Brexit wegen Brüssel?

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2 Antworten

Großbritannien wird durch Brüssel reguliert - das heißt ganz einfach, dass Großbritannien sich an die Regeln/Gesetze halten muss, die in Brüssel verabschiedet werden. Dazu gehört auch, dass GB einen Teil des europ. Staatshaushaltes finanzieren muss.

Im Gegenzug hat GB Zugang zum europäischen Binnenmarkt. Das heißt, dass es zwischen GB und anderen EU-Ländern keine Zölle gibt. Das macht Exporte und Importe sehr lukrativ.

Viele Briten sind der Meinung, dass die EU für sie mehr Nachteile als Vorteile hat: GB muss viel Geld zahlen, muss sich an EU-Gesetze halten, darf aber nichts mitbestimmen. Sie hoffen, dass sie nach einem Brexit genauso gut dastehen wie Norwegen: Norwegen ist nicht Mitglied der EU, hat aber spezielle Verträge unterzeichnet, um trotzdem Zugang zum europ. Binnenmarkt zu haben. Die Schweiz handhabt es ähnlich; beiden Ländern geht es sehr gut.

Brüssel hat damit natürlich ein Problem, denn sie denken, wenn die Briten rauswollen, folgen vielleicht noch mehr dem britischen Vorbild. GB ist eines der wirtschaftsstärksten Länder der EU, deshalb zahlen sie auch recht viel an Brüssel. Dazu kommt, dass die EU nicht gut mit Ablehnung zurechtkommt, die sich Jahrzehnte lang als Friedenswächter sah.

Ich finde an dem Austritt nichts schlimmes. Es hat (für GB) sogar Vorteile, z.B. dass sie nicht in zweifelhafte Freihandelsabkommen wie TTIP gezwungen werden. Von den Medien wird oft ein viel zu einseitiges Bild gezeichnet, das manche Fakten außer Acht lässt.

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Kommentar von SchakKlusoh
20.11.2016, 20:22

An Deiner Antwort stimmt einiges nicht, bzw. es ist unvollständig.

Dazu gehört auch, dass GB einen Teil des europ. Staatshaushaltes finanzieren muss.

Großbritannien erhält auf der anderen Seite aber auch Zahlungen aus dem Etat (es gibt keinen "europ. Staatshaushalt").

GB muss viel Geld zahlen, muss sich an EU-Gesetze halten, darf aber nichts mitbestimmen.

Großbritannien sitzt im Europaparlament und bestimmt sehr wohl mit. Das war eine der Propaganda-Lügen, die von Nigel Farage (Mitglied des Europa-Parlamentes und Dauerschwänzer von Sitzungen) erzählt wurden.

Norwegen ..... Die Schweiz

Beide Länder müssen an die EU Zahlungen leisten, dürfen aber nichts mitbestimmen.

beiden Ländern geht es sehr gut.

Aber nicht, weil sie keine EU-Mitgleider sind. Norwegen ist ein Erdölstaat und die Schweiz ein Steuerparadies.

Dazu kommt, dass die EU nicht gut mit Ablehnung zurechtkommt, die sich Jahrzehnte lang als Friedenswächter sah.

Den Satz verstehe ich nicht.

Ich finde an dem Austritt nichts schlimmes. Es hat (für GB) sogar Vorteile

Die Nachteile sind jetzt schon sichtbar. Schon jetzt schliessen Banken und Industrie ihre Filialen in England. Auch nicht-europäische Automobilfirmen (zB.: Nissan) haben angekündigt, daß sie an Verlagerungen denken.

Insgesamt könnte der Brexit die Briten EINE MILLION ARBEITSPLÄTZE kosten.

Von den Medien wird oft ein viel zu einseitiges Bild gezeichnet, das manche Fakten außer Acht lässt.

Welche Fakten sollten das sein?

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Mit der Mitgliedschaft in der Europäischen Union (das hat nichts mit Brüssel zu tun) geben die Staaten etwas von ihrer Souveränität ab. Das bedeutet, daß gewisse Gesetze und Vorschriften und Gerichtsurteile, die von europäischen Gremien gemacht werden, ÜBER den nationalen Gesetzen, Vorschriften und Urteilen stehen.

Dazu kommt, daß die EU von den Mitgliedstaaten Geld einnimmt. Dieses Geld gibt die EU teilweise für die Verwaltung aus. Das meiste Geld wird für Subventionen und Projekte ausgegeben.

Es gibt zusätzlich verschiedene Verträge, die abgeschlossen wurden. Dazu gehört das Doppelbesteuerungsabkommen, die Maastricht-Verträge, die Sevilla-Verträge, die Schengen-Verträge usw.

https://de.wikipedia.org/wiki/Maastrichter_Prinzipien_zu_den_extraterritorialen_Staatenpflichten_im_Bereich_der_wirtschaftlichen,_sozialen_und_kulturellen_Rechte

https://de.wikipedia.org/wiki/Doppelbesteuerungsabkommen

https://de.wikipedia.org/wiki/Bachelor#Bachelor-Abschluss_in_Europa

https://de.wikipedia.org/wiki/Schengener_Abkommen

In Großbritannien entstand eine Bewegung und später eine Partei, die GB unabhängig von der EU machen wollte.

https://de.wikipedia.org/wiki/UK_Independence_Party

Der Premierminister David Cameron war im Prinzip für einen Verbleib in der EU, merkte aber, daß die Stimmen für den Austritt immer lauter wurden. Also bot er eine Volksabstimmung an in der Erwartung, die Bürger würden die Vorteile aus dem Verbleib in der EU zu schätzen wissen.

https://de.wikipedia.org/wiki/David_Cameron#Europ.C3.A4ische_Union

Im Vorlauf zu der Abstimmung wurden die "Leave"-Anführer aber immer erfolgreicher mit einer Kampagne in der die Nachteile groß herausgestrichen wurden. Teilweise wurden dabei auch offensichtliche Lügen verbreitet und Versprechen gemacht, die unmöglich eingehalten werden können.

Leider ließen sich die Leute erfolgreich an der Nase herumführen.

https://de.wikipedia.org/wiki/EU-Austritt_des_Vereinigten_K%C3%B6nigreichs

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