eine gute Bekannte von mir nach langer, schwerer Krankheit verstorben.<
Hallo erst einmal!
In deiner Erzählung lässt du leider wenig Interpretationsraum, da ich weder Einblick auf deine Krankheit bekomme, noch die Länge, bis sie zum Tod führt, noch weiß ich, wie GUT du mit dieser Freundin in Bekanntschaft warst.
Wie du selber schreibst:
inzwischen haben wir unsere wahren Freunde kennengelernt und das sind leider nicht sehr viele.<
Gehört diese Freundin dazu? - Ich sage einfach einmal ja, weil dich dieser Fall sonst nicht so beschäftigen würde.
Ich finde deine Geschichte, so weit es deine oberflächliche Erzählung zulässt, mit ein wenig Zudichtung selbstverständlich traurig, doch du widersprichst dich mehr oder weniger freiwillig deiner deiner eigenen Philosophie!
Du schreibst Folgendes:
sich die Leute anfangs enorm um einen kümmern, aus lauter Sensationslust[...]bis dann irgendwann überhaupt keiner mehr kommt.<
Ist es nicht genau das Selbe, was du auch hier auslöst?
Zuerst kommen die Menschen...alle wollen sie dir eine tolle Nachricht schreiben, weil deine Geschichte traurig ist und sie sich halbwegs damit indentifizieren können.
Sie kennen dich allerdings nicht und auch, dass deine Frage in der Topliste erscheint, ist sicher ein Grund für die Vielzahl der Antworten.
Leute schreiben hier Antworten, bekommen viele Daumen hoch und fühlen sich bestätigt.
Ich möchte hier zwar nicht pauschalisieren, jedoch, was meinst du, wie viele dieser Menschen es interessieren wird, wenn deine Frage von der Liste verschwindet, ob du wirklich hingegangen bist, ob du es gelassen hast und ob du überhaupt noch lebst.
Es klingt hart, doch erinnere dich, wie du selbst feststellen musstest, wie kalt die Gesellschaft ist!
Geht es hier bei den Antworten um dich oder geht es darum, dabei gewesen zu sein?
Ebenfalls häufig muss ich hier lesen:
Und dabei solltest Du in erster Linie an Dich denken, und nicht an das Gerede der Leute. <
Entschuldigung an dieser Stelle, dass ich zitieren muss.
Genau soche Zitate machen die Situation doch zu der, wie sie ist!
Die Gesellschaft denkt fast NUR an sich.
Keiner interessiert sich für den Anderen...nun macht dir dein Konflikt zwar große Sorgen, doch warum stellst du dich in deiner Frage gegen die Gesellschaft, wenn du Pro-Gesellschaftliche-Handlungen tolerierst?
Ein eindeutiger Widerspruch, den ich ein wenig seltsam finde oder du hast nicht gründlich darüber nachgedacht.
- Kann es dir nicht TOTAL egal sein, was die anderen denken?
- Kann es dir nicht TOTAL egal sein, ob die anderen über dich beim Kaffee-Klatsch reden?
- Kann es dir nicht TOTAL egal sein, wie der Strom schwimmt?
Du sollest umbedingt diesen emotionalen Gang machen.
Tod sind die Menschen, die sich keinen Emotionen aussetzen.
Willst du nicht leben?
Klar, dein Konflikt setzt dich zwangsweise Emotionen aus, allerdings bestätigst du NICHT deiner Selbstbeschreibung im Profil...dort steht:
Im September 2011 wurde bei mir leider eine schwere Krebserkrankung diagnostiziert und seitdem läuft mein Leben unter dem Motto "Stets kämpfen, niemals aufgeben und das Leben so gut es geht genießen!" <
Btte? - NIEMALS aufgeben?
Tut mir Leid, aber das tust du, wenn du nicht hingehst!
Du widersprichst dich ständig und das zeugt von allgemeiner Unsicherheit.
"Erforsche deine Gefühle junger Skywalker"
Diesen Zitat kennst du sicherlich, doch tust du es nicht.
Gerade weil du so wenig gute Freunde in deinem Leben gewinnen konntest, solltest gerade DU hingehen, da du dann selbst eine gute Freundin bist und warst.
Solltest du anfangen zu weinen, sollten dich deine Emotionen im Bann haben, wenn du erst einmal dort bist....na und?
Weine, weine immer wenn du kannst, denn es wird dich befreien!
Wem bringen aufgestaute Gefühle und Emotionen?
Lasse alles raus...lebe deine letzten Momente nicht in Zweifel..
eventuell wirst du dich schlecht fühlen, wenn du nicht hingehen wirst, Anzeichen dazu gibst du jetzt schon.
Jeder Mensch hat Emotionen und es ist nur menschlich, diese auch zu zeigen.
