Frage von calisira, 231

bruder hat starke Drogensucht und ist im gefängnis-wie kann man ihm helfen?

hi

mein bruder ist 26 und drogenabhängig (heroin,Benzodiazepine,Cannabis,Methadon) er sitzt im Moment wegen Beschaffungskriminalität zum 4. oder 5. mal im Gefängnis.er hatte jetzt seit etwas über einem Monat keine Drogen mehr genommen..als ich ihn besucht habe meinte er,er wolle wieder diese Methadon Behandlung vom Arzt machen und das er weiss er wird wieder Drogen nehmen,wenn er in 3 Monaten raus ist.er will auch nicht in eine entzugsklinik nach dem knastaufenthalt bzw meint Therapie brauch er nicht. wie kann ich ihm helfen?? die psychische sucht wird er vermutlich sehr schwer los...

Antwort
von Dackodil, 89

Es ist schön, daß du dich um deinen Bruder sorgst.

Aber leider lehrt die Erfahrung, daß man keinem helfen kann, der keine Hilfe will. Jede Geschichte geht so lange, bis sie ihren schlimmsten möglichen Punkt erreicht hat.

Du wirst ihn seinen Weg gehen lassen müssen. Die Erkenntnis ist sehr schmerzhaft und noch schmerzhafter ist es mit ansehen zu müssen, wie der eigene Bruder sein Leben wegwirft.

Sei weiter für ihn da, vielleicht kommt doch noch der Tag, an dem er umkehren will.

Aber mach klar, daß du ihn nicht in seiner Drogenkarriere unterstützt.

Euch beiden alles Gute

Antwort
von ponyfliege, 84

das einzige, was da hilft ist für dich irre schwer.

manche kriegen noch den dreh, wenn sie KEINEN mehr haben, ganz allein sind. erst dann kapieren sie manchmal, dass sie etwas ändern müssen.

du kannst deinem bruder nicht helfen. das kann nur er selber.

um dir selber weniger druck mit der ganzen sache zu machen und dich nicht am ende schuldig zu fühlen, solltest du dringend eine beratungsstelle für ANGEHöRIGE von suchtkranken aufsuchen (kontaktdaten für deinen wohnort kannst du zum beispiel über die telefonseelsorge bekommen - der anruf ist kostenlos).

ich kann dir aus meiner erfahrung nur raten, ihn nicht mehr zu besuchen und den kontakt abzubrechen. schreib ihm einen brief mit deinen beweggründen, nämlich, dass er sich gern wieder melden darf, wenn er sein leben im griff hat.

die chancen, dass er die kurve überhaupt noch bekommt sind leider gering. er steckt einfach schon zu tief drin. und wirklich helfen - wobei? - kannst du ihm zur zeit auch nicht. 

aber du bist weder sein seelischer mülleimer, noch darfst du dich manipulieren lassen. so weh das tut: es ist SEIN leben, nicht deins.

ich kenne 2 leute, die es auf diese weise gepackt haben. und ich kenne/kannte um die 20 leute, die es nicht mehr geschafft haben. es ist seine entscheidung. nicht deine.

deine entscheidung sollte sein, ihn wieder zu unterstüzen, wenn  er duch sein handeln über einen längeren zeitraum (zum beispiel ein jahr) BEWEIST, dass er ernsthaft von den drogen weg will.

nimm kontakt zu einer selbsthilfegruppe an deinem wohnort auf. und - bleib stark.


Antwort
von DerTroll, 97

ganz ehrlich, die Strafe ist ein Witz. Nur drei Monate, obwohl es schon die 4. oder 5. Haftstrafe ist? Und er weiß jetzt schon, daß er danach weitermachen wird. Naja, die nächste Strafe wird dann vermutlich länger ausfallen. Irgendwann ist sie so hoch, daß er automatisch einen Entzug macht, weil er eben länger einsitzt. Helfen kannst du ihm leider gar nicht, wenn er sich nicht helfen lassen will. Und das ist ja leider offenbar der Fall. Mit 26 ist er auch alt genug, daß er das selber wissen muß. Dann achte lieber darauf, daß du nicht auch noch mit reingezogen wirst. Du hast ihm Angeboten zu helfen. Das finde ich auch gut und richtig. Er zeigt aber, daß das nichts bringt, dann solltest du dir einfach sagen, daß es sein Pech ist. Man kann leider nicht jedem helfen, schon gar nicht, wenn er sich nicht helfen lassen will. Und wenn die Konsequenzen lauter Haftstrafen sind und damit verbunden sein ganzes Leben immer schwerer ruiniert wird (ich als Arbeitgeber würde ihn zumindest jetzt nicht mehr einstellen wollen), ist er selbst daran schuld. Vielleicht realisiert er, daß er so nicht weitermachen darf, wenn du jetzt sagst, daß du unter diesen Umständen auch nichts mehr mit ihm zu tun haben willst und dich von ihm abwendest. Aber wenn selbst das nicht hilft, also sein kriminelles Leben ihm dann wichtiger ist als seine Familie, dann ist es leider eh zu spät. Klingt hart, aber so sind die Fakten.

