Frage von butterkeks1801, 50

Brecht- Erinnerung an Marie A Stilmittel?

Servus Leute, muss morgen eine Präsentation über die Analyse/ Interpretation von dem Gedicht Erinnerung an Marie A halten (ich weis, ist wahnsinnig früh, hab es aber total verpennt). Ich habe aber keine Ahnung von den Stilmitteln oder um was es in dem Gedicht geht, da ich es null verstehe. Hoffe ihr könnt mir da ein bisschen helfen

1 An jenem Tag im blauen Mond September Still unter einem jungen Pflaumenbaum Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe In meinem Arm wie einen holden Traum. Und über uns im schönen Sommerhimmel War eine Wolke, die ich lange sah Sie war sehr weiß und ungeheuer oben Und als ich aufsah, war sie nimmer da.

2 Seit jenem Tag sind viele, viele Monde Geschwommen still hinunter und vorbei Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen Und fragst du mich, was mit der Liebe sei? So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern. Und doch, gewiß, ich weiß schon, was du meinst Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst.

3 Und auch den Kuss, ich hätt' ihn längst vergessen Wenn nicht die Wolke da gewesen wär Die weiß ich noch und werd ich immer wissen Sie war sehr weiß und kam von oben her. Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind Doch jene Wolke blühte nur Minuten Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.

Antwort
von mychrissie, 29

Dieses Gedicht ist die zarteste und sensibelste poetische Unsetzung eines Geschlechtsaktes, die ich kenne. Eigentlich beachtlich für einen Dichter, der Frauen immer gnadenlos für seine eigenen Zwecke benutzt hat.

Der Liebesakt findet in der ersten Strophe statt, und zwar zwischen dem ersten Sichten der Wolke und der Entdeckung, das sie verschwunden ist. Zugleich ist die vom Wind verwehte Wolke natürlich ein Symbol für die Vergänglichkeit der Liebe.

Ein wunderschönes Gedicht, dem man den unüberhörbaren Touch von Sentimentalität gern verzeiht.

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