Müssen wir diese Wesen abschaffen, um eine gerechte Welt zu bekommen? Und wer soll das tun?
Brauchen wir Alpha-Tiere unter den Menschen oder ist das ein Anachronismus?
Antworten (8)
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4Antwort von
BajunBajun
Das ist kein Anachronismus. Das ist Evolution. Das ist Darwins Lehre: Wir Menschen sind nichts anderes als zweigeschlechtliche Tiere, die sich, um ihre Gene zu reproduzieren, nicht anders verhalten, als andere zweigeschlechtliche Tiere auch. Sie fechten permanent innerhalb der Spezies einen Konkurrenzkampf aus, der das andere Geschlecht auf die eigene Konstitution aufmerksam machen und interessieren soll. Die auf Weibchen attraktiv wirkenden Signale sind nun mal bei Männchen Kraft, Durchsetzungsfähigkeit, Stärke und - bei Rudeltieren wie uns Nackten Affen - soziale Hochrangigkeit. Ds garantiert den Weibchen für sich selbst und ihren Nachwuchs optimale Aufzuchtbedingungen.
Die Evolution strickt seit zwei Milliarden Jahren an diesem Konzept der Fortentwicklung ihrer Arten. Wenn sich eine menschliche Idee vom Paradies, gründet sie sich nun auf katholische oder kommunistische Utopien, dagegen behaupten will, so kannst Du Dir an fünf Fingern abzählen, wer das Rennen macht. Bisher ist noch jede Utopie an dieser genetischen Urporgrammierung gescheitert.
Es gibt immer ein paar Außenseiter, die sich freiwillig aus diesem Stechen heraushalten. Aber nur wir Menschen können uns im jetzigen Stadium unserer Zivilisation innnerhalb der reichen Nationen einen solchen Ausstieg leisten.
Für den Rest der Fauna und die Bewohner der Slums dieser Welt gilt: Wer nicht mitmacht, fliegt gleich raus! Und zwar aus dem Leben.
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HerrDeWordeHerrDeWorde Den Darwinismus konsquent angewandt, hieße aber: Alle ranghohen Politiker müssen anfangen, Kinder in die Welt zu setzen (6 Minimum :-)
... und die Kinder der Konkurrenten mobben (Totbeißen ist verfassungswidrig).
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BajunBajun Nee, nee, lieber HerrDeWorde, bitte nicht den Darwinismus mit dem Sozialsdarwinismus in einen Topf werfen! Ich weiß, die Grenze dazwischen ist hauchdünn. Aber leider Gottes ist der Darwinismus als Sozialdarwinismus von den Herrenmenschen aller Couleur nach Strich und Faden missbraucht worden.
Aber als die Schlange unserem Urvater Adam den Appel zu fressen gab, sagte sie: Eritis sicut Deus, scientis bonum et malum! Ihr werdet sein wie Gott und wissen was gut und böse ist.
Damit ist unsere hauchdünne Hirnrinde gemeint, die unserem gewaltigen Saurierhirn, dem Archencephalon, aufsitzt. Aber genau diese dünne Hirnrinde macht den Unterschied zu unseren anderen tierischen Verwandten aus! Hier residiert unsere Kultur, unsere Verantwortung für den Umgang mit unserem Nächsten. Da drunter hockt der Innere Schweinehund in der gewaltigen substantia alba, der weißen Hirnmasse. Das Kräfteverhältnis ist schon bei jedem Individuum verheerend - wie schlimm erst bei der Masse der Menschen.
Das bildet sich in der Politik ab, in den Vorstandsetagen der Betriebe, in den Großraumbüros, in denen munter drauflos gemobbt und der Schwächste systematisch ins Irrenahaus expediert wird, in den Casting-Shows, in...
Das ist ubiqiutär. Du kannst nur in Deinem persönlichen Umfeld dafür sorgen, dass das Diktat der Evolution um einiges abgemildert wird und Du kannst, wenns hochkommt, wie der Rabbi Joshua (Jesus) oder Mahatma Gandhi den Leuten ein weitscheinender Leuchturm sein. Mehr geht nicht. Mit Sicherheit!
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GreenGoblinGreenGoblin Brilliant! U made my day! Das erinnert mich auch an die nüchterne und wissenschftliche Version einer alten story:
An old Cherokee is teaching his grandson about life. "A fight is going on inside me," he said to the boy.
"It is a terrible fight and it is between two wolves. One is evil - he is anger, envy, sorrow, regret, greed, arrogance, self-pity, guilt, resentment, inferiority, lies, false pride, superiority, and ego." He continued, "The other is good - he is joy, peace, love, hope, serenity, humility, kindness, benevolence, empathy, generosity, truth, compassion, and faith. The same fight is going on inside you - and inside every other person, too."