Kommentar von ponyfliege ,

das ist die seelische zwickmühle, in der angehörige und freunde suchtkranker sich befinden.

kein mensch ist perfekt. und es gibt eine menge suchtkranker, die es bestens drauf haben, ihr nahes umfeld zu manipulieren. es ist sauschwer, einem nahestehenden klar zu machen, dass man diese manipulation durchschaut hat und nicht mehr mitmacht.

und grad diese so wichtige erkenntnis innerlich zu verifizieren bringt schuldgefühle mit sich ("hätte ich nur rechtzeitig hingesehen" etc..). die muss man als angehöriger oder freund erst mal verarbeiten lernen. und dazu braucht man selber hilfe, sonst landet man in einer endlosen schleife.

Kommentar von DerTroll ,

ne, das muß man wirklich ganz sachlich und nüchtern betrachten (was du ja auch kürzlich erst bei einer anderen Gelegenheit gefordert hast). Wenn man das ganz sachlich und nüchtern betrachtet, steckt man auch nicht in einer Zwickmühle.

Kommentar von ponyfliege ,

hilf mir auf die sprünge... wo gefordert, ich erinnere mich leider nicht, welchen beitrag du meinst... ich meine - falls der beitrag noch existiert. was man ja in der letzten zeit nie so ganz genau weiss.

Kommentar von DerTroll ,

ach das war im Forum. Du hattest erklärt, warum du an der Umfrage nicht teilnimmst. Ich wollte dir eigentlich nur nett antworten, daß du dich nicht rechtfertigen mußt. Anstatt einfach zu antworten, daß es keine Rechtfertigung gewesen sein sollte, hattest du dich gleich ziemlich stark darüber aufgeregt, weil ich da wohl falsche Schlüsse gezogen habe, weil ich mich eben nicht nur auf die Fakten beschränkt habe und daher zu dieser Schlußfolgerung gekommen bin. Du hast ja auch recht. Ich muß mich noch mehr darauf konzentrieren, nichts zu interpretieren. Normaler Weise achte ich auch sehr genau auf den Wortlaut und gehe exakt danach, was auch gesagt wird. Aber das gleiche muß man auch hier bei dieser Frage sehen. Es gibt klare Fakten, an denen man erkennt, daß sich der Bruder nicht helfen lassen will und selbst durch Haftstrafen nichts lernt. Wenn man diesen Fakten handelt, und auch wirklich nur nach den Fakten geht, kommt man auch nicht in so eine seelische Zwickmühle, wie du meintest.

Kommentar von ponyfliege ,

puh... und ich dachte schon, es wäre ein wichtiger beitrag, der mir da mental entgangen ist. naja - im forum gehts um fragen zur plattform.

HIER beantworte ich individuell nutzerfragen. eine frage zu gf selber und eine individuelle ratsuche sind komplett was anderes. ich trenne da sehr deutlich.

die befindlichkeit eines anderen menschen im realen leben kann von meiner antwort abhängen. das bedeutet, ich trage für die konsequenzen meiner antwort die moralische verantwortung.

ich trage immer für mein tun und handeln die verantwortung. durch eine verpatzte umfrage gerate ich kaum in eine schwere lebenskrise.  wohl aber, wenn ich einem menschen, den ich liebe, nicht helfen kann.

hier kann jemand einem menschen, den er liebt, nicht helfen und das belastet ihn. und ich hab eine möglichkeit aus meinem eigenen erfahrungsschatz, der demjenigen weiterhelfen kann.

DAS HIER ist wichtig. 

das forum... naja - ist ganz nett, wird mich aber nicht gleich in eine lebenskrise stürzen ;-))

Kommentar von DerTroll ,

ach das hier ist wichtig und das Forum nur ganz nett? Na dafür hast du aber einen sehr großen Aufstand gemacht, nur weil ich mal ein kleinwenig falsch geschlußfolgert habe. Ich finde übrigens beides gleichwichtig. Im Forum wird genau so ein Rat gesucht, nur eben spezifisch zu der Plattform. Und ehrlich gesagt bin ich jetztsogar etwas erschüttert, daß dir das auf einmal doch nicht so wichtig erscheint, wie du im Forum getan hast. Dafür war deine Wortwahl mir gegenüber doch sehr direkt. Und das war nicht auf das Forum bezogen sondern allgemein von dir formuliert (ich habe ab dann nämlich sehr genau auf deine Worte geachtet, damit das nicht wieder vorkommt). Was den konkreten Sachverhalt, um den es in dieser Frage geht, da finde ich es im Gegensatz zu dir wesentlich wichtiger als im Forum, daß man klar die Fakten vor Augen hat und entsprechend rational handelt. Hier geht es um erstne Probleme. Da ist es um so wichtiger, daß man Gefühle ausblendet und entsrpechend handelt. Das im Forum, wo du dich so sehr aufgeregt hattest, fand ich jetzt hingegen harmlos und hätte nicht gedacht, daß du dich darüber so aufregst, zumal ich vermutlich von alle Usermods noch der bin, der am ehesten so vorgeht, wie du es ja gefordert hast. Aber das driftet jetzt zu sehr ab. Ich würde dir gern noch etwas versönliches schreiben. Aber das würde jetzt zu ausführlich werden und ist hier bei der Frage fehl am Platz. Und daß ich dir eine pm schreibe, willst du ja  auch nicht, wie du mir auch schon gesagt hast.

