Luise am 02.05.2008 um 20:38 Uhr
Mir ist schon öfter aufgefallen, dass Menschen besser zusammenhalten, wenn sie ein Problem lösen müssen, dass in der Politik historisch "der Feind von außen" immer gut war, innenpolitische Probleme in den Hintergrund zu stellen. In Ländern mit Korruption halten die Menschen besser zusammen, gegen einen bösen Chef solidarisieren sich alle Mitarbeiter, das Betriebsklima unter den Kollegen verbessert sich. Was sind dazu Eure Erfahrungen?
Weitere Fragen zu verwandten Themen finden Sie hier:

man nun einmal gemeinsam stärker ist und damit ein Problem leichter zu lösen.

Alles, worauf ich mit dem Finger zeige, hat mit mir zu tun. So kann ich aber wunderbar von mir ablenken und sind dann noch alle mit der gleichen Ablenkung beschäftigt, gibt das ein angenehmes Zusammengehörigkeitsgefühl... Und wer fühlt sich darin nicht wohl...?!
eltenjohn am 2. Mai 2008 20:52 Du meinst Solidarität? Oder Zusammengehörigkeitsgefühl?
Angel84 am 3. Mai 2008 11:14 Denke, es ist von beidem etwas. Du stehst nicht alleine, du fühlst dich bestätigt, ... die Einsamkeit, die manche fühlen, rückt in den Hintergrund.
Luise am 2. Mai 2008 20:52 DH

Luise am 2. Mai 2008 20:42 DH

...das Identität schafft, gerade bei großen Gruppierungen.
Doch sogar in der kleinsten Zelle menschlichen Miteinanders konnte ich das geradezu lehrbuchmäßig beobachten!
Ein befreundetes Ehepaar führte eine nicht ganz holperfreie Beziehung. Immer dann, wenn sie "draußen" aber einen "Feind" ausgemacht hatten, hielten sie zusammen wie Pech und Schwefel. Mir schien es sogar, als seien diese "Außenkrisen" nötig, damit deren Zweisamkeit gewährleistet blieb, denn solche Feindschaften brachen meist aus völlig heiterem Himmel und so etwa alle zwei Jahre los.
Ich habe jedenfalls viel daraus lernen können... ;-)
Luise am 2. Mai 2008 20:48 DH.

Bei finanziellen oder existeniellen Problemen gib es eher Streit, als bei emotionalen oder krankheitsbedingten.
Luise am 2. Mai 2008 20:59 DH
es dann dem andern auch schlecht geht.
Luise am 2. Mai 2008 21:19 DH

Man hat dann immerhin ein gemeinsames Problem (wenn es schon keine anderen Gemeinsamkeiten gibt).
Luise am 3. Mai 2008 00:02 DH
Luise am 2. Mai 2008 20:42 DH

man sie zusammen lösen muss!
Luise am 2. Mai 2008 20:42 DH

Luise am 2. Mai 2008 20:42 DH

Man spricht miteinander um Probleme zu lösen. Die Kommunikation bleibt meist auf der Strecke, wenn Paare länger zusammen sind. Also hilfreich.

Ein äußerer Feind verbessert den inneren Zusammenhalt einer Gruppe. Alte soziologische Erkenntnis. Ein wesentlicher Grund für das funktionieren totalitärer Systeme.
Luise am 2. Mai 2008 20:45 DH. Schlimm, wenn das ausgenutzt wird.
Aber bei unseren Kinder war das so, dass sie nicht gestritten haben, wenn wir sie mal für ein paar Stunden alleine gelassen haben (im Alter, als sie das gerne so mochten und mit Unterstützung der Nachbarschaft, falls es Probleme geben sollte). Hat unseren beiden viel gebracht und sie zusammengeschweißt, wenn man beratschlagen musste, wie jetzt die Spinne aus dem Haus kommt..

Luise am 2. Mai 2008 20:46 DH. Wie anders?

Das kommt doch sehr auf die einzelnen Charaktere an und auf die möglichen Lösungen/Ziele! Wobei da manche Menschen oder Gruppen auch sehr wechselhaft sind! Besonders in der Politik! Heute streitet man als Opposition gegen alles und jeden und redet jeden Vorschlag oder Lösungsansatz der Regierenden in Grund und Boden! Morgen ist man an der Regierung beteiligt und tritt genau für das ein, was man gestern noch verdammt hatte! Trotzdem gehörte man gestern und gehört auch heute noch der gleichen Gruppe an: Den Vertretern des Volkes, die nur dessen Wohl im Auge haben sollten! Und ähnlich, wenn auch auf anderen Ebenen und in anderen Ausmaßen, spielt es sich in jeder Gruppe ab!
Luise am 2. Mai 2008 20:47 DH. Leider sehr richtig. Aber weil sie nicht eine Gruppe sind, sondern Opposition. Dabei sollte man zwar verschiedene Meinungen haben und einbringen, sich aber dann mehrheitlichen Abstimmungen beugen und dann an dem Thema zusammen weiterarbeiten. Das wäre eigenlich Demokratie. Schade. Sehr schade.
RBMannheim am 2. Mai 2008 20:55 Ansichtssache, wie man den Rahmen stecken möchte! Primär sehe ich Regierung und Opposition als eine Gruppe - die Gruppe der Volksvertreter, die alle die gleiche Aufgabe haben! Das Land zum Wohle des Volkes zu führen! Diese Gruppe besteht dann aus Untergruppen, eben Regierung und Opposition! Aber auch da hat man ja das gleiche Spiel! Linker Flügel, Gemässigter Flügel, usw.. Und überwiegend schaffen sie gegeneinander, als ihrer eigentlichen Aufgabe gerecht zu werden!
Luise am 2. Mai 2008 20:59 Ja, ich ja auch. Wäre schön, wenn die auch so weit wären in ihrer Weisheit. Und auch nach kontroverser Abstimmung am Durchsetzen des Beschlusses arbeiten, alle, ohne "Ätschibätsch"-Effekte.
RBMannheim am 2. Mai 2008 21:10 Genau! Und um die geht es leider meistens primär!

