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Brauche mal Euren Rat ... verzwickte Angelegenheit!!!

Frage von Sternenmami Sternenmami

Hallo alle zusammen!

Gestern ist eine gute Bekannte von mir nach langer, schwerer Krankheit verstorben.

Normalerweise bin ich ein Mensch, für den es selbstverständlich ist, dass man dem verstorbenen Menschen bei der Trauerandacht und Beisetzung die letzte Ehre erweist und es wäre wirklich selbstverständlich für mich, dort hinzugehen.

Nun habe ich aber vor 4 Wochen genau die Diagnose bekommen, an der meine Bekannte jetzt verstorben ist und ich habe Angst, dass ich diesen Gang psychisch und auch körperlich nicht durchstehe.

Da ich aber meine Erkrankung bislang geheim gehalten habe und nur mein Mann und meine beste Freundin davon wissen, wird es mit Sicherheit ein großes Gerede geben, wenn ich nicht bei der Beerdigung erscheine (ist hier leider auf dem Land so). Ich möchte aber noch nicht, dass die Menschen von meiner Erkrankung erfahren. Ich finde es fürchterlich, wenn sich die Leute anfangs enorm um einen kümmern, aus lauter Sensationslust, damit man auch ja beim nächsten Kaffeeklatsch sagen kann, dass man ja mit dem Totkranken Kontakt hatte, aber das mit jeder Woche weniger wird, bis dann irgendwann überhaupt keiner mehr kommt.

Ich spreche da aus Erfahrung, denn ich bin schon wegen einer anderen Sache seit 12 Jahren sehr krank und da war es anfangs genauso. Erst kamen die Leute in Scharen, aber inzwischen haben wir unsere wahren Freunde kennengelernt und das sind leider nicht sehr viele.

Was soll ich nur tun??? Wie würdet Ihr handeln?

Vielen Dank für Eure ernst gemeinten Antworten!!!

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Antworten (1-30 von 54)

  • 83
    Antwort von Draschomat Draschomat

    Jedes Mal, wenn ich deine Frage durchlese, bleibe ich bei dem Satz hängen, in dem du schreibst, dass du unsicher bist, ob du eine Anwesenheit bei der Beerdigung deiner Freundin psychisch und physisch durchstehen könntest.

    Natürlich kann ich mir aus deinen Zeilen nur ein vages Bild der Lage machen und natürlich musst du selbst entscheiden, was du machst, aber alleine auf Grund dieses einen Satzes rate ich dazu, nicht zur Beerdigung zu gehen.

    Sicher willst du deiner Freundin die letzte Ehre erweisen, aber dieses Argument wiegt nicht so schwer wie das um deine körperliche und seelische Verfassung. Die andere Anmerkung, dass es nämlich Gerede geben werde, wenn du der Beerdigung fern bleibst, darf man beim Abwägen gar nicht erst einfließen lassen. Nur die eigenen Gedanken und die Personen, die einem lieb und teuer sind, sind wichtig - auf das Gerede der Allgemeinheit kann man verzichten, zumal selbiges meist unstimmig ist und gewiss nicht auf das eigene Wohlergehen abzielt: Only bad news are good news. Was wird denn meistens in den oberflächlichen Gesprächen auf dem Land thematisiert? Das aktuelle Wetter, Krankheiten irgendwelcher Bekannten oder Todesfälle - nichts, was einem auch nur irgendwie nützen oder einen positiv stimmen könnte (ich bevorzuge das Landleben, aber das eben Genannte ist ein Nachteil).

    Also: Mach' das, was du für richtig hältst - und nicht das, was von dir erwartet wird. Wenn man nicht im Gerede der Allgemeinheit thematisiert werden möchte, dürfte man nie auffallen, weder negativ noch positiv. Deshalb ist es das einzig Sinnvolle, nicht auf die öffentlichen Kommentare zu hören oder auf sie einzugehen - und schon gar nicht in die eigene Entscheidungsfindung einfließen zu lassen. Oder soll immer das Gerede der Leute bestimmen, was man zu tun hat? Davon ist alleine schon deshalb abzuraten, weil "die Leute" zu 80-90% aus Menschen bestehen, die lieber das Negative als das Positive wahrnehmen und besprechen. Wenn man dagegen nahestehende Verwandte und Bekannte befragt (eine liebe Person reicht schon!), überwiegt Zuspruch, Sympathie und Unterstützung - es ist deshalb sicher gesünder, erstere nicht zu beachten und das gesamte Augenmerk auf letztere zu richten. Mal abgesehen davon, dass man nur dann ein erfülltes Leben hat, wenn man eigenständig handeln kann und sich nicht von Außen bestimmen lässt.

    Aber zurück zu deiner Frage: Was spricht dagegen, dass du spontan entscheidest, ob du - je nach eigener Verfassung - zur Beerdigung gehst oder nicht? Somit bräuchtest du nur eine kurze Zeitspanne für die Entscheidung und müsstest dir nicht jetzt schon den Kopf zerbrechen.

    Denn das ständige Grübeln ist auch nicht das Günstigste - lass' die Sache gelassen auf dich zukommen, und wenn es soweit ist, wirst du dich sicherlich richtig entscheiden. Oft ergibt sich zwischendrin etwas Unerwartetes, so dass das andauernde Nachdenken, das einen ständig gequält hat, sowieso völlig umsonst ist. Vertrau also deiner Intuition - und achte auf dich, nimm nur das Positive wahr, das dich umgibt. Das Wichtigste ist das eigene Wohlbefinden, und selbiges kann man mit Kleinigkeiten fördern: Duftende Blumen, ansehnliche Bilder oder harmonische Musik - all das ist besser und gesünder als nichtiges Gerede, das einen meist eher beunruhigt als ruhig stimmt. Dabei ist Ruhe (und auch angenehme Ablenkung!) so wohltuend, für Gesunde, und besonders für Kranke. Alles Gute - was auch immer du machst, ich hoffe, du entkommst allem Gerede, weil es das Letzte ist, was du brauchen kannst (halte notfalls Abstand und lass nur für ganz wenige Vertraute Kontakt zu)!

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort!

    Ich werde kurzfristig entscheiden, das ist überhaupt keine Frage.

    Es war mir nur, nach einer absolut fürchterlichen Nacht, wichtig, auch mal Eure Meinung dazu zu hören. Mein Leben besteht leider momentan nicht aus so wahnsinnig vielen Dingen, mit denen ich mich ablenken könnte. Es gibt eigentlich nur meine alte Krankheit und meine neue Krankheit. Da sich unsere Freunde in den letzten Jahren rar gemacht haben und mein Mann ja arbeiten muss, bin ich den ganzen Tag allein und da kommen die Gedanken ganz automatisch. Man kann sich nicht dagegen wehren.

    Die vorige Nacht war jetzt aber schon etwas besser und ich kann die Gedanken etwas besser sortieren.

    Ich werde am Dienstagmorgen entscheiden, ob ich an der Beisetzung teilnehme oder eben nicht. Wegen der Nebenwirkungen von Chemo und Bestrahlung kann ich eh nur kurzfristig planen ... aber wie gesagt, ich war so von der Todesnachricht überrumpelt worden, dass ich irgendwie nur mit Hilfe Eurer Antworten meine Gedanken sortieren konnte. Dafür vielen Dank!!!

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Die Auswirkungen dieser Todesnachricht sind allzu verständlich, da geht im Kopf erstmal alles wirr durcheinander. Bevor du alleine dahingrübelst, war es sicher sehr klug, andere Menschen ins Boot zu holen, egal ob in der Familie oder auch über das Internet.

    Reden ist nämlich äußerst hilfreich, wenn einen etwas beschäftigt und man keine Ablenkung erfahren kann. Das Wichtigste ist, dass man in solchen Situationen nicht alleine dasteht - wenn das Umfeld passt, steigt die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Behandlung (auch bei schweren Erkrankungen) nicht unerheblich. Deshalb ist zu hoffen, dass du gute Gesellschaft hast (auch Tiere!), wenn dir danach ist, und vielleicht fällt dir noch die eine oder andere kleine Aktivität ein, die du alleine oder mit anderen ausüben kannst, um noch möglichst viele schöne Erfahrungen sammeln zu können (denn das ist es, was das Leben ausmacht, egal ob gesund oder krank).

    Kommentar von wolschi wolschiwolschi

    Deine Ausführungen entsprechen voll meinem Denken und Gefühlen. Ich hätte es nur nicht so gut darstellen können. DH

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen herzlichen Dank für Deinen Rat!

    Ich bin nicht alleine, habe immer meine 8 Tiere bei mir, ohne die ich das auch nicht überstehen würde. Es wäre nur so ab und zu auch mal ganz nett, wenn man einen Menschen in seiner Nähe hätte, aber da habe ich leider nicht wirklich viel Auswahl.

    Klar könnte ich meiner Familie von der Diagnose berichten (also ich meine jetzt meine Eltern, Bruder, Tanten, Onkel usw.), aber so wie ich sie in den letzten Jahren meiner Erkrankung kennengelernt habe, wäre das absolut nicht hilfreich, wahrscheinlich sogar eher noch hinderlich auf dem Weg zur Genesung. Daher habe ich jetzt zusammen mit meinem Mann beschlossen, diesen Weg zunächst so weit es geht alleine zu bewältigen. Sollte sich irgendwann herausstellen, dass ich es alleine nicht schaffen kann oder dass die Erkrankung in eine falsche Richtung geht, werde ich natürlich auch meine Familie einweihen, aber jetzt für den Moment ist meine Entscheidung meiner Meinung nach erstmal richtig.

    Umso schöner ist es zu sehen, dass GF doch noch Menschen beinhaltet, die eine Frage wirklich ernsthaft beantworten und nicht nur irgendwelchen Blödsinn hinschreiben. Ich bin wirklich überwältigt von der Anzahl toller Antworten.

    DANKE!!!

  • 32
    Antwort von Virginia47 Virginia47

    Das kannst Du nur für Dich selbst entscheiden. Und dabei solltest Du in erster Linie an Dich denken, und nicht an das Gerede der Leute.

    Ich weiß, wie das ist: Ich bin auch auf dem Dorf groß geworden. Aber spätestens nach einer Woche tratschen sie dann über was anderes.

    Als meine Tochter verstorben war, waren zwei meiner besten Freundinnen nicht bei der Beerdigung. Sie hatten sich dann beide bei mir entschuldigt, dass sie es nicht verkraftet hätten. Ich habe das akzeptiert. Aber beide wollten dann mit mir gemeinsam das Grab besuchen.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Danke für Deine Antwort!

    Das ist doch auch eine nette Geste von Deinen Freundinnen.

