Frage von Lavalampe70, 207

Brustkrebs - Lymphknoten - Metastasen?

Hallo. Meine Mama hat diese Woche leider Brustkrebs als Diagnose erhalten. Alle weiteren Untersuchungen sind schon eingeleitet. Nun meine Frage. Bei der Mammographie konnte man noch keinen Lymphknotenbefall feststellen. Um Metastasen sicher auszuschließen werden kommende Woche weitere Untersuchungen laufen. Jetzt wollte ich vorab mal wissen. Wie hoch ist die Chance das Sie keine Metastasen hat, wenn man bei der Mammographie noch nichts an den Lymphknoten sieht?

Ich denk mir das irgendwie so: Hätte Sie Metastasen in anderen Regionen müsse man doch etwas an den Lymphknoten sehen, da es ja auch durch die Lymphknoten und die Blutbahn in die anderen Regionen gelangt.

Was sagt ihr dazu? Kann mir jemand vielleicht etwas beschreiben. Meine Angst das Sie Metastasen hat ist stark.

Antwort
von ASRvw, 134

Moin.

Eine Mammographie kann die Lymphknoten nur bedingt darstellen. Diagnostische Mittel der Wahl sind hier CT, MRT und Szintigrafie, sowei ggf. eine PET-CT. Das Gleiche gilt für mögliche Metastasen.

So leid es mir tut, muss ich Euch leider sagen, dass ihr die ganzen Untersuchungen abwarten müsst. Ein negativer Lymphknotenbefund schließt eine Metastasierung leider nicht aus, da diese sich auch über die Blutbahn ausbreiten können.

Auch lassen sich Aussagen über die Wahrscheinlichkeit erst treffen, wenn der primäre Tumor entfernt oder zumindest biopsiert und feingeweblich (Histologisch) untersucht wurde. Einen Anhalt für die Wahrscheinlichkeit liefert die sog. Proliferationsrate. Leider ist sie aber bei Mamakarzinomen recht ungenau.

Einen weiteren Anhalt liefert die histologische Einteilung des Tumors in die T-Klassen der TNM-Klassifikation.

Bei T bzw. pT 1 a bis c und N 0 ist die Wahrscheinlichkeit von Metastasen äußerst gering. Bei T bzw. pT gleich oder größer 2, sowie generell bei N größer 0 steigt sie steigt sie langsam an und wird mit größeren Zahlenwerten bei T bzw. pT und N immer wahrscheinlicher.

Am Besten ist, ihr sprecht mal mit dem behandelnden Arzt, welche Erkenntnisse dieser bislang aus einer hoffentlich schon gelaufenen Entnahme einer Tumorprobe (Biopsie) hat gewinnen können.

Tut mir leid, dass ich Dir nichts besseres dazu sagen kann. Aber ohne die genauen Falldaten ist das schlicht unmöglich.

ASRvw de André

Antwort
von Dickerchen123, 101

Hallo

anhand einer Mammographie und Sonographie kann man höchstens den Verdacht auf eine Mammacarzinom (Brustkrebs) haben, aber das ist keine eindeutige Diagnose. Die gibt es erst nach der histologischen Untersuchung der Biopsie. Es gibt aber natürlich  Ärzte, die schon in der Bildgebung eine Bösartigkeit erkennenkönnen. Normalerweise wird bei der OP der Brust auch der sog. Sentinel-Lymphknoten entfernt und per Schnellschnitt auf Krebszellen untersucht. Sind dort keine zu finden, wird es bei dem einem Knoten belassen, ansonsten müssen weitere entfernt werden. Aber, auch wenn Lymphknoten befallen sind, müssen noch keine Organe befallen sein. Das werden die weiteren Untersuchungen zeigen müssen.

MRT-Schädel, Knochenszintigramm, CT Thorax sind übliche Untersuchungen.

Hier mal ein paar Links zum Thema. Ich bin bei Brigitte

http://bfriends.brigitte.de/foren/brustkrebs/

https://www. krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/

http://www. krebskompass.de /forumdisplay.php?s=c1db038270724e7c266fa0761b8928af&f=12

http://www. krebshilfe.de/wir-informieren/material-fuer-betroffene/blaue-ratgeber.html

Die blauen Ratgeber könnt ihr kostenlos bestellen. Es gibt welche für fast alle Krebsarten, Bestrahlung, Chemo, Reha etc. Schaut einfach mal rein wenn ihr mögt.

hier darf man nur einen Link einfügen, deshalb nach dem www. immer das Leerzeichen rausmachen, dann kannst du direkt klicken.


