Frage von seufzer33, 102

Brauche ich wirklich einen Freistellungsauftrag bei der Bank?

Habe ein Giro- und ein Depot-Konto bei meiner Bank. Bin verheiratet und meine Frau hat ein Girokonto bei einer anderen Bank.

Das mit dem Freistellungsauftrag obwohl schon so viel gelesen, blicke ich wirklich nicht richtig durch. Brauche ich das überhaupt? Und muss ich das jedes Jahr beantragen?

Also, ich habe bereits bei dem Kunden-Support bei meiner Bank angerufen doch die nette Damen an der Leitung konnte meine Frage auch nicht zufriedenstellend beantworten ob ich das brauche oder nicht.

Wer weiß tatsächlich Bescheid, OHNE dabei fach zu simpeln?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Christianwarweg, 53

Nein, du brauchst keinen Freistellungsauftrag.

Ohne Freistellungsauftrag werden allerdings Kapitalertragssteuern auf alle Zinsen (auch auf Centbeträge) fällig (25%).

Das ist im Prinzip auch kein Problem, weil du sie über die Einkommensteuererklärung wieder reinholen kannst (bis zu dem Betrag, der auch über die Freistellung abgedeckt wäre).

Es ist halt bequemer, einen Freistellungsauftrag zu haben.

Antwort
von ellaluise, 47

Auf Kapitalerträge muß man Steuern zahlen. Diese Steuern führt das Kreditinstitut direkt an den Staat ab.

Für den kleinen Sparer gibt es Freibeträge (801,- / Ehepaar 1602,-). Wenn man einen Kapitalertrag (auch bei Aktien möglich) von z.B. 150,- hätte, müsste man keine Steuern zahlen wenn man einen Freistellungsauftrag gestellt hat.

Mit dem Freistellungsauftrag weiß das Kreditinstitut das du dafür keine Steuern zahlen musst und führt sie nicht ab.

Für die korrekte Stellung bist du verantwortlich. D.h. stellst bei Bank A einen Freistellungauftrag für 200,- und damit werden die Erträge bis 200,- nicht besteuert. Wenn du 210,- Ertrag hast, werden Steuern für 10,- abgeführt.

Da Menschen ihr Geld an verschiedenen Instituten (Bausparkasse, Depot-Bank, Tagesgeld) haben können, müssen dann verschiedene Freistellungsaufträge gestellt werden. Der Freistellungsbetrag von 801,-/1602,- muß auf die verschiedenen Banken aufgeteilt werden.

Du kannst einen Freistellungsauftrag im Laufe des Jahres stellen oder ändern oder löschen. Die Banken haben da ihre Formulare. Ein Freistellungsauftrag gilt solange bis er geändert oder gelöscht wird.

Ich bin z.B. der Meinung, man stellt Freistellungsaufträge nur in der benötigten Höhe und verteilt nicht den ganzen Freistellungsbetrag wenn es nicht notwendig ist.

Vorteil: Ich stelle fest bei meiner Bausparkasse werden die Zinserträge höher und der Freistellungsbetrag reicht nicht, dann schreibe ich einfach bei der Bausparkasse einen neuen Freistellungsauftrag.

Wenn ich den größten Teil/restlichen Teil bei meiner Hausbank hätte, müsste ich auch dort den Freistellungauftrag ändern.

Für Girokonten braucht man keinen Freistellungsauftrag da es dort im Allgemeinen keine Erträge gibt. Bei Depot-Konto schon oder z.B. bei einem Bausparvertrag (bei der Bausparkasse).

Wenn dein Girokonto und dein Depot-Konto bei der gleichen Bank ist, stelltst du den Freistellungsauftrag bei der Bank. Wenn du in den vergangenen Jahren Erträge hattest und die Bank davon Steuern abgeführt hat, müsstest du eigentlich eine Bescheinigung erhalten haben.

Gezahlte Steuern mit nicht ausgenutztem Freibetrag können über die Einkommensteuererklärung wieder erstattet werden.

Antwort
von wilees, 36

Grundsätzlich ist es Dir für angespartes Geld freigestellt, ob Du einen Freistellungsauftrag erteilst oder nicht. Wenn Du einen solchen erteilst, bleibt er bis auf Widerruf gültig. Wenn nicht zahlst Du auf Deine Zinserträge Kapitalsertragssteuer / Abgeltungssteuer in Höhe von 25%.


