Buch schreiben, wichtiges?

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7 Antworten

Ich bin selber Autor und kann dir ein paar wichtige Tipps geben:

1) Wenn du dich für eine Erzählperspektive und -Zeit entschieden hast, bleibe bei dieser.

Es gibt nichts schlimmeres als Zeitensprünge in der Geschichte, oder plötzlichem Erzählerwechsel. Das wirkt dilletantisch und ist unmöglich zu lesen.

Ich empfehle den Er-Erzähler in der Mitvergangenheit.

2) Nutze die Vorteile deines Erzählers

Sehr oft hab ich in letzter Zeit Geschichten mit Ich-Erzähler gelesen, die völlig an den Vorteilen dieser Erzählform vorbeigehen. Das wirkt schlampig, hastig und lieblos.

Der Ich-Erzähler ist perfekt geeignet um eine Figur aus ihren Augen den Lesern näher zu bringen. Gedankenm Gefühle, Eindrücke können so beschrieben werden, dass die Leser meinen sie selbst seien diese Figur.

Der eingeschränkte Er-Erzähler ist der klassische Erzählstil. Er beschränkt sich darauf alles über eine einzige Figur zu wissen, welche im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. So kann man eine Figur den Lesern als Fremden näher bringen und sie wird zu einem Bekannten und vielleicht sogar zu einem Freund.

Während beim Ich-Erzähler die Leser die Geschichte aus ihrer Perspektive erleben und so quasi zur Figur werden, werden sie beim eingeschränkten Er-Erzähler zu Freunden der Figur.

Der allwissende Er-Erzähler berichtet über alles was in der Welt geschieht. Er kann Dinge erzählen, welche die Hauptfigur nicht wissen kann, kann in die Köpfe jeder Figur blicken und vermittelt den Lesern ein Gefühl der Welt in der sich die Figuren aufhalten.

Die Leser werden so zu einem Teil der Welt, nicht zu einem Teil oder einem Freund der Figuren. Auf diese Art lassen sich Gesellschaften darstellen und nur die Leser wissen warum sich Figuren so oder so entscheiden.

3) Das Wichtigste an einer Geschichte ist der Antagonist

Du brauchst einen Antagonisten. Eine Person, eine Kraft, ein Umstand, der von Beginn an bis zum Schluss der Geschichte den Protagonisten beim Erreichen ihrer Ziele Steine in den Weg legt und sie behindert, wo es nur geht.

Dieser Antagonist muss kein Mensch sein, in "Der Geist und die Dunkelheit" sind es 3 Löwen, in "Forrest Gump" ist es der geistig eingeschränkte Zustand der Hauptfigur, in "The sixth sense" ist es die besondere Fähigkeit der Hauptfigur Geister sehen zu können.

4) Verliebe dich niemals in deine Figuren!

Das ist ein wichtiger Tipp. Behalte stets emotional Abstand zu deinen Figuren ansonsten beginnst du sie zu verwöhnen. Du beginnst ihnen Lösungen für Probleme auf dem Silbertablett zu servieren, bringst sie ohne Schwierigkeiten an der Hand geführt aus brenzligen Situationen oder vermeidest diese völlig.

Das ist langweilig. Nur wenn deine Figuren leiden, entsteht Spannung. Wenn du eine langweilige Stelle in deiner Geschichte findest, überlege dir was passieren könnte um eine Katastrophe auszulösen und du bist wieder auf dem richtigen Weg.

5) Der Höhepunkt ist die energetische Entladung zwischen Protagonist/en und Antagonist/en

Sprich die Probleme und Reibereien mit den Antagonisten bauen sich im Laufe der Geschichte immer weiter auf. Es wird für Protagonisten und Leser unerträglich noch länger dem Schauspiel beiwohnen zu müssen und mit jedem Wort der Geschichte wünschen sich alle Beteiligten ein rasches Ende des Konflikts.

Das ist der Moment in dem es zum Höhepunkt kommt. Lass alle aufgestaute Energie in einer Explosion der Emotionen und des Konflikts entladen und führe von diesem Augenblick an die Geschichte zu ihrem Ende.

