Frage von ingwer16, 80

Bremsen auf Eisen .... Welche Konsequenzen?

Guten Abend ! Gestern musste ich mal etwas stärker bremsen , das Geräusch das ich dabei gehört hab , war .... Pfff grausig . Schleifen , rattern .... Unangenehm ! Hab Werkstatt aufgesucht - der Mechaniker meinte bremsen sind auf Eisen .
Dem glaub ich auch , hab 102657 Km mit original / Herstellerbremsen drauf . Dienstag hab ich Termin in Werkstatt .
Was kann ich bis dahin noch fahren ? Überhaupt noch fahren ? Kann ich auf AB ?
Vielen Dank für kompetente Antworten !

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hamburger02, Community-Experte für Auto, 80

Rein theoretisch dürfste du nicht mehr fahren und bei einem Unfall könnte da eine Teilschuld abgeleitet werden.

Würde auch sagen, so mal vorsichtig um die Ecke zum Einkaufen kann man noch riskieren. Aber auf die Autobahn würde ich nicht mehr.

Auf jeden Fall hast du einen sehr materialschonenenden Fahrstil, aber das geht. Und wer so fährt, dass er wenig bremsen muss, spart auch Sprit.

Kommentar von ingwer16 ,

Stimmt , Sprit brauch ich erstaunlich wenig , guck doch mal auf eine meiner vorhergehenden Fragen bezüglich Benzin / Österreich bitte ! Also würdest du an meiner Stelle Montag nicht zur Arbeit fahren - einfach Ca. 40 km ?

Kommentar von Hamburger02 ,

Wenn du eine andere Möglichkeit organisieren kannst, wäre das schon vorzuziehen.

Aber welche andere Frage...ist mir bislang nicht aufgefallen.

Expertenantwort
von machhehniker, Community-Experte für Auto, 46

Was hat denn der Mechaniker zum Weiterfahren gemeint?

Sind wirlich die Beläge so runter dass es Eisen auf Eisen bremst hätte der eigentlich jeglicher Weiterfahrt widersprechen müssen, Dich also gar nicht mehr vom Hof lassen dürfen.

Vielmehr nehme ich an dass der Belagträger nun am Rand der Bremsscheibe getriffen ist. Also Belag wäre in dem Fall noch in der Stärke vorhanden wie sich die Bremsscheibe abgenutzt hat. Dann wäre es kein Problem noch einige Tage zu fahren.

Bremst es aber wirklich Eisen auf Eisen ist zwar die Bremswirkung zunächst kaum eingeschränkt aber die Stärke der Bremsscheibe nimmt dann rapide ab, zwischen Bremsscheibe und Bremssattel kann ein genügend grosser Spalt entstehen und der Belagträger kann rausrutschen. Der kann dan dabei verklemmen was zu einer Blockade des Rades führen würde oder es kann ganz rausfallen wodurch es zu einem kurzzeitigen Ausfall dieser Bremse kommen würde und dann der Bremssattel beim Bremsen beschädigt würde.

Es kann auch sein dass ein gewisser Restbelag bei dieser scharfen Bremsung von dem Belagträger abgerissen wurde wodurch es nun Eisen auf Eisen bremst.

Ich würde die Bremsscheiben von außen und von innen (geht schwer da von Bremssattel und Ankerblech verdeckt) anschauen. Sind massive Riefen zu sehen würde ich nur noch bis zur Werkstatt, wenn nicht würde ich am Montag noch fahren. Auch darauf achten würde ich welche Geräusche es nun beim Bremsen macht, rauscht es immer, auch beim leichten Bremsen?

