Frage von Astarov, 64

Bringt eine Immatrikulation zwecks ÖPNV-Preisermäßigungen Nachteile im späteren, wirklichen Studium?

Da mich ein (bereits ermäßigtes) Bahnticket, das die Strecke zwischen meinem Wohn- und meinem Arbeitsort abdeckt ("Schüler/Azubi AboPlus" im Ruhr-Lippe- bzw. Münsterland-Tarif für 119,30 €/Monat), monatlich über ein Drittel meines FSJ-Taschengelds kosten würde, überlege ich, mich rein formal für einen Studiengang ohne Anwesenheitspflicht einzuschreiben, um das wesentlich günstigere und vorteilhaftere Semesterticket nutzen zu können.

Nun stellen sich mir die Fragen:

  • Ist dieses Vorhaben rechtens und mit meiner Tätigkeit als Absolvent eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) vereinbar?

  • Bringt mir dieses Vorhaben Nachteile, wenn ich später wirklich studieren will? Wird sich meine erlaubte Studienzeit dadurch verkürzt haben, heißt das also, ich darf weniger lang studieren?

Ich ziehe diese Maßnahme in Erwägung, weil ich von vielen weiß, die Ähnliches machen, und weil ich zudem wenige verbleibenden Alternativen sehe. Oder weiß jemand von einem Weg, wie ich zu verhältnismäßigeren Kosten zu meiner Arbeit gelangen kann?

Viele Grüße und Danke im Voraus!

Antwort
von Rheinflip, 24

Ja! Ich rate von einem Proforma Studium dringend ab. Du wirst damit Bafögansprüche verlieren und ggf deine Eigenschaft als Student im Erststudium. Ein Zweitstudium ist sehr viel aufwändiger zu beantragen. 

Kommentar von Astarov ,

Hättest du vielleicht einen Alternativvorschlag für mich?

Kommentar von Rheinflip ,

Wohnen am EinsatzOrt,  dann kannst du mit Kindergeld u Wohngeld aufstocken.,

Antwort
von Ms42Ya, 46

Bedenkst du dabei auch die Semesterbeiträge? Dürften wesentlich höher sein als dein Ticket.

Kommentar von Astarov ,

Studiengebühren gibt es doch in NRW, so weit ich weiß, gar nicht mehr, oder? Nur eine einmalige Bearbeitungsgebühr, in der das Semesterticket, glaube ich, bereits enthalten ist.

Kommentar von Ms42Ya ,

Richtig, es gibt keine Gebühren. Es gibt aber Beiträge. Hier mal von der Uni Duisburg-Essen:

Der Sozial- und Studierendenschaftsbeitrag beträgt für das Winterrsemester 2016/2017 insgesamt 290,22 €.

Der Betrag setzt sich wie folgt zusammen:

Mobilitätsbeitrag (Ticket): 182,22 €, davon 132,72 € für das VRR-Semesterticket und 49,50,-€ für das NRW-Ticket, Sozialbeitrag für das Studentenwerk: 95,00 €, Beitrag für den Allgemeinen Studierendenausschuss: 13,00 €

Siehe: https://www.uni-due.de/studierendensekretariat/sozial\_studierendenschaftsbeitra...

Kommentar von Astarov ,

Das wären dann immer noch (beispielsweise) 290,22 €/Semester gegen (6*119,30 € =) 715,80 €/Semester - für mich noch durchaus annehmbar. Gibt es abseits des Preislichen Bedenken dergestalt, wie ich sie in der Beschreibung geschildert habe?

Kommentar von Ms42Ya ,

Zum Punkt mit der FSJ: Kenne ich mich nicht aus, allerdings denke ich, dass der Arbeitgeber über solche Dinge in Kenntnis gesetzt werden muss. Zum Punkt mit dem Studium: Auswirkungen auf das nachfolgende Studium dürfte es keine gravierenden haben. Frage wäre nur wie sich das mit Verwaltungsaufwand bei Versicherungen und gegebenenfalls auf ein mögliches Bafög auswirkt. Aber da kenne ich mich nicht gut genug mit aus. Vllt. mal nach jemanden suchen, der sein Studium abgebrochen und daran weiter studiert hat. 

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