Frage von thomasm33, 29

Brauche Rat zur Mieterhöhung?

Hallo, erst vor einigen Wochen wurde unsere Gasterme für Warmwasser und Heizung ausgetauscht, da die alte 19 Jahre alt war und nicht mehr richtig funktionierte. Man hat ein neues Brennwertgerät eingebaut mit neuem Abzug. Da die Firma Fehler gemacht hat wurde das Gerät beschädigt und musste vom Herstellerservice diverse Bautaule ausgetauscht werden uns die Montage Firma musste den Kondensatabdluss ändern, hierzu die Wand aufstemmen, Flüssen beschädigen usw.

Mir sieht es so aus das man diese Kosten auf uns abwälzen will. Im Schreiben ist ein Mietspiegel und Vergleichswerte etc. Darin steht auch das die Wohnung, bzw. Nur das Bad 2005 modernisiert wurde zB auch die Verglasung. Es handelt sich um eine große Frankfurter Wohngesellschaft.

Ich bin nicht sicher ob die andern 3 Parteien im Haus, bzw. Die andern Häuser der Strasse ebenfalls erhöht wurden. Das waage ich mal zu bezweifeln.

Brauche daher mal eure Meinungen

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Antwort
von bwhoch2, 5

Da hast Du Recht. Es sieht ganz danach aus. - Aber es ist egal.

Wenn man sich jetzt noch irgendwie auf Modernisierungen im Jahr 2005 bezieht, heißt das für mich, dass mindestens seit damals die Miete nicht erhöht wurde. Dann wird es aber jetzt höchste Zeit. Eine Frankfurter Wohngesellschaft, die sehr viele Wohnungen vermietet?

Klarer Fall für mich!

Du hast ein Mieterhöhungsverlangen bekommen, in dem die Höhe der geplanten Erhöhung mit einem Mietspiegel und mit Vergleichsmieten begründet wird. Du solltest nun als erstes von jemandem, der sich auskennt, prüfen lassen, ob das Mieterhöhungsverlangen rechtlich korrekt gestellt wurde.

Als nächstes auch, ob die darin verlangte Erhöhung überhaupt rechtens ist. (Prozentsatz der Erhöhung, Übereinstimmung mit Mietspiegel etc.)

Ist beides der Fall, wird Dir nichts anderes übrig bleiben, als dem Verlangen zu zu stimmen. Andernfalls würde man Dich auf Zustimmung verklagen.

Ist das Verlangen nicht korrekt, brauchst Du nichts zu tun. Zahl einfach weiter, wie bisher.

Die jetzige Mieterhöhung nach sehr langer Zeit, wo nichts gemacht wurde, hast Du vermutlich der Politik zu verdanken. Durch Einführung der Mietpreisbremse und angekündigter weiterer Verschärfungen ist im Moment jeder Mieter gehalten, nachzuprüfen, ob das, was er für seine Wohnungen verlangt, noch marktgerecht ist. Ist es das nicht, weil nie oder seit langem oder viel zu wenig in der Vergangenheit erhöht wurde, müssen Vermieter jetzt handeln, bevor es noch schwieriger wird. Möglicherweise kann ein solcher Rückstand nur in Etappen von jeweils mind. 3 Jahren nachgeholt werden.

Trifft das bei Deiner Vermietung zu, wird man wohl in großem Stil bei sehr vielen Wohnungen jetzt Mieterhöhungsverlangen zustellen, um in relativ kurzer Zeit das Mitniveau deutlich anzuheben.

Noch krasser wird es, wenn die Gesellschaft womöglich plant, ihren Wohnungsbestand ganz oder teilweise oder auch die ganze Firma zu verkaufen. Zu geringe Mieten würden sich sehr negativ auf den Kaufpreis auswirken.

In München wurde ein Wohnungsverkäufer zu Schadensersatz an den Käufer verurteilt, weil die verkauften Wohnungen viel zu billig vermietet wurden und über die Jahre versäumt wurde, die Mieten dem Markt anzupassen, sodass es jetzt erst einmal lange dauern wird, bis wieder einigermaßen marktgerechte Preise von den Mietern bezahlt werden.