Spoiler Alarm:

Ein gutes Beispiel für einen guten Höhepunkt ist zum Beispiel "Harry Potter und der Stein der Weisen"

Das gesamte Buch über, verdächtig Harry Severus Snape mit Voldemord gemeinsame Sache zu machen, er findet Indizien über Indizien und die Stimmung baut sich auf, bis er auf einmal wie durch Zufall über den entscheidenden Hinweis stolpert und sofort weiß dass er ihn aufhalten muss und sich selbst zum Stein begibt.

Ein weiteres gutes Beispiel ist "Shutter Island". Während des gesamten Films sucht die Hauptfigur nach Beweisen für Misshandlungen an psychisch kranken Sträflingen, findet Indizien, Aussagen, Widersprüche im Verhalten der Angestellten der Einrichtung und lernt mehr und mehr über die Einrichtung. Bis er dann schließlich den Hinweis erhält in einem alten Leuchtturm nachzusehen, wo er die letzten Beweise finden soll.

zu guter letzt kannst du dir noch Pixars 22 Regeln für gutes Storytelling durchlesen:

http://www.animationsfilme.ch/2012/03/07/pixars-22-regeln-fur-gutes-storytelling/

Was du auch unbedingt machen solltest, ist dir eine Liste anzulegen, in der du Namen und kurze Steckbriefe deiner Figuren festhältst. So kannst du immer Name, Aussehen, Rang, Rasse, Hautfarbe, Beruf etc.etc. abrufen und vertauschst diese nicht während dem Schreiben.

Falls du noch Fragen hast, frag ruhig.

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Kommentar von nilsklause
18.06.2016, 18:26

vielen vielen dank top Antwort

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Format ist das letzte worüber man sich während dem Schreiben sorgen machen sollte. Das lässt sich schließlich nachher immer noch ändern. Zum Abschätzen deiner Buchlänge kannst du dich allerdings an Normseiten halten – oder an einen Wordcount. Eine sehr übliche Buchlänge, die man im Handel findet, hat zwischen 70.000 und 100.000 Wörtern.

Viel wichtiger als Format ist die Geschichte und der Schreibstil. 

Eine Geschichte sollte einen ordentlichen Spannungsbogen haben. Hier hilft es vielleicht etwas, sich in Theorien wie die 3-Akt-Struktur einzulesen, oder sich allgemein mit dem Aufbau von Büchern zu beschäftigen, zu lesen und das gelesen zu anaylsieren. Ich sage hier nur: Konflikt, Konflikt, Konflikt. Eine Story ohne Konflikt – ich gehe sogar soweit und sage eine Szene ohne Konflikt – ist es nicht wert gelesen zu werden.

Auch braucht eine Geschichte solide Charaktere, die sich menschlich anfühlen, Fehler haben und nicht durch die Geschichte stolpern, als wäre es ein Kinderspiel. Sie sollten sich während der Geschichte entwickeln, mit ihren Ängsten konfrontiert werden und am Ende vielleicht über sich selbst hinauswachsen – allerdings in einem realistischen Rahmen. Charaktere sind die Träger einer guten Geschichte. Sie zu entwickeln, ist nicht immer einfach – und wenn man das geschafft hat, dann sollte man immer noch genug Abstand zu den Figuren haben um ihnen jede Menge Leid zustoßen oder sie sogar sterben zu lassen. Hier finde ich es sehr wichtig, Notizen zu machen. Festzuhalten, wer dein Charakter ist und wofür er steht, aber genauso kleine Details wie Narben, Augenfarbe oder was sonst so besonderes an deinem Charakter ist. Man will doch schließlich nicht, dass der Charakter in einem Kapitel eine entstellende Narbe am rechten Oberarm hat und im nächsten plötzlich ein makelloses Tattoo ;)

Auch über dein Setting solltest du dir Gedanken machen. Wo spielt deine Geschichte? Warum dieser Ort und was brauchst du an Schauplätzen? Wenn es sich um eine Fantasy-Welt handelt, solltest du dir ausreichend Notizen zur Welt machen, Politik, Physik, Magie, Religion und Völker mit gewissen Bögen (findet man im Internet gute Vorlagen für, wenn man selbst keinen Ansatz hat) herausarbeiten und sich darüber bewusst sein, wie die Welt funktioniert. Wenn du in der realen Welt schreibst, dann heißt es oftmals Recherche, Recherche, Recherche. Denn selbst wenn du die Stadt wie deine Westentasche kennst, können dir Fehler passieren. Selbst J.K. Rowling hat zugegeben, dass sie beim Bahnhof Kingscross aus versehen einen anderen Bahnhof beschrieben hat.

