Ich möchte bei diesem Thema auf drei Fragen eingehen:
Braucht der Mensch ein Feindbild?
Ist der Islam eine Bedrohung?
Steckt bei den Medien Methode dahinter?
Um eines vorweg zu nehmen: Der Mensch braucht kein Feindbild. Das Feindbild wird ihm von außen suggeriert. Das von Dir beschriebene Feindbild entsteht aus Information, Informationen werden geliefert und beschafft, das Feindbild entsteht aus Ängsten. (Bei dieser These lasse ich die reale Bedrohung mal etwas außen vor).
Die Medien befinden sich, wie andere Unternehmen auch, ein einer marktwirtschaftlichen Situation. Hierbei habe ich persönlich den Eindruck, dass seriöse und unabhängige Berichterstattung nicht mehr das Primärziel ist (sofern es das je war). Es geht um Zahlen und Umsätze: Also um Leser, Zuhörer und Zuschauer.
Hierbei greifen die Medien das auf, was den Bürger interessiert. Interessiert sich der Deutsche mehrheitlich für den Islam als Religion? Nein! Er interessiert sich für den Terrorismus, für das Leid, das man durch Terroristen erfährt. Die meisten Bürger können Islam nicht von Islamismus unterscheiden. Behörden informieren. Doch wer mag sich schon den Verfassungsschutzbericht durchlesen. Die Boulevardpresse und die RTL-Samstagnacht Nachrichten sind kurzweilig und reißerisch.
Und so war es auch in den 70er und 80er Jahren nicht anders. Die Ermordung von Hanns Marin Schleyer wurde zum Anlass genommen, um die RAF in den Mittelpunkt zu rücken und dabei die Ängste der Bürger zu erhöhen. Die Zeit um die RAF ist hierbei nicht schön zu reden. Der Terrorismus in Deutschland war gegenwärtig. Nur vermisse ich bei den Medien eine informative und vor allem all umfassend aufklärende Berichterstattung.
Und so ist es auch heute. Schlechte Nachrichten verkaufen sich nun mal besser als gute. Hinzu kommt, dass sich die Bedrohungslage verändert. Vor 30 Jahren war es die RAF in Deutschland, heute werden wir vom internationalen Terrorismus bedroht. Wer weiß, wie sich die Lage in Afrika entwickelt? Natürliche Ressourcen (hier: Wasser) können später durchaus Kriege auslösen.
Und damit ist die Frage: Brauchen wir ein Feindbild aus meiner Sicht nicht treffend. Wenn wir von einer realen Bedrohung sprechen (hier: aktuell der internationale Terrorismus), dann hat sich dies so entwickelt und nicht, weil wir es brauchen. In diese aktuelle Entwicklung hinein tritt die, teilweise Angst machende, Berichterstattung der Medien, die aus meiner Sicht zu wenig über den Islam aufklären. Auch die Politik mit ihrer ungeschickten Integrationsdiskussion haut in dieselbe Kerbe rein. Der Bürger beschränkt sich auf die einfache Berichterstattung, weil er von dem Gelabere der Politik genug hat. Ganz bestimmt nicht die Mehrheit der Bevölkerung setzt sich wirklich intensiv mit Terrorismus, dem Islam und der Integrationspolitik in Deutschland auseinander.
Aus meiner Sicht müssten Medien und Politik viel offensiver informieren, aufklären und mit den Menschen diskutieren. Hier sollte der Begriff "Gemeinsamkeit" eine neue Bedeutung erhalten. Ich wünschte mir eine "gemeinsame Information und Aufklärung".
Aber:
Es geht den Medien um Zahlen, der Politik um Wähler! Haben Medien und Politik tatsächlich ein ernsthafters Interesse am Bürger? Ich lasse diese Frage mal so im Raum stehen (ein Diskussionsbedarf ist hieraus bitte nicht abzuleiten).
Fazit:
Die weltweite oder auch deutschlandweite Bedrohungslage verändert sich. Die Medien und auch die Politik lassen dadurch ein Feindbild entstehen, was wir gar nicht brauchen. Und der Islam ist keine Bedrohung, sondern eine Religion. Vielmehr sollte man sich mit dem Thema Islamisierung in negativer Hinsicht auseinander setzen. Hierbei meine ich die Indoktination des Islamismus in Deutschland. Eine bessere Aufklärung durch Medien/ Politik, aber auch ein höheres Interesse der deutschen Bürger, würde das angeblich vorhandene Feindbild wie ein Kartenhaus zum Einsturz bringen.
Es freut mich, dass Dir meine Antwort gefällt. Vielen Dank für die Auszeichnung.