Kommentar von ponyfliege ,

das forum ist ganz nett. ja.

Antwort
von Mignon2, 100

Solange er nicht erkannt hat, dass er suchtkrank ist und folglich zu keiner Therapie bereit ist, kannst du ihm leider gar nicht helfen. Er wird nach deinen Schilderungen tiefer in die Sucht abrutschen und weiterhin Beschaffungskriminaltät begehen. Für die Angehörigen eines Suchtkranken ist es immer sehr schwer, beobachten zu müssen, wie Persönlichkeit und Körper des Suchtkranken im Laufe der Jahre immer mehr verfallen.

Versuche, dich selbst zu schützen. Die Angehörigen leiden häufig mehr als der Suchtkranke selbst, weil sie sich große Sorgen machen. Schließe dich einer Selbsthilfegruppe in deiner Nähe an, damit du nicht selbst psychisch krank (z.B. Depressionen) wirst. Hier ist ein Link:

http://www.al-anon.de/gruppe-finden

Hauptsächlich dreht es sich in diesen Selbsthilfegruppen zwar um Angehörige von Alkoholikern, aber Sucht ist Sucht und die Angehörigen leiden im selben Umfang, gleichgültig, ob es Alkohol, Drogen oder welche Sucht es auch sein mag.

Alles Gute!

Antwort
von lastgasp, 64

Da er im Knast vermutlich einfacher Drogen bekommen hat als draußen, wird ihn Beschaffungskriminalität und Strafverfolgung nicht wirklich abschrecken. Solange er nicht selbst den Entzug möchte, kann von außen nur wenig passieren. Hier geht es eher um Dich als um Deinen Bruder, der seine Entscheidungen getroffen hat,

Die wohl beste Beratung, Betreuung auch für Angehörige gibt es bei Step in Hannover.

http://www.step-hannover.de/startseite/angebote/szenenahe-versorgung/cafe-connec...

Erfolgreiche Ausstiege beginnen selten im vertrauten Umfeld, hier wäre wichtig, dass er nach Haftentlassung nicht wieder in "seine" Stadt zurückkehrt. Kriminell bleibt er eh', der Monatsetat für einen Heroinsüchtigen in Hannover liegt bei ca. € 3000,-- ohne Benzodiapine, die fast alle Fixer für schlechte Zeiten haben oder einwerfen um herunterzukommen.

Antwort
von DODOsBACK, 48

Sucht ist oft eine Reaktion auf mangelndes Selbstvertrauen - und das müssen die Betroffenen ganz alleine wieder aufbauen. Indem sie die Krücken wegwerfen und sich langsam wieder auf die Beine quälen.

Und die Krücken sind in dem Fall nicht nur die Drogen - es kann auch ein Umfeld sein, das einem immer wieder aus der Patsche hilft und mit völlig abwegigen Erwartungen und Wunschvorstellungen jeden möglichen Fortschritt blockiert.

"Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten!"

Auch wenn es hart klingt: lasst ihn fallen! Das ist SEIN Kampf, und den muss er alleine austragen. Stellt eure Regeln auf und haltet euch daran.

Irgendwann kommt er hoffentlich zur Vernunft - aber bis dahin solltet ihr den letzten Rest eurer Beziehung nicht von seiner Sucht vergiften lassen. Gebt ihm die Chance, irgendwann zurückzukommen, statt ihn jetzt krampfhaft festzuhalten. Das könnt ihr nämlich nicht!

Antwort
von Dahika, 33

Wenn er meint, dass er keine Therapie braucht, kann ihm kein Mensch der Welt helfen.

Hilfe kann nur der bekommen, der auch Hilfe will.

Antwort
von aXXLJ, 22

Dein Bruder kann sich nur selbst helfen. Er hat die Möglichkeit auf Therapie zu gehen, wenn die Strafe nicht allzu hoch ausfällt und der Richter dem Antrag auf Therapie zustimmt.

Antwort
von lupoklick, 53

mit "Helfen" gibst du ihm keinen Grund, clean zu werden....

Er muß sich ENTSCHEIDEN,

VERRECKEN oder Leben

(... und dann die Begleitung cleaner Menschen annehmen)

Kommentar von ponyfliege ,

DH!!! so isses.

Antwort
von blumenkanne, 25

ne psychiatrie wäre vielleicht nicht schlecht für ihn.

Antwort
von Max7777777, 62

Na er braucht beides, aber richtig. Wenn er so schwer  mit der Sucht zu Kämpfen hat dann braucht er Professionele hilfe. Denn wieder abrutschen und in den Knast kommen ist ja keine Perspektive.....

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