Bei diesem Prozess hilft es vielen auch zu plotten – sprich die Geschichte bevor man sie eigentlich schreibt, in Stichwörtern aufzuschreiben und dann Szenen einzufügen, zu streichen und Details auszuarbeiten, bis man damit zufrieden ist. Plotten erleichtert den Schreibprozess meiner Ansicht nach sehr, da die Geschichte dadurch im ersten Entwurf weniger Fehleranfällig ist, als wenn man einfach mal so schreibt, was einem in den Kopf kommt. Vor allem hat man Charakter-Arcs und Spannungsbogen sehr gut im Blick.

Zum Stil sei gesagt:
Wähle eine Erzählperspektive und bleib dabei. Wähle eine Zeit und bleib dabei. Aber entwickle deinen Stil und habe am Ende keine Scheu, Szenen, die du am Anfang geschrieben hast, neu zu schreiben, weil sich dein Stil während des Prozess entwickelt hat. Eine starke Stimme des Autors ist für viele Bücher das nötige Salz in der Suppe.

Es gibt drei Erzählperspektiven: Personal, auktorial und neutral. Für Romane wird die letzte Form sehr selten benützt, deshalb lasse ich die aussen vor. Bei der personalen Erzählung schreibt man aus der Sicht einer oder mehrerer Personen (sogenannte POV-Charaktere; Achtung: Pro Szene nur die Sicht EINER Person wählen, sonst betreibst du Head-Hopping und das ist ganz schlechter Stil und ein rotes Tuch für Editoren und Verläge). Das kann in der 1. oder 3. Person stattfinden – wichtig ist dabei aber, dass du auf das Wissen deines POV-Charakters beschränkt bist. Was er nicht sieht oder wahrnimmt, darüber kannst du nicht schreiben. Sätze wie "Peter starrte sie durch das Klassenzimmer unverholt an, aber Marry war so in ihrer Welt versunken, dass sie das nicht bemerkte." können in Marrys Sicht nicht vorkommen, da Marry ja nicht bemerkt, dass Peter sie anstarrt.
Solche Sätze funktionieren aber sehr wohl in einer auktorialen Erzählung. Denn dort hast du einen allwissenden Erzähler, der die Figuren so quasi begleitet. Der Nachteil ist, dass du niemals so nahe an die Figuren herankommst, wie in der personalen Erzählung, dafür aber Stilmittel zur Verfügung hast, in denen du anmerken kannst, wenn ein Charakter einmal etwas übersieht. 

Zur Zeit sei so viel gesagt: Wähle das, was dir leichter fällt. Wenn du lieber im Präsens schreibst. Wenn es das Präteritum ist, dann wähle das aus. Aber bleibe strikt bei einer Zeit. Das ist etwas auf das man beim Editieren (also beim Überarbeiten, wenn ein Buch geschrieben ist), noch korrigieren kann, aber es erleichtert die Arbeit, wenn man von vorne herein darauf achtet.

So schön es auch ist, die eigenen Ideen zu Papier zu bringen, so hart kann die Arbeit an der eigenen Geschichte aber auch sein. Es werden Tage kommen, an denen du dich zum Schreiben zwingen musst und du wirst auf Situationen stoßen, über die tagelang Grübeln wirst, wie du deine Figuren da wieder rausmanövrierst. Und du wirst Tage haben, an denen du alles einfach hinschmeißen willst.

Aber es geht nichts über das Gefühl nach all dem Stress und der mentalen Tortur, schließlich das Wort "Ende" unter den eigenen Text zu setzen. Selbst wenn der eigentliche Stress mit dem Feedback und dem Überarbeiten und Polieren dann erst anfängt – denn nur weil ein Buch geschrieben ist, heißt das noch lange nicht, dass es fertig ist und ein Verlag es auch drucken wird.