    Ich weiß, dass ich das nur für mich selber entscheiden kann, aber es war mir irgendwie wichtig, Eure Meinungen zu hören, nachdem ich die letzte Nacht echt nur durchgeheult habe und nicht aufhören konnte zu grübeln.

    Ich finde es so fürchterlich, dass manche Menschen so extrem gestraft werden. Meine Bekannte hat so tapfer gekämpft, war voller Hoffnung, auch weil ihr Mann und ihre Tochter sehr krank sind (beide MS und im Rollstuhl) und sie für die Beiden weiterleben wollte. Sie hat leider diesen Kampf verloren.

    Ich weiß nicht, ob Du das nachvollziehen kannst, aber ich hatte auch für mich selber so gehofft, dass sie es schafft. Als ich meine Diagnose vor vier Wochen erfuhr, ging es meiner Bekannten zwar nicht gut, aber trotzdem sah da alles noch so aus, als wenn sie es schaffen würde. Dieser enorme Verfall bis zum Tod kam so wahnsinnig plötzlich, dass ich gestern völlig aus der Bahn geworfen wurde, als die Nachricht ihres Todes kam.

    In den letzten Monaten sind so viele junge Leute, die ich kannte, an dieser verflixten Erkrankung gestorben (jetzt nicht alle an der gleichen Krebserkrankung, aber eben doch an Krebs), dass ich gehofft hatte, wenigstens sie könnte meine Hoffnung aufrecht erhalten, aber jetzt nach ihrem Tod habe ich einfach nur noch wahnsinnige Angst und komme aus dem Weinen nicht mehr heraus.

    Mein Leben ist zwar beim besten Willen nicht das Schönste, weil es sich seit 12 Jahren mehr oder weniger nur in Bett, auf der Couch und mit stärksten Schmerzen abspielt, aber trotzdem hänge ich an meinem Leben und möchte noch nicht sterben.

    Oh sorry ... irgendwie habe ich gerade mein Inneres nach Außen gedreht. Wollte ich eigentlich gar nicht. Ich lass es trotzdem mal stehen, denn ich glaube, dass ich meine Gefühle nicht verstecken muss und vielleicht geht es irgendwann mal jemandem ähnlich und er stößt dann auf meine Frage. Vielleicht hilft es!!!

    Ich danke Dir auf jeden Fall ... auch dass Du das mit Deiner Tochter geschrieben hast.

    Kommentar von Virginia47 Virginia47Virginia47

    Ich kann Deinen Schmerz durchaus nachvollziehen. Gerade weil Du so viel Hoffnung in die Genesung Deiner Bekannten gesetzt hattest. Das muss aber nicht zwangsläufig heißen, dass Du das gleiche Schicksal haben musst.

    Der Sohn meiner besten Freundin ist inoperabel an Krebs erkrankt. Bei der ersten Erkrankung haben sie ihm das halbe Bein abgenommen. Weil er keine ordentliche Nachsorge erhielt, wurde die zweite Krebserkrankung zu spät erkannt. Er lehnt nun jegliche Chemotherapie ab. Er will sein Leben nur noch in vollen Zügen genießen - so lange er das noch kann.

    Zermürbe Dich nicht mit solchen irrationalen Gedanken. Genieße Dein Leben!

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Ich danke Dir!!!!

  • 30
    Antwort von Birgitwunder Birgitwunder

    Wir leben in einer Gesellschaft, wir sind immer irdendwie in sie eingebunden, halten uns an ihre Regeln und fühlen uns schuldig, wenn wir unsere Pflichten nicht erfüllen können.

    In Deinem Fall : Man muß doch auf die Beerdigung gehen.....

    ....DU mußt nicht !

    Es ist in Ordnung, daß man gibt. Es ist in Ordnung, daß man nimmt. Doch zumeist bröckelt dieses Verhältnis, wenn man nicht mehr geben kann. Du hast es selber erlebt, daß man sich von Dir zurückzieht. Warum solltest Du, zumal es Dir physisch zu schwer fällt, Deine Psyche so sehr schwer belasten ? Du brauchst Deine Nerven für Dich selber, damit Du die Zukunft packen kannst. Verschwende nicht Deine Kraft wegen den Leuten.

    Deiner Bekannten die letzte Ehre zu erweisen ist Dir durch Gedanken an sie besser möglich, als durch persönliche Anwesenheit auf ihrer Beerdigung.

    Erklärungen würde ich auch niemandem geben, nur darauf verweisen, daß es kein böser Wille war -- mehr geht keinen etwas an.

    Wünsche Dir alles erdenklich Gute und schicke Dir ein Fünckchen Freude :-)

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Ich danke Dir für Deine Worte, die mir bislang wirklich von allen Antworten am Einleuchtesten klingen. Du hast recht ... sobald man nicht mehr in der Lage ist zu geben, wird man von der Gesellschaft oft fallen gelassen. Das finde ich extrem schade und es muss meiner Meinung nach auch nicht so sein. Wenn sich jeder diese Worte zu Herzen nehmen würde, dann müsste man sich Fragen, wie ich sie gestellt habe, überhaupt nicht stellen.

    Danke!!!

  • 23
    Antwort von Tauzieherin Tauzieherin

    In deinen Fall würde ich vor den anderen Menschen mogeln und eine Magen-Darm Grippe vortäuschen oder Fieber!!! Ich verstehe Dich voll und ganz, daß Du dort nicht hingehen willst. Du brauchst jetzt auch ALLE KRAFT ob physisch oder psychisch FÜR DICH !!!! Als Anerkennung kannst Du ja ein Gesteck dort hinbringen lassen (Blumengeschäft) DU BIST JETZT WICHTIG und nicht das Getratsche der Menschen!!! WÜNSCHE DIR VIEL KRAFT, AUF DAS DU GESUND WIRST!!! ALLES LIEBE, Tauzieherin ;o)

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort!

    Ihr habt recht! Letztendlich würde meine Bekannte es noch am Ehesten verstehen, warum ich nicht zu ihrer Beisetzung kommen kann und die Anderen kümmern sich ja sonst auch nicht um mich.

    Kommentar von Momo1965 Momo1965Momo1965

    Hätte ich diesen Kommentar früher gelesen, hätte ich mir meinen eigenen sparen können! ;-)

    Kommentar von Tauzieherin TauzieherinTauzieherin

    BITTE LASS ES AUCH SEIN!!!! Wie schon gesagt, DU MUSST DIR JETZT AM WICHTIGSTEN SEIN UND DAZU BRAUCHST DU ALLE KRAFT DER WELT!!!! ALLES LIEBE UND GUTE ;-)

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Danke!!!

  • 20
    Antwort von mia68 mia68

    ...der Herr mit dem Herzen im Schild hat das wirklich Wesentliche zwar schon gesagt, und wie gewohnt: ausführlichst. ;-)

    Eine Sache vielleicht noch ergänzend dazu - "Angst" ist meistens und schlussendlich ein schlechter Ratgeber (wenn auch ein "altbekannter Begleiter"); egal, ob es drum geht, das Gerede mancher (! sicher nicht aller...) Leute aus´m Dorf oder eine Trauerfeier oder auch das Benennen der eigenen Erkrankung umgehen zu wollen.

    Am anderen Ende der Skala dessen, was einen im Leben motiviert, steht dagegen "Liebe" (im weitesten, aber unbedingt auch: im engeren und eigentlichen Sinne).

    Wenn es gelingt, die Entscheidungen eher unter ihren Vorzeichen zu treffen (und da kann ruhig auch die "Selbstliebe" mal an erster Stelle stehen - ebenso aber auch die "Liebe" in Form von "Vertrauen" und "Unvoreingenommenheit" - gegenüber der anstehenden Situation sowie der Leute aus´m Dorf, wiederum), dann darf man manchmal sogar überrascht sein, was am Ende bei rauskommt....

    Möglicherweise nämlich entpuppt sich "die Angst" als ganz überflüssig; wenn man sie zwar wahrnimmt, ihr in die Augen sieht, sich aber nicht von ihr so sehr bestimmen und die Entscheidungen quasi "abnehmen" lässt, allein aufgrund ihrer Existenz.

    Und sie verflüchtigt sich ohnehin oft mehr und mehr, wenn stattdessen der Fokus auf die andere Seite der besagten "Skala" gerichtet ist...

    Es ist (wie immer) "nur" eine Sache der Betrachtungsweise - und schon werden die Dinge des Lebens weniger "verzwickt".

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für die Antwort! Allerdings ist "Angst" meiner Meinung nach auch etwas, was man nicht zwangsläufig beeinflussen kann.

    Kommentar von mia68 mia68mia68

    ...ich denke schon, dass man das kann, in gewissem Maße (und seinem ganz eigenen Rahmen - der sicher vorab so nicht einfach festzulegen ist, von außen).

    Und es geht auch weniger darum, Angst nicht zuzulassen, ganz im Gegenteil! Sie ist ja Teil eines jeden von uns; und wiederum nicht "besser" oder "schlechter" als jedes andere Empfinden, das uns begleitet.

    Man "darf" alles; sogar richtig in die Angst hineingehen, ihr "begegnen" - um dann irgendwann zu spüren, dass sie sich wandelt, in etwas anderes...

    allerdings: so richtig "gut finden" muss man solche Zeilen wiederum ja auch nicht. Nich´umsonst steht man mit derlei meist ziemlich weit unten, im eher "unpopulären" und "ungesehenen Bereich". Alles gut...

    ;-)

  • 19
    Antwort von ursula39 ursula39

    Es wird Dir bei der Beisetzung doch kaum jemand Deine Erklankung ansehen . Die Aufmerksamkeit der übrigen Trauernden , wird sicher n i c h t Dir gelten !!

    Höre auf , auf das Getratsche ringsum zu hören , oder über Eventualitäten nachzudenken !

    Tu nur noch was D i r guttut !

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Danke für Deine Antwort, aber da kennst verkennst Du leider die Mentalität der hiesigen Leute. Die würden definitiv merken, wenn es mir nicht gut geht.

    Mal sehen, ich glaube, ich werde es jetzt mal aus Sicht der Verstorbenen sehen. Sie würde es noch am Ehesten verstehen, wenn ich nicht zu ihrer Beisetzung gehe.

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Dank deiner Antwort kann ich mir die meine sparen - das Gerede von Leuten muss einem egal sein!

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Danke!

    Kommentar von ursula39 ursula39ursula39

    @ Drascho..

    D a s freut mich und macht mich ein bisschen stolz , dass ich mal in Deinem Sinn geantwortet habe ! ;-))

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Ich schätze, dass du das schon öfter getan hast. ;-)

    Hoffentlich verzeihst du mir, dass ich jetzt doch noch selbst geantwortet habe - die Frage hat mich nicht mehr los gelassen.

