Frage von Ronaldo7HH, 83

Brief von der Bundespolizei wegen Schwarzfahren?

Hallo zusammen,

Ich habe von einer Freundin eben einen Anruf bekommen das sie einen Brief von der Bundespolizei erhalten hat und's war folgendes ist damals passiert. Sie hatte ihre Fahrkarte bei mir vergessen und als ich es bemerkt hatte waren schon 2 Tage um. Da ich es dringend los musste habe ich auf Fahrkarte zugeriffen dachte mir nix dabei und boom wurde ich Erwischt und auf dem Foto ist eine Frau kann man sich als Mann schwer ausreden das man die Person ist. Naja und jetzt ist der Brief gekommen sie wird als Zeugin gerufen muss ein Bogen ausfüllen kann mir was passieren jetzt? Die Strafe hatte ich bezahlt gehabt. Was kann jetzt alles Passieren im Fragebogen steht was man ankreuzrn soll 1. Ich mache von meinem Zeugnidverweigerungsrecht Gebrauch 2. Ich möchte mich zur Sache äußern

Was passiert wenn nan das 1 ankreuzt?

Antwort
von TheGrow, 42

Hallo Ronaldo7HH,

ich denke es hat keinen großen Einfluss, ob Du Dich zur Sache äußerst oder nicht.

Fakt ist, dass Du in den Zug gestiegen bist, in der Absicht den Fahrpreis nicht zu entrichten. Damit hast den  folgenden Straftatbestand erfüllt:

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§ 265a StGB - Erschleichen von Leistungen

(1) Wer die Leistung eines Automaten oder eines öffentlichen Zwecken dienenden Telekommunikationsnetzes, die Beförderung durch ein Verkehrsmittel oder den Zutritt zu einer Veranstaltung oder einer Einrichtung in der Absicht erschleicht, das Entgelt nicht zu entrichten, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) Die §§ 247 und 248a gelten entsprechend.

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Zusätzlich hast Du versucht den Zugbegleiter durch Vorlage der Fahrkarte Deiner Freundin vorzuspiegeln, dass Du im Besitz einer gültigen Fahrkarte bist. Damit hast Du wiederum den folgenden Straftatbestand erfüllt:

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§ 263 StGB - Betrug

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

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Du schreibst:

Die Strafe hatte ich bezahlt gehabt

Du hast die Strafe nicht bezahlt, die Strafe wird noch erst festgelegt. Das was Du bezahlt hast, ist das erhöte Beförderungentgelt. Das ist keine Strafe, sondern eine Bearbeitungsgebühr der Bahn.

Was kann jetzt alles Passieren

Gegen Dich wurde ein Strafverfahren von der Bundespolizei eingeleitet. Zum jetzigen Zeitpunkt wird noch ermittelt. Zu den Ermittlungen gehört auch, dass man Dir das Recht einräumt Dich zur Sache zu äußern.

Eine Pflicht Dich zu äußern besteht nicht und es darf Dir auch nicht negativ ausgelegt werden, wenn Du Dich nicht äußerst.

Nach Abschluss der Ermittlungen geht mit oder auch ohne Deine Einlassung zur Sache die Ermittlungsakte an die Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann anhand der Aktenlage,

  • ob sie das Strafverfahren gem. § 153 StPO wegen Geringfügigkeit einstellt oder
  • ob sie das Verfahren gegen Dich gem. § 153a StPO gegen Auflagen einstellt oder
  • ob sie einen Strafbefehl mit einer Geldstrafe beantragt oder
  • ob sie eine Hauptverhandlung für notwendig hält und Klage erhebt. Dann entscheidet ein Richter per Urteil, ob und zu welcher Strafe Du zu verurteilen bist.

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort
von Gingerale3, 45

Zeugnisverweigerungesrecht haben nur Verwandte und Verschwägerte, deine Freundin nicht. Denke, die haben dich trotz der Geldstrafe angezeigt.

Kommentar von Ronaldo7HH ,

Voll Komisch habe es Getahlt gehabt erlebe zum 1 mal so etwas was würde passieren würde wenn man Verwandt ist und es Verweigert? 

Kommentar von Gingerale3 ,

dann wäre es eben so. es geht, schätze ich, um die Frage, ob du die Fahrkarte entwendet hast oder ob sie sie dir gegeben hat, obwohl sie wusste, dass du damit nicht fahren darfst. wenn du sie geklaut hat (zb mit ihrem portemonnaie) musst du mit einer härteren strafe rechnen.

Kommentar von TheGrow ,

Zeugnisverweigerungesrecht haben nur Verwandte und Verschwägerte, deine Freundin nicht

Da Zeugnisverweigerungsrecht kommt nur dann zum Tragen, wenn man vom Grundsatz her zur Aussage verpflichtet ist.

Eine Pflicht sich gegenüber der Bundespolizei zu äußern besteht aber weder für Zeugen, noch für Beschuldigte.

Sowohl der Fragesteller, wie auch seine Freundin können dementsprechend auch das Feld ankreuzen, dass sie sich nicht zur Sache äußern werden.

Kommentar von Gingerale3 ,

Ja, stimmt, da habe ich mich vertan. Aussagepflichtig ist man als nicht-verweigerungsberechtigter nur vor Gericht, daher sollte man auch bei der Polizei nie aussagen, wenn die einem was vorwerfen.

Kommentar von TheGrow ,

daher sollte man auch bei der Polizei nie aussagen, wenn die einem was vorwerfen

Das kann man so pauschal nicht sagen.

Ich persönlich halte es nicht für Sinnvoll die Aussage zu verweigern, wenn man entlastendes vorzubringen hat. Warum sollte beispielsweise Jemand schweigen, der mit der Aussage ein Alibi erbringen kann?

Oder warum sollte Jemand schweigen, wenn er zum Beispiel rechtfertigungsgründe wie beispielsweise Notwehr vorweisen kann?

Oder warum sollte Jemand schweigen, der weiß wer der wahre Täter ist und das vielleicht sogar noch beweisen kann.

Aber selbst im Fall des Fragestellers, wo der Täter die Tat wie vorgeworfen begangen hat, kann eine Einlassung zur Sache durchaus sinnvoll sein.

Leugnen wird nicht viel bringen, da die Beweislage recht eindeutig ist. Hier kann und wird sich vermutlich ein frühzeitiges Geständnis strafmildern auswirken.

Außerdem, wenn der Täter die Tat gesteht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Staatsanwalt eine Hauptverhandlung nicht für nötig hält und keine Klage erhebt, sondern beim Richter einen Strafbefehl beantragt.

Ich persönlich würde jedenfalls alles tun, um um eine Hauptverhandlung die mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist herumzukommen.

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