Frage von Anni97, 97

Bröckelige Hufe?

Hallo zusammen, haben seit ein paar Wochen ein neues Berittpferd. Die Hufe haben seit der Wiesen -Saison immer wieder ausgebrochen Stücke,gestern als der Schmied da war musste für die neuen Eisen recht viel weggeschnitten werden, weil so viel ausgebrochen war. Hab so was noch nicht gehabt. Hat jemand so was schon gehabt? Könnte das mit der Wiese zusammenhängen ?

VG eure Anni97

Antwort
von LyciaKarma, 62

Nein, das hängt mit den Eisen zusammen.

Ich kopier dir hier meine Standard-Antwort zu Hufeisen rein, da hast du alle physischen Zusammenhänge. Den für dich relevanten Teil mach ich fett. 



Das Eisen hebt den Huf an und der Hufrand muss das komplette Pferdegewicht tragen. Wichtige Hufstrukturen wie z.B. der Strahl als Stoßdämpfer verlieren ihre Funktion und bilden sich zurück. Das Pferd läuft also ungedämpft, das Eisen verstärkt den Aufprall noch zusätzlich. Du kannst dir sicher vorstellen, wie ungesund das für die Gelenke ist! 

Der Beschlag schränkt den natürlichen Hufmechanismus ein. Dadurch wird die Durchblutung herabgesetzt. Die Beinstrukturen bleiben unterversorgt mit Nährstoffen (Blut ist das Transportmedium), es treten eher Sehnen-, Gelenkprobleme auf als bei unbeschlagenen Pferden und die Regenerationsphase dauert massiv länger!

Zudem findet keinerlei Abrieb mehr an der Hufsohle statt. Da jeder Huf versucht, sich ins natürliche Gleichgewicht zwischen Abrieb und Wachstum zu bringen, produziert er weicheres, dünneres Horn, damit es sich möglichst schnell doch noch abreibt, was es aber durch das Eisen nicht kann!
Kein Wunder also, dass die Hornqualität unter einem Beschlag leidet und immer schlechter und bröseliger wird.
 


Werden nun die Eisen abgenommen, wird das Pferd fühlig oder gar lahm gehen. Der Huf erfährt dann plötzlich den Bodengegendruck an Strahl und Sohle, die dafür aktuell überhaupt nicht ausgelegt sind und vor allem den Abrieb, der er nicht erwartet hätte. Es reicht nicht das Pferd mal eine Beschlagsperiode ohne Eisen zu lassen, dann aber wieder welche rauf zu nageln, weil das Pferd ja sooo empfindlich ist und ohne Eisen nicht zu Recht kommt. Das ist falsch. Der Huf braucht lediglich Zeit und damit sind mehrere Monate, bis hin zu einem Jahr gemeint!

Kommentar von Anni97 ,

Danke

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 51

Nö so schnell geht das nicht - die Hufe durchwachsen ein mal alle 8 bis 12 Monate je nach Genetik des Pferdes.

Ein bröckeliger Huf deutet immer auf 2 Probleme hin.

1. Fütterung

2. Hufbearbeitung

Antwort
von VanyVeggie, 64

Hallo, 

das Pferd trägt Eisen - macht die Hufe und Gelenke kaputt. Lasst es also am besten auf Barhuf umstellen. Es ist leider wirklich so, dass die meisten Hufschmiede keine Ahnung von korrekter Hufbearbeitung haben, es sind halt nur Schmiede. Ich würde mir daher einen Huforthopäden von der Difho oder DHG suchen. 

Kann mitunter ansonsten auch an der Ernährung liegen. Was bekommt das Pferd denn so zu fressen? 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Kommentar von Anni97 ,

Hallo, das Pferd hat einen Bockhuf mit 5 Grad Unterschied zum anderen und die Besitzer haben uns drauf hingewiesen, dass der TA zu Eisen geraten hat ...  Leider gibt es in unserer Nähe kein en Huforthopäden, nur orthopädische Hufschmied...Der kriegt Pellets, Hafer und Sportpferdemüsli und jede Mahlzeit Möhren und Äpfel und Heu 😊

Danke für die Antwort.

Kommentar von LyciaKarma ,

Meine HO ist auch nicht in der Nähe - da zahl ich aber lieber mehr Anfahrt und hab dafür kaum TA-Kosten und ein gesundes Pferd. 

Der kriegt Pellets, Hafer und Sportpferdemüsli und jede Mahlzeit Möhren und Äpfel und Heu 

Weiß eigentlich irgendwer, was in dubiosen Pellets drin ist? 

Müsli kann man weglassen. Äpfel und Karotten auch. 

Heu und ein gutes Mineralfutter, mehr braucht der nicht. 

Wie viel und was arbeitet er denn am Tag? 

Kommentar von Anni97 ,

Hallo,ein Pellets -Freund bin ich auch nicht,aber über das Futter und Hufe bestimmen ja auch die Besitzer....

Was für ein Mineralfutter könnte man denn füttern?

Er geht morgens 2 Stunden in die Führanlage,dann wird er entweder erst Dressur/Springen geritten und geht dann bis abends auf den Paddock/Wiese oder umgekehrt...

Kommentar von Dahika ,

Lass den Süßkram mal weg. Einen Obstteller braucht kein Pferd. Zuviel Zucker. Und vermutlich ist in dem Sportpferdemüsli auch zuviel süßer Mist enthalten. Über die Pellets... da schweigt des Sängers Höflichkeit.

Kommentar von stracciatella33 ,

So langsam kann ich diese Verallgemeinerungen nicht mehr lesen...