Falls du mentale Unterstützung von anderen Autoren oder jemanden zum Austauschen und für Rat suchst, kann ich dir Autoren-Foren empfehlen. Wenn es dir an Motivation mangelt, kann es eventuell auch helfen, am NaNoWriMo (National Novel Writing Month) teilzunehmen. Der ist zwar jedes Jahr im November, doch gibt es im April und im Juli noch das Camp NaNo (so ähnlich wie der NaNoWriMo, nur mit selbst gestecktem Ziel). Ziel des Events ist es einfach, innerhalb eines Monats ein gesetztes Wortlimit (üblicherweise 50.000 Wörter) zu erreichen.

Ich lass dir mal die Links zu ein paar Webseiten diesbezüglich hier:
https://campnanowrimo.org/
http://nanowrimo.org/
http://schreibfreundeforum.iphpbb3.com/
http://www.fantasy-schreibforum.com/

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Kommentar von nilsklause
18.06.2016, 18:15

wow ich könnte dich knutschen. Die Antwort hat mir sehr geholfen Danke danke danke

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Achte auf deine Rechtschreibung. Beginne die Sätze nicht dauernd mit "Ich..", sonder abwechslungsreich. Und es ist wichtig dass du alles in einer Zeitform schreibst. Nicht dauernd in den Zeiten hin und er springen. Ich schreibe auch ein Buch, nur halt auf Wattpad. Ansonsten schauen dass es spannend und interessant ist.

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Kommentar von nilsklause
17.06.2016, 18:43

Danke wie machst du das mit neuem Kapital. Eine Zeile frei lassen oder...

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Kommentar von 6prinzessin6
17.06.2016, 19:21

Auf Wattpad ist es so, dass du die Kapitel einzeln hoch lädst...

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Kommentar von nilsklause
18.06.2016, 23:35

Okay also pro Kapitel eine neue Datei?

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Erstmal vielen Dank an alle, so geile Tipps hab ich hier selten gesehen. Ich kann mich nicht entscheiden welche ich als hilfreichste Antwort nehme, weil alle sehr hilfreich waren, daher mach ich keine.
Aber an alle vielen Dank jetzt kann ich endlich mit meinem Roman beginnen, wovor ich so lange Angst hatte zu scheitern. Und nochmals vielen Dank ;D

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Ich maches kurz, in der kùrze liegt die wùrze, vill hilft dir ja meine antwort:

du brauchst fantasie um alle passagen gleichermasen spannend zu machen. Und gedult! Mir ist zb meine fantasie immer einen schritt voraus^^... Aber ich habe schon ein buch geschrieben wo ich mit eisernem willen gesagt habe, ich mache es fertig! ;)

Vom sprachlichen her habe ich eine einfache, verstendliche sprache gewehlt weil ich weiss, dass die charakter auch so reden wùrden :)

Ich hatte viel spass dabei :) das wùnsch ich dir auch

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Erst einmal musst du überhaupt Text haben.

Willst du enn Manuskript an einen Verlag senden, muss das Format schon stimmen. Vrlagen möchten dazu grne eine Schriftart, die im Blocksatz zu keinen Dehnungen führt, am liebsten Garamont. Schriftgröße solle 11 sein.

Die Zeilen sollen 60 Zeichen lang sein und pro Seite sollen es maximal 32 Zeilen sein. Sop kann ein Verlag abschätzen, wie viele Buchseiten es dann

Willst du dein Buch über einen Selbstverlag dann Drucken lassen, wirst du dich an die Vorgagen der Druckanstalt für dein "Book on Demand" halten müssen.

Also schreib erst einmal dein Buch, und dsann kümmere dich um das Format. Für das Schreiben selbdst gibt es überhaupt keine Vorgaben, aber mn sollte schon etwas so schreiben, wie andere auch lesen wollen, sonst wäre es ja witzlos.

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Kommentar von ReadyToHelp
17.06.2016, 21:52

Mist, bin ausversehen auf Daumen runter gekommem, sorry. :/

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Kommentar von nilsklause
18.06.2016, 18:26

habs wieder gerichtet Daumen hoch vielen Dank guter Tipp

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Wichtig wäre es, solche Fragen, wie du jetzt stellst, nicht mehr zu haben.

Es geht um die Story! Schreib die hin. Und dann kümmere dich meinetwegen um Normseiten, Exposé, die Vermarktung u.v.m.

Viel Erfolg.

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