  • 16
    Antwort von schulle2 schulle2

    Geh wenn alles vorbei ist und nimm allein Abschied.

    Und Dir wünsche ich alles Gute!

    Gruß Schulle

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort!

    Ich liege mittlerweile stationär im Krankenhaus und kann leider nicht zur Beisetzung gehen. Ich werde aber in Gedanken bei meiner Bekannten sein und sie so auf ihrem letzten Gang begleiten. Sie wird es verstehen!!!

  • 14
    Antwort von auchmama auchmama

    Die Verstorbene war doch eine gute Bekannte von Dir! Oder?

    Was würde sie sich von Dir oder für Dich wünschen?

    Diese Menschen, um die Du Dir hier grad Gedanken machst, sind es gar nicht wert überhaupt einen Gedanken an sie zu verschwenden. Wer nur zu Beerdigungen geht um Strichliste zu führen, wer alles anwesend oder abwesend ist, hat das Leben noch nicht begriffen!

    Du wirst die für Dich richtige Entscheidung treffen, da bin ich mir ganz sicher!

    Lieben Gruß und gute Besserung für Dich...;-)

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort!

    Du hast schon recht, allerdings lebt es sich auf dem Land nicht ganz so einfach, wie Du denkst. Man muss die Laberei hinterher aus aushalten können, wenn man etwas nicht nach den Vorstellungen der Anderen macht und so fit bin ich psychisch momentan leider nicht.

    Ich werde am Dienstag meine Entscheidung treffen, auch wenn diese aufgrund meines derzeit körperlichen Zustandes wahrscheinlich schon gefallen ist.

    Danke

    Kommentar von auchmama auchmamaauchmama

    ...ich lebe zeitlebens auch eher ländlich! Irgendwann muss man lernen, über den Dingen zu stehen!

    Du hast ja selbst schon festegestellt, dass sich die anderen Menschen auch nur um ihr eigenes Leben kümmern und in der Not nicht unbedingt für einen anderen Menschen da sind!

    Konzentriere Dich ausschließlich auf Dein Leben. Wenn das jeder tun würde, hätten wir hier auf Erden schon ein kleines Paradies! Ich meine natürlich nicht, absolut egoistisch zu werden....ich denke, Du verstehst, was ich sagen will...;-)

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    DANKE

  • 14
    Antwort von Entdeckung Entdeckung

    Nicht hingehen ...

    1. an einer Stelle, wo du weißt, dass "Alles" was man dort sagt, in Windeseile weiter erzählt wird, sagen, dass du befürchtest eine "Grippe" auszubrüten und dir nicht sicher bist, ob du deshalb an dem Begräbnis teilnehmen könntest:"

    2. einen Kranz mit einer Schleife auf welchem ein paar persönliche Worte und dein Name stehen, auf das Grab legen lassen.

    3. Den Hinterbliebenen mittels Beileidschreibens kondolieren und dich dabei gleichzeitig entschuldigen, dass du gesundheitshalber nicht beim Begräbnis anwesend sein konntest.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort!

  • 13
    Antwort von elizza elizza

    Du brauchst ja niemandem zu sagen, was Du für eine Krankheit hast!

    Ich Denke, niemand wird Dich fragen, warum Du nicht auf der beerdigung warst, ausserdem kannst Du Dich ja von deiner freundin vertreten lassen, auch wenn sie jemand fragen sollte, warûm Du nicht erscheinst, kann sie ja sagen, Du fühlst Dich nicht wohl, jetzt in dieser zeit, woüberall die Grippe herrscht, kann es ja auch sein, dass Du genau Diese hast, wer sagt denn, dass man den Leuten sagen muss,welche Krankheit man hat!

    Schreib eine Karte und gib sie Deiner Freundin mit, falls sie da hin geht!

    Glaube mir, wenn die Tote jemand ist, der viele menschen die letzte Ehre erweisen, dann merkt niemand, dass Du gefehlt hast, niemand macht sich da drüber Gedanken, es gibt so viele Gründe, warum man nicht an einer beisetzung ist!

    Ich bin Z.B. auch so ein mensch, dem das Wasser sehr nahe steht und wenn ich an eine Beerdigung muss von einem menschen, der mir lieb und gut war, müsste ich auch weinen, deshalb gehe ich auch nicht oft an eine Beerdigung, weil ich mich dann schämen würde!

    Was ist denn schon dabei, wenn Du da fehlst, vllt. machst Du Dir da unnötige Sorgen, lass Dich auch von Deinem mann vertreten, dann war Einer aus der familie da!

    Ich wünsch Dir alles Gute und viel Kraft für die Krankheit! L.G.Elizza

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort.

    Leider ist genau das das Problem, dass niemand anderer als ich hingehen kann. Meine beste Freundin wohnt 600km weit weg und ist selber krank. Mein Mann bekommt kein frei, weil sein Chef zur Zeit im Krankenhaus liegt.

    Wenn ich hingehe, dann muss ich da alleine durch.

    Ein paar Tage habe ich ja noch Bedenkzeit. Mal sehen, wie ich mich entscheide!

  • 11
    Antwort von wolschi wolschi

    Ich würde nicht hingehen. Aber der Fam. Deiner Bekannten würde ich persönlich mein Beileid aussprechen und ihnen auch sagen, warum ich nicht zur Beerdigung kommen kann. In ihrem Schmerz werden sie es verstehen und wenn Du sie bittest, es nicht zum Dorfgespräch werden zu lassen, werden sie sich sicher daran halten. Über das Dorfgetratsche mußt Du stehen. Spätestens wenn sie erfahren, daß Du die selbe Krankheit hast, wird es aufhören.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort.

    Oh nee, spätestens, wenn sie erfahren, dass ich krank bin, geht das Getratsche erst richtig los. Genau deshalb möchte ich ja nicht, dass sie es erfahren.

    Bisher kann ich immer noch sagen, dass es mir wegen meiner anderen Erkrankung nicht gut geht und ich hoffe, dass wird auch noch eine Weile so weitergehen. Auf diesen Dorfklatsch kann ich nämlich echt verzichten.

    Kommentar von wolschi wolschiwolschi

    Erst einmal möchte ich mich bei Dir für das liebe Kompliment bedanken.

    Ich meinte eigentlich den Dorfklatsch über Dein Nichterscheinen. Aber ich kann Dich verstehen. Ich wohne seit ca. 20 Jahren jetzt auch im Dorf und auch über uns gab es durch einen bösen Nachbarn viel Klatsch. Ich muß aber sagen, da wir noch nie richtig zu dieser Dorfbevölkerung dazu gehörten. hat mich das auch nicht angehoben. Ich stand wirklich drüber. Die ich im Dorf kennenlernte, bzw. die mich kennenlernten und die auch den bösen Nachbarn kannten (und den kennen alle im Dorf - er ist geltungssüchtig) wußten, wie ich oder wir wirklich sind. Das ganz böse war eigentlich nur, daß mein Sohn ihn auf dem Gym. zum Klassenlehrer bekam. - Heute kann er sogar grüßen. Ich erzähle Dir das nur, damit Du dadurch ein wenig gestärkt wirst und diesen Dorftratsch an Dir abprallen läßt. Denk Dir doch einfach : wir tratschen alle doch mal gerne und am meisten über andere. Lach mal !

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Da hast Du recht, wobei ich persönlich eigentlich immer dieses Getratsche meide, sobald es mir bewusst wird. Ich weiß, was dieser Dorfklatsch alles anrichten kann ... aus eigener Erfahrung, denn meine herzallerliebste Schwiegermutter (die inzwischen sowohl für meinen Mann wie auch mich gestorben ist), hat nämlich damals so ziemlich alles versucht, um uns im Ort schlecht zu machen. Das war eine grausame Zeit.

    Inzwischen wohnen wir dort nicht mehr, aber in dem Ort, um den es jetzt geht, ist meine Familie mehr oder weniger die Gründungsfamilie des Ortes und somit bekannt wie ein bunter Hund. Es gibt da eigentlich fast niemanden, der mich nicht kennt (höchstens die Neuzugezogenen) und da kommt so´n Dorfklatsch nie gut, zumal dieser dann ja immer sofort bei meinen Eltern landet.

    Naja, ich weiß, dass die Leute immer reden, aber mir ist es doch lieber, wenn nicht ich derjenige bin, dem dieser Gesprächsstoff gilt.

    Keine Angst ... ich lache schon noch genug, wenn es auch seltener geworden ist.

    Kommentar von wolschi wolschiwolschi

    Sehr gut, man lacht viel zu wenig.

  • 11
    Antwort von MrRatgeber MrRatgeber

    Deine Sorge ist nachvollziehbar.

    In diesem Fall würde ich einfach eine "Ausrede" erfinden warum du nicht auf die Beerdigung kannst. Beispielsweise hohes Fieber, Erbrechen o.Ä.

    Ich denke du reagierst damit nicht respektlos dem Verstorbenen gegenüber, sondern dieser könnte es doch am Besten nachvollziehen wieso du nicht an die Beerdigung gehen kannst.

    Verabschiede dich im stillen von der Person, sprich geh an einem anderen Tag ans Grab etc.

    Hoffe ich konnte dir etwas helfen, desweiteren mein Beileid.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Danke für Deine Antwort!!! Da hast Du recht! Wenn mich momentan einer verstehen kann, dann ist es die Verstorbene.

    Vielleicht sollte ich es wirklich von diesem Gesichtspunkt aus sehen.

    Danke!

  • 9
    Antwort von Sternenmami Sternenmami

    An alle, die noch auf die Auszeichnung der hilfreichsten Antwort warten:

    Ich habe von mir aus für den Moment so entschieden, dass es falsch wäre, hier jetzt eine hilfreichste Antwort auszuzeichnen. Ich glaube, es gibt bei der Vielzahl an Antworten (die mich wirklich zutiefst gerührt haben) keine Antwort, die am Hilfreichsten war und daher würde ich es unfair finden, wenn ich hier eine Antwort einer anderen vorziehen würde. Letztendlich sind es alle Antworten zusammen, die mir hier helfen und daher hat jeder von mir einen DH und viele auch ein Kompliment bekommen (bitte verzeiht, wenn ich da jemanden vergessen habe ... ich bin mir nicht mehr sicher, wer alles ein Kompliment bekommen hat ... es sind so viele Antworten und ich kann leider nur 10 Komplimente pro Tag vergeben).

    Vielleicht sehe ich die Antworten in einigen Tagen mit anderen Augen und vielleicht erkenne ich dann auch, dass mir eine Antwort ganz besonders geholfen hat, aber für den Moment möchte ich keine Antwort als hilfreichste Antwort auszeichnen und ich hoffe, Ihr habt Verständnis für meine Entscheidung!!!