Nur, weil die Gesellschaft erkältet ist, musst du diese Krankheit nicht tolerieren.
Folge deinem Motto:
Sei STARK und gib NEMALS auf.
Wie bereits "Fjodor Michailowitsch Dostojewski" sagte:
Tränen reinigen das Herz.<
Geh hin, schäme dich für nichts und erweise deiner Freundin die letzte Ehre.
Warum interessieren dich andere, wenn du wahre Freund hast?
Menschen, die in einer Scheinwelt leben, haben im Gegensatz zu dir keine!
Ich wünsche dir wirklich alles Gute und denke darüber nach, was ich gesagt habe.
Nur weil ich keinen prototypischem Text verfasst habe, habe ich deshalb weniger Recht?
Auf Heuchler kannst du und auch ich verzichten.
Werde bitte kein Teil der Gesellschaft, die du so verhöhnst!
Liebe Grüße kartoffelsirup :)
Vielen Dank für Deine Antwort!
Ich werde kurzfristig entscheiden, das ist überhaupt keine Frage.
Es war mir nur, nach einer absolut fürchterlichen Nacht, wichtig, auch mal Eure Meinung dazu zu hören. Mein Leben besteht leider momentan nicht aus so wahnsinnig vielen Dingen, mit denen ich mich ablenken könnte. Es gibt eigentlich nur meine alte Krankheit und meine neue Krankheit. Da sich unsere Freunde in den letzten Jahren rar gemacht haben und mein Mann ja arbeiten muss, bin ich den ganzen Tag allein und da kommen die Gedanken ganz automatisch. Man kann sich nicht dagegen wehren.
Die vorige Nacht war jetzt aber schon etwas besser und ich kann die Gedanken etwas besser sortieren.
Ich werde am Dienstagmorgen entscheiden, ob ich an der Beisetzung teilnehme oder eben nicht. Wegen der Nebenwirkungen von Chemo und Bestrahlung kann ich eh nur kurzfristig planen ... aber wie gesagt, ich war so von der Todesnachricht überrumpelt worden, dass ich irgendwie nur mit Hilfe Eurer Antworten meine Gedanken sortieren konnte. Dafür vielen Dank!!!
Die Auswirkungen dieser Todesnachricht sind allzu verständlich, da geht im Kopf erstmal alles wirr durcheinander. Bevor du alleine dahingrübelst, war es sicher sehr klug, andere Menschen ins Boot zu holen, egal ob in der Familie oder auch über das Internet.
Reden ist nämlich äußerst hilfreich, wenn einen etwas beschäftigt und man keine Ablenkung erfahren kann. Das Wichtigste ist, dass man in solchen Situationen nicht alleine dasteht - wenn das Umfeld passt, steigt die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Behandlung (auch bei schweren Erkrankungen) nicht unerheblich. Deshalb ist zu hoffen, dass du gute Gesellschaft hast (auch Tiere!), wenn dir danach ist, und vielleicht fällt dir noch die eine oder andere kleine Aktivität ein, die du alleine oder mit anderen ausüben kannst, um noch möglichst viele schöne Erfahrungen sammeln zu können (denn das ist es, was das Leben ausmacht, egal ob gesund oder krank).
Deine Ausführungen entsprechen voll meinem Denken und Gefühlen. Ich hätte es nur nicht so gut darstellen können. DH
Vielen herzlichen Dank für Deinen Rat!
Ich bin nicht alleine, habe immer meine 8 Tiere bei mir, ohne die ich das auch nicht überstehen würde. Es wäre nur so ab und zu auch mal ganz nett, wenn man einen Menschen in seiner Nähe hätte, aber da habe ich leider nicht wirklich viel Auswahl.
Klar könnte ich meiner Familie von der Diagnose berichten (also ich meine jetzt meine Eltern, Bruder, Tanten, Onkel usw.), aber so wie ich sie in den letzten Jahren meiner Erkrankung kennengelernt habe, wäre das absolut nicht hilfreich, wahrscheinlich sogar eher noch hinderlich auf dem Weg zur Genesung. Daher habe ich jetzt zusammen mit meinem Mann beschlossen, diesen Weg zunächst so weit es geht alleine zu bewältigen. Sollte sich irgendwann herausstellen, dass ich es alleine nicht schaffen kann oder dass die Erkrankung in eine falsche Richtung geht, werde ich natürlich auch meine Familie einweihen, aber jetzt für den Moment ist meine Entscheidung meiner Meinung nach erstmal richtig.
Umso schöner ist es zu sehen, dass GF doch noch Menschen beinhaltet, die eine Frage wirklich ernsthaft beantworten und nicht nur irgendwelchen Blödsinn hinschreiben. Ich bin wirklich überwältigt von der Anzahl toller Antworten.
DANKE!!!