The grandson thought about it for a minute and then asked his grandfather, "Which wolf will win?"
The old Cherokee replied, "The one you feed."
Der erste Wolf ist demnach von Natur aus größer und älter der andere bei den meisten nur ein Welpe und verliert diesen Kampf immer wie man meistens sieht. Wir müssen stark, sozial und gebildet genug sein, damit das so oft wie möglich anders rum ist. Und das bei jeder Entscheidung. Was wir essen, was wir kaufen, was wir wählen, was wir bekämpfen, tolerieren, fördern...
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BajunBajun Das hat 'was. Danke für diese kleine Geschichte!
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Nein. Dazu gibt es z.B. die Gegenthese von Schumpeter, der sagt, dass wir kreative, innovative und führungswillige, verantwortliche Menschen brauchen, um allein die Güterproduktion sicherzustellen und auf ein gutes Niveau zu heben. Wo es weniger zu verteilen gibt, geht die Klopperei doch erst recht richtig los und auch die Nicht-Alpha-Tiere können sich dann ganz schön gegenseitig fertigmachen, um noch an die letzten Krümel zu kommen.
Es kommt natürlich auf die Art der Alpha-Tiere an. Bewirken sie - wie bei uns - Produktionssteigerungen, geht es den Ärmsten immer noch besser als manchem Mittelständler in unterentwickelten Regionen. Sind wie in Griechenland die Alpha-Tiere nur Raubtiere ohne eigene Kreativität (Ergebnis: Mangelnde Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit - aber hohe Kapitalflucht), dann geht das Schiff unter.
Auch der Sozialismus, der ja Volkseigentum und Mitbestimmung auf seine Fahnen geschrieben hatte, hat die Masse der Bevölkerung in Armut zurückgelassen und einige wenige Alpha-Tiere, die es theoretisch gar nicht hätte geben dürfen, haben alles an sich gerissen und bilden eine kleine Schicht der Millionäre.
Es ist eine Illusion, dass Armut solidarisch macht. Wie sagt schon Kant: Es sind die vielen, die keine Verantwortung übernehmen wollen und sich in ein bequemes "Lasst mich in Ruhe" flüchten, die aktiveren Menschen Raum zum Alpha-Tier geben. Solange die Masse sich nicht aus der Bequemlichkeit und Trägheit erhebt, wird vorne die Deichsel immer für Alpha-Tiere frei bleiben.
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HerrDeWordeHerrDeWorde Das Ende klingt, als wären Alphawesen selbstlose Zugtiere, die kein Problem haben, andere vor zu lassen, wenn sie das nur endlich begehren würden. In der Realität sind doch aber fast nur Beißer vorn.
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berkersheimberkersheim Es gibt unterschiedliche Motive, das Heft in die Hand zu nehmen. Da können natürlich auch Beißer drunter sein. Man sollt nie vergessen, dass das Alpha-Tier Schröder vor allem von Frauen gewählt wurde, was seltsamerweise für Frau Merkel nicht gilt. Es ist ja prinzipiell nichts Schlechtes, dass jemand Verantwortung übernehmen will und Gestaltungswillen einbringt. Ohne das gäbe es die Mehrzahl unserer gemeinschaftsstiftenden Vereine nicht. Da wird es allerdings immer schwerer, vor allem Menschen aus jüngeren Generationen zu finden, die Verantwortung und die damit verbundene Arbeit übernehmen wollen. Es ist schon seltsam: Niemand will Kommerzialisierung und die Mehrzahl sorgt durch Untätigkeit und mangelndes Engagement dafür, dass genau diese Kommerzialisierung immer mehr Platz greift. Wollen reicht nicht, Max Weber lesen: Die Prägekraft von Strukturen - auch unbewusst begünstigten.
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niskaniska
A) Alpha und Beta sind ethnozentrische, konstruierte Simplifizierungen sozialer Herrschaftsstrukturen. Soll heißen: soziale Machtstrukturen lassen sich nicht auf Alpha/Beta-Verhältnisse reduzieren, wir dürfen uns schon ein wenig komplizierter fühlen.
B) Auch für die Tierwelt gilt: Alpha und Beta sind kulturell (von Menschen) konstruierte Systeme, die, selbst wenn sie bei der einen oder anderen Spezies relativ gut geeignet sein sollten die Machtgefüge innerhalb der Population abzubilden, ganz sicher nicht auf das gesamte Tierreich übertragbar sind.
Zusammengefasst: Alpha und Beta sind griechische Buchstaben die der Mensch symbolisch belegt hat um Herrschaftsstrukturen (im Tierreich) vereinfacht darzustellen. Die Welt ist aber nicht einfach.