    Ich danke Euch allen sehr für diesen wahnsinnig tollen Zuspruch. Ich bin echt bewegt davon zu sehen, dass es hier bei GF doch Menschen gibt, die sich eine Frage wirklich zu Herzen nehmen und nicht einfach irgendeine Antwort völlig ohne Sinn geben.

    Ich sehe GF jetzt wieder mit anderen Augen! DANKE!!!

    VIELEN HERZLICHEN DANK !!!

    Kommentar von conny1709 conny1709conny1709

    liebe sternenmami,auch ich hätte dir gerne eine antwort gegeben,aber es wurde hier alles schon gesagt..deinen nachtrag hier finde ich ganz toll und zumindest das wollte ich dir sagen...alles gute für dich gruss conny1709

    Kommentar von ilknau ilknauilknau

    Hallo, Sternenmami. ICH warte auf nichts, denn dein Kompliment ist mir Auszeichnung genug und DU mußt dich für nichts entschuldigen, freut es mich jedoch, dass du GF wieder besser findest. Grins- hier sind eben doch nicht nur pubertiernde Kinnings unterwegs ( obwohl man von denen, welchen man mal auch helfen konnte, nette Reaktionen bekommt bzw. sie wirklich gescheit antworten ) Selbst auf die Gefahr zu schreien: Beginne bitte nicht jetzt schon, dich von / vom HIER zu verabschieden, denn noch bist du DA, was auch so bleiben wird. Ich glaube einfach fest dran und schicke dir alle Kraft, lG..

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Danke ilknau!!!

    Nein, ich verabschiede mich noch lange nicht. Da brauchst Du Dir keine Gedanken machen!!! So schnell gebe ich nicht auf!!! Es gibt noch wahnsinnig viel, was ich gerne erleben möchte und auch erleben werde!

    Mir geht es momentan bei weitem nicht gut, aber das war schon oft in meinem Leben so und wird mich nicht so leicht in die Knie zwingen.

    Ich halte durch ... überhaupt keine Frage!!!

    Kommentar von schulle2 schulle2schulle2

    Es gibt Fragen, auf die man keine HA vergeben kann. Diese gehört dazu,und Deine Antwort ist ein Dank an alle. Das reicht doch.Und ich möchte Dich noch lange lesen!

    Gruß Schulle

  • 9
    Antwort von mikael mikael

    Das Beste, für Dich, da draus machen? Gute Besserung.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Danke für Deine Antwort.

  • 8
    Antwort von sushi1955 sushi1955

    Wenn die Leute nicht reden sollen, musst Du da durch. Die einzige Möglichkeit wäre, Du bekämst die Grippe und wärst krank. Dann würde niemand reden. Alles Gute.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Danke für Deine Antwort.

  • 8
    Antwort von HarryHirsch4711 HarryHirsch4711

    Hallo, erstmal tust Du mir leid.

    Aber es heist ja nicht gleich, wenn Du an der gleichen Krankheit leidest, dass der Verlauf gleich sein muss.

    Den Kaffeeklatsch kann ich mir sehr gut vorstellen und daher verstehe ich Deine Haltung.

    Was würde ich tun:

    Ich würde mir überlegen, wie wichtig ist es mir zur Trauerfeier zu gehn.

    Traue ich mir es körperlich zu?

    Ganz wichtig denke da nur an Dich.

    Es wird sich niemand darüber wundern, wenn Du trauerst.

    Die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen, einen guten Rat zu geben ist sehr schwer.

    Wenn Du nicht hingehen willst, dann gibt es immer die Möglichkeit einer Notlüge.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort!

    Notlügen muss ich momentan schon so viele erfinden, da möchte ich ehrlich gesagt jede weitere vermeiden. Es ist leider nicht einfach, eine Krebserkrankung zu verschweigen und das geht ehrlich gesagt auch nur, weil ich noch eine andere schwere Krankheit habe, der ich die Nebenwirkungen von Chemo und Bestrahlung andichten kann. Glücklicherweise ist es eine Chemo, bei der die Haare nicht ausfallen (sagen zumindest die Ärzte), ansonsten wäre diese Heimlichtuerei nicht möglich.

    Ich habe noch ein paar Tage Bedenkzeit, aber die letzte Nacht war einfach so fürchterlich, dass ich mal Eure Meinung dazu hören wollte.

    Kommentar von HarryHirsch4711 HarryHirsch4711HarryHirsch4711

    Hallo,

    ich fühle mit Dir. Ich habe zwei Familienmitglieder werden Krebs verlohren.

    Der Umgang war sehr unterschiedlich:

    • Eine war sehr offen damit umgegangen und hat es offen erzählt. Sie wuste, dass einige kommen um zu schauen.

    • Beim Anderen war es so, dass es die näherstehenden wusten, und das wars. Meine Schwester sagte, ich habe keine Lust jeden die gleiche Geschichte zu erzählen.....

    Aber bei Deiner Situation, weiss ich nicht, war ich machen würde.

    Vielleicht beim Kaffeklatsch reinen Wein einschenken? Ich weiss es nicht.

    Eines weiss ich: Du MUST nicht zur Beerdigung gehen, Du kannst Dich auch später verabschieden. Das Gerede kommt in der Regel so wie so. Eine Möglichkeit währe sich hinten in die Kapelle zu setzen, zu erzählen, dass Du z.B. Durchfall hast, so könnstet Du eventuell die Trauerfeier verlassen, aber Du hast keinen der Dir Dich seelisch unterstützt.

    Ich denke, ich würde es kurz vor dem Termin entscheiden.

    Ich denke an Dich.......

    Kommentar von HarryHirsch4711 HarryHirsch4711HarryHirsch4711

    Gibt es eine Person, die nicht tratscht zu der Du Vertrauen hast?

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Ja, aber die wohnt leider sehr weit weg und alle anderen ... wie gesagt, durch meine andere Erkrankung haben sich 99% unserer angeblich besten Freunde verabschiedet.

    Ich habe zwar noch eine andere Freundin, die hier in der Nähe wohnt, aber 1. heiratet sie nächste Woche und 2. bin ich mir bei ihr nicht sicher, dass sie wirklich den Mund hält und da unsere Eltern ebenfalls miteinander befreundet sind ... Ich möchte nicht, dass meine Eltern von meiner Krebserkrankung erfahren, da mein Vater zur Zeit selber an Krebs erkrankt ist. Da muss es nicht sein, dass meine Eltern sich auch noch um mich Sorgen machen.

    Es gibt auch noch sehr liebe Nachbarn, die mir sonst immer helfen, aber die arbeiten leider auch alle und ich kann nicht von ihnen verlangen, dass sie sich wegen mir freinehmen.

    Ich werde mal schau´n, wie es mir am Dienstag (Tag der Beisetzung) geht und dann kurzfristig entscheiden, ob ich hinfahre oder nicht.

    Kommentar von HarryHirsch4711 HarryHirsch4711HarryHirsch4711

    Hallo Sternenmami,

    das ist wirklich sehr verzwickt. Leider stimmt das Sprichwort: "In der Not erkennt man die wahren Freunde"

    Ich verstehe auch, dass Deine Eltern nicht über Dritte etwas von Dir erfahren sollen. Ich würde mich als Vater auch sehr wundern, wenn ich von Ihre Krankheit von anderen (Schwiegersohn ausgenommen) erfahren würde. Ich vermute mal die andere Freundin hat bis zur Hochzeit auch genug zu tun.

    Klar macht man sich Gedanken und die Nacht nimmt kein Ende. Es sagt sich so einfach, aber komme zur Ruhe und mache Dich nicht verrückt. Kannst Du mit Deinem Mann darüber reden?

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Mein Mann arbeitet zur Zeit fast 14 - 16 Stunden täglich, um uns irgendwie über Wasser zu halten. Ich könnte mit ihm reden, aber er ist abends so wahnsinnig kaputt, dass es keinen Sinn hätte.

    Ich kann mit meiner Freundin reden, die eben leider sehr weit weg wohnt, aber es gibt ja glücklicherweise Flatrates.

    Es ist echt schade, dass einige Freundschaften, von denen man wirklich dachte, dass sie alle Hürden überstehen würden, in der Not überhaupt nichts wert sind. Fürchterlich, dass die meisten Menschen bei Problemen lieber weglaufen und nur an sich selbst denken. Genau das möchte ich ja eben nicht und deshalb wäre es mir eigentlich sehr wichtig, zur Beisetzung zu gehen, aber ich muss das wirklich kurzfristig am Dienstag entscheiden, ob ich das Kräftemäßig überhaupt schaffen kann. Im Moment habe ich über 40°C Fieber und könnte sowieso keinen Meter alleine aus dem Bett kommen. Daher brauche ich an Dienstag momentan noch gar nicht denken. Mein Körper wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Bestrahlungen!!! Nach anfänglichen Problemen vertrage ich die Chemo inzwischen aber eigentlich ganz gut. Klar ist mir ständig übel, aber daran gewöhnt man sich.

    Ich werde kurzfristig entscheiden müssen!!!

    Vielen Dank aber für Deine lieben Antworten!

    Kommentar von HarryHirsch4711 HarryHirsch4711HarryHirsch4711

    Hallo,

    ich weiss Du meine Angehörigen, wie sehr die Bestrahlungen einen zu schaffen machen. Wir haben noch zwei weitere Krebsfälle in der Familie, ein Fall gilt als geheilt, da es wohl rechtzeitig erkannt worden ist.

    Wirklich schade, das selbst die Familie nicht hinter Dir steht. Ich bin mir sicher, bei mir würden einige hinter mir stehen und viele nicht.

    Wichtig ist, dass Du aus einigen Willen gehst und nicht weil es die Dorfgemeinschaft möchte.

    Mal ganz einfach gesagt: Du gehst hin und dann redet man, weil Du da warst. Nach dem Motto so krank kann man ja nicht hingehen.

    Gehst Du nicht hin redet man auch, weil Du nicht da warst und das Fieber vergisst man.

    Ich wünsche Dir alles Gute....

    PS.: Ich hätte nicht mit so vielen ernsthaften Antworten gerechnet.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Sorry, habe erst jetzt gesehen, dass Du nochmal geschrieben hattest.

    Nein, auch ich hätte niemals mit so vielen Antworten gerechnet. Ich bin total überwältigt davon.

    Leider konnte ich nicht zur Beisetzung gehen, weil ich inzwischen in der Klinik liege. Mein Körper konnte einfach nicht mehr!

    Ich habe aber heute in Gedanken von meiner Bekannten Abschied genommen und ich bin mir sicher, dass sie dafür Verständnis hat.