Klingt heftig, ziemlich absurd, ist aber so. So werden Mieten durch Politik und Justiz leichtfertig auf breiter Front in die Höhe getrieben.

Antwort
von anitari, 12

Mieterhöhung nach Mietspiegel oder örtliche Vergleichsmiete hat nichts mit den Kosten der neuen Therme zu tun.

Auch ist völlig irrelevant ob andere Mieter ein Mieterhöhungsverlangen bekommen haben.

Hast Du Zweifel an der Richtigkeit lass sie fachlich prüfen.

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 11

Für einen zielführenden, gar belastbaren Rat müsste man den Grund der Mieterhöhung erst einmal kennen.

Ich vermute einen Modernisierungserhöhung über 11% der Investitionskosten einen modernen Brennwerttherme. Die Nachbesserung des Installateurs wäre da herauszurechnen.

Eine Mieterhöhung nach Mietpreisspiegel wäre zusätzlich auch nach 10 Jahren noch zulässig, wenn der Komfort der Wohnung mit nuem Bad geltend gemacht würde.

Und selbstverständlich besthet keine Pflicht, Mieten zu erhöhen; da darf man  bestimmte Nachbarn unbehelligt lassen.

G imager761

Antwort
von Gerneso, 20

Offenbar wird ja die von Dir beschriebene Reparatur nicht als Grund für die Mieterhöhung genannt. Es ist also nur eine Vermutung von Dir dass der Vermieter deshalb die Miete erhöht.

Begründet wird die Erhöhung mit Verweis auf den gestiegenen Mietspiegel.

Meines Wissens darf ein Vermieter nach drei Jahren die Miete um maximal 20 Prozent erhöhen wenn der Mietspiegel der Lage sich nach oben verändert hat.

Wie hoch ist denn die Erhöhung und wie lange wohnst Du ohne Mieterhöhung dort?

Antwort
von albatros, 2

Dass die Therme wegen Verschleiß erneuert wurde, entsprach der gesetzlichen Pflicht des Vermieters für die Erhaltung der Wohnung in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand. Der wurde also wieder hergestellt. Das ist ganz gewiss keine Modernisierung auf Grund derer er die Miete aktuell erhöhen dürfte.

Was angebliche Modernisierungen vor 15 Jahren betrifft, kann er deshalb nun auch keine Modernisuerungsmieterhöhung geltend machen.

Was er kann, wäre die Miete auf Vergleichsbasis bzw. lt. Mietspiegel anheben. Dabei wäre die Kappungsgrenze (15 bis max. 20% innert drei Jahren) zu beachten und die diesbezüglichen Regularien zu beachten.

Es besteht keine Verpflichtung des V. in allen Wohnungen die Miete anzuheben, er darf hier nach Belieben verfahren




Antwort
von Spielwiesen, 12

Mir scheint, du vermischst die Modernisierung der Therme mit der Panne beim Einbau. Das sind zwei verschiedene Sachverhalte. 

Eine Modernisierung begründet eine Mieterhöhung, da ja ein Mehrwert für den Mieter geschaffen wurde. Die Höhe der anteiligen Umlage ist genau gesetzlich geregelt.

Die Beschädigung während der Einbauarbeiten sind eine Sache der Haftung, die der Auftraggeber mit der ausführenden Firma zu klären hat. Das hat nichts mit der Mieterhöhung zu tun.

Bevor ich etwas unternähme, würde ich mich zuerst mit den anderen Mietern im Haus kurzschließen. Aber warte doch erstmal die Begründung für die Mieterhöhung ab - vielleicht ist sie ja berechtigt. Bei einer großen Wohnungsgesellschaft sitzen keine Laien, die sich nicht auskennen - da kannst du so gut wie sicher sein, dass alles hieb- und stichfest ist. Zur Not kannst du ja einen Mieterverein befragen.

Antwort
von MartLeh, 12

Wieso weißt du nicht, was mit den anderen Parteien im Haus ist???
Das wäre das Erste, was ich klären würde.

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