Hey, Ich arbeite momentan an meiner Facharbeit und behandel deswegen einige Parabeln von Bertolt Brecht. Nach zahlreichen Interpretationen kam mir eine Nuss die ich nicht sorecht geknackt bekommen. Ich wäre dankbar für jede Anregung o.Ä.
Gerechtigkeitsgefühl
Herrn K.s Gastgeber hatten einen Hund, und eines Tages kam dieser mit allen Anzeichen des Schuldgefühls angekrochen. "Er hat etwas an- gestellt, reden Sie sofort streng und traurig mit ihm", riet Herr K. "Aber ich weiß doch nicht, was er angestellt hat", wehrte sich der Gastgeber. "Das kann der Hund nicht wissen", sagte Herr K. dringlich. "Zeigen Sie schnell Ihre betroffene Mißbilligung, sonst leidet sein Gerechtigkeitsgefühl."
Meine Idee: Die Erziehung des Hundes in Betrachtung des Faschismus? Dennoch, definitiv auf politisch-problematischer Ebene, oder? Freue mich über zahlreiche Ideen =)
Die Idee finde ich gut und unterlegen könnte man, wie Sie schon unten gesagt haben, mit Hobbes und Co. Aber: Mir fehlt ein fallbeispiel für den Hund. Hund = Volk? Wurde das Volk erzogen? Fraglich. Hatte es überhaupt noch gerechtigkeitgefühl? Villt ist auch das die von brecht angesprochene problematik.
Ha! Sehr gut! Fühle mich ertappt! Ich bin in der Tat ins Trudeln gekommen, da mich die angepeilte Richtung interessiert hat. Viel auffälliger müsste aber sein, dass K. nur Gast ist, und sich dennoch zur Berichtigung des Gastgebers empfiehlt. Da soll wohl doch eine als typisch deutsch empfundene Haltung aufs Korn genommen werden. Quasi falsch verstandener Kantianismus, der sich nach aussen richtet.