    Danke Dir für Deine Antwort.

    Kommentar von HarryHirsch4711 HarryHirsch4711HarryHirsch4711

    Hallo Sternenmami,

    du brauchst Dich nicht entschuldigen.

    *** Gute Besserung ***

    Natürlich wird sie dafür Verständnis haben, zum einem weil Du in der klinik bist und zum anderen weil Du körperlich nicht in der Lage warst.

    Viel wichtiger ist, dass Du an Sie gedacht hast.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank!

    Ja, die Entscheidung treffe ich glaube erst am Dienstagmorgen vor der Beerdigung, aber mir war irgendwie nach der vergangenen Nacht sehr wichtig, auch mal Eure Meinung dazu zu hören. Hat mir auf jeden Fall sehr geholfen!

  • 8
    Antwort von kuriosi kuriosi

    Wenn es Dir persönlich so viel bedeutet, an der Trauerfeier teilzunehmen, dann geh hin. Du musst ja nicht zum (warscheinlich stattfindenden) anschließendem "Trauerkaffee" gehen. Sei bei der Kirche dabei und bei der Beisetzung. Auch wenn es die "gleiche"Krankheit ist/war, ist es (Dir) wichtiger dieser Person die letzte Ehre zu erweisen. Viele Menschen sterben, nicht nur weger einer schweren Krankheit, jeder stirbt einmal, wenn man sich davor "drückt" zur Beerdigung zu gehen, weil einem das gleiche Schicksal irgendwann ereilt, wird man sich das wohl nie verzeihen. Jeder stirbt, doch im Herzen sind viele, bis zum eigenen Tod doch noch ein Stück weit zugegen. Viel kraft Dir ... entscheidungen dieser Art kann einem leider niemand abnehmen.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Danke für Deine Antwort.

    Es stimmt, die Entscheidung kann mir niemand abnehmen, aber es interessiert mich einfach, wie Ihr in dieser Situation handeln würdet.

    Ich habe ja noch ein paar Tage, um mich wirklich zu entscheiden, aber die letzte Nacht war einfach so fürchterlich, weil ich nur darüber nachgrübeln musste, was ich mache.

    Kommentar von kuriosi kuriosikuriosi

    Wenn mir der Mensch so viel bedeutet, würde ich hingehen! Wie gesagt, nicht zum anschließenden Kaffee, NUR zur Kirche und Beisetzung. Meine Schwester starb auch an der gleichen Krankheit, wie ich sie habe. Bei Ihr wurde es erst 15Jahre nach meiner Diagnose festgestellt, Sie hatte auch bis dahin keinerlei Anzeichen, doch Sie starb schon 2 Jahre nach ihrer Diagnose daran. Weist Du wie ich mich fühlte? Voll Scheiße.. Doch das hinderte mich in keiner Weise daran, zu Ihrer Beerdigung zu gehen! Und das war gut so. Ich würde es immer wieder so machen. Denn das hat mir auch wieder gezeigt, das selbst eine Identische Krankheit nicht das gleiche bedeuten muss. Ich lebe seitdem mit mehr "Lebensgefühl".. ich bin froh um jeden Tag den ich erleben darf! Diese "Konfrontation" hat mir nicht geschadet...wovor ich auch angst hatte...im gegenteil, sie hat mir gezeigt das Leben zu wollen..egal was kommt!

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    DANKE!!!!

  • 7
    Antwort von curlysue98 curlysue98

    Hallo, liebe Sternenmami! Dein Posting hat mich gerade sehr berührt und ich denke da jetzt in erster Linie an Dich! Lass Dich bitte ganz lieb umarmen, auch wenn ich Dir leider so gar nicht helfen kann.

    Du hast recht, es ist wirklich eine sehr schwierige Situation und ich bewundere Dich für Deine Stärke. Du solltest ausschließlich an Dich und Dein Wohlergehen denken. Deine richtigen Freunde werden das verstehen, ohne auch nur einmal nachzufragen und auf alle anderen kannst Du getrost verzichten!

    Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute!

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort!

    Ich weiß, dass ich eigentlich an mich denken sollte, aber irgendwie ist es leider auch so, dass es das Letzte ist, was ich für meine Bekannte tun kann.

    Ich bin da echt in einer Zwickmühle, auch weil mich niemand zur Beerdigung begleiten kann. Meine Freundin wohnt zu weit weg und mein Mann bekommt kein frei.

    Kommentar von HarryHirsch4711 HarryHirsch4711HarryHirsch4711

    Hallo,

    das ist wirklich schlecht, ich hatte auch schon gedacht, dass Dich jemand begleiten könnte. Dann noch eine Ausrede dazu. Wie, z.B. Durchfall, Erbrechen ...

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Danke ... mal schau´n! Ich weiß noch nicht, was ich mache, aber ich wollte mal Eure Meinungen hören.

  • 7
    Antwort von Bandida85 Bandida85

    Hey also ich finde Du solltest hingehen, es war eine gute Freundin von dir. Klar ist es nicht einfach, jetzt die gleiche Diagnose bekommen zu haben, aber anderer Seits darfst du dich von der Krankheit nicht auffressen lassen. Steh dazu, anderen Menschen geht es genau so, vielleicht findest du ja auch noch Unterstützung in sogenannten Selbsthilfegruppen, dort gibt es viele Leute die einfach Angst haben, denen es aber richtig gut tut sich mit Menschen zu unterhalten, denen es genau so geht.

    Du sagst ja auch, dass Du deine wahren Freunde gefunden hast und die werden zu dir stehen, die anderen kannst Du doch alle vergessen.

    Aber es ist wahr, in solchen Situationen merkt man wirklich wer zu einem steht und wer nicht. Aber das würde mich nicht dran hindern meiner Freundin die letzte Ehre zu erweisen.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Ich danke Dir für Deine ehrliche Meinung. Leider wohnt meine beste Freundin genau 600km von mir entfernt und wird mich wohl kaum zur Beisetzung begleiten können und mein Mann bekommt von der Arbeit nicht frei, weil sein Chef gerade selber im Krankenhaus ist.

    Wenn ich dort hingehe, dann muss ich da alleine durch und genau das ist es, was mir Angst macht.

    Ich weiß echt nicht, was ich machen soll, aber Du hast schon recht ... es ist das Letzte, was ich für meine Bekannte tun kann.

    Danke für Deine Antwort.

    Kommentar von Momo1965 Momo1965Momo1965

    es ist das Letzte, was ich für meine Bekannte tun kann.

    Ich habe sie nicht gekannt. Du schon! Glaubst Du, dass sie Dich diesen psychischen Qualen ausgesetzt sehen wollte?

    Es geht jetzt gerade um DICH und um SIE... nicht um irgendwelche Deppen im Dorf, die sich ohnehin das Maul zerreißen... und wenn nicht über Dich, dann halt über Lieschen Müller, das ein unpassendes Outfit bei der Beerdigung trägt! - Lass so etwas nicht an Dich heran, sondern tue das, was DIR gut tut!

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Einfach nur "DANKE"!!!

    Kommentar von Momo1965 Momo1965Momo1965

    Nicht dafür! ;-)

    Kommentar von Tauzieherin TauzieherinTauzieherin

    Für @Bandida85: Warum sollte sie sich jetzt mit etwas konfrontieren, woraus Ihre größte Angst besteht???TODESANGST!!!! Du würdesr so nicht schreiben, wenn Du betroffen wärst!!Sorry, ist aber so!!!!

    Kommentar von Momo1965 Momo1965Momo1965

    DH, Tauzieherin!

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    DANKE!!!

    Kommentar von Tauzieherin TauzieherinTauzieherin

    Nicht zu Danken!!! GERN GESCHEHEN!!!

  • 5
    Antwort von altun altun

    Liebe Sternenmami,

    ich weiß nicht, was Du tun sollst und ich möchte dir auch nicht raten. Ich kann Dir sagen, was ich tun würde. Seitdem ich vor Jahren das letzte Mal auf einer Beerdigung war, bin ich völlig sicher. Ich tue etwas für die Menschen, solange sie leben. Herzlich, altun

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort!

    Also ich tu genug für die Menschen, solange sie noch leben. Da brauche ich absolut kein schlechtes Gewissen haben. Trotzdem bin ich normalerweise ein Mensch, für den es selbstverständlich ist, einen nahestehenden Menschen auf seinem letzten Weg zu begleiten, nur geht es mir halt momentan auch nicht so gut.

    Ich werde Dienstag entscheiden, was ich mache, aber da ich mich momentan sowieso keine zwei Meter auf den Beinen halten kann, wird die Entscheidung wahrscheinlich schon feststehen.

    Kommentar von altun altun

    Ich zünde heute eine Kerze für Dich an als Ausdruck all meiner guten Wünsche für Dich LG altun

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen, vielen herzlichen DANK!!!

  • 5
    Antwort von ilknau ilknau

    Liebe Sternenmami. ICH würde hin gehen. Allerdings nur zum öffentlichen Teil und mich dann zurück ziehen, um der Freundin in Stille allein zu gedenken, denn es kann sein, dass du es einmal bereuen könntest, nicht da gewesen zu sein, und es wäre nicht mehr rückgängig zu machen. DER Gedanke bewog mich vor Jahren auch, zur Beerdigung eines absolut ungeliebten Opas zu gehen sowie, dass ich damit Größe zeige, denn alle wußten, was der mir an tat - mein Leben lang. Aber deine Freundin wüßte auf der anderen Seite auch, wie DU tickst und verstünde sicher, dass du aus genannten Gründen nicht erscheinst. DIR jedenfalls wünsche ich das Beste der Welt und, dass du die Situation, wie auch immer, meisterst, Gruß, ilk.

    Kommentar von ilknau ilknauilknau

    PS. Im Übrigen ein Zitat aus einem Lied der Ärzte: Laß' die Leute reden...

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Danke für Deine Worte.

    Ich finde es sehr gut, dass Du über Deinen Schatten gesprungen bist und zur Beisetzung Deines Großvaters gegangen bist ... das hier nur mal so nebenbei.

    Genau das ist auch der Punkt, der mir durch den Kopf geht ... werde ich es irgendwann bereuen, wenn ich nicht hingehe???

    Die Entscheidung ist wahrscheinlich schon gefallen, auch ohne, dass ich mir den Kopf darüber zerbrochen hätte, denn es geht mir körperlich leider überhaupt nicht gut und es würde sich bestimmt nicht gut machen, wenn ich auf der Beisetzung meiner Bekannten zusammenbreche.

