Frage von Hibbels, 45

Broker steuerrechtlich in Großbritannien geführt - Abgeltungssteuer zurückfordern - falls möglich wie, wo und von wem?

Hallo!

Schon im Voraus danke für Eure Antworten! :) Hier mein Problem:

Da ich (Student in NRW, Kleinanleger, ausschließlich Aktien handelnd) nicht für jede Order zu meiner Bank rennen möchte habe ich mich nach einem passenden online Broker umgesehen. Auch die Ersparnis an Orderkosten gegenüber meiner Bank ist nicht zu verachten. ;)

Mittlerweile habe ich drei Favoriten, soweit ist alles gut. Leider werden diese drei Broker aber (mitunter deutsche Anbierter wie z.B. BANX) steuerrechtlich in Großbritannien geführt.

Mir ist nun folgendes unklar:

1.) Wem habe ich wo welche Steuern zu zahlen? Ich will ja schließlich nichts hinterziehen.

2.) Kann ich mir die gezahlten Steuern (hier als Beispiel Großbritannien) erstatten lassen? Nochmals, ich bin Student und habe lediglich die deutsche Staatsbürgerschaft inne.

3.) An wen muss ich mich wo wenden, falls eine Erstattung möglich ist, um die erforderlichen Anträge zu stellen? Welche Anträge wären dies? Eine Art britische Steuererklärung vielleicht?

Antwort
von Hardware02, 13

Warum muss es einer dieser Broker sein? Besser ist es, du suchst dir einen, der dir eine vernünftige Bestätigung für die Steuer schickt. Flatex macht das zum Beispiel (ich habe auf einer Finanzmesse einen der Mitarbeiter gefragt), und die sind auch nicht teuer. Da kostet jede Order EUR 4,90 oder so. 

Die ziehen dir dann auch automatisch Abgeltungssteuer in Höhe von 25% ab. Das ist sehr praktisch, weil du so nie versehentlich Steuern hinterziehen kannst. 

Du bekommst diese 25% natürlich zurück. Und zwar, wenn du deine Steuererklärung machst. Denn du wirst als Student vermutlich mit all deinen Einnahmen unter dem Existenzminimum liegen (ca. EUR 8.500 pro Jahr). 

Falls du nicht unter dem Existenzminimum liegst, werden die Aktiengewinne nur mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert, sagen wir mal 10%. Da würdest du also immer noch etwas zurück bekommen, denn du hast ja schon 25% gezahlt.

Hier kommt nun auch wieder der "vernünftige" Broker ins Spiel. Denn der schickt dir einmal im Jahr eine Steuerbescheinigung, und da steht dann alles ganz genau drauf, z.B. "Aktiengewinne inkl. Dividenden, Zeile xx der Steuererklärung". Wenn das nämlich nicht dabei stehen würde, dann würdest du die Zeile wohl nie im Leben finden. Aber so überträgst du einfach die Zahlen in dein Steuerprogramm und die Sache ist erledigt.

Antwort
von AlexChristo, 8

1.) Wem habe ich wo welche Steuern zu zahlen? Ich will ja schließlich nichts hinterziehen.

Dem Finanzamt ;-). Dafür gibt es extra eine Spalte (KAP).

2.) Kann ich mir die gezahlten Steuern (hier als Beispiel
Großbritannien) erstatten lassen? Nochmals, ich bin Student und habe
lediglich die deutsche Staatsbürgerschaft inne.

Du zahlst keine Steuern in GB.

3.) An wen muss ich mich wo wenden, falls eine Erstattung möglich ist,
um die erforderlichen Anträge zu stellen? Welche Anträge wären dies?
Eine Art britische Steuererklärung vielleicht?

Also, im Grunde ist es recht simpel

a) Broker im Ausland auswählen
b) Traden
c) Jahresabschluss machen. Deinen Gewinn ausrechnen und dem Finanzamt in der Steuererklärung mitteilen. Wenn du einen Gewinn gemacht hast, berechnen die davon die zu zahlenden Steuern, die du dann an das Finanzamt überweisen musst.

Alles relativ einfach und legal. Der größte Aufwand ist, selbst die Berechnung zu erstellen. Aber ich gehe davon aus, dass du das als Trader sowieso machst.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 28

Wenn Du bei einem ausländischen Broker/Bank nachweist, dass Dein Wohnsitz Deutschland ist, werden die keine Steuer abziehen, sondern sich bestätigen lassen, dass Du weißt, dass Du für die Besteuerung in Deutschland die Verantwortung trägst.

Du füllst dann die Anlage "KAP" aus und alles ist geklärt.

Antwort
von Sonnenstern811, 12

Erst mal hat der seröse Aktienkauf nichts mit zocken zu tun. Dieser Hinweis nur zu einer Meinung hier.

Bei einem ausländischen Broker hast du den Vorteil, dass du erst deine Steuern nachträglich mit der Erstellung deines Steuerbescheides in Deutschland zahlst. Der Vorteil hierbei ist, du kannst mit deinen vollständigen ralisierten Gewinnen weitere Käufe machen, bei denen du wieder Gewinn machen kannst. Fährst du Verluste ein, zahlst du natürlich bei uns nur für den endgültigen Gewinn.

Die Abgabe deiner Steuererklärung darfst du natürlich nicht vergessen.Ein inländischer Broker zieht dir für etwaige Gewinne bei deren Realisierung sofort die 25% Ageltungssteuer ab, verrechnet sie aber auch mit vorherigen realisierten Verlusten.

Kommentar von napoloni ,

Ein inländischer Broker zieht dir für etwaige Gewinne bei deren Realisierung sofort die 25% Abgeltungssteuer ab

Wobei der Fragesteller beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen (Gültigkeit bis zu 3 Jahre) und beim Bankinstitut einreichen könnte. Steuern würden dann nicht abgehalten.

Kommentar von Sonnenstern811 ,

Schon, aber ob er mit seinem gesamten Einkommen diese niedrige Schwelle erreichen könnte, ist zumindest zweifelhaft. Ansonsten würde ich die auch sehr gern in Anspruch nehmen.

Antwort
von AnnaStark, 21

Die Broker, die ICH kenne (cmcmarkets, Whselfinvest, ETX, IB) , die ihren Sitz im Ausland haben, ziehen Dir keine Steuer ab bei der Abrechnung.

Den Gewinn musst Du in Deutschland dann bei der Jahres-Steuererklärung angeben.

Ansonsten frag doch einfach bei dem betreffenden Broker nach, ob Steuern abgezogen werden


Antwort
von schleudermaxe, 28

Hier bei uns ist das Finanzamt zuständig, fürchte ich. Und die werden Dir schon sagen, wo es lang geht, wenn an denen vorbei gezockt wird, wetten?

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Boah eh - das ist ja mal ein hilfreiche Antwort! Unglaublich!!! Gibst Du immer solche Antworten? Hast Du Freunde?

Kommentar von schleudermaxe ,

Naja, kurz und knapp, für Studenten eben, die zocken, aber nichts über Steuern wissen wollen. Solch banale Dinger stehen in jeden "Merkblatt".

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