Alles Gute

LG


Antwort
von Wuestenamazone, 127

Ja man sagt wenn die Lymphknoten nicht befallen sind ist die Chance einfach größer. Ob das mit der Metastasen Bildung was zu tun hat muß nicht sein kann. Besser ist immer wenn die Lymphknoten nicht befallen sind. Brustkrebs ist gut behandelbar wenn er zeitig genug festgestellt wird. Ich wünsch dir und deiner Mum alles Gute

Kommentar von Lavalampe70 ,

Sie hat totale Angst daran zu sterben, wobei die Medizin heute ja echt auf einem guten Stand ist das dies in den seltensten Fällen nur noch passiert. Der Knoten in Ihrer Brust ist ca. 1.06 x 1.75cm also schon recht groß. Kommende Woche steht auch die Stanzbiopsie aus um festzustellen was es genau ist. Jedoch meinte die Frauenärztin das er bösartig aussieht auf dem Ultraschall sowohl der Mammographie aber wie schon gesagt an den Lymphknoten könne Sie noch nichts sehen, aber Sie meinte Sie weiß nicht was sich dahinter verbirgt das könne man nur während der OP feststellen wenn die Lymphknoten entnommen wurden. 

Kommentar von Wuestenamazone ,

Richtig. Es wird auch erst während der OP festgelegt ob man die Brust abnimmt oder nur den Knoten entfernt. Mein Mann hat ein Bronchialkarzinom inoperabel. Metastasen im Gehirn. Die Ärzte gaben ihm höchstens noch ein viertel Jahr. Chemo hat er gemacht und das ist jetzt über 6 Jahre her.

Kommentar von Lavalampe70 ,

Wie geht es ihm? Hat er noch eine normale Lebensqualität? Sind die Metastasen bekämpft worden oder hat er immernoch welche im Gehirn?

Geplant ist eine Brusterhaltende Op. Termin steht leider noch nicht. Ich dränge schon immer schnell auf die Termine, um Ausbreitung zu vermeiden. 

Kommentar von Wuestenamazone ,

Er ging 10 Wochen nach dem Eingriff wieder zum Arbeiten. Und neue Metastasen haben sich nicht gebildet. Ich wollte damit nur sagen wenn das einmal vorkam müssen die Ärzte darauf hinweisen ob das dann eintrifft ist eine andere Frage.

Kommentar von Lavalampe70 ,

das freut mich für euch. Ich hoffe bei meiner Mama wird auch alles gut verlaufen. Da ich leider nur noch Sie habe da mein Papa vor 3,5 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben ist, ist die ganze Sache um so schlimmer für mich. Großeltern hab ich auch schon keine mehr. Alles ziemlich beunruhigend. Aber es ist beruhigend zu hören das es Menschen gibt die Metastasen hatten und durch eine Chemo überlebt haben. Gibt einen etwas mehr Hoffnung an der ganzen Sache. 

Kommentar von Wuestenamazone ,

Ja und Brustkrebs hat eine sehr hohe Rate, dass der Patient wieder gesund wird. Ist der Tumor entfernt gilt deine Mutter in 5 Jahren als geheilt, dass wird bei meinem Mann nie der Fall sein.

Kommentar von Lavalampe70 ,

Danke für die aufbauenden Worte. 
Es tut mir Leid für deinen Mann das er nie wieder als gesund sich bezeichnen kann. 

Antwort
von Jacek Wojcik, 95

Hallo,
Ich möchte zuerst einiges richtig stellen.
Mit einer Mammographie ist es nicht möglich einen Brustkrebs zu diagnostizieren. Es kann nur ein Verdacht festgestellt werden.
Nur mit einer Gewebeuntersuchung kann man Brustkrebs feststellen.

Die Absiedlungen entstehen durch Verbreitung von Krebszellen durch Lymphbahnen und durch Blutgefäße.
Metastasen in andere Organe verbreiten sich fast immer mit Blut.
Durch Lymphbahnen verbreiten sich die Krebszellen in benachbarte Lymphknoten.

Mit Mammographie entdeckt man keine Knoten die kleiner sind als ca. 5mm.
Du muss jetzt die Ergebnisse einer Biopsie abwarten, was für eine Art von Tumor das ist. Verschiedenen Tumoren werden unterschiedlich behandelt.
Ob in den Wächterlymphknoten Tumorzellen sich befinden, können die Ärzte erst nach einer OP feststellen.

Ich wünsche Deiner Mama, dass sie gesund wird.

Mehr gute Infos über Brustkrebs findest du hier:

http://brustkrebs.com.de/

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