Antwort
von Rizi93, 74

Die Bremsscheiben kannst du glei mitwechseln lassen. Sobald die Ankerplatte der Bremsbeläge auf der Scheibe kratzt, wird die Oberfläche zerrupft. Das bedeutet jedoch nicht, dass du jetzt einfach so weiter fahren kannst. Die Ankerplatte ist nicht enorm dick. Es kann also passieren, dass die Platte in den Spalt des Bremssattelhalters gezogen wird. In dem Fall ist ist die Bremsanlage an dem Rad totalschaden. Du kannst noch bis zur Werkstatt fahren. Weiter nicht. Lass am besten gleich die komplette Bremsanlage prüfen. Wenn die Beläge der anderen Achse auch fast verschlissen sind, lass sie bitte mit wechseln.


Kommentar von ingwer16 ,

Danke für deine Antwort ! Dienstag wird alles , komplett erneuert .

Kommentar von EySickMyDuck ,

Verdammt, danke... Ankerplatte nennt sich dat Teil... war mir glatt entfallen...

Antwort
von mohrmatthias, 62

Was auf jeden Fall passiert:

    Es gibt Riefen in den Bremsscheiben, so dass diese auf jeden Fall auch gewechselt werden müssen.

    Die Bremswirkung ist schlechter.

    Der Bremskolben wird so weit herausgedrückt, dass dieser und/oder der Bremssattel beschädigt werden können.

Früher oder später führt das Bremsen mit abgefahren Belägen zum Totalausfall der Bremsanlage.

https://www.gutefrage.net/frage/bremsen-gehen-auf-eisen-was-kann-passieren

Expertenantwort
von TransalpTom, Community-Experte für Auto, 44

da würde ich gar nicht mehr mit fahren, denn der Reibwert zwischen dem Belagträger und der Bremsscheibe ist bei "Stahl auf Stahl" geringer, als bei Bremsbelag auf Stahl und somit ist die Bremswirkung geringer.

Wärest Du damit jetzt bei einer Hauptuntersuchung "TÜV" gäbe es schonmal keine Plakette, das das ein erheblicher Mangel ist. Wären alle Beläge der Vorderachse so, könnte man das auch als verehrsunsicher einstufen und die Plakette enternen, somit wäre die Teilnahme am Strassenverkehr untersagt.

Demnach .... Erst Bremse fertig machen, dann rumfahren

Antwort
von Novos, 65

Ich bezweifle, dass Du über 100000 km ohne Bremsbelag-Wechsel gefahren bist. Du wirst neue Bremsscheiben und neue Beläge brauchen, oder wenn es eine Trommelbremse ist, neue Beläge und möglicher Weise neue trommeln.

Kommentar von Daguett ,

100000 Km mit den selben Bremsbelägen sind locker drin, auf der Hinterachse sind sogar 300000 bis 400000 km möglich.

Kommentar von ingwer16 ,

Kannst gern bezweifeln , es ist so . Ich hab das Auto neu gekauft , an bremsen ist bis jetzt nichts gemacht worden .

Kommentar von machhehniker ,

Also ich lese hier ständig Bewunderungen dass die Bremsbeläge 100.000Km gehalten haben und verstehe nicht warum dies so verwundert. Aber auch noch zu bezweifeln dass dies möglich wäre geht mir zu weit!

Ich wohne im Süden Deutschlands, also wo es auch etwas bergig ist. Meine Bremsbeläge halten ca 150.000Km weit (alte Hinterradbremsen in Trommeln hielten gewöhnlich das gesamte Autoleben lang). Ich hab Verwandte die Nähe der Norseeküste leben, da werden Beläge gewechselt weil sie alters-/witterungsbedingt auseinanderfallen.

Kommentar von Jogie24 ,

Ich hatte bis vor zwei Jahren einen Skoda Octavia Kombi 1,6er Benziner gekauft als 2 Jähriger und einer Laufleistung von 5000 Km. Das erste mal hab ich die Bremsbeläge an der Vorderachse bei 130.000 Km gewechselt. 

Das zweite mal bei 250.000 Km. an der Trommelbremse der Hinterachse musste ich bei 250.00 km da auch die Bremsbacken austauschen weil der Radbremszylinder undicht wurde und die Bremsbacken versifft waren. Belagstärke hätte noch locker für 30.000- 40.000 Km ausgereicht.