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HerrDeWordeHerrDeWorde Eigentlich wurden diese Ausdrücke genau darum geschaffen, um das Verständnis der Welt zu vereinfachen und um darüber reden zu können.
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niskaniska Ich mag die Sozialpsychologie ja wirklich, aber gruppendynamische Prozesse kann man meiner Meinung nach nicht auf die Gesamtgesellschaft geschweige denn auf die ganze Menschheit übertragen.
Dieses ganze Gruppendynamik-Geschwafel ist meiner Meinung nach äußerst kritisch zu sehen - nicht nur weil es gesellschaftliche Dynamiken und dementsprechend auch empirirsch erfassbare Gesellschaftsmodelle gibt, die dem Alpha-Beta-Prinzip nicht entsprechen (nicht das dieses Prinzip jemals dafür entworfen worden wäre - hoffe ich doch, so gut kenn ich mich damit auch wieder nicht aus), sondern selbst kleine Gruppen bestehen dankbarer Weise immernoch aus Individuen, die sich an Situationsanforderungen anpassen können (wie überraschend -.-) und gegebenfalls diesen Anforderungen entsprechend, je nach Fähigkeiten in unterschiedliche Rollen schlüpfen können. So wird aus dem Beta auch mal ein Alpha, wenn´s keinen geeigneten Alpha gibt und der Alpha wird auch mal zum Omega degradiert wenn er sich doof anstellt.
Und nochmal zum Schluss: Das ganze Alpha-Omega-Gequirle orientiert sich m.E. viel zu sehr an halbvergorenen, evolutionistischen Ideen. Wie gesagt: Auch im Wolfsrudel stellt sich das Alpha-Beta-Omega-Gefüge als komplizierter heraus, als es der Hintergrund der Frage vermuten lässt. Dementsprechend erübrigt sich die Frage für mich, denn Alpha und Beta und Omega wurden nicht erfunden um globale Herrschaftssysteme abzubilden, sondern um Gruppendynamiken vereinfacht erfassen zu können.
Wenn ich mich schon evolutionär vereinfachen lassen muss, dann wär ich gern ein Bonobo :)
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UserrrUserrr
Um auf deine Fragen unter deiner Überschrift zu antworten:
Man müsste ein Land auf der Erde haben, einen Glauben, gleiche Traditionen und Kulturen, kein Rassismus... Man müsste den Mindestlohn so anheben, dass selbst der Ärmste so viel verdient, dass er min. 1x im Jahr mit seiner Familie sich eine Auslandsreiße locker finanzieren könnte. Und das alles ist nicht möglich. So fern es verschiedene Kulturen, Traditionen, Religionen und Staaten gibt, wird es immer min. einen geben, der Intollerant ist.
Was man aber alles machen könnte ist, Rassismuss, Intoleranz, Gewalt... auf ein Minimum zu senken. Man könnte das ganz "einfach" schafffen, indem sich alle Staats- und Regierungschefs auf einen haufen sich hocken und global, vernünftig und empathisch denken. Unmöglich ist es nicht...^^
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HerrDeWordeHerrDeWorde Wenn man aber nur 1 Land hat, kann man nicht ins Ausland ausreißen - und braucht es auch nicht, da dort eh alles genau so ist wie daheim.
Außerdem legst du in deiner Utopie schon wieder einen Kern für Zoff: Eine Famile hat nur 1 Kind, eine andere 5. Alle sollen gleichen Mindestlohn + gemeinsame Auslandsreise erhalten ... Dann wäre für mich der Anreiz größer, Kinder zu machen als das Inlandsprodukt zu heben - allein, um den Nachbarn zu ärgern, der kinderlos geblieben ist
... ich glaube, das geht am Thema vorbei ...
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UserrrUserrr Nein nicht wirklich...
Angenommen, die Welt ist ein Landm, warum sollte es dann in Italien genauso wie in Deutschland und Deutschland genauso wie Indonesien aussehen? Die machst gerade die Individualität zunichte. Ich begrenze das auf 3-4 Wörter und ich habe auch ausdrücklich geschrieben, dass dies nicht möglich ist. Man kann diese Sachen aber auf einen Minimum bringen (Rassismus, Gewalt...), wenn alle solidarisch handeln.
Auch war das mit dem Mindestlohn nur ein Beispiel. Ich wollte damit nur zum ausdruck bringen, dass es keine Armut geben dürfte und wenn, das diese Armut locker zum Überleben und zum Vergnügen reichen müsste.
Das geht außerdem nicht am Thema vorbei: "Um auf deine Fragen unter deiner Überschrift zu antworten:" hatte ich geschrieben.^^
PS: Das ist natürlich nur meine Meinung.
