Frage von Luca2698, 139

Brauche ich eine Anmeldung für einen Organspenderausweis?

Ich habe gehört, dass man den Ausweis online ausdrucken oder in der Apotheke bekommen kann. 

Muss ich danach irgendetwas mit meiner Versicherung absprechen, oder muss ich mich irgendwo offiziell anmelden, sodass man (neben dem Ausweis) erkennen kann, dass ich Organspender bin.

Danke für eure Hilfe!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Xboyunknown, 49

Ok, wir (14, Zwillinge) hatten gestern erst ein Referat über das Thema, deshalb können wir es jetzt wohl besonderst gut erklären :D :)

Also erstmal Nein du brauchst kein Anmeldung, ein einfacher Spenderausweis reicht, wenn du mindestens 14 bist, kannst du nein sagen, um zuzustimmen musst du mindestens 16 sein.

Bist du jünger entscheiden deine Eltern, dann sprich mit ihnen über deine Meinung.

Bevor du allerdings zustimmen solltest potentieller Spender zu sein, solltest du dich darüber informieren, was es für dich bedeutet im Ernstfall.

Der Ausweis in der Hosentasche könnte natürlich erstmal dafür sorgen, dass du im Ernstfall länger reanimiert wirst, also sie versuchen dich noch zurückzuholen, wenn für dein Gehirn eigendlich schon zu spät ist, damit du "spendest".

Allerdings könnte es auch sein, das einige wenige moralisch zweifehafte Ärzte, dich bei zu erwartendem Hirnschaden so behandeln, also deinen Hirndruck nicht mehr senken, deinen Angehörigen den Verzicht auf eine Lebesrettende OP mit den Worten "Er wird doch eh für immer schwerstbehindert bleiben" versuchen auszureden, oder aber es sind einfach nur emotionale Ärzte, in deren Meinung Koma nicht lebenswert ist, die dann, vielleicht sogar unbewusst, sich weniger Mühe um dich geben, weil sie sich unterbewusst Vorwürfe machen, nur noch ein "Wrack" zu retten,

Dieses Verhalten könnte dann dazu führen, dass du eher Hirntod bist, weil die meinen, lieber rettet wir Menschen mit deinen Organen, als eine wahrscheinlichen Wachkomapatienten.

Also ist es hier vielleicht klüger, den Ausweis Angehörigen zu geben, den ihn dann erst rausrücken, wenn die Diagnose feststeht.

Wo wir beim nächsten Thema wären, nämlich wie gestet wird

Man prüft dich nämlich auf deine Reflexe, das heisst, bei einer Schädigung sehr weit unten im Gehirn (du bist in deinem oberen Gehirn zuhause), könnte fälschlicherweise Hirntod rauskommen und die apperativen Tests, also die mit Maschienen sind nur optional in Deutschland.

In England oder so wärst du übrigens auch schon Hirntod, selbst wenn man weis, du bist noch "zuhause" und nur deine unteren Hirnbereiche sind kaputt, in DE kann das allenfalls als Fehler passieren.

Aber auch dem EEG Test kann man nicht vertrauen, der einzig (relativ) sichere Test dürfte der Blutflusstest sein, auf den solltest du (vorher das mitteilen) dringend bestehen.

Aber auch wenn du nun Hirntod wärst, dann bist du immernoch nicht Tod, nur halt du als denkendes Bewusstsein bist nicht mehr deinem Körper, welcher aber mit Beatmung weiterlebt.

Wir persönlich haben ja so unsere Zweifel an den Testmethoden, aber wenn der Hirntod so vorliegt, wie er in Deutschland festgelegt ist, also alle Nervenzellen im Gehirn abgestorben, dann bist du wirklich nicht mehr zu retten und wenn du es biologisch betrachstest, spräche nichts dagegen, deinen Körper aufzuschneiden und zu töten, denn er bringt dir dann nix mehr

(aber wie viele von den Hirntoten sind wohl nur per falschem Test Hirntot ?)

Glaubst du aber an die Seele und an eine nächste Welt, vllt sogar an Wiedergeburt, dann wird es schwierig. Dabei können wir dir auch leider nicht so gut weiterhelfen

Wenn es dann soweit ist zu spenden, dann wir dein Körper in den OP gefahren, das Rückenmark wird ruhiggestellt, du würdest von zwischen deinen Schlüsselbeinen bis zum Becken aufgeschnitten, mit Eiswasser aufgefüllt und dann würde Kaliumclorid in dein Herz gespritzt, damit es stehenbleibt und man es entnehmen kann. Danach würde der Rest rausgeräumt und verpackt.

