Frage von whatsup2000, 103

Brieffreund im Todestrakt?

Hallo, mich würde interessieren was andere Menschen über dieses Thema denken... Es gibt eine Organisation die Brieffreundschaften in den Todestrakt vermittelt. Da ich mich mit dem Thema USA bzw. dem Rechtsystem dort schon lange befasse, bin ich auf diese Organisation gestoßen. Die Haftbedingungen in amerikanischen Gefängnissen sind natürlich nicht mit unseren zu vergleichen. Ich persönlich finde die Todesstrafe teilweise wirklich angebracht. Einem Kinderschänder oder Frauenmörder würde ich niemals schreiben. Solche Tiere haben ihre Strafe mehr als verdient. Jedenfalls überlege ich nun eine Brieffreundschaft zu beginnen. Die Daten bzw. die Taten der Insassen sind auf diversen Internetseiten offen ersichtlich. Ich bin auf einen Insassen aufmerksam geworden, der die Todesstrafe durch eine Tat bekommen hat, die im Gefängnis selbst geschehen ist. Der ursprüngliche Haftgrund war ein bewaffneter Überfall, bei dem jedoch keiner körperlich zu Schaden gekommen ist. Während der Haftzeit wurde dann durch meinen potentiellen Brieffreund ein Mord an einen anderen Insassen begangen. Da steht die Schuld auch ausser Frage, wie man in einem ebenfalls veröffentlichen Video sehen kann. Die Tat wurde aufgrund einer Anweisung einer Gefängnisgang begangen. Mein Brieffreund hat den Auftrag bekommen und diesen dann ausgeführt. Klar ist das ziemlich dämlich. Jedoch sind die amerikanischen Häftlinge quasi auf sich selbst gestellt und müssen selber für ihren Schutz sorgen. Wenn man alleine ist, ist man ein Opfer. Die Zugehörigkeit zu einer Knastgang verspricht Schutz und Zugehörigkeit. Spurtet man jedoch nicht, werden die eigenen "Kameraden " zur größten Gefahr. Aus diesem Geund ist die Tat wohl entstanden. Teilweise bin ich in diesem speziellen Fall der Meinung, dass das amerikanische System nicht unschuldig an solchen Handlungen und Taten ist. Diese Menschen werden sich wie schon erwähnt selbst überlassen. Ich überlege nun schon einiger Zeit ob ich den Briefkontakt aufnehmen soll oder nicht. So eine Brieffreundschaft bringt nämlich auch einige Verantwortung mit sich . Oft sind solche Freundschaften die einzigen sozialen Kontakte für diese Häftlinge. Aus sensationsgier sollte man also so eine Freundschaft nicht beginnen. Nach 2-3 Briefen ist die Sensationsgier bei vielen befriedigt und dann wird nicht mehr geschrieben und die Häftlinge bleiben allein zurück. Sowas sollte nicht geschehen! ICh persönlich bin mir der Verantwortung bewusst und würde das "Ding" auch durchziehen. Was denkt ihr generell über dieses Thema.?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dele14, 66

Hey erstmal, sehr interessantes Thema! Also wie du schon selbst gesagt hast, bringt es viel Verantwortung mit sich und man sollte dann auch wirklich dran bleiben, eben weil diese brieffreundschaften der einzige Kontakt in die Außenwelt sind und ganz ehrlich warum soll ich jemandem nicht helfen bzw. ihn dafür verurteilen was er gemacht hat? Klar falsch ist es mit Sicherheit, aber die wahren Hintergründe kennt nur der täter selbst. Also ich finde das echt ne mega coole Aktion, ich glaube ich werde mich auch noch ein wenig damit auseinander setzen.

Aber grundsätzlich möchte ich noch erwähnen, dass ich nichts von der Todesstrafe halte, denn woher nimmt man sich das Recht Gott zu spielen? Ja es werden grausame taten begangen, aber ist es nicht mindestens genauso grausam wenn jemand das leben einfach so beendet?

Kommentar von whatsup2000 ,

Natürlich ergibt 2 mal unrecht kein recht. Aber wenn ein Mann beispielsweise mehrere kinder tötet kann ich den Gedankengang der Amerikaner schon verstehen. Der Tod des Täters macht diese Kinder auch nicht wieder lebendig... Trotzdem könnte ich zu so einer Person keinen Kontakt aufnehmen. Da mache ich dann doch Unterschiede.

Antwort
von Ifosil, 53

Warum machst du das? Was ist der Grund, eine Brieffreundschaft mit einem Inhaftierten des Todestraktes zu praktizieren? Das meine ich ernst und nicht vorwurfsvoll, denn ich verstehe es nicht.

Kommentar von GermanyUSA ,

Wie kann man sowas nicht verstehen? Es geht in so einem Fall darum, dass man einem Menschen der sonst kaum menschlichen Kontakt hat, etwas menschliche Aufmersamkeit schenkt.

Daraus koennen sich dann echte Freundschaften entwickeln. Ist doch besser als jeden Abend mit den Kumpels in die Bar zu gehen. Ich halte das fuer eine sehr sinnvolle Aktion.


Kommentar von whatsup2000 ,

GermanyUSA hat die Frage im Endeffekt schon beantwortet. Mir geht es darum, einen menschlichen Kontakt mit einer quasi isolierten Person aufzubauen. Diese Leute haben ihr Leben schon verloren. Was spricht dann dagegen ihnen in Form von Briefen Beistand zu leisten?! Ich kann mir vorstellen dass es nichts schlimmeres gibt als einsam zu sein und genau solchen Menschen möchte ich "helfen" und beistehen.

Antwort
von Muzir, 23

ich würde zu schreiben beginnen, was für eine organisation ist es denn

Kommentar von whatsup2000 ,

Ich habe heute den ersten Schritt in Form einer Postkarte gemacht. Die Organisation nennt sich Initiative gegen die Todesstrafe ev. Sehr interssante Seite!

Kommentar von Muzir ,

täte gerne schreiben, leider noch nicht 18

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