Beim Verkauf des Fahrzeuges mit 352.000 Km waren die Belagstärken noch gute 50%.

Antwort
von Daguett, 59

HAst du keine Verschleißanzeige?!?.......An deiner Stelle würde ich am Dienstag ganz langsam bis in die Werkstatt fahren ( wenn sie nur um die Ecke liegt) ansonsten würde ich das Auto bis dahin gar nicht mehr bewegen.

Da kannst du ja gleich zum Anhalten nen Anker werfen.

Kommentar von ingwer16 ,

Das Auto ist noch nicht recht alt , hab s als Tageszulassung gekauft , mit 6.5 km . Es zeigt nichts an / Skoda , Fabia , Kombi

Kommentar von Daguett ,

Kein Bordcomputer oder ne Serviceanzeige?!?.... Na egal, nen Bremsbelagwechsel beim Skoda ist keine große Sache.

Kommentar von ingwer16 ,

Serviceanzeige schon , aber das hatte ich nicht auf m Schirm 🤔

Antwort
von EySickMyDuck, 62

Über 100000 mit einem Satz Bremsen? Hast 'ne Auflaufbremse wa, also auf das vorausfahrende Fahrzeug auflaufen lassen :-)
Also stehen lassen wär et vernünftigste aber so im Oma Tempo mal schnell zum einkaufen um die Ecke is jetz nich so schlimm. Der bremst auf Eisen auch schon noch nur halt wirklich massiv weniger bis nich wirklich... Allerdings kannst du nich mehr viel kaputt machen wenn du 'n paar mal bremst, Scheiben müssen sowieso mit runter....

Kommentar von ingwer16 ,

Das alles erneuert werden muss ist mir mittlerweile klar . Nein ich hab keine Auflaufbremse ! 🙄
Um kaputt machen geht es nicht , eher um gefahren !!!
Mach mir Gedanken , was ist wenn mir jemand vor s Auto fällt - unwahrscheinlich , aber nicht unmöglich -
Oder ... Was ist wenn ich stark bremsen muss ... Wie ist die bremswirking ?!

Kommentar von EySickMyDuck ,

Yo, ein Unfall sollte dir damit natürlich nicht passieren denn dann bist am A... Ich sag ja, wenn es nicht unbedingt sein muß dann fahr lieber nicht damit. Bremswirkung haste schon noch aber ganz ungefährlich ist die Sache nicht. Solltest du allerdings wirklich mal stark bremsen müssen kann dir die Trägerplatte (mit der du ja dann bremst wenn kein Belag mehr drauf ist) nachgeben und Bruchstücke die "Dichtung" vom Kolben o. auch den Bremsschlauch beschädigen. Wennste wissen willst wie die Bremswirkung noch is setz dich rein, beschleunige auf etwa 20 km/h und dann bremste einfach mal. Bedenke aber das mit jeder weiteren Bremsung diese evtl. etwas abnimmt... Kurzer Rede langer Sinn... Die richtige Antwort wäre eigentlich "Lass ja det Ding stehen Digger" aber ich wollte dir halt auch deine Fragen beantworten :-)

Antwort
von derhandkuss, 56

Lasse das Fahrzeug unbedingt stehen! Wenn die Bremsen so weit runter sind, kann das im Zweifel tödlich sein (im wahrsten Sinne des Wortes).

Antwort
von Biberchen, 61

fahren kannst du schon, nur nicht bremsen. Laß die Karre stehen, ich hätte sie gleich in der Werkstatt gelassen!

Kommentar von ingwer16 ,

Also Montag auch nicht in Arbeit fahren ? - Ca. 40 km einfach ?

Kommentar von Biberchen ,

das ist deine Entscheidung!

Kommentar von EySickMyDuck ,

Tu's nicht... Auf 80 km kann 'ne Menge passieren...

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten