Eine gute Freundin hat vor einiger Zeit ein Pflegekind aufgenommen und geht meiner Meinung nach an dem Jungen kaputt. Aus irgendwelchen Gründen öffnet er sich ihr und ihrem Mann gegenüber kein bisschen; genießt die finanziellen Vorteile dieser Situation und beklaut sie darüber hinaus auch noch – ganz zu schweigen von anderen Scheußlichkeiten die er den beiden zufügt, die ganz eindeutig auf ein Trauma aus seiner Kindheit hinweisen. Weil meine Freundin wirklich am Ende ist mit ihrem Latein, ihn aber nicht zurückbringen will ins Heim, würde ich ihr gerne ein Buch zum Thema schenken, in dem sie vielleicht Tipps für Gegenverhalten bekommen kann. Die Psychologin, die ihnen das Jugendamt zugeteilt hat, scheint sich für die ganze Sache nämlich herzlich wenig zu interessieren. Danke für eure Ratschläge
Buch über psychologische Spätfolgen von Kindheitstraumata?
Antworten (5)
-
2Antwort von
Mari2324Mari2324
Das Verhalten dieses Jungen kenne ich nur zu gut aus meiner Zeit in der ich in der Jugendhilfe gearbeitet habe. Im Grunde ist es recht einfach zu erklären: Der Junge scheint nicht wirklich gelernt zu haben, wie man Beziehungen aufbaut, festigt und hält. Manche Kinder machen zu sehr frühen Zeiten (gerade im Baby- und Kleinkindalter) Erfahrungen, die sie so traumatisieren, dass das Urvertrauen erschüttert wird. Sie sind nicht mehr in der Lage, Vertrauen zu fassen, bzw haben Angst, so unzulänglich und nicht liebenswert zu sein, dass sie Vertrauen erst gar nicht zulassen. Sie rebellieren und versuchen auf ihre art und Weise zu beweisen wie schlecht sie sind. So schlecht, dass man sie gar nicht lieben kann. Tritt der Fall dann ein und man gibt sie weg, sehen sie sich bestätigt in ihrem Denken und dem was ihnen früher gesagt/gezeigt wurde. Das nennt man in der Psychologie selbsterfüllende Prophezeihung. Es gibt kein Patentrezept und auch kein tolles Buch dagegen. Aber was damals bei uns in der Gruppe wunderbar geholfen hat, war ein ganz festes Regelwerk und ein durchstrukturierter Tag. Es gab ganz klare Grenzen, über die nicht diskutiert wurden, ein Fehlverhalten wurde sanktioniert. Auf den ersten Blick scheint das anstrengend und vielleicht nicht angebracht. Doch Kinder brauchen gerade diese festen Strukturen und Grenzen, und Kinder aus unsicheren/traumatischen Verhältnissen noch weit mehr. Denn Grenzen und Regeln bedeuten auch Sicherheit, "gesehen und wahrgenommen" werden, Halt und Schutz. All das was traumatisierte Kinder nicht hatten. Er braucht Zeit um nachzureifen, muss Dinge wie Beziehung, Sicherheit und Vertrauen erst lernen und sich selbst erlauben zu glauben. Es wird Dauern und braucht viel geduld. Aber eben auch Grenzen. Er zeigt durch sein Verhalten im Grunde nur, wie unsicher und wertlos er sich fühlt. Anders kennt er es vermutlich aus seiner Vergangenheit nicht. Kinder in soclhen Situationen denken oft "warum sollte es diesmal anders sein?" Sie trauen sich nicht, sich zu öffnen, aus Angst abgewiesen zu werden, unglaubhaft zu erscheinen, aber auch aus Scham und Schuldgefühlen. Oft auch aus Loyalität den leiblichen Eltern gegenüber.
Es ist aber auch wichtig, sich Hilfe zu holen. Eine Erziehungsberatungsstelle, ein Kinderpsychologe oder eine systemische Familienberatung können hier gute Hilfe leisten. Aber kein Buch der Welt wird diese Probleme lösen. Nur anreize geben können.
Lieber Gruß Mari
-
0Antwort von
augustkoeniginaugustkoenigin
Zum einen soll sich deine Freundin selbst einen Psychologen suchen, zu dem sie Vertrauen hat und der mit ihr arbeitet. Das bezahlt auch die Krankenkasse. Und sch........ Der Titel von dem Buch fällt mir jetzt nicht ein. Geh mal auf Amazon und gib ein paar Stichwörter ein. Ach ja, ein gutes Buch ist: Was die Seele heilt und was sie krank macht von Thomas Schäfer.
-
-
0Antwort von
teufeline25teufeline25
es gibt doch noch andere kinderpsychologen soll sie doch mal zu einem anderen.bücher sind meiner meinung nach zu allgemein.jeder mensch ist anders und braucht andere hilfe
-
0Antwort von
MonchianeMonchiane
Also, ein Buch interessiert sich dafür noch weniger. Lieber mal nach einem anständigen Therapeuten suchen. Bücher sind meist nur Laienmist und damit entstehen irgendwelche Märchen. Das Kind kann nur verstanden werden, wenn ein dritter dazu kommt.
Diese Frage teilen