Frage von Sozialforscher, 59

Braucht Allah ein Gesäß für seinen Thron?

Im Koran und in den Ahadith wird erwähnt, dass Allah Hand¹, Auge², Antlitz³ und einen Thron⁴ habe.

 - Welche Körperteile hat "Allah" noch? 

- Braucht er ein Gesäß für seinen Thron?

Gemäß Buchari # 5759, Muslim # 5075 soll "Allah" Adam nach seinem Bilde erschaffen haben.

 - Kann man Adams Aussehen beschreiben?

Einige Muslime sind der Meinung, dass "Allah" mit nichts zu vergleichen sei.

 - Doch wie kann man Allah überhaupt realisieren oder dessen Attribute verstehen, wenn er mit nichts zu vergleichen sein soll? 

- Was ist "nichts"?


¹ Sure 5,64 sagt Mohammed über Allah: „Seine Hände sind ausgebreitet, und Er spendet, wie Er will.“ (Khoury, ähnlich Paret).

² Nach Sure 52,48 tröstet Allah Mohammed mit den Worten: „Sei geduldig, bis dein Herr sein Urteil fällt. Du stehst vor unseren Augen.“ (Khoury). – In Sure 54,14 sagt Allah, dass die Arche Noahs „vor unseren Augen dahinfuhr“ (Khoury). Paret interpretiert jeweils durch die Übersetzung: „unter unserer Obhut“.

³ Sure 55,26f. (Zitate nach A. Th. Khoury, Der Koran Arabisch-Deutsch, Gütersloh 2004): „Alle, die auf ihr [der Erde] sind, werden vergehen; bleiben wird nur das Antlitz deines Herrn.“ Die Übersetzung von R. Paret (8.Aufl. 2001) beseitigt den Anstoß durch folgende Wiedergabe: „Dein Herr, der Erhabene und Ehrwürdige, bleibt bestehen.“ – Öfter (2,272; 6,52; 13,22; 18,28; 30,38f; 92,20) heißt es im Koran, dass der Mensch „nach dem Antlitz Gottes suchen“ (Khoury) soll, indem er betet und von seinem Besitz abgibt. – Berühmt ist Sure 2,115: „Gottes ist der Osten und der Westen. Wohin ihr euch auch wenden möget, dort ist das Antlitz Gottes.“ (Khoury).

⁴ „Thronvers“ (2,255): „Nicht überkommt Ihn Schlummer und nicht Schlaf. Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf der Erde ist… Sein Thron umfasst die Himmel und die Erde, und es fällt ihm nicht schwer, sie zu bewahren.“ (Khoury, ähnlich Paret). „Thron“ ist also Ausdruck von Allahs Weltherrschaft. Er ist der „Herr des ehrwürdigen Thrones“ (23,116 nach Khoury, vgl. auch 20,5 und 25,59). Er ist der „wahre König“ (20,114; 23,116) – einer der „schönen Namen“ Allahs (vgl. 7,180; 20,8). – Zu diesen Namen Allahs gehört „der Sichtbare“ (Sure 57,3 nach Khoury, Paret übersetzt „erkennbar“). Das ist merkwürdig angesichts der Verborgenheit Allahs, die ebenfalls in Sure 57,3 ausgesprochen wird: „Er ist der Sichtbare und der Verborgene.“ (Khoury).

Antwort
von YassineB87, 16

also ich hab mir mal alle deine fragen angeschaut. wirklich hoch interessant deine gedankengänge und mit recherche verbunden . gefällt mir mal nicht nur "dummes zeug zu lesen"

ich versuche mal so gut ich kann auf deine fragen einzugehen. zu der hier - ich verstehe all diese genannten punkte als Metapher, da gott oft metaphern verwendet um uns vieles verstehen zu lassen. der Thron zum beispiel wird wohl dafür stehen wofür ein thron steht und nicht der physische von menschenhand geschaffene (alaho arlam) und wenn er einen thron hat werden wir kein wissen darüber erlangen können, da wir nur unseren vorstellen können als stuhl, gottes form kennen wir nicht und können wir nicht kennen. ebenso mit dem Auge oder den Händen. da Wörter verwendet werden, die man auch "so und so sehen kann". Es verbildlicht um zum ausdruck zu bringen, was man (Prophet saw ) oder gott uns sagen will. wenn wir lesen gott sieht alles, dann kann man sofort davon ausgehen er hat augen? (subhana lah) nein, denn es dient nur zur erklärung. mehr werden wir zu lebzeiten nicht erfahren. 