Luise am 2. Mai 2008 20:48 DH

weil wir nun mal evolutionsgeschichtlich so geprägt sind, und im Kollektiv die besten Ideen entstehen.
Luise am 2. Mai 2008 20:52 DH

Es kommt natürlich auf das Problem an. Nicht jedes Problem vereint - an manchen scheiden sich die Geister nämlich erst recht. Aber im Großen und Ganzen würde ich meinen: Ja, in schwierigen Situationen lernen Menschen viel besser, zusammenzuhalten. Und auch Hollywood hat das beispielsweise ja schon oft thematisiert.
Luise am 2. Mai 2008 20:52 DH

weil mann sie meist zusammen lösen muß
Luise am 2. Mai 2008 20:53 DH

in der summe sich Probleme immer leichter beheben lassen, dank der erfahrung und des Wissens aller
Luise am 2. Mai 2008 21:11 DH
Ein Problem gemeinsam meistern bringt vertrauen in die Gemeinschaft. Es fällt einen leichter jemanden dem man vertraut auch zu verteidigen. Es läßt den "Feind von aussen" ganz klein und bezwingbar erscheinen.
Luise am 2. Mai 2008 21:14 DH

Luise am 2. Mai 2008 21:18 DH

Braucht man Probleme. Sicher nicht. Leider schüttelt man nur dann das persönliche Ego ab, besser seinb zu wollen als andere.
Luise am 2. Mai 2008 21:43 DH. Wenn alle so einsichtig wären, das ohne Probleme hinzukriegen, dann wäre die Welt besser. Danke Dir.

...man nur gemeinsam etwas ändern kann. Das merkt man aber erst, wenn man allein ist und einen großen Schrank umstellen möchte...LG
Luise am 2. Mai 2008 22:54 Bei so einfachen Dingen und genauso in der komplexeren Welt. DH für Dich.

Luise am 2. Mai 2008 22:53 DH
Probleme können die Wirkung haben, einen stärkeren Zusammenhalt hervorzurufen. Dies ist aber nicht immer der Fall. Es hängt auch davon ab, ob das Problem gleich gesehen und beurteilt wird. Unter dem Druck der Not ist eine Zusammenarbeit für einen Erfolg noch wichtiger und gemeinsames Handeln zum Teil unentbehrlich. Dies gelingt eher bei Aufgaben, bei denen eine Gruppensolidarität potentiell schon vorhanden ist, und bei klar erkennbaren Lösungen, die allen Beteiligten Vorteile bringen.
Probleme können auch durch Streit noch stärker auseinanderführen. Die Menschen selbst spielen auch eine Rolle, je nachdem wie sie sich verhalten. Bei meinen engeren Verwandten erlebe ich auch Zusammenstehen unabhängig von einer Herausforderung durch besondere Probleme.
Eine nur negativ (durch Feindschaft gegen andere) bestimmte Gruppenbildung führt nicht zu einem wirklich guten Zusammenhalt, sondern nur eine Besinnung auf die richtigen Prioritäten und positive Werte. Dann wird ein besserer Umgang miteinander mehr sein als ein leeres Versprechen oder ein vorübergehendes taktisches Zugeständnis.
Luise am 2. Mai 2008 23:38 Sehr gut gesagt. DH.
Luise am 3. Mai 2008 00:03 DH

Luise am 3. Mai 2008 06:31 DH

Luise am 3. Mai 2008 06:31 DH

Luise am 4. Mai 2008 08:17 DH
Luise am 4. Mai 2008 08:17 DH

Luise am 4. Mai 2008 08:17 DH
Ich bin ganz "meiner Deinung". Du hast recht: ein gemeinsamer Feind schweißt zusammen genau so wie ein gemeinsames Problem oder in eine (gemeinsame) Notlage geraten zu sein. Und gemeinsam schafft man immer mehr als wenn man auf sich selbst gestellt ist. (Zusammenhalteparolen und im Fußball gemeinsame Schlachtrufe bestätigen dies immer wieder). Sollte es sich aber um ein Problem handeln, das nur zwischen zwei Menschen besteht (z.B. Eifersuchtsdramen usw.)kann es aber auch schon mal zu ganz häßlichen Streitszenarios kommen ... Sich vernünftig miteinander auszusprechen, ist dann hilfreicher, als sich gegenseitig beleidigende Worte um die Ohren zu hauen. Die orangene und die blaue Antwortmöglichkeit müssen sich daher nicht gegenseitig unbedingt ausschließen.
Bin 1956 geboren.Hatten gar keine Möglichkeit anders zu handel .Wir waren halt Musketiere!
DH.