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Brieffreundschaft mit einem Inhaftierten auf der Death Row

Frage von Booger Booger

Ich überlege, ob ich eine Brieffreundschaft mit einem inhaftierten einer Todesmeile (Texas USA) beginne. Ich habe für solche Leute natürlich kein Mitleid und unterstütze auch nicht das was sie schlimmes getan haben. Ich würde es aus reinem Interesse machen, um zu erfahren wie sich die Personen fühlen. Ich weiß nur nicht ob ich das wirklich machen soll... es wäre ja schon krass, wenn man irgendwann von der Person nichts mehr liest!

Was denkt Ihr, sollte ich das machen oder lieber sein lassen? Hat jemand Erfahrungen damit - negativ oder positiv?

Wäre über jeden Rat dankbar!

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Antworten (11)

  • 1
    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von MrsCaramba MrsCaramba

    Hallo!

    Ich habe auch schon überlegt, mir einen Brieffreund zu suchen, der auf die Todesstrafe wartet. Für mich würden aber nur Inhaftierte auf der Death Row in Frage kommen, denn alles andere wäre mir zu gefährlich. Wenn mein Brieffreund entlassen werden würde, kann ich mir vorstellen, daß ich es doch mit der Angst zu tun bekommen würde. Ja, ist vielleicht übertrieben, aber so fühle ich eben.

    Eigentlich ist ja nichts dagegen einzuwenden, denn man kann diesen Menschen helfen, indem man ihnen beisteht, ihnen zuhört und sie vielleicht auch aufmuntert. Außerdem sind sie sicher froh über jegliche Abwechslung und Zeitvertreib.

    Du musst aber bedenken, daß du auch das Porto für deinen Brieffreund zahlen musst. Einige Insassen wollen auch finanzielle Unterstützung- das geben sie aber meistens in ihren Inseraten an.

    Hier ist eine gute Seite: www.writeaprisoner.com

    Liebe Grüße, mamamahr

    Kommentar von Booger BoogerBooger

    Oh das ist wirklich auch eine super Antwort. Danke für den Hinweis. Das mit dem Porto wusste ich nicht!

    Kommt der Brief dann ohne Porto und ich muss ihn beim annehmen zahlen oder wie?

    Kommentar von sunpoint sunpointsunpoint

    Möchte gern wissen ob Du auch so denkst wenn z.B. Deine Tochter das Opfer gewesen ist

    Kommentar von MrsCaramba MrsCarambaMrsCaramba

    Sunpoint, das ist nicht das Thema. :/

    Kariyes, ich glaube, man muss den Insassen Geld, Briefpapier und Briefumschläge schicken, aber ich bin mir nicht ganz sicher. Es gab da mal eine Seite, auf der das alles genau beschrieben war, aber die finde ich im Moment nicht. Ich suche weiter. :)

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    Antwort von Stadtsucher Stadtsucher

    Man macht sowas nicht aus makaberem Interesse, sondern um diesen Menschen beizustehen.

    Kommentar von Booger BoogerBooger

    es wäre natürlich nicht nur aus Neugier. Ich würde den Leuten natürlich auch von meinem Leben erzählen und versuchen ihn mit den Briefen von seinem Alltag abzulenken.

    Kommentar von sunpoint sunpointsunpoint

    Hatten diese Menschen auch ihren Opfern beigestanden und von ihrem Alltag abgelenkt ?

    Kommentar von Booger BoogerBooger

    So darfst Du das nicht sehen. Wenn der jenige mein Leben sieht, wird er sicher bereuen, dass er nicht auch so ein schönes Leben haben wird ;-)

    Kommentar von Stadtsucher StadtsucherStadtsucher

    Unser ganzes Leben bauen wir auf der Devise auf, dass ein Mensch sich ändern kann. Wir geben Kindern Nachhilfe, unserem Ehepartner eine zweite (oder die achte, zwölfte...) Chance, gründen Selbsthilfegruppen und gehe auf Entzug.

    Aber ein Strafgefangener, der wahrscheinlich unter Drogeneinfluss seinen Crackdealer erschossen hat, hat jegliches Recht auf sein Leben verwirkt?

    Auch wenn es abgedroschen klingt: die allerwenigsten Menschen sind zu 100% an etwas alleine schuld. Wir sind nicht, wer wir sind, sondern wir werden dazu gemacht. Ich halte persönlich nichts von einer Todesstrafe... Mögen diese Menschen auch nie wieder gesellschaftsfähig werden, sollte man einen Mord nicht mit Mord vergelten.

    Ein rechtlich abgesicherter Tötungsakt macht die Sache nicht automatisch zu etwas Gutem. Daher sollte man auch diesen Leuten etwas Menschlichkeit zukommen lassen.

    Kommentar von Booger BoogerBooger

    Das hast Du gut erfasst. Sehe ich genauso!

    Kommentar von MrsCaramba MrsCarambaMrsCaramba

    Super Antwort, Stadtsucher. Dafür hättest du einige DH verdient!

  • 2
    Antwort von dieStephi dieStephi

    Hallo,

    ich habe seit vielen Jahren Brieffreundschaften zu Inhaftierten auf Death Row in Texas.

    Drei von insgesamt bisher vier Brieffreunden sind inzwischen gestorben - zwei wurden hingerichtet, einer hat vor kurzem Selbstmord begangen.

    Es ist absolut unter aller SAU, einen Briefkontakt anfangen zu wollen, nur aus Neugierde. Sowas ist total niederträchtig und unwürdig.