  • 5
    Antwort von Lovleygirl007 Lovleygirl007

    höre nicht auf das getratsche von anderen und überlege was vorallem du machen würdest nicht die anderen aber natürlich kann ich nicht wissen wie verzwickt die angelegenheit wircklich ist

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort.

  • 5
    Antwort von Lamiacea Lamiacea

    Leg Dir zum zeitpunkt der Beerdigun einen akuten Infekt zu (Erkältung, Brechdurchdfall...) und erzähl dramatisch den wichtigsten Klatschtanten davon. Du würdest ja soo geren zur Beerdigung kommen, bist aber ansteckend und musst zu Hause bleiben... Die schwere Diagnose würde ich nur wenigen menschen erzählen, auch erst wenn Du mehr dazu weisst. Krankheiten verlaufen ja sehr unterschiedlich.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Danke für Deine Antwort.

    Lügen möchte ich aber eigentlich nicht.

    Über meine Erkrankung weiß ich schon eine ganze Menge, bekomme seit 3 Wochen Chemotherapie und seit zwei Wochen gehe ich täglich zur Bestrahlung. Daher brauche ich mir keinen Infekt zulegen, mir geht es auch ohne Infekt absolut bescheiden.

    Trotzdem ist es irgendwie das Letzte, was ich für meine Bekannte tun kann, aber leider kann mich niemand begleiten. Daher ja meine Angst!

  • 4
    Antwort von osmond osmond

    Hi, wie hättest Du es gerne gehabt, wärest Du zuerst gegangen? So handle auch. Gib der guten Bekannten die ihr zustehenden letzte Ehre. Tust Du es nicht, wirst Du es Dir Dein Lebenlang vorwerfen. Ich wünsche Dir die Kraft, das durchzustehen. Nimm ne Beruhigungspille, nimm ne Begleitung. Und: gute Besserung. Gruß Osmond

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen herzlichen Dank für Deine Antwort!

    Die Frage ist schon einen Monat alt und von daher nicht mehr aktuell. Trotzdem aber vielen Dank für die Antwort.

  • 4
    Antwort von First First

    Hallo Sternenmami, ich hoffe, dass es Dir wieder etwas besser geht und Du ev. auch schon wieder zu Hause bist. Ich habe heute Deine Seite gefunden und viele der Antworten - auch Deine darauf - gelesen. Insgesamt kann ich den meisten zustimmen; und auch ich möchte hier nochmals betonen: DU bist DU, genauso wie ICH ICH bin. Jeder Mensch ist einmalig, einzigartig und leider auch unvollendet. Wenn Dich auch ein schweres Schicksal getroffen hat, man darf sich niemals aufgeben und gerade in einer solchen Situation sollte man sein ICH an die allererste Stelle stellen. Wenn Du etwas nicht willst, sag es. Wenn Du etwas willst sag es auch. Es ist nicht vermessen oder gar überheblich oder egoistisch, wenn Du forderst auch am Leben in Deinem bescheidenem Maße teilhaben zu wollen. Natürlich muß man in dieser (Deiner) Situation auch darauf achten den letzten lieben Menschen in der Umgebung (Dein Mann und die verbliebenen "echten" Freunde) nicht zu überfordern. Ich möchte Dir hiermit MUT zusprechen und hoffe, dass Du auch weiterhin die Stärke hast Dein Leben zu meistern. Auch ein gesunder Mensch hat oft Zweifel und ist (trotz vieler Freunde) machmal ganz alleine und fühlt sich klein und hilflos. Ich komme wieder auf diese Seite, denn ich will hören dass Du dich wieder gefangen hast und Dir nicht mehr so viele Gedanken wegen den "Leuten" machst. Liebe Grüße

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen herzlichen Dank für Deine Antwort!

    Es stimmt, manchmal muss man an sich selber denken und genau das war das Problem, was ich in den letzten Tagen hatte (siehe meine vorletzte Frage über Leben und Tod). Meine Ärzte wollten eine andere Therapie als ich und es war nicht gerade einfach für mich, aber ich habe mich gegen die Meinung meiner Ärzte entschieden und auf mein Bauchgefühl gehört.

    Nein, ich bin noch nicht wieder zu Hause und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Ich halte aber durch und werde weiter kämpfen.

    Danke für die lieben Worte!

  • 4
    Antwort von grueneoli grueneoli

    Mach Dich nicht verrückt und steigere Dich nicht rein. Viele sind gestorben, aber viel mehr leben noch.!!!!!! Ausserdem mach was der Arzt DEINES VERTZRAUENS Dir rät und gkeichzeitig inform Dich alternativ. Wenn Du 'Dich rein steigerst, reagiert DEIN Körper und das macht dazu noch kopfkrank. .......Leute müssen nicht alles wissen und labern Dich noch weiter runter. Vergiss sie.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort!

    Die Beisetzung hat bereits gestern stattgefunden und zwar ohne mich, da ich inzwischen in der Klinik liege und um mein Leben kämpfe. Diese Entscheidung wurde mir abgenommen, aber ich war in Gedanken bei meiner Bekannten und sie wird Verständnis dafür haben, dass ich ihren letzten Weg nicht begleiten konnte.

  • 4
    Antwort von kartoffelsirup kartoffelsirup

    eine gute Bekannte von mir nach langer, schwerer Krankheit verstorben.<

    Hallo erst einmal!

    In deiner Erzählung lässt du leider wenig Interpretationsraum, da ich weder Einblick auf deine Krankheit bekomme, noch die Länge, bis sie zum Tod führt, noch weiß ich, wie GUT du mit dieser Freundin in Bekanntschaft warst.

    Wie du selber schreibst:

    inzwischen haben wir unsere wahren Freunde kennengelernt und das sind leider nicht sehr viele.<

    Gehört diese Freundin dazu? - Ich sage einfach einmal ja, weil dich dieser Fall sonst nicht so beschäftigen würde.

    Ich finde deine Geschichte, so weit es deine oberflächliche Erzählung zulässt, mit ein wenig Zudichtung selbstverständlich traurig, doch du widersprichst dich mehr oder weniger freiwillig deiner deiner eigenen Philosophie!

    Du schreibst Folgendes:

    sich die Leute anfangs enorm um einen kümmern, aus lauter Sensationslust[...]bis dann irgendwann überhaupt keiner mehr kommt.<

    Ist es nicht genau das Selbe, was du auch hier auslöst?

    Zuerst kommen die Menschen...alle wollen sie dir eine tolle Nachricht schreiben, weil deine Geschichte traurig ist und sie sich halbwegs damit indentifizieren können.
    Sie kennen dich allerdings nicht und auch, dass deine Frage in der Topliste erscheint, ist sicher ein Grund für die Vielzahl der Antworten.

    Leute schreiben hier Antworten, bekommen viele Daumen hoch und fühlen sich bestätigt.

    Ich möchte hier zwar nicht pauschalisieren, jedoch, was meinst du, wie viele dieser Menschen es interessieren wird, wenn deine Frage von der Liste verschwindet, ob du wirklich hingegangen bist, ob du es gelassen hast und ob du überhaupt noch lebst.

    Es klingt hart, doch erinnere dich, wie du selbst feststellen musstest, wie kalt die Gesellschaft ist!

    Geht es hier bei den Antworten um dich oder geht es darum, dabei gewesen zu sein?

    Ebenfalls häufig muss ich hier lesen:

    Und dabei solltest Du in erster Linie an Dich denken, und nicht an das Gerede der Leute. <

    Entschuldigung an dieser Stelle, dass ich zitieren muss.

    Genau soche Zitate machen die Situation doch zu der, wie sie ist!

    Die Gesellschaft denkt fast NUR an sich.

    Keiner interessiert sich für den Anderen...nun macht dir dein Konflikt zwar große Sorgen, doch warum stellst du dich in deiner Frage gegen die Gesellschaft, wenn du Pro-Gesellschaftliche-Handlungen tolerierst?

    Ein eindeutiger Widerspruch, den ich ein wenig seltsam finde oder du hast nicht gründlich darüber nachgedacht.

    • Kann es dir nicht TOTAL egal sein, was die anderen denken?
    • Kann es dir nicht TOTAL egal sein, ob die anderen über dich beim Kaffee-Klatsch reden?
    • Kann es dir nicht TOTAL egal sein, wie der Strom schwimmt?

    Du sollest umbedingt diesen emotionalen Gang machen.
    Tod sind die Menschen, die sich keinen Emotionen aussetzen.

    Willst du nicht leben?

    Klar, dein Konflikt setzt dich zwangsweise Emotionen aus, allerdings bestätigst du NICHT deiner Selbstbeschreibung im Profil...dort steht:

    Im September 2011 wurde bei mir leider eine schwere Krebserkrankung diagnostiziert und seitdem läuft mein Leben unter dem Motto "Stets kämpfen, niemals aufgeben und das Leben so gut es geht genießen!" <

    Btte? - NIEMALS aufgeben?

    Tut mir Leid, aber das tust du, wenn du nicht hingehst!

    Du widersprichst dich ständig und das zeugt von allgemeiner Unsicherheit.

    "Erforsche deine Gefühle junger Skywalker"

    Diesen Zitat kennst du sicherlich, doch tust du es nicht.

    Gerade weil du so wenig gute Freunde in deinem Leben gewinnen konntest, solltest gerade DU hingehen, da du dann selbst eine gute Freundin bist und warst.

    Solltest du anfangen zu weinen, sollten dich deine Emotionen im Bann haben, wenn du erst einmal dort bist....na und?

    Weine, weine immer wenn du kannst, denn es wird dich befreien!

    Wem bringen aufgestaute Gefühle und Emotionen?

    Lasse alles raus...lebe deine letzten Momente nicht in Zweifel..
    eventuell wirst du dich schlecht fühlen, wenn du nicht hingehen wirst, Anzeichen dazu gibst du jetzt schon.

    Jeder Mensch hat Emotionen und es ist nur menschlich, diese auch zu zeigen.

    Nur, weil die Gesellschaft erkältet ist, musst du diese Krankheit nicht tolerieren.

    Folge deinem Motto:

    Sei STARK und gib NEMALS auf.

    Wie bereits "Fjodor Michailowitsch Dostojewski" sagte:

    Tränen reinigen das Herz.<

    Geh hin, schäme dich für nichts und erweise deiner Freundin die letzte Ehre.

    Warum interessieren dich andere, wenn du wahre Freund hast?

    Menschen, die in einer Scheinwelt leben, haben im Gegensatz zu dir keine!

    Ich wünsche dir wirklich alles Gute und denke darüber nach, was ich gesagt habe.

    Nur weil ich keinen prototypischem Text verfasst habe, habe ich deshalb weniger Recht?

    Auf Heuchler kannst du und auch ich verzichten.

