Brief an meine alkoholsüchtige Mutter- so in Ordnung?

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15 Antworten

Liebe Henrietta,

nein. Du darfst Deiner Mutter nicht die Hand reichen wenn Du willst dass sie die Bereitschaft entwickelt ihre chronische Erkrankung zum Stillstand zu bringen. Tut mir ja leid aber so ist es mit Sucht. 

Ich möchte Dir empfehlen ihr zu schreiben dass Du erst dann zu einer persönlichen Begegnung bereit bist wenn sie mindestens zwei Jahre lang durchgehend trocken ist. 

Warum schreibe ich Dir diese Empfehlung?

Das ist ganz einfach: Alkohol ist eine Droge die das zentrale Nervensystem angreift und verändert. Sicherlich brauchst es sieben Jahre bis dieses zentrale Nervensystem sich von langem Drogenmissbrauch einigermaßen beginnt zu erholen. Alkoholiker sprechen deshalb von der Wiederholung der Pubertät denn so in etwa wird der Drogenabbau der dann in diesem Nervensystem beginnt er- und gelebt. 

Zwei Jahre braucht es bis sich die Leber, ein sehr entscheidendes Organ mit manchen Auswirkungen auf unser gesamtes Sein, einigermaßen erholt hat. Und ist eine süchtige Person zwei Jahre am Stück drogenfrei kann immerhin von Einsicht und Bereitschaft ausgegangen werden.

Aus Deinem Brief geht in liebevolle Worte gekleidet hervor dass Eure Mutter von ihrer Sucht beherrscht wird, sich - sehr wahrscheinlich - genau gegenteilig lebt wie sie tatsächlich ist  Hältst Du klaren Abstand unter genannter Bedingung wird Ihr die Entscheidung vor der sie steht deutlicher. 

Wir sollten uns nicht täuschen:

In einer geschlossenen Psychiatrie wird ihr wohl die Droge vorenthalten. In der Regel werden aber von der Pharmaindustrie hergestellte Ersatzdrogen angeboten bzw. verordnet. 

Darüber hinaus erhält ihr Körper Hilfe um die schlimmsten körperlichen Folgen eines Drogenentzugs überleben zu können. ABER diese Maßnahmen können weder ihre Einsicht noch ihre Bereitschaft ersetzen. 

Das bedeutet: Nach den in der Regel sechs Wochen Klinikaufenthalt wird sie ohne Einsicht und Bereitschaft da weiter machen wo sie aufgehört hat. 

Einsicht und Bereitschaft kann eine süchtige Person nur dann entwickeln wenn sie ihren persönlichen Tiefpunkt erreicht hat. Dazu ist notwendig das Gefühl zu haben vollkommen im Dreck zu liegen, vor der Wahl entweder aufstehen zu wollen oder zu ver recken. Denn ja: Wer aktiv Sucht lebt stirbt nicht daran. Der Begriff wäre unangemessen angesichts der zahlreichen Qualen mit denen in so einem Fall der Weg nach Anderwelt gepflastert ist.

Ich bin davon überzeugt dass Du auch diesbezüglich die richtige Worte finden wirst. 

Und bitte denke daran: Alkoholismus ist eine Familienkrankheit. Gehe also für DICH regelmäßig in eine Selbsthilfegruppe. So kannst Du lernen die schlimmen Einflüsse welche diese Erkrankung auf Dich ausübte in Frieden zu überwinden. Das Blaue Kreuz soll da sehr gute Gruppen haben.

Wow!Also wenn das deine Mama nicht zum nachdenken bringt...Super geschrieben, das hast du toll gemacht. Man kann sehr gut nachempfinden und verstehen welche Gefühle du deiner Mutter entgegen bringst.Von Herzen alles Gute für dich,deine Mum und deine Geschwister.

Wow ich bin sprach los, mir kommen die drähnen. Also für den Text würdest du von mit eine 1 bekommen. Ich hoffe du kannst mit dem Brief deiner Mama die Augenöffnen und dass bei euch alles gut wird. Ich wünsche dir deiner Mutter und deinen Geschwistern viel Glück auf eurem weg. ;)

(Wäre der Brief an mich ich würde heulen weil er so schön geschrieben ist und würde verstehen dass ich was ändern muss). 

Richtig krass! Meine Mutter ist auch Alkoholikerin und momentan wieder in der Entzugsklinik... Ich habe richtig großen Respekt davor, dass du so klare Worte gefunden hast! Ich weiß, was für ein Durcheinander und Gefühlschaos der Mutter gegenüber herrschen kann und ich hatte bis jetzt nie die Größe und den Mut solche Worte zu finden! Du hast all meinen Respekt und ich wünsche dir von Herzen, dass du und deine Mutter irgendwann wieder in einem halbwegs normalem Verhältnis zueinander stehen werdet.

Wow. Dieser Brief ist mit so viel Gefühl und Liebe geschrieben worden. Mir kamen schon die Tränen. Ich denke, so wie du ihn geschrieben hast, wird deine Mutter, wenn sie mittlerweile klar denken kann, auch sehr gerührt sein und wenn nicht, sogar zurückschreiben. Vielleicht merkt sie damit, dass sie etwas falsch gemacht hat und will damit dann etwas wieder gutmachen. Also : auf jeden Fall absenden! Wunderschön geschrieben.
Würde mich freuen, wenn du schreibst, wie es dann ausgegangen ist.🙈
Lg, iamsoph

Perfekt. Du kannst echt gut schreiben. Schon mal an Autorin gedacht?

Hallo lieber User,

dein Brief hat mir tatsächlich Tränen in die Augen getrieben. Ich finde ihn sehr schön und absolut passend.

Hallo,

Gratulation - finde Deinen Brief Super und, so glaube ich, Deiner Situation und der Deiner Mutter auch sehr angemessen.

Viel Glück für Dich!

der brief könnte deiner mutter in ihrer therapie helfen

Tut mir Leid wegen deiner Kindheit

Aber der Brief passt schon

Sehr schön! Du hast alles sehr gefühlvoll in Worte gefasst. Nur das "sehr geehrte Mutter" würde ich weglassen. Klingt viel zu förmlich. Viel Glück für Euch beide!

Wenn das alles ne wahre Geschichte war, dann Respekt! Richtig gut, würde es auch wirklich nicht anders schreiben.. Hab gelesen du wirst bald 16, heißt bist 15.. Ich auch, weiß nicht schreib mir einfach wenn was ist oder generell. Ich liebe es Menschen weiterzuhelfen, deswegen stehen meine Türen nur offen für dich und laden dich ein!:) alles alles Gute weiterhin, und sehr guter Text BTW. Brief<3

ist bisschen zu spät aber : der Brief ist super ich hatte Tränen in den Augen

hat sich deine mutter gemeldet? hast du sie besucht?

ich weiß eig geht es mich nichts an aber ich bewundere dich wie stark, reif und mutig du in diesem jungen alter schon bist und wünsche dir und deiner Familie noch viel Glück:)

Der Brief ist herausragend ... Echt toll :)

Das ist sehr gut geschrieben

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