Und das mit adam as. Nein es bedeutet übersetzt nach gottes Bild wenn man so will. also Bild, abbild im  sinne von Vorstellung/wunsch

Adam as wurde nach gottes wunsch /vorstellung geformt wie er ihn wollte

soweit mein verständnis.....

Antwort
von CATFonts, 23

Ich fange mal mir dem zumeist missverstandenen an: Allah / Jaweh /Jehova / Elohim /Gott / Der Herr - was ja letztlich ein und der Selbe, nur eben mit den Bezeichnungen in den unterschiedlichen Sprachen ist hat Adam "nach seinem Bilde erschaffen" bedeutet nicht, dass Adam so wie er aussiht, sondern "nach seinem Bilde" bedeutet "Nach dem von ihm entworfenen Bauplan". Wenn ein Designer ein neues Auto entwirft, hat diese ja ein Bild davon im Kopf,. das er dann als Zeichnung zu Papier bringt, die dann so lange verbessert wird, bis das Ergebnis dem entspricht, was der Designer im Sinn hat. So wird dann das Auto "nach seinem Bilde" gebaut, aber kein Auto sieht so aus, wie ein Mensch. Und So hat Allah (oder der alleinige Gott, wie auch immer man ihn nennt, eben alle Dinge, alle Lebewesen und letztlich auch den Menschen "nach seinem Bilde (das er im Geiste hatte) erschaffen. Hinzu kommt, das die Sprachen des Orients sehr oft sehr Bildlich sind, und oft auf Metaffern zurückgreifen. Und genau so sind eben seine Arme, Hände, Augen, Ohren usw eben nur eine Versinnbildlichung der Fähigkeiten, um das einem Menschen begreiflich zu machen. Ebenso auch dieser scheinbare Widerspruch von Sichtbar und Unsichtbar: Sichtbar ist er anhand seiner Werke, die eben "eine Handschrift" besitzen, schau dir nur die geniale "Programmiersprache" der Gene an, das ist Digitaltechnik! Und diese einheitliche Programmiersprache zieht sich durch alles lebendige, egal ob Bakterium, Pilz, Pflanze, Tier oder Mensch. Und so, wie man in den Entwürfen eines bestimmten Designers oder Architekten diesen auch "sehen" kann, auch wenn man den Menschen nie gesehen hat, so kann man den Schöpfer eben tatsächlich in seinen Schöpfungen sehen, ohne jetzt dieses mächtige Geistwesen, das ja in unserem Sinne auch keine physischen Abmessungen hat, denn nur so können für ihn die endlosen Weiten des Universums genau so wichtig sein, wie ein einzelner Mensch, der im Vergleich dazu nicht mal ein Staubkorn ist. Somit entzieht er sich einer Bildlichen Darstellung (selbst in unserer irdisch geprägten Vorstellungswelt) völlig. Daraus steht ja auch die Vorschrift, sich eben kein Bild zu machen - denn jedes Bild kann zwar eine gewisse Eigenschaft symbolisieren, wird dem ganzen aber nie gerecht.

Kommentar von Sozialforscher ,

Vielen Dank erstmal für deine ausführliche Antwort.

Ich fange mal mir dem zumeist missverstandenen an: Allah / Jaweh /Jehova / Elohim /Gott / Der Herr - was ja letztlich ein und der Selbe, nur eben mit den Bezeichnungen in den unterschiedlichen Sprachen ist 

Die Begriffe mögen gemeinsam haben, dass  unter diesen Wortsymbolen nach einem Alltagsverständnis ein "Schöpfer aller Dinge" zu verstehen sein kann. 