Alle Schmiede sind sc****e und haben keine Ahnung von dem was sie tun und jeder HO ist definitiv besser.

Na dann erzähl ich dir mal ein Geheimnis - ich hatte über 1 1/2 Jahre im vierwöchigen Rhythmus einen DifHO-HO an meiner Stute. Und zwar einen anerkannten, der auch schon jahrelang dabei und regelmäßig auf Fortbildung o.ä. war.

Der hat meine Stute stocklahm geschnitten, sie hat weitere Hornspalte entwickeln und die Hebel würde auch schlimmer, als je zuvor (ich habe davon schöne Fotos..)

So, anschließend hatte ich für über 2 Jahre eine DHG-HO an meinem Pferd, die ihre Sache zwar größtenteils sehr gut gemacht hatte, jedoch zu wenig Wert auf die Huf-Fessel-Achse gelegt hat (Hinterhufe waren deutlich zu flach - waren sie allerdings schon, als ich das Pferd vor 5 1/2 Jahren kaufte), sodass meine Stute letzten Dezember eine Fesselringbandentzündung bzw. -syndrom entwickelte. Wobei die Hufbearbeitung natürlich längst nicht der einzige Faktor dafür war!

Nun wurde ein Spezialbeschlag (Schlusseisen) nötig, damit das FRB beim Koppelgang (!) nicht durch das Einsinken der Trachten (ergo noch mehr Zug&Druck auf Sehnen und Bänder durch die "Überstreckung" des Fesselgelenks) nicht noch weiter gereizt wurde.

Und obwohl meine Stute seit knapp 6 Monaten von einem "bösen, bösen" Schmied (welcher auch bemüht ist, die Trachten nach und nach "höher zu züchten" - worauf bisher kein Hufbearbeiter geachtet habe - obwohl ich sie allesamt mehrmals darauf angesprochen habe) bearbeitet und beschlagen wird, läuft sie so zufrieden und locker wie wort-wörtlich noch nie zuvor!!


Kommentar von WesternCalimero ,

@straciatella: Recht hast Du, Verallgemeinerungen sind immer schlecht. Wenn sich jedoch in der Mehrzahl der Problemfälle gezeigt hat, daß HO die besseren Hufbearbeiter sind, heißt es nicht, daß alle gut sind.

Ich habe auch schon HO erlebt, die den richtigen Winkel "ausgependelt" haben und das Pferd hinterher lahm ging, weil plattgeschnitten.

Es gibt auch Schmiede, die sich weiterbilden und mehr über die Biomechanik der Hufe wissen wollen. Das sind dann die guten, leider in der Unterzahl.

Kommentar von stracciatella33 ,

Danke ;)

Also ich für meinen Teil muss sagen, dass ich hier in meiner Gegend deutlich mehr gute Hufschmiede (und zwar solche, die auf das Laufverhalten des Pferdes achten, Hebel in den Hufwänden erkennen und beheben können etc. - also nicht nur den Huf auf den Beschlag vorbereiten) kenne als Huforthopäden.

Ich glaube, daher kommt auch u.a. der Gedanke, dass es wenige gute Schmiede gibt - es gibt einfach so viele, und dass einem die schlechten besser in Erinnerung bleiben als die guten (evt auch, weil man von schlechten Schmieden eher Geschichten hört als von guten), ist ja logisch.

Kommentar von VanyVeggie ,

Wo hat hier jemand geschrieben, dass alle Hufschmiede schlecht sind? Ich habe "die meisten" geschrieben. Ich persönlich hab noch nie einen guten Hufschmied getroffen. 

Wenn der Hufschmied das Pferd beschlägt, zudem das Pferd noch ein Bockhuf hat, dann ist dieser hier jedenfalls nicht kompetent genug. 

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 57

Ich habe interessanterweise gegenteilige Erfahrungen gemacht. Erde tut den Hufen normalerweise eher gut. Auf keinen Fall fetten!

Die Beschaffenheit der Hufe hängt allerdings auch mit Stoffwechsel und Ernährung zusammen. Ältere Pferde, cushing Patienten u.ä. können zum Teil die Nährstoffe nicht richtig verwerten und das mahnt sich dann auch bei der Hornbildumg bemerkbar.

Bedingt durch den geänderten Lebensrhythmus beim Wechsel der Jahreszeiten findet aber auch meist eine Änderung der Fütterung statt. Auch das kann eine Rolle spielen.

Wichtig ist, dass du nicht den Fehler machst, die Hufe durch Fetten vor der Erde schützen zu wollen. Das Fett macht ist schlecht für die Hufe. Höchstens etwas Lorbeeröl an den Kronrad.

Antwort
von Salomchen, 36

Ich würde sie nach dem reiten immer bewässern du kannst auch spezielle Hufglocken dran machen die die Hufe feut halten. Dann kannst du sie noch 2 mal die Woche einfetten

Antwort
von alex24sammy, 52

Das gleiche hatte ich mit meinem Pferd auch letzten Sommer. Mein Schmied meinte damals, pro Tag am besten 20min die Hufe ins wasser stellen. Habt ihr eine Wasserstelle? oder 20min abduschen?

oder du schaust mal in den Reitsportläden. Da gibt es spezielle hufschuhe, die kannst du den pferden anziehen und dann wasser einlassen, geht prima während du dein pferd zum beispiel putzt.

Kommentar von Anni97 ,

Hallo, mein TA und Schmied hat z:B gesagt, das Wasserbäder nicht gut sind, weil sich Bakterien viel schneller im Huf sammeln, aber das Pferd wird auch jeden Tag an den Beinen abgespritzt...

Danke trotzdem😊

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