    Meine Jungs sitzen / saßen weil sie jemanden umgebracht haben, dabei waren als jemand umgebracht wurde, zur falschen Zeit am falschen Ort waren oder weil ihnen das Leben eben den falschen Weg beschert hat. Es ist DEFINITIV nicht so, dass jeder sein Leben so rumreißen kann, wie er gerne möchte. Gerade Farbige (zu denen auch die Latinos zählen) in Texas haben es verdammt schwer. Der Staat Texas richtet lieber zehn unschuldige Farbige hin bevor er einen Weißen als Schuldig verurteilt, das ist leider Fakt.

    Der Kontakt mit den Inhaftierten auf DR bereichert tatsächlich mein Leben. Denn ich bekomme unheimlich viele Einsichten in ihre Denkweise, in ihr Leben, dass sie dort führen - und ihr müsst nicht glauben, dass das, was die Medien berichten, korrekt ist. Das ist alles andere! Die Zustände auf DR sind absolut Menschenunwürdig - selbst Tiere würde man besser halten. Trotzdem ist jeder Einzelne von denen dort etwas Besonderes - denn er ist immer noch ein Mensch und hat Gedanken, Gefühle und Emotionen. Mancher von ihnen steht zu seinen Taten, mancher nicht. Aber das ist wohl völlig normal.

    Eine Brieffreundschaft mit einem zum Tode verurteilen bedeutet allerdings auch, dass man sich dieser Aufgabe zu 100% widmet. Der Kontakt sollte regelmäßig und intensiv gehalten werden. Vieles von dem, was einem geschrieben wird ist unglaublich hart und kann einen ganz schön mitnehmen. Man baut im Laufe der Zeit wirklich intensive Freundschaften auf. Und zu 99,99999999999999999999 % wird dieser besondere Freund am Ende sterben. Darüber sollte man sich auf jeden Fall auch mal Gedanken machen.

    Ein solcher Briefkontakt ist auf jeden Fall eine sehr gute Sache und viele auf Death Row hätten gern Kontakt nach draußen. Doch das sollte man sich vorher wirklich sehr gut überlegen und auf keinen Fall aus einer Laune heraus machen.

  • 2
    Antwort von Nicoli Nicoli

    dann hast du die falschen beweggründe, wenn du nur aus neugier schreiben willst. also lass es sein !

    Kommentar von Booger BoogerBooger

    lies bitte meinen ersten kommentar

  • 1
    Antwort von PheeB PheeB

    Hallo Kariyes,

    ist die Sache noch aktuell? Falls ja: ich habe auch einen Brieffreund in Texas, von meinen Erfahrungen, Bedenken etc. kann ich Dir gerne berichten.

    Ein interessanter Link vorab: http://www.sueddeutsche.de/panorama/49/333901/text/

    Kommentar von Booger BoogerBooger

    Sorry ich habe deine Antwort nicht gesehen - nun ist das schon über ein Jahr her :(

    Du kannst gerne berichten was los ist.

  • 1
    Antwort von Rik1978 Rik1978

    Hey!

    Mann sollte sich schon bewusst sein, worauf man sich einlässt. Anbei ein Artikel zu dem Thema:

    http://www.evangelisch.de/themen/gesellschaft/wenn-der-brieffreund-hingerichtet-...

  • 1
    Antwort von sijasse sijasse

    Ich habe Deine Kommentare gelesen und hoffe das Du Dich nicht für einen Brieffreund auf der Death Row entschieden hast. Diese Entscheidung sollte man ernst nehmen und sich darüber im Klaren sein, das sie über Jahre hinweg bestehen sollte. Also bis zu dem Tag an dem der Hinrichtungstermin ansteht. Nur mal so zum Zeitvertreib gibt es sicher bessere Hobbies. Viel Gefangene haben keinerlei Unterstützung von außen, und da sie sich alles selber kaufen müssen (Hygieneartikel, Briefmarken, etc) und nicht arbeiten dürfen, sind sie auf Hilfe angewiesen. Ist natürlich kein muß, aber man sollte sich schon überlegen das für ihn/sie das Porto schwieriger zu bezahlen ist, als für Dich.

  • 1
    Antwort von Trilobit Trilobit

    Die Häftlinge werden jede Abwechslung mit Kusshand annehmen. Du bist dafür so gut wie jeder andere Brieffreund, und zumindest anfangs interessiert sich der Häftling nicht für dich als Mensch, sondern für dich als Ablenkung.

    Wenn du damit klarkommst und auch mit dem, was er vielleicht getan hat (oder damit, dass er sich als unschuldig darstellt), nur zu.

    Kommentar von Booger BoogerBooger

    Danke, die erste vernünftige Antwort!

  • 1
    Antwort von froopfrosch froopfrosch

    Wenn du das mit dir selber vereinbaren kannst mache es.Ich würde es aber nicht aus reiner Neugierde tun!

  • 0
    Antwort von maxi6 maxi6

    Ich bin der Meinung, dass Du das auf jeden Fall sein lassen solltest. Wenn Du eine solche sogenannte Brieffreundschaft eingehen würdest, wäre das ja von Deiner Seite nicht wegen der Brieffreundschaft, sondern in meinen Augen aus, entschuldige den harten Ausdruck: rein perversem Interesse. Dann ist der Ausdruck Freundschaft auch fehl am Platz. Aus Neugier allein tut man so etwas einfach nicht!!!

    Kommentar von Booger BoogerBooger

    du hast meine kommentare nicht gelesen. nix mit perversem interesse!

  • 0
    Antwort von talano talano

    Meinst Du, Du findest einen Inhaftierten, der eine Brieffreundschaft mit Dir eingeht, nur um Deine Neugier zu stillen?

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