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cleaner3544cleaner3544
Leithammel wird es immer geben, das liegt in der Natur des Menschen
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xxdarkstyleexxxxdarkstyleexx
klar brauchen wir einen anführer (zwar nicht so wie hi.tler aber naja) was würde wohl mit der welt passieren wenn niemand mal sagt was zu tun ist
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HerrDeWordeHerrDeWorde Basisdemokratie?
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gorowngorown
Tja... wenn die Betas die Alphas besiegen könnten, wären sie ja keine Betas, sondern selbst Alphas und würden es daher bleiben lassen.
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HerrDeWordeHerrDeWorde Tun sie aber nicht. Sonst wäre der Sozialismus nicht zum Parteibonzenbürokratismus verkommen.
Und immer katzbuckeln die Gammas.
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niskaniska Der Sozialismus wurde niemals praktisch umgesetzt, von dem her...
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HerrDeWordeHerrDeWorde so? Was war es denn dann?
Hast du eine Definition?
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niskaniska Hast du eine Definition?
Es gibt mehr als 200 und die sind allesamt ebenfalls umstritten. Was genau erwartest du also?
Aber wenn man über Sozialismus spricht, dann beziehe ich mich schonmal grundsätzlich (und der Einfachheit halber) auf Marx. Und selbst das ist ja schon kompliziert genug, schließlich hat Marx selbst die militärische Parteibürokratie heraufbeschworen, indem er es als nötig ansah, dass der junge Sozialismus durch eine starke politische Führung vor einer möglichen Konterrevolution der Bourgeoisie geschützt werden müsse . Michael Bakunin hat genau das kritisiert: Das ein Herrschaftssystem nämlich nicht durch die Errichtung eines anderen Herrschaftssystems abgeschafft werden kann. Aber genau das war in der Realität der Fall: das sozialistische System wurde "zwangseingeführt" und dann konnte die Führung nichtmehr wie im Sozialismus vorgesehen minimiert werden, weil sonst sofort alles zusammengebrochen wäre (bzw. weil sich sozialistische Führung längst etabliert hat und sich sicherlich auch gar nicht mehr selbst minimieren wollte...). Abgesehen davon, dass man also durchaus noch argumentieren könnte, dass der Beginn des Realsozialismus sich durchaus noch mit dem deckt, wie Marx es sich vorgestellt hat, kam es letztendlich aber nie zu dem was Marx sich vorgestellt hat. Ideologie und Empirie sind nunmal auseinandergefallen.
Und das von Anfang an: Allein die Vorraussetzungen waren empirisch nicht für den sozialistischen Umsturz gegeben, den Marx sich vorgestellt hatte: In Russland bestand der Großteil der Bevölkerung nunmal nicht aus besitzlosen Arbeitern, sondern vor allem aus Bauern, denen im Zuge der Revolution Land versprochen wurde: Privatbesitz - zwar schön gleichmäßig verteilt, aber eben immernoch Eigentum. Was in der Folge dann wieder dazu führte, dass es wieder zu Besitzunterschieden kam. Verlor der eine Bauer Land, konnte ein anderer es sich unter den Nagel reißen (oder man schacherte untereinander). Was dann in den 20ern mit den Kulaken passierte muss ich hoffentlich nicht erklären - meine Familie gehörte übrigens als zazitocnye, "Halbkulaken" mit in diese Schicht.
Abgesehen davon: Empirisch gesehen, hat sich der Großteil der Bevölkerung (gerade der Landbevölkerung) nie als Teil des sozialistischen Staatenbundes gesehen, sondern war weiterhin sehr lokal orientiert und hat versucht sich durch Korruption und Vetternwirtschaft Vorteile zu verschaffen. Diesen Völkern wurden Staatsapparate aufgezwungen die einfach nicht real umsetzbar waren, weil die sozialen Strukturen bis hin zur Lebensweise in den jeweiligen Staaten einfach nicht mit dem übereinstimmten, was sie sozialistischen Führer sich vorgsetellt hatten (Beispiel: Die Sesshaftmachung der Nomaden in Kasachstan und Kirgisien). Und zu guterletzt hat die sowjetische Staatsmacht selbst nichtmal die "einfachsten" Vorrausetzungen für den Sozialismus erfüllen können (Emanzipation), weil den Verantwortlichen letztendlich auch noch die eigenen patriarchalen Strukturen im Weg standen...
Genau darum geht es: Können wir uns vom Sozialdarwinismus lösen? Und wer soll das durchboxen? Die, die das Sagen haben?
Hat die Bewusstseinsentwicklung, die Individualisierung, die Zivilisation vielleicht einen göttlichen/evolutionären Auftrag, sich von der niederen Natur zu lösen, um vielleicht in ferner Zukunft eine neue Daseinsform zu schaffen (nach unbelebter und belebter Natur)?