterliegen droht.. und DANN

    der "normale" ruhigere Anfang: Expostion. (wo die Heldin in ihrem bisher normalen Leben im Zirkus gezeigt wird.)

    Viel Erfolg!

    Kommentar von taxey taxeytaxey

    Danke. Schön, dass immer noch Antworten kommen

  • 0
    Antwort von coltmaster coltmaster

    Ich würde es auch wie Bastet machen. Mach es einfach spannend. Bsp.: Der Himmel war dunkel und es regnete in Strömen.

    Dein colti

Diese Frage

Verwandte Fragen

Noch nicht den richtigen Rat gefunden?

Einfach und schnell viele hilfreiche Ratschläge von Deutschlands aktivster Ratgeber-Community erhalten!

Einfach und schnell einen Tipp erstellen und Ihren guten Rat mit anderen teilen!

Einfach und schnell ein Video hochladen und anschaulichen Rat an alle geben!

Die unter gutefrage.net angebotenen Dienste und Ratgeber Inhalte werden nicht geprüft. Die Richtigkeit der Inhalte wird nicht gewährleistet. Rechtliche Hinweise finden Sie hier.