Frage von Starbucksgirly, 29

Buch schreiben - an Verlag senden bevor es fertig ist?

Hallo meine Lieben,

ich schreibe gerade an einem Buch, habe bis jetzt ca. 22 Din A4 Seiten, was natürlich nicht sonderlich viel ist, aber ich habe gelesen, dass man einem Verlag sowieso nur einen Auszug aus seinem Buch und ein Exposé schicken muss. Daher dachte ich, dass ich das jetzt schon schicke und in der Zwischenzeit weiter schreibe, da Verläge ja so ca 6 Monate zum Antworten brauchen. Kann ich das machen oder würdet ihr mir davon abraten?

Liebe Grüße und vielen Dank

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von JTKitzel, 14

User Lillian92 hat das schon sehr gut beantwortet.

Klar, du kannst dein Manuskript unaufgefordert an einen Verlag senden, selbst wenn du nur einen sehr(!) kleinen Teil fertig hast. Empfehlenswert ist es aber nicht.

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Kleine Anmerkung: Bitte nicht in DIN-A4-Zetteln denken. Ein Roman wird in "Zeichen" bemessen (also den Tastenanschlägen inklusive Leerzeichen) - eine übliche Romanseite eines Taschenbuchs hat dabei ca. 1.800 Zeichen.
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Gehen wir nunmal die Möglichkeiten durch: Der Verlag findet dein Buch klasse und möchte es so bald wie möglich veröffentlichen. Jetzt hast du ein Problem, denn du hast mit deinen "22 DIN-A4-Seiten" gerade mal einen winzigen Teil des Romans fertig und musst den Rest nun unter Zeitdruck fertigstellen. Möglichkeit zwei: Das Buch wird vom Verlag abgelehnt. Und nun? Schreibst du es trotzdem fertig? Sendest du es an einen anderen Verlag?

Daher: 22 DIN A4-Seiten sind massiv zu wenig, um irgendeine Aussage zu treffen.

Mein Vorschlag: Schreib gut ein Drittel des Romans fertig und achte dabei auf die Zeit, die du dafür gebraucht hast. Ein üblicher Taschenbuch-Roman hat so um die 300 bis 500 Romanseiten. Umgerechnet in Zeichen ergibt dies ca. 540.000 bis 900.000 Zeichen (Tastenanschläge inklusive Leerzeichen). Wenn du dieses Drittel fertig hast, machst du erst mal einen Stopp und schickst es an mehrere Testleser. Um Testleser zu finden kannst du zum einen in deinem Freundeskreis herumfragen. Und es gibt auch sehr gute Facebook-Gruppen dafür. Bitte verlass dich nicht nur auf deine Freunde - die wenigsten von ihnen können wirklich den Finger in die Wunde legen wenn Schreibstil, Plot oder ähnliches nicht funktionieren. Dass der Text vor der Abgabe an die Testleser von dir mindestens dreimal sorgfältig(!) auf Rechtschreibung und Grammatik durchgegangen wird, sollte klar sein. Ferner sollte der Stil zumindest grob poliert werden sein (Feinpolitur machst du erst nach den Testlesern).

Nachdem du die Resultate der Testleser eingearbeitet hast, kannst du es nun an passende Verlage schicken. Achte dabei darauf, das Manuskript exakt(!) so einzureichen, wie vom Verlag gewünscht (Zeilenabstände, Exposéform, Schriftgröße, ...), diese Angaben findest du normalerweise auf der Verlagshomepage.

Solltest du bei mehreren Verlagen nix geworden sein, aber dein Roman bei den Testlesern sehr gut angekommen sein, würde ich an deiner Stelle mir mal das Themengebiet "Selfpublishing" anschauen. Meist fängt man dabei mit Selfpublishing über Amazons Angebot "Kindle Direct Publishing" an. Aber auch dazu findest du Hilfe in diversen Facebook Gruppen und Schreib-Foren.

Wenn du noch Fragen hast (ich hab bereits mehrere Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht), dann frag einfach.

Antwort
von lillian92, 17

Kann man machen, würde aber seher davon abraten.

Wenn Verläge ein ungefragt eingesandtes Manuskript aufnehmen, dann muss es herausragend gut sein – einfach nur gut schreiben zu können reicht hier bei weitem nicht aus.

Um die geforderte Qualität zu gewährleisten, sollte man deshalb nach dem Schreiben überarbeiten, überarbeiten und noch mals überarbeiten. Stell es dir so vor als würdest du ein trübes Stück Kristall auf Hochglanz polieren, damit die Schönheit deines Juwels heraus kommt.

Also wie gesagt, es verbietet dir niemand es zu machen. Große Chancen gebe ich dir mit einem unfertigen, unbearbeiteten Manuskript jedoch nicht.

Antwort
von AnnJabusch, 4

Was sind denn DIN A4-Seiten? Das ist ein PAPIERformat, aber wie viel Text darauf steht, weiß niemand. Beim Schreiben sind NORMSEITEN relevant oder die Zeichenzahl. Etwas anders ist nicht aussagekräftig.

Und: Nein, man schickt keine 22 Blätter an einen Verlag.

Weißt du überhaupt, was ein Exposé ist? Das ist ein Plan des ganzen Romans (oder Sachbuchs) mit Anfang, Mitte und Schluss, und das auf maximal drei NORMSeiten. Dazu eine Textprobe von 20 bis 50 Normseiten (jeder Verlag ist da anders).

Wenn du erst 22 Blätter beschrieben hast, klingt das noch nicht nach einem fertigen Plan. Es gibt erfahrene Autoren, die können ein Exposé schreiben und danach ihren Roman (oder Sachbuch). Anfänger können das meist nicht.

Und auch ein Verlag weiß ja noch nicht, ob jemand 22 Blatt Papier jemals zu einem fertigen Manuskript vollendet.

Also: Schreib erst mal fertig. Dann mach dich mit den Geflogenheiten der Branche vertraut und fertige ein Exposé an. DAS kannst du dann angeeignete Verlage schicken, nachdem du dich erkundigt hast, ob überhaupt Interesse besteht.

Viel Erfolg

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