Auf der anderen Seite rettet die Spende viele leben, es gibt viele, die sterben, weil es keinen Spender für sie gab, auch viele Kinder, denen man mit einer Spende sicherlich noch viele Extrajahre schnenken könnte.

Allerdings müssen die dann lebenslang Medis einnehmen, die das Immunsystem blocken, weil dieses die fremden Organe nicht annimmt.

GANZ WICHTIG ist es, dass du weist, das eine Patientenverfügung gegen Maschienen deinen Spendenausweis quasi aushebelt (is echt so), denn dann müsste man die Maschienen abstellen und du würdest innerhalb von 10 Minuten sterben.

Alles in allem ist Organspende ein sehr kompliziertes Thema und nicht zuletzt eine sehr persönliche Entscheidung.

Nun erzählen wir noch was zu uns, wenns dich interessiert:

Also wir sind wie gesagt 14 Jahre alt, bald 15, und eineige Zwillinge, Jungs und wir gehen auf ein Gymnasium.

Wir haben uns diese Frage ob wir spenden würden zwangsläufig gestellt, als wir unsere Referat zu dem Thema gemacht haben. Ob wir das dann tun würden, wissen wir noch nicht (hierzu muss man wissen, das wir fast gleich denken und uns vorgenommen haben das zusammen zu Entscheiden).

Wir für unseren Teil haben arge Bedenken an den Testmethoden, wenn einem von uns mal was passieren sollte, würde der andere auf jeden Fall darüber wachen, dass alles getan wird um ihn zu retten.

Naja, jedenfalls hat uns allein das Nachdenken über diese Frage ziemlich fertig gemacht, denn alleine der Gedanke einer von uns beiden wären nicht mehr da, hat dem jeweils anderen richtig harte psychische Schmerzen verpasst und uns mehrfach und stundenlang zum heulen gebracht und ehrlichgesagt quält und das immernoch :(

War und ist echt nicht schön für uns :(

Da wir eineige Zwillinge sind, würden wir natürlich sofort dem anderen ein Stück unsere Leber oder eine Niere spenden sollte es nötig sein, naja aber das ist ja klar :)

Ich hoffe, wir konnten dir weiterhelfen :),

und wir wünschen dir natürlich gaaaanz fest, das dir nix passiert und du möglichst lange gesund bleibst, dass du das Thema Organspende hoffendlich nieemals an dir erfahren muss.

(und wenns dich interessiert, unsere wir bekommen wohl wahrscheinlich ne Note im 2er Bereich für unsere Referat)

Und Sorry für die extreme Länge nochmal :(

Kommentar von cyracus ,

DH !! - so war also Euer Referat. - Die Länge Eurer Antwort ist doch voll okay, ist ja kein blabla, sondern angefüllt mit Inhalt und so formatiert, dass man es prima lesen kann.  ‹(•‿•)›

Kommentar von Xboyunknown ,

Naja, der ganze technische Teil zum Einbau, die Erklärung was spenbar ust und das Geschichtliche, sowie die meinsten Dinge zum Empfänger fehlen hier, aber die waren hier ja auch nicht gefragt

Aber im großen und ganzen JA :)

Danke fürs Lob :)

Kommentar von Luca2698 ,

Danke! Die Idee, den Ausweis meinen Eltern zu geben, finde ich echt gut, denn so können sie nach eindeutigem Hirntod zeigen, dass ich Spender bin und vermeiden es, dass ich "voreilig" behandelt werde

Kommentar von Xboyunknown ,

Eben :)

Denn man weiß ja nie, wie derjenige drauf ist, der einen behandelt.

Wir wissen zwar jetzt nicht wie alt du bist, aber je nachdem wenn du schon alleine wohnst, vielleicht sogar in einer anderen Stadt, es wäre doch schrecklich, dann irgendwann der Anruf bei den Eltern käme "In ein paar Stunden entnehmen wir ihrem Sohn die Organe..."

Es wäre auf jeden Fall schlimm, extrem schlimm.

Kommentar von Xboythehidden ,

He, wenns euch noch interessiert (ich hab nen neuen Account) wir haben am Ende doch ne 1- bekommen

Antwort
von drachenfreund, 53

Der normale Organspendeausweis reicht bislang ...

In Zukunft kannst Du die Angaben zur Organspende auch auf Deinem Krankenkassenkarten-Chip speichern (möglicherweise stehen die Daten im Netz und die Karte dient nur als Zugang, so genau weiß ich es nicht mehr, wie es geplant ist). Aber