    Werde bitte kein Teil der Gesellschaft, die du so verhöhnst!

    Liebe Grüße kartoffelsirup :)

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort!

    Leider hast Du scheinbar meine Kommentare in den Antworten nicht gelesen, denn sonst wüsstest Du, dass ich inzwischen wegen meines Gesundheitszustandes im Krankenhaus liege und ich NICHT zur Beisetzung (die heute war) gehen konnte.

    Ich wäre definitiv zur Beisetzung gegangen, wenn ich es denn gesundheitlich gekonnt hätte. Ich konnte aber nicht und gerade, weil sich dies in den letzten Tagen angekündigt hatte, habe ich diese Frage hier gestellt. Ich wollte wissen, wie andere darüber denken.

    Du schreibst extrem fachlich und extrem analysiert. Ehrlich gesagt mag ich selber es nicht so, dass absolut jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird, aber egal ...

    Meine Frage ist schon mehrere Tage alt und trotzdem kommen noch täglich sehr nette Antworten, viele haben ihre Freundschaft angeboten und erkundigen sich auch weiter nach mir. Ein Zeichen für mich, dass durchaus nicht alle Menschen so sind, dass sie nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" handeln. Ich finde sehr nett, dass sich die Menschen auch Gedanken darüber machen, wer hinter dieser Frage steckt und ihnen das Schicksal desjenigen nicht egal ist.

    Mir ist völlig klar, dass die Resonanz nachlassen wird und auch das Interesse an meiner Person. Ich habe die Frage auch ganz sicher nicht gestellt, um hier Freunde für´s Leben zu finden, sondern weil ich nach der Todesnachricht einfach Angst hatte.

    Ich denke, in anbetracht der Anonymität, die hier herrscht, habe ich schon eine ganze Menge von mir und meiner Erkrankung preisgegeben und mehr möchte ich hier in einer öffentlichen Frage auch nicht preisgeben. Dafür sind dann persönliche Kontakte geeigneter, um näher auf die Einzelheiten einzugehen.

    Es mag durchaus sein, dass ich mir in vielen Dingen widerspreche, aber 1. ist es noch nicht so lange her, dass ich die Diagnose bekommen habe, 2. stehe ich unter dem höchsten Einfluss vieler Medikamente, so dass mein Denkvermögen natürlich getrübt ist und 3. fahren meine Gedanken seit Wochen "Achterbahn", was glaube ich mehr als verständlich ist. Das würde mit Sicherheit niemandem anders gehen.

    Was Du zu den Emotionen schreibst ... ich habe absolut überhaupt kein Problem damit, wenn ich bei Beisetzungen oder auch anderen Gelegenheiten in Tränen ausbreche. Weshalb sollte ich meine Gefühle verstecken??? Ich brauche mich doch nicht für ehrliche Gefühle schämen!!! Nee, also da habe ich überhaupt kein Problem mit.

    Ich glaube nicht, dass man einen nicht erfolgten Gang zur Beisetzung als "AUFGEBEN" bezeichnen sollte. Natürlich wäre es mir wichtig gewesen, zur Beisetzung zu gehen, denn wäre es nicht so gewesen, hätte ich diese Frage hier gar nicht stellen müssen. Trotzdem gibt es Zeiten im Leben, wo man einfach mal an sich selbst denken muss und dann Prioritäten setzen muss und letztendlich hat mein Körper jetzt für mich entschieden. Deshalb habe ich aber noch lange nicht aufgegeben!!!

    Ich danke Dir für Deine Worte, spiegeln sie doch Deine persönliche Meinung wider. In vielen Punkten teile ich Deine Meinung, aber in einigen Punkten auch wieder nicht. Das sollte aber kein Problem sein, denn die Menschen sind nunmal unterschiedlich und das ist auch gut so!!!

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami
    Nur weil ich keinen prototypischem Text verfasst habe, habe ich deshalb weniger Recht? 
    

    Kann es sein, dass auch Du ein sehr unsicherer Mensch bist? Du gehst ja schon, bevor ich auf Deine Antwort reagiert habe, davon aus, dass ich sie abwerte. Genau das mache ich aber nicht, warum denn auch? Es ist Deine Meinung und die akzeptiere ich voll und ganz.

    Um Deine Frage zu beantworten: "Nein, Du hast NICHT weniger Recht!"

    Kommentar von kartoffelsirup kartoffelsirupkartoffelsirup

    Hallo! :)

    Leider scheint durch meinen doch lang geratenen Text nicht mein guter Wille durchgeblitzt zu haben.

    Kann es sein, dass auch Du ein sehr unsicherer Mensch bist? Du gehst ja schon, bevor ich auf Deine Antwort reagiert habe, davon aus, dass ich sie abwerte. Genau das mache ich aber nicht, warum denn auch? Es ist Deine Meinung und die akzeptiere ich voll und ganz.<

    Ich bin sicher, dass ich immer sicher bin...wenn ich diese schlechte Ausdrucksweise einmal anwenden darf.

    Du scheinst einige Punkte auch nicht komplett verstanden zu haben, doch ich möchte dir nichts vorwerfen, da du, wie du bereits erwähnt hast, unter starkem, medikamentösem Einfluss stehst.

    Ich bin NICHT davon ausgegangen, dass DU meine Antwort schlechter bewerten wirst.

    Der Zitat war lediglich eine Anprangerung, an die Gesellschaft.

    Es ging darum, dass es genau die Gesellschaft ist, die einen prototypischen Text tolerieren, und alles, was aus der Norm fällt wird strikt ignorriert.

    Es war nicht auf dich bezogen!

    Nein, ich gebe zu, dass sich meine Analyse lediglich auf deine Frage und den obersten Kommentar bezog, da du auch dort deine ausführlichste Stellungnahme bezogen hast.

    Ich würde alles zu wissenschaftlich angehen?

    Als Ratgeber möchte ich dir lediglich eine andere Sichtweise ans Herz bringen, da keinem Menschen ein Tunnelblick hilft, der sich aber schnell aus den Beiträgen hier herausfiltern könnte.

    Ehrlich gesagt mag ich selber es nicht so, dass absolut jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird, aber egal<

    Empfindest du Lebensmottos als Goldwaage?
    Nimmst du also deine eigenen Vorsätze nicht ernst?

    Auch hier bist du sehr unsicher.

    Es ist klar, dass es immer einen gewissen Speilraum gibt, der aber in einer solchen "verzwickten Angelegenheit", wie du so schön sagst, nicht zur Geltung kommen sollte.

    Ich appeliere lediglich an dir selbst..du sollst nicht vergessen, wer du bist und außerdem, sollst du dich nicht von anderen Menschen beeindrucken lassen, gerade weil du wahre Freunde hast, dein Leben sehr wahrscheinlich ans Ende neigt und DU nunmal ein Individium bleiben sollst.

    Ich kann nicht 100%ig urteilen, ob du ein widersprüchlicher Mensch bist, doch aus dem Texten, lässt es sich so interpretieren!

    Es ist klar, du hast die Frage gestellt, weil du ein ernsthaftes Problem hast, doch solltest du nicht, wie geraten, nur an dich denken - doch diese Räte beantwortest du lediglich mit einem "Vielen Dank"

    Mein Text ist zwar analytisch, doch er gibt dir wenigstens einen anderen Sichtpunkt, der dir helfen soll!

    Was bringen dir 1000sende "Das tut mir aber Leid" und "Mache nur das, was du für richtig hälst" ...wie stehst du denn danach da?

    Weißt du nach einem "Denke an dich", was du nun machen sollst?

    Nein...aber ich sagte ganz klar, dass du hingehen solltest!

    Ich wünsche dir eine gute Genesung, solange die noch möglich ist! :)

    Liebe Grüße kartoffelsirup :)

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Ich danke Dir für Deine Worte.

    Ich glaube, es gibt auch noch einen Zwischenweg. Natürlich hilft es mir nicht in dem Sinne, wenn jemand schreibt "Das tut mir aber leid", aber trotzdem macht es, dass man sich besser fühlt. Es gibt nicht nur ein "Richtig" und ein "Falsch" ... es gibt immer auch etwas dazwischen. Das weiß ich schon sehr lange, nachdem ich meine Kinder habe gehen lassen müssen. Sie haben mir beigebracht, nicht nur an das zu glauben, was ich sehe und das ist auch gut so.

    Du schreibst, dass sich mein Leben wahrscheinlich dem Ende neigt ... nein, also so leicht werde ich es mir und anderen nicht machen. Ich habe durchaus nicht vor jetzt das Handtuch zu werden. Ich werde diese Krankheit besiegen und weiterleben!!!

    Du brauchst Dir auch keine Gedanken darüber machen, ob ich evtl. die Absicht Deiner Antwort falsch verstanden habe ... NEIN!!! Ich habe die gute Absicht hinter der Antwort absolut erkannt, dies nur wahrscheinlich nicht deutlich genug zum Ausdruck gebracht. Ich habe durchaus gesehen, dass Du mir mit Deiner Antwort helfen möchtest und dafür danke ich Dir von ganzem Herzen.

    Nein, ich möchte nicht ein solcher Mensch werden, der immer nur dann für andere Menschen da ist, wenn er dafür auch etwas bekommt. Das finde ich fürchterlich. Ich bin ein Mensch, der immer dann glücklich und mit sich im Reinen ist, wenn er etwas für andere Menschen tun kann und ich bin der Meinung, dass es davon viel zu wenig Menschen gibt.

    ... und ja, ich bin sehr glücklich zu wissen, dass ich wirklich "wahre" Freunde habe, wenn es auch nicht viele sind. Es sind aber Menschen, die immer für mich da sind, ganz egal, was auch geschieht, es sind Menschen, die mich so nehmen, wie ich bin, ohne etwas dafür zu verlangen, und das zu wissen ist ein tolles Gefühl.

    Was die "Goldwaage" angeht, so meinte ich damit, dass ich nicht absolut jeden gesagten Satz von mir analysiere. Natürlich ist mir mein Lebensmotto wichtig! Das ist überhaupt keine Frage, denn ansonsten wäre es kein Lebensmotto!!!

    Ich sage nochmal vielen Dank für Deine offenen Worte und den kleinen Ausflug in eine andere Denkweise!!!

    Dir auch alles Gute!

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Habe mich oben verschrieben ... ich meinte "das Handtuch zu werfen" und nicht "das Handtuch zu werden". Ich stelle mir ein Leben als Handtuch dann doch etwas eigenartig vor ;-) , daher möchte ich lieber keines werden!!!