Je nach Weltauffassung wie z.B. Pantheismus, Panentheismus, Trinität, Monophisitismus, Nestorianismus können sie jedoch diverse Bedeutungen und Auswüchse in sich tragen, welche sich gegenseitig widersprechen können. 

Etymologisch betrachtet sind auch Modifikationen in den Wortzusammensetzungen und deren Bedeutungen nachzuweisen.

hat Adam "nach seinem Bilde erschaffen" bedeutet nicht, dass Adam so wie er aussiht, sondern "nach seinem Bilde" bedeutet "Nach dem von ihm entworfenen Bauplan". 

Bist du dir sicher? Wenn "Allah" der Schöpfer aller Dinge, alles weiß und alles willentlich erschaffen hat, wäre diese Anmerkung plausibel, jedoch überflüssig.

Hinzu kommt, das die Sprachen des Orients sehr oft sehr Bildlich sind, und oft auf Metaffern zurückgreifen. Und genau so sind eben seine Arme, Hände, Augen, Ohren usw eben nur eine Versinnbildlichung der Fähigkeiten, um das einem Menschen begreiflich zu machen. 

Diesen Punkt verstehe ich gar nicht. Also "Allah" kann man nicht mit der Kreation vergleichen, aber er vergleicht sich mit der Kreation?

Was begreift man denn dann letztendlich, wenn man "Allah" nicht mit der Kreation vergleichen kann?

Allah hat keine Hand, aber um ihn zu begreifen, hat er eine Hand?

Ebenso auch dieser scheinbare Widerspruch von Sichtbar und Unsichtbar: Sichtbar ist er anhand seiner Werke, die eben "eine Handschrift" besitzen, schau dir nur die geniale "Programmiersprache" der Gene an, das ist Digitaltechnik! Und diese einheitliche Programmiersprache zieht sich durch alles lebendige, egal ob Bakterium, Pilz, Pflanze, Tier oder Mensch. Und so, wie man in den Entwürfen eines bestimmten Designers oder Architekten diesen auch "sehen" kann, auch wenn man den Menschen nie gesehen hat, so kann man den Schöpfer eben tatsächlich in seinen Schöpfungen sehen, 

Wenn ich deine Worte richtig interpretiere, hat Gottes Handschrift folgende Eigenschaften:

- "geniale Programmiersprache"

Kann ich unter "genialer Programmiersprache" eine Systemtheorie bzw. ein Formsystem verstehen?

Warum erzwingt dieses Formsystem einen Designer zu besitzen?

Welche Erkenntniswerkzeuge sind für diese Schlussfolgerung notwendig?

ohne jetzt dieses mächtige Geistwesen, das ja in unserem Sinne auch keine physischen Abmessungen hat, denn nur so können für ihn die endlosen Weiten des Universums genau so wichtig sein, wie ein einzelner Mensch, der im Vergleich dazu nicht mal ein Staubkorn ist. Somit entzieht er sich einer Bildlichen Darstellung (selbst in unserer irdisch geprägten Vorstellungswelt) völlig. 
Daraus steht ja auch die Vorschrift, sich eben kein Bild zu machen - denn jedes Bild kann zwar eine gewisse Eigenschaft symbolisieren, wird dem ganzen aber nie gerecht.

Was ist unter "Geistwesen" zu verstehen? 

Inwiefern schließt  eine "bildliche Darstellung" in unserem Kontext eine schriftliche Beschreibung aus?

Was hat der Designer mit der Kreation gemeinsam, wenn man ihn anhand dieser begreifen kann (wenn auch nicht in einer bildlichen Darstellung)?


Kommentar von SedOwl ,

Hi, Sozialforscher. "Du aber wirst eines Tages ins Tal hinabsteigen und es wird Dir gewahr werden, dass Du sehr viel Lebenszeit gar sonderbar vertändelt hast". (Musst Du nicht suchen).

Bei allem Respekt: Wir brauchen Denker wie Dich in der seriösen Wissenschaft !!!  LG

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