Frage von p0lat, 110

Bridgekamera oder Systemkamera für <400€?

Hi,

ich möchte eine Kamera für Urlaubsfotos und Hobbyfotografie (Natur, ..).

Mein Budget ist maximal 400€.

Wichtig ist mir, dass man auf dem ersten Blick keine Qualitätsschwächen erkennt, es muss aber wiederum auch nicht alles scharf sein, wenn man in das Bild x-fach reinzoomt.

Das Foto soll also zumindest für ein Fotoalbum ausreichend qualitativ sein.

Außerdem finde ich den großen Zoom bei Bridgekameras gut, daher würde ich mich für eine Bridgekamera entscheiden, falls es auch bei Nahaufnahmen ausreichend gute Qualitäten anbietet.

Spricht etwas gegen Bridgekameras?

Antwort
von Airbus380, 78

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet. Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera. Populaerer Vertreter ist die Canon Powershot G15. Zoombereich und Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein Schaubild gibt es hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bildsensor#mediaviewer/Datei

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden" entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000 Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei jedem System ins Geld (und ins Gewicht). Außerdem wachsen die zu schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony (Minolta) koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony) bis riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony NEX, Olympus und Panasonic mFT, Samsung NX, Fuji X) bieten fuer die allermeisten ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier (oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst. Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will, welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen, welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden. Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche, Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel) fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Antwort
von Schwoaze, 64

Schau, ob Du noch wo eine Panasonic FZ 200 bekommst. Das Nachfolgemodell FZ 300 kostet wahrscheinlich noch etwas mehr als 400 Euro. Aber: Zoombereich: 24 -600 bei einer gleichbleibenden Lichtstärke von 2,8, das Akku hält fast unendlich!  Ich hab die 200er seit Jahren... gerade für Reisen  IDEAL! Du findest im Net gute Beschreibungen dieser Kameras.

Expertenantwort
von judgehotfudge, Community-Experte für Kamera, 55

Hallo p0lat,

auch ich habe meine Fotografie-Leidenschaft einst mit einer Bridgekamera entdeckt und war auch einige Jahre damit zufrieden. Heute fotografiere ich mit einer DSLR, und Im Rückblick erkennt man natürlich die bauartbedingten Schwächen der Bridgekameras, aber damals war's das Richtige für mich.

Die Auswahl eines konkreten Modells kann Dir hier keiner abnehmen. Die Kamera muss Dir gut in der Hand liegen und Du musst mit dem Bedienungskonzept gut zurechtkommen. Um das zu testen, gehst Du am besten in ein Fotofachgeschäft (nicht in einen Elektronikmarkt), wo Du die in Frage kommenden Modelle auch draußen bei Tageslicht ausprobieren kannst. 

Aus meiner Sicht würde ich Dir vielleicht noch folgendes zu bedenken geben: Grundsätzlich ist die Konstruktion eines 3- oder 4fach-Zooms einfacher als die eines 10- oder 20fach-Zooms. Je größer die Brennweitenbandbreite, desto mehr Kompromisse müssen in der Abbildungsqualität gemacht werden. Ich persönlich würde heute eher auf die Qualität des Objektivs und dessen Lichtstärke achten.

Dann würde ich auch noch auf die kleinste Brennweite achten. So bekommt man z. B. mit einer Brennweite von 24mm einiges mehr auf das Bild als mit 28 mm. Dieser Unterschied ist sehr viel größer als z. B. der zwischen 1000 und 1200 mm im Telebereich.

Natürlich sind diese Riesen-Brennweiten erstmal verlockend, gerade für Anfänger, aber meine persönliche Erfahrung ist, dass ich für 90 % meiner Aufnahmen nicht mehr als 100mm Tele brauche und mir die Abbildungsleistung und Lichtstärke im Normalbereich sehr viel wichtiger sind. Aber: Was Dir persönlich wichtig ist, das kann Dir hier natürlich niemand beantworten.

Antwort
von KanaxInBS, 51

Naja, wenn du so richtig in die Fotografie rein willst, wirst du früher oder später nicht mehr um DSLRs/Systemkameras rum, wobei man sich aber auch überlegen sollte, ob man das wirklich will, weil da kann man schnell mal hunderte bis tausende Euro drin versenken, um eine "brauchbare" Ausrüstung zu haben, da gehört die Kamera (Body) erstmal dazu, dann sollten mMn Standardzoomobjektiv (idR 18-55 oder 24-70mm), Tele, Weitwinkel und vielleicht noch eine Festbrennweite dazu, vielleicht auch noch ein Reisezoom, dann ein richtiges Blitzgerät (der interne taugt eigentlich nur für Notfälle), Stativ mitsamt Fernauslöser dann eine Tasche und einen Fotorucksack...

Dafür hast du aber mitunter auch länger von der Kamera was, wenn die dann ein paar Jahre runter hat, würde ich keine neue kaufen, sondern lieber ein richtig hochwertiges Objektiv oder mehrere (Canon L, Sony G/Zeiss, Nikkor FX, Sigma EX usw.).

Wir haben ne Sony A58 (vorher ne 33, deren Verschluss nach ~3,5 Jahren verreckt ist) und schon einiges, Standard, Reisezoom, Weitwinkel, von der alten Minolta von meinem Opa noch ein Tele, Blitzgerät, Stativ, Rucksack etc.

Und da wir nicht immer soviel mitschleppen wollen, haben wir uns vor 1 Monat noch eine gute Kompaktkamera (Sony RX100) dazu geholt.

Antwort
von jofischi, 54

es ist eine Gewissensfrage. Bei einer Bridgekamera hat man immer alles dabei, sprich vom Weitwinkel bis zum Superzoom und das bei verhältnismäßig geringem Gewicht. Das Superzoom hat natürlich seinen Preis und das ist die Bildqualität. Der winzige Sensor kann nun mal nicht die Leistung und Abbildungsqualität bringen, wie z. B. ein Halbformat- oder gar Vollformatsensor bei einer Systemkamera oder einer DSRL. Bei Papierbildern bis A4 kann eine Bridgekamera durchaus gute Qualität leisten, wenn die Bilder nicht unter Extremsituationen enstanden sind. Aber auch der andere Kameratyp bringt nicht automatisch bessere Bilder. Viel wichtig ist das Können des Fotografen.


Antwort
von SimpleCorder, 47

Warte bis die asamsung NX mini 2 Rauskommt. Kleinste Systemkamera Weltweit mit 4k Vidoaufnahmen, Guten Farben und einen umklabbaren Touchbildschirm für Selfies. Perfekt als Fun- und Reisekamera!

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