    Kommentar von kartoffelsirup kartoffelsirupkartoffelsirup

    Der Kommentar klingt schon wesentlich netter, danke! :)

    so leicht werde ich es mir und anderen nicht machen.<

    Diesen Satz habe ich nicht ganz verstanden, da du damit sagst, dass es Leute gibt, die quasi wollen, dass du aufgibst.

    Auch, dass du ein paar "wahre" Freunde in deinem Leben ergattern konntest ist gut, da man sagt, dass jeder Mensch lediglich 2-3 wirkliche Freunde hat.

    Du brauchst auch nicht zu Übetreibungen neigen, wie

    danke ich Dir von ganzem Herzen.<

    Ich würde dir keines Wegs böse sein, wenn du meine Meinung nicht umbedingt teilst.

    Mir ist beim Beantworten von Fragen lediglich wichtig, dass ich dem Menschen helfen konnte...ich brauche keine DHs oder eine Auszeichnung, da ich auch mit einem einfachen "Danke" zu Frieden bin, aus dem Grunde, dass ich weiß, dem Menschen geholfen zu haben.

    Ich will sicher kein Ruhm erlangen, denn sonst hätte ich schon längst meine Anonymisierung verschwinden lassen.

    GF ist ein tolles Forum, in dem man Geschichten aus aller Welt, verschiedenste Meinungen, Mengen an Informationen und nicht zu letzt die unterschiedlichsten Menschen kennenlernen kann.

    Mit jeder traurigen Geschichte, mit jedem Danke und mit jeder Reaktion bekommt man ein besseres Bild von der Menschheit und sammelt dementsprechend viele Erfahrungen.

    Ich danke dir ebenfalls, dass du dich meiner Antwort angenommen hast und dich damit beschäftigst!

    Ich weiß nicht, in wie weit man diese Krankheit wirklich bekämpfen kann oder ob es aussichtslos ist...doch es gab auch schon schwer kranke Krebspatienten, die optimistisch und fröhlich blieben und selbst aus einer aussichtslosen Krankheit die vollste Genesung erlangten.

    Dies wünsche ich dir selbstverständlich auch und gerade deshalb riet ich dir, dass du dir selber treu bleiben sollst, um glücklich zu sein!

    Glück ist der Sinn des Lebens...ohne dieses bringt der Rest nichts! :)

    Liebe Grüße kartoffelsirup :)

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank!

    Es ist aber KEINE Übertreibung, wenn ich aus vollem Herzen danke ... es ist einfach die Wahrheit!

    Ja, es gibt Menschen, die mich lieber tot als lebend sehen würden. Menschen, die immer von mir genommen haben, mir aber nie etwas gaben und als ich dann einmal, nur ein einziges Mal nach dem Tod meiner Kinder "Nein" gesagt habe, ist gleich ein riesiger Familienkrieg ausgebrochen, der viele Jahre lang mehrere deutsche Gerichte beschäftigt hat. Wir haben dadurch unsere Existenz und mein Mann seine Heimat und seine Familie verloren, auch wenn es sie eigentlich noch gibt. Für uns aber leider nicht mehr. Eine Familie tut einem sowas einfach nicht an und darüber sind wir sehr enttäuscht. Das ist aber eine andere, sehr lange Geschichte.

    Meine Krebserkrankung wurde leider, eben weil ich wegen der anderen Erkrankung mit hochdosiertem Morphium behandelt werde, sehr spät entdeckt. Ich hatte einfach keine Schmerzen. Die Prognose ist nicht die Beste, aber solange es Hoffnung gibt, werde ich kämpfen. Aufgrund meines körperlich sehr geschwächten Zustandes kann ich leider nicht so behandelt werden, wie es eigentlich nötig wäre, aber ich hoffe, dass auch die wesentlich leichtere Chemo und die täglichen Bestrahlungen ihre Wirkung zeigen. Momentan beraten sich die Ärzte und überlegen, ob es vielleicht besser wäre, mich für eine Weile ins künstliche Koma zu legen, damit ich mit den Nebenwirkungen einer stärkeren Chemo besser zurecht komme. Ich möchte es aber zunächst so versuchen, denn im künstlichen Koma kann ich selber nicht mehr kämpfen, kann nicht mit meinem geliebten Mann reden und bin eigentlich gar nicht da. Es wäre praktisch, als hätte ich schon jetzt aufgegeben und würde für eine Weile nicht mehr existieren (vielleicht sogar für immer, denn ich weiß nicht, ob mein Körper alleine diesen Kampf durchstehen würde). Davor habe ich Angst!!! Die ganzen letzten Jahre habe ich nur überstanden, weil meine Seele gekämpft hat. Mein Körper hat nie das gemacht, was ich wollte. Es war immer meine Psyche, die mich aufrecht gehalten hat. Wenn jetzt aber diese Psyche durch ein künstliches Koma ausgeschaltet wird ... nein, das finde ich nicht gut und ich glaube, ich würde mich dagegen entscheiden.

    Es ist nicht einfach, dieses Leben, aber es gibt immer wieder Momente die mir zeigen, dass es sich lohnt, auch für dieses schwerere Leben zu kämpfen.

  • 4
    Antwort von Sternenmami Sternenmami

    Ihr Lieben!!!

    Um Euch auch weiterhin auf dem Laufenden zu halten (da einige nachgefragt haben), hier die neuesten Infos:

    Leider hat sich mein gesundheitlicher Zustand in der letzten Nacht so verschlechtert, dass mein Mann sich doch gezwungen sah, den Rettungswagen zu rufen und jetzt befinde ich mich stationär in der Klinik. Bis morgen wird sich daran auch nichts ändern und somit wurde mir die Entscheidung, ob ich zur Beisetzung meiner Bekannten gehe, ganz von alleine abgenommen. Ich werde aber in Gedanken bei ihr sein und ich bin mir sicher, dass sie mich verstehen wird.

    Ich bin immer noch überwältigt von Eurer Anteilnahme an meinem Problem und Euren zahlreichen liebevollen Antworten. Nie hätte ich damit gerechnet, dass ich solch einen Zuspruch bekommen würde und Eure lieben Worte haben mir sehr geholfen und helfen mir auch immer noch, wenn sie mir natürlich nicht die Entscheidung hätten abnehmen können.

    Ich werde kämpfen und nicht aufgeben ... soviel verspreche ich Euch. Selbst wenn die Prognose nicht die Beste ist (leider wurde die Erkrankung erst sehr spät entdeckt) und ich nicht das schönste Leben habe, so hänge ich doch trotzdem an diesem Leben, denn es gibt Menschen, die mich lieben und die ich liebe und es gibt außerdem eine Menge, was ich gerne noch erleben möchte und auch erleben werde.

    Ich halte Euch, wenn Ihr möchtet, so ab und zu weiter auf dem Laufenden und wer weiß, vielleicht gibt es nochmal wieder einen Punkt, an dem ich Euren Rat benötige. Ich weiß ja jetzt, dass ich mich absolut auf Euch verlassen kann!!!

    Vielen herzlichen Dank dafür, dass Ihr mich so enorm unterstützt. Das ist einfach nur toll!!!

    Bis bald!!!

    Kommentar von HarryHirsch4711 HarryHirsch4711HarryHirsch4711

    Danke für Deine Infos.

    Dein Schicksal geht mir echt nahe...

    Gute Besserung!!

  • 4
    Antwort von wolpi wolpi

    die letzte Ehre zu erweisen. WARUM macht man das und WANN? Meine Mutter starb vor einem Jahr. Ich mag Beerdigungen nicht. Diese falsche zur Schu gestellte Trauer von einigen die dort hingehen. ES ist eine Angelegenheit die DU nur mit DIR ausmachen musst. Ehret die Lebendigen, den Toten ist es reichlich egal ! UNd lass dich mal vom ganzen Dorf a A l. denn wo sind die? Wenn Du jemanden brauchst?

    Konzentriere Dich auf DICH und DEINEM Mann. Lebe und Lächle für DIch und Ihn und für die Menschen die dir nahe stehen , auch in Zeiten wo es dir nicht gut geht.

    Alles andere ist echt egal. WÜnsche dir Kraft und gute Besserung. ACH ja : und die selbe Diagnose muss nicht der selbe Weg bedeuten.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Danke für Deine Antwort!

    Du hast in dem Sinne recht, dass auch ich es als fürchterlich empfinde, wenn die Menschen nur aus Sensationsgründen zur Beerdigung rennen, sich aber zu Lebzeiten so gut wie nie um den Verstorbenen gekümmert haben. Von diesen Menschen kann ich mich guten Gewissens distanzieren. Ich kümmere mich auch um den Menschen, wenn er noch am Leben ist, ich möchte halt nur nicht damit aufhören, wenn der Mensch verstorben ist, denn es ist nun einmal das Letzte, was ich für ihn tun kann.

    Andere Frage ... wer mag Beerdigungen??? Ich möchte mal einfach so sagen, dass niemand Beerdigungen mag. Ich hoffe es zumindest!!! Klar ist der Tod manchmal auch etwas schönes, wenn der Weg zu steinig geworden ist, aber trotzdem möchte ich behaupten, dass eine Beisetzung an sich von niemandem als angenehm empfunden wird. Würde mich zumindest doch sehr wundern!

    Die Entscheidgung, ob ich zur Beisetzung gehe oder nicht, wurde mir schon ganz von alleine abgenommen, musste ich doch leider vorige Nacht aufgrund meines Gesundheitszustandes stationär in die Klinik und werde auch bis morgen nicht wieder zu Hause sein.

    Ich weiß, dass dieselbe Diagnose nicht derselbe Weg bedeuten muss ... überhaupt keine Frage, war ich doch selber mal Krankenschwester. Trotzdem ist da definitiv eine Angst vorhanden, die sich auch nicht einfach so abschalten lässt.

    Danke für die Wünsche!

  • 4
    Antwort von kiniro kiniro

    Ich würde mich nicht groß um das Gerede von Leuten kümmern, mit denen ich wahrscheinlich eher wenig zu tun habe.

    Ich würde mich für das entscheiden, wofür ich an besagtem Tag in der Lage bin.

    Was bringt es sich evtl. dorthin zu quälen, nur damit die Herrschaften sich nicht das Maul zerreißen? Obwohl, Gründe dürften die dafür immer finden.

    Kommentar von Sternenmami SternenmamiSternenmami

    Vielen Dank für Deine Antwort!

    Die Entscheidung ist schon gefallen. Ich liege im Krankenhaus.

    Kommentar von djnikki djnikkidjnikki

    wie geht es dir? jetzt ist ja schon jänner. ich bin froh, dass es hier so viele herzliche, einfühlsame antworten gibt und niemand sich bemüßigt fühlt, sprüche zu klopfen. ich hoffe es geht dir gut und du hattest einen guten start ins jahr!?!?!?!?!!!!

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