Kapitalertragssteuer und Freibetrag – Ausnahmen

Für Zinserträge von Ihrem Girokonto oder einer anderen Sparform, bei
der Sie maximal ein Prozent Zinsen pro Jahr erhalten, brauchen Sie
keinen Freistellungsauftrag zu stellen. Die Zinsen werden automatisch
gutgeschrieben. Bausparverträge sind ein weiterer Sonderfall, für den
kein Freistellungsauftrag erteilt werden muss.

Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen in Deutschland grundsätzlich der Kapitalertragssteuer (Abgeltungssteuer).  Die hierauf entfallende Kapitalertragssteuer / Abgeltungssteuer kannst Du Dir, im Rahmen des Steuerfreibetrages, bei Deiner jährlichen Steuererklärung zurückholen.

Antwort
von kevin1905, 23

Brauche ich das überhaupt?

Nö, ist ja dein Geld.

Ihr könnt gemeinsam 1.602,- € pro Jahr steuerfrei durch Kapitalerträge einnehmen. Diese könnt ihr je nach Bedarf durch Freistellungsaufträge verteilen.

Macht ihr das nicht, ist die Bank verpflichtet ab dem ersten € Zinsen, realisierte Kursgewinne oder Dividenden 25% Abgeltungssteuer rauszuziehen und diese zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer ans Finanzamt abzuführen.

Um o.g. Sparerpauschbetrag geltend zu machen wäre dann die Abgabe der Anlage KAP notwendig, dann erhaltet ihr überzahlte Steuern zurück.

Antwort
von FragendesWeb, 34

Nicht zwingend!

Aber es hilft Dir dabei, gewisse Nachteile zu vermeiden.

Nämlich: Ohne diesen wird die Bank sämtliche Zinsgewinne usw. mit der Quellensteuer und dem Soli belasten, da sie davon ausgehen muß, daß Du den Sparerpauschbetrag von 801 bzw. 1602€ schon anderweitig ausgeschöpft hast.

Wenn Du & Deine Frau, wie schon geschildert mehrere Bankverbindungen habt, wo möglicherweise Zinsgewinne usw. anfallen, gibt es auch die Möglichkeit, der Bank den Freistellungsauftrag nur ür einen Teilbetrag des Sparerpauschbetrages auszustellen. Der Sahcverhalt wird auch in dem folgenden Link geschildert:

merkur-bank.de/online-bank/freistellungsauftrag/wissenswertes.html

Antwort
von Rolf42, 29

Wenn du Zinseinkünfte oder z.B. Dividenden (vom Depot) bekommst, ist ein Freistellungsauftrag sinnvoll, weil die Bank sonst bei jedem Kapitalertrag Steuern abführt.

Für Verheiratete sind Kapitalerträge bis zu 1602 Euro pro Jahr steuerfrei, aber da die Bank nicht wissen kann, ob du vielleicht auch Geldanlagen bei anderen Banken hast, ist dazu ein Freistellungsauftrag zu stellen.

Kommentar von wilees ,

Für Dividenden gibt es keine Freistellung.

Kommentar von Rolf42 ,

Doch, gibt es.

Zitat http://www.finanztip.de/freistellungsauftrag/

Stellen Sie einen Freistellungsauftrag, damit die Bank keine
Abgeltungsteuer ans Finanzamt abführt, falls Ihre Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden, Gewinnen aus Aktien- und Fondsverkäufen unterhalb des freigestellten Betrags liegen.

Antwort
von AnnaStark, 28

Freistellungsantrag brauchst Du nur, wenn Du Zinsen einnimmst, also Sparguthaben oder Anlagen.

Aber was spricht dagegen, der Antrag kostet nichts, und einmal gemacht, hast Du ihn, muss nicht erneuert werden, nur wenn Du die Höhe ändern willst, weil Du z.B. auf zwei Banken Konten hast

Kommentar von seufzer33 ,

Danke dir erstmals für deine Antwort.

Wie hoch sollten denn die Zinsen sein, damit man auch sagen kann das es sich gelohnt hat diesen Freistellungsantrag zu stellen bei seineN BankEN ?

Kommentar von AnnaStark ,

Theoretisch lohnt es sich ab dem ersten Cent, denn wenn Du keine Freistellung hast, gehen 25 % gleich ans Finanzamt

Kommentar von wilees ,

Die man allerdings im Rahmen der Steuererklärung erstattet bekommt.

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