Frage von Loeffelqualle, 91

braucht man beim umgang mit pferden IMMER einen trainer für jeden pups?

also das trockene reiten lernen mach ich ja auch mit lehrer aber zb extra einen holen ums verladen zu üben, ist das nicht übertrieben?! (außer das pferd hat irgendwelche traumas oder so) aber kann man seinem pferd denn gar nichts ohne trainer beibringen? meine freundin reitet seit...30? jahren und hat nur zum trockenen reiten lernen (also wirklich nur das draussitzen) einen trainer gehabt. sonst hat sie sich alles selbst bei gebracht und ihr pferd läuft wirklich großartig. sie nehmen auch an tunieren teil. den rest wie longieren und bodenarbeit etc hat sie sich selbst beigebracht und bevor jemand rumheult das pferd ist psychisch und physisch gesund. muss ein trainer also immer sein?

Antwort
von sukueh, 57

Seh ich auch so wie Beglo. Neuer Input schadet nie und wenn ich mir die Pferdeszene so anschaue, möchte ich den meisten Leuten auch raten - lieber einmal zu viel gefragt, wie einmal zu wenig. 

Es hängt aber meiner Meinung nach vom gesunden Menschenverstand desjenigen ab, der gerade mit dem Pferd umgeht. 

Meine Pferde haben sich von Haus aus gut verladen lassen; was soll ich also mit denen bei einem speziellen Verladetraining. Die Pferde verstehen ja in so einem Fall gar nicht, was ich von ihnen wollte, wenn sie es doch eh schon gut machen. 

Fühl ich mich selber aus irgendwelchen Gründen unsicher, wäre es vielleicht gar keine schlechte Idee, einen Trainer oder jemanden, der sich mit Pferden gut auskennt als Hilfe dabei zu haben. Oftmals gehts dar nicht darum, dass mit den Pferden gearbeitet werden muss, oft muss ja mehr der Besitzer korrigiert werden :-) 

Bei Bodenarbeit hängt es beispielsweise auch vom Menschen selber ab. Manche haben von Haus aus eine sehr klare Körpersprache und wissen damit gut umzugehen. Dann gibts wieder Leute, die kein Gefühl für ihre Körpersprache haben und sich dann wundern, wenn die Pferde nicht das gewünschte tun. Auch da ist wieder eine Korrektur von außen ganz hilfreich. 

Ob du dir da jetzt einen "amtlichen" Trainer oder eine Freundin, von der du den Eindruck hast, dass sie sich gut mit Pferden auskennt, zu Hilfe holst, ist m. E. wurscht. 

Ich habe nur in der heutigen Zeit den Eindruck gewonnen, dass sich sehr viele Menschen arg überschätzen und ewig warten, bis sie sich entschließen, um Hilfe zu bitten. Bis dahin ist das Pferd schon tausendmal durch den Wind. 

Und bei der Pferdeausbildung vergessen viele, dass Reiten können nichts mit Ausbilden von Pferden zu tun hat. Sind zwei unterschiedliche Dinge. Nur weil du Autofahren kannst, kannst du die Kiste ja auch nicht selber reparieren. 

Antwort
von FelixFoxx, 16

Es kommt auf das Pferd und die eigene Erfahrung an. Ich habe wirklich nicht für jeden Pups einen Trainer, aber als mein Sven zwei, fast drei war, war er so frech und dickköpfig, dass ich mir für die Bodenarbeit einen Trainer geholt habe. Viel von meinem Wissen stammt aus Büchern, Zeitschriften, Beobachtungen anderer Pferdemenschen und letztendlich viel ausprobieren und aussieben, was funktioniert und gut ist. Und man lernt ständig dazu. 

Antwort
von lenchenh, 42

Nunja ich finde es kommt immer darauf an, wie viel Vorwissen man hat. Weil man kann ja nicht einfach durch experementieren drauf kommen wie longieren am sicheresten und besten geht.

Daher muss irgendeiner einem es immer erklären (oder man liest sich viel an - hier fehlt meistens aber die optische Unterstreichung fürs bessere Verständnis)... Daher ist es meistens die sichereste Variante es sich von einem Trainer erklären/zeigen zu lassen, damit man nicht irgendeinen Mist lernt.

Klar muss der dann nicht jedes mal Händchenhaltend dabei stehen wenn du dein Pferd in den Hänger lädst, aber wenn du es die ersten 5 mal machst, schadet es bestimmt nichts.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 3

Grundsätzlich bestimmt nicht.

Und das Fachsimpeln mit erfahrenen Stallgenossen, Bücher lesen u.s.w. ist ja auch ein bisschen wie Input eines Trainers.

Beim Reiten schleichen sich bei den meisten Menschen aber auch, wen sie nie korrigiert werden, Fehler in der Haltung ein; dass man einseitig sitzt oder so.

Aber der Eindruck, dass jeder immer wieder einen Trainer " für jeden Pups" benötigt entsteht vielleicht hier auf diesen Fragseiten durch die zum Teil haarsträubenden Fragen, die hier gestellt werden.

Weil es offensichtlich viele Menschen gibt, die sich Pfeede anschaffen, ohne  die nötigen Grundkenntnisse zu besitzen.

Und Leute, die um Rat für ernsthafte Probleme fragen, die man nicht mal eben durch eine Antwort von Fremden im Internet lösen kann.

Es gibt hier Leute, die meinen, im Internet seien Abkürzungen zu finden, weil ihr Reitlehrer Jahre braucht, um sie turnierfertig zu machen.

Und dann gibt es sogar solche, die ihr Geld lieber für Strass und Glitzer an den Stiefeln ausgeben, als sich mit Fachliteratur und ordentlichem Unterricht  auszustatten - und dann aber hier Fragen stellen, die eigentlich nach der 10. Reitstunde kein Thema mehr sein dürften.

Nur, weil es hier Fragen dieser Art in großer Zahl gibt, entsteht der Eindruck, man brauche für alles einen Trainer.

Auch hat, wenn man einen guten Vorschlag zu haben meint, die zusätzliche Empfehlung, echte Fachleute zurate zu ziehen, etwas mit Verantworung zu tun. Schließlich kann ich als Amateur aus der Ferne ja nicht garantieren, das meine Idee immer die allerbeste für Pferde und Menschen ist, die ich nie gesehen habe.

Expertenantwort
von NanaHu, Community-Experte für Pferde, 8

Regelmäßige Korrektur durch einen Trainer ist in meinen Augen sinnvoll. (Beim täglichen Umgang mit dem eigenen Pferd, wird auch der beste Reiter irgendwann betriebsblind). Bei jedem Reiter schleichen sich nach und nach kleine Fehler ein und es gibt immer etwas zu verbessern.
Auch das aufstellen und regelmäßige anpassen eines festen Trainingsplans in Zusammenarbeit mit einem Trainer ist sinnvoll. So kann das Pfers bestmöglich trainiert, gefördert und gefordert werden (natürlich muss man sich auch bei einem Trainingsplan für jeden Tag ein festes eigenes Ziel setzen - aber es erleichtert den Trainingsablauf enorm.)

Für jede Kleinikeit gleich einen Trainer zu holen ist natürlich übertrieben. Dennoch sollte man auf eine regelmäßige Korrektur nicht verzichten (durch konstukrtiven Reituntericht und regelmäßige Weiter und Fortbildungskurse, wird man schließlich nicht dümmer.) Viele Abläufe und der Umgang mit dem Pferd ergeben sich früher oder später aus der eigenen Erfahrung und aus reiner Logik (logischem Denken) heraus. [Lass dir doch mal von jemandem  der 30 jahre Reitet zeigen, wie man ein Pferd nach FN Vorganbe korrekt führt. Jeder hat das Mal gelernt und dennoch vergisst man solche Sachen irgendwann wieder, weil man sie im Alltag anders handhabt. ;P Genau so gehen auch Abläufe auf dem Pferd verloren, bzw es schleichen sich Fehler ein.]

Antwort
von Punkgirl512, 24

Ich bezweifle stark, dass deine Freundin sich noch NIE Unterstützung am Boden geholt hat - und wenn es nur der Rat der Stallbesitzerin war!

Es macht durchaus Sinn, sich für neue Sachen oder auch für Probleme im Umgang, einen Trainer zu holen. 90% der Reiter können schlichtweg nicht anatomisch korrekt am Kappzaum longieren, alles andere ist und bleibt schädlich beim Longieren. Wenn dann einer umdenken möchte, es aber jahrelang anders gezeigt bekommen hat, wie soll er dann anfangen? 

Wenn jemand ein sehr hengstiges Pferd hat oder eine extrem zickige Stute - warum keine Hilfe holen? BEVOR es gefährlich für Mensch, Pferd und Umwelt wird?

Schöne Beispiele von mir selbst... Ich habe schon vor langer Zeit mit der Handarbeit angefangen. Geradeaus ging nicht, ging nur im Schulterherein. Dank meiner darauffolgenden Trainerin konnte ich diese Sachen lösen und auf Geradeaus an der Hand gehen. 

Oder Langzügelarbeit - habe ich selbst auch alleine angefangen, habe aber ein entsprechendes Grundwissen darüber, sodass ICH da super rumprobieren kann, mein Pony macht das Ganze auch brav mit. Neulich dann eine Unterrichtseinheit am Langzügel gesehen, eigene Fehler entdeckt. Nur vom Zugucken..

Auch so beim Verladen. Viele der "alten" kommen immer noch mit dem Besen und 2 Longen an. Wozu? Da war ich sehr froh über eine kurze Einheit Verladetraining von meiner Trainerin - sie hat mir gesagt, wo ich gerade das Pferd blockiere, warum es auch ohne Trauma nicht gerne auf den Hänger geht? Meistens stehen die Menschen dabei einfach nur selbst im Weg. Dann wird drauf geprügelt, damit der Gaul reingeht und/oder man braucht Stunden zum Verladen. Sowas muss nicht sein, und ein paar Mal jemanden drüber gucken lassen, der routiniert in solchen Fällen ist, schadet ganz bestimmt nicht. 

Es schleichen sich auch viele Fehler in der Routine ein. Z.B. Überholen Pferde gerne die Menschen, wenn der Mensch nicht genug Führung bietet. Bekommt aber kaum einer wirklich mit und zack zieht das Pferd zum nächsten Grashalm. Allerdings reflektiert der Mensch dann auch nicht, dass er zu unaufmerksam war, sondern gibt dem Pferd die Schuld, es sei ja so verfressen. 

Oft geht es bei den Einheiten vom Boden aus auch einfach nur ums richtige Timing - dass man lernt, die guten und schlechten Momente zu erfühlen und entsprechend selbständig zu reagieren. 

Antwort
von beglo1705, 44

Professionelle Hilfe bietet sich immer dann an, wenn man sich nicht sicher ist oder etwas nicht ganz verstanden hat. Ich reite auch (ohne große Pausen dazwischen) seit 25 Jahren, was aber nicht heißt, dass mir ein Bereiter oder RL nichts erklären können, denn ich bin für konstruktive Kritik offen.

Ob man nun "für jeden Pups" einen Trainer braucht, hängt auch davon ab, was du alles kannst bzw. wie du das dem Pferd vermittelst.

Antwort
von Michel2015, 10

Der Reiter schiebt seine Defizite sehr gerne aufs Pferd. Daher gibt es sehr viele, die wegen jedem Pups einen Trainer, TA, Sattler, Huffutzi (Schmied darf ich ja nicht sagen) holen und oft sind bei solchen Leuten sind die Pferde überhaupt nicht verladefromm. Woran das wohl liegt?

Deine Frage lautet, hast Du genug Selbstvertrauen dann: Nö, Selbermachen, niemand verbietet Dir selbst zu lernen.

Antwort
von Loesdauboy, 30

Das kommt drauf an, was man selber kann, wie viel Vorwissen man hat und was man sich selber zu traut.

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