Braucht eine Volkswirtschaft unaufhörliches Wachstum?

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9 Antworten

Nein, "brauchen" täte sie es nicht.
Jedes Kind weiss auch, dass das gar nicht ginge.

Aber jede Regierung predigt es, weil es das einfachste Rezept ist, an der Macht zu bleiben und den Leuen vorzugaukeln, es könne ewig so weitergehen.

Auch das Kuchenbild stimmt genau: Solange für dei Armen ständig ein paar zusätzliche Brosamen anfallen, fällt es denen nicht auf, dass sich die oberen 10'000 immer schamloser bereichern.
Denn sonst gäbe es eine Revolte.

Wachstum ist die grösste Lüge, die sich die Menschheit selber aufgezwungen hat, fundamentalistischer als jede Religion.
Sie kommt von diesem Wachstumszwang kaum mehr los, ohne dass es wehtut. Aber irgendwann muss sie, nur hofft jeder Politiker, dass es grad ihn dann nicht mehr trifft.

Rezepte gäbe es, z.B. keine Geldschöpfung aus dem Nichts, wie das heute die Geschäftsbanken machen, ohne reale Werte dahinter.
Aber dann würde der Casinokapitalismus zuerst ein paar krawattentragende, nichtsnutzige Desperados ausspucken.

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Nein! Auf einer begrenzten Erde mit endlichen Ressourcen ist unaufhörliches Wachstum weder möglich, noch für eine Volkswirtschaft notwendig.

Wer sich die Weltwirtschaftsdaten genauer anschaut, wird feststellen, dass es im Grunde schon längst kein echtes Wachstum mehr gibt.

Das was noch als Wachstum ausgewiesen wird, sind  zum einen Teil nur inflationsbedingt aufgeblähte Zahlen und zum anderen steigende Aufwendungen für Kriege und Rüstung und schließlich der Aufwand der zur Reparatur von Schäden betrieben werden muss, die durch den Menschen an der Umwelt verursacht werden.

Noch was: Dumm und ungebildet wie es die meisten Politiker sind, messen diese das Wachstum nur in Geld, nicht aber an der Lebensqualität. Wer jedes Jahr etwas länger arbeiten muss, immer mehr Einschränkungen bei der Wohn- und Lebensqualität hinnehmen muss, dessen Freiheit immer mehr von ansteigender Kriminalität und Gewalt bedroht wird und dem der Staat die Ersparnisse durch Steuern, niedrige Zinsen und Inflation wegnimmt, der wird, auch wenn sein Einkommen jährlich nominal und brutto um ein paar Prozentchen steigt, nicht an die Mär vom Wachstum glauben. 

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Nein, brauchen im Sinne von "Lebenserhaltend" braucht sie es nicht.

Die Frage ist natürlich zunächst, wie man Wachstum definiert.

Für viele ist ja die steigende Durchsetzung deutscher Haushalte mit digitalen Farbfernsehern und Kraftfahrzeugen kein Wachstum, sondern etwas, worauf ein Rechtsanspruch steht.

Und das die geborenen Kinder genauso wenig Hunger leiden müssen wie die Generation davor, ist selbstverständlich - aber bitte kein Wachstum !!

Bestimmte Dinge sind endlich bzw. beschränkt. Für vieles andere gibt es keine Beschränkung.

Und wenn man bedenkt, dass Wohlstand eigentlich "Leistung" geteilt durch "Köpfe" ist, wird alleine schon bei einer wachsenden Bevölkerung sich nicht gegen ein Wirtschaftswachstum verschließen....

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Ja, Wachstum ist notwendig.

Jedes Jahr werden nur durch normale Maßnahmen ca. 2 % Rationalisierungen erzielt. Wenn also nicht ca. diese 2 % Wachstum erzielt werden, würden 2 % der Arbeitsplätze überflüssig.

Also Stillstand wäre Rückschritt.

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Kommentar von TomRichter
29.04.2016, 01:09

> würden 2 % der Arbeitsplätze überflüssig.

Ja und? Wir hätten immer noch die gleiche Menge produzierter Güter und dieselbe Anzahl Menschen. Es könnten also weiterhin alle genausoviel bekommen wie im Vorjahr.

2% weniger Arbeit muss auch nicht 2% mehr Arbeitslose bedeuten - es kann auch 2% Reduzierung der Arbeitszeit sein.

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Es hilft denen, die die gesellschaftliche Macht haben, sich ein immer größeres Stück vom Kuchen unter den Nagel zu reissen.

Bliebe der Kuchen unverändert, müssten sie zu diesem Zweck die Stücke der anderen verkleinern. Und dann würden die anderen eventuell anfangen, darüber nachzudenken, ob es denn sein muss, dass hierzulande das eine Prozent Gutbetuchter sich mehr als ein Drittel des gesamten Reichtums gesichert hat:

https://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gensverteilung_in_Deutschland

Bei einem wachsenden Kuchen lässt sich leichter vermitteln, dass wir den Zuwachs von 1% "gerecht" aufteilen: 1 Prozent bekommt Ihr, und eines wir. Klingt gerecht, solange man nicht berücksichtigt, dass "wir" einer sind und "Ihr" hundert sind.

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Im Kapitalismus ist eine erweiterte Reproduktion systemnotwendig, andernfalls geht eine firma unter, kann sich nicht mehr dem Wettbewerb stellen, wird so von der Konkurrenz einfach abgehängt. Um dies zu verhindern, ist unaufhörliches Wachstum erforderlich.

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und vor allem die Regierung Merkel

Nein Wachstum als wirtschaftspolitisches Ziel wurde in der Bundesrepublik verankert, da war Merkel ein dreizehnjähriges Mädchen in der DDR.

Also, worum geht es da?

Wachstum verbessert die Position im Wettbewerb.

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Ja.

Aber nicht weil es eine "Volks"- Wirtschaft ist sondern weil ein erheblicher Teil des umlaufenden Geldes auf Krediten beruht, deren Bewilligung auf der Grundlage von Gewinnen beruht, die erst in der Zukunft erwirtschaftet werden.

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Kommentar von Roderic
28.04.2016, 19:22

Das ist aber bei jeder modernen Volkswirtschaft so, nicht nur in Deutschland und auch nicht nur unter einer CDU Regierung.

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Geh doch einfach mal mit ganz simpler Logik an die Frage heran. Dann solltest du selbst erkennen ob das Sinn macht... 

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