Frage von Lukas3232, 139

Brexit, was stimmt dafür?

Hi, Könnt ihr mir vielleicht sagen, welche Gründe/Argument FÜR einen austritt von Groß-Britannien aus der EU gibt? ImInternet werde ich zu dem Thema nicht wirklich schlau :(

Danke :)

Antwort
von MehrWissen, 87

Lieber Lukas,
prima, dass Sie sich genauer über das Verhältnis Großbritanniens mit der Europäischen Union informieren.

Hier die Gründe, die für Großbritannien eine Rolle spielen, mit der EU zu verhandeln, ob die folgenden Punkte nicht doch verbessert werden könnten.

Wettbewerbsfähigkeit. Hier denken viele in Großbritannien, dass viele EU-Verordnungen die Wirtschaft Englands behindern und die Wirtschaft nicht das erreichen kann, was ohne die übermäßig große Zahl von EU-Verordnungen möglich wäre.

Transparenz. Hier denken viele in England, dass die Wege der EU-Gesetzgebung für sie nicht durchschaubar sind. Insbesondere ärgern
sich viele britische Bürger darüber, dass sie nach ihrer Meinung von „europäischen" Gesetzen reguliert werden. Da sind viele Gefühle im Spiel.

Bürokratieabbau. Auch hier vermuten die Briten, dass es ohne EU-Verordnungen leichter wäre, Geschäfte zu betreiben.

Mehr dazu weiter unten in meiner Antwort.

Immer wieder wird gefragt, warum die britische Premierminister „aus der EU austreten wolle?“.

Der britische Premiermister möchte allerdings ganz und gar nicht, dass Großbritannien aus der Europäischen Union austritt. Er hat vor zwei Jahren aber einigen einflussreichen Mitgliedern seiner Tory-Partei die Zusage gegeben, über den EU-Verbleib seines Landes eine Volksabstimmung
durchzuführen.

Diese Zusage gab er damals, um die "Brexit-Befürworter" erst einmal "zu beruhigen". Am 23. Juni werden die Bewohner Großbritanniens abstimmen, nachdem Cameron in den letzten Tagen vier "Verbesserungen" für die EU-Mitgliedschaft vereinbaren konnte.

Auf dem von Ihnen erwähnten EU-Gipfel hat Großbritannien nun mit den anderen EU-Staaten vereinbart, dass die EU etwas reformiert wird. Und die EU-Staaten haben zugesagt, dass Großbritannien an sog. „EU-Wanderarbeiter“ zwar weiterhin Kindergeld zahlen muss (auch dann, wenn
deren Kinder gar nicht in Großbritannien leben), aber diese Zahlungen setzen
erst dann ein, wenn ein „EU-Wanderarbeiter“ einen längeren Zeitraum in
Großbritannien gearbeitet hat. Auf diesen Punkt kam es dem britischen Premierminister Cameron besonders an. Mit Flüchtlingen hat dies Thema „Sozialleistungen von nicht in Großbritannien lebenden Angehörigen“ nichts zu tun.

Es gab  noch drei weitere Punkte, die die britische Regierung geändert haben wollte:

Es solle keine „feindliche“ EU-Gesetzgebung zwischen den Staaten mit EURO-Geld geben, die sich auf die britische Währung Pfund und auf den  Finanzplatz London auswirken könne.

Es solle keine Verpflichtung geben, dass Großbritannien nach und nach in einen Europäische Unionsstaat aufgehen und seine eigene Gesetzgebung und die Souveränität seines Parlaments einer „EU-Gesetzgebung ohne nationale Souveränität“ aufzugeben hätte.

Es solle endlich aufhören mit einer unsinnigen EU-Bürokratie und einer Gängelung der Menschen durch EU-Verordnungen. Stichwort: Regelung, welchen Krümmungsgrad Bananen haben müssen. Mit derartigem Unfug solle Schluss ein.

Nun sieht es tatsächlich so aus, dass viele anderen Staatschefs das so ähnlich, wie Cameron, sahen. Auch unsere Bundeskanzlerin hat nach meinem Eindruck viel Verständnis für die Reformbestrebungen, die Cameron eingefordert hat. Und nun werden die britischen Bürger am 23. Juni darüber abstimmen, ob sie jetzt weiter in der EU bleiben sollten – oder eben nicht. Das ist wahre Demokratie.

Ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU würde den verbleibenden EU-Länder schwer schaden. Nicht nur wirtschaftlich; sondern auch politisch. Denn Großbritannien ist ein politisches Schwergewicht in dieser Welt. Einen riesigen Schaden würde ein Ausscheiden Großbritanniens für das EU-Mitglied Irland bedeuten; denn mehr als die Hälfte der gesamten Exportkraft Irlands wird in Geschäften mit Großbritannien gemacht. Und zwar zollfrei; so wie es eben in der EU üblich ist.

Kommentar von Ontario ,

Was für die Engländer zutrifft, träfe das in Teilen nicht auch für uns zu ? Die unsinnigen Vorschriften die der Beamtenmoloch in Brüssel erfindet, die dann in nationales Recht umgesetzt werden müssen, darüber macht sich die Merkel keine Gedanken. Wer das alles Tag für Tag erleben muss, was an neuen Vorschrften abgesegnet werden muss, kann nur den Kopf sachütteln. Anstatt den Bürokratismus zu minimieren, trägt er immer mehr Blüten und wird umfangreicher. Bevor es die EU gab, funktionierte der Handel innerhalb Europas auch. Er wird auch weiterhin funktionieren, so GB sich aus der EU verabschiedet. GB könnte mit Irland Vereinbarungen treffen, die den Warenverkehr erleichtern und sind unabhängig von Brüssel. Wenn die Waren, welche Irland derzeit über GB bezieht zu teuer werden, so gäbe es doch ausreichend Möglichkeiten, den Import auf dem zollfreien EU Markt zu decken. Man würde da schon Wege finden.Übrigens finde ich es gut, dass ein Volk darüber abstimmen darf, ob es in der EU bleiben möchte oder nicht. Hätten wir damals die Möglichkeit gehabt, als der Euro eingeführt wurde, bestimmen zu können, ob wir diesen als Währung wollen, oder weiterhin die DM behalten, hätten wir heute noch die DM und die Finanzwelt würde anders aussehen. Die Druckmaschinen des Herrn Draghi würden nicht heiss laufen wie derzeit, mit ungewissem Ausgang. Es ist zudem festzustellen, dass die vorgegaukelte Einigkeit innerhalb der EU Staaten gar nicht existiert. Beispiel Polen, Ungarn und auch einige andere Länder. Es würden aus meiner Sicht noch mehr Länder über einen Verbleib in der EU nachdenken, gäbe es diesen Geldtopf in Brüssel nicht, aus dem sie sich bedienen können. Vorzugsweise Polen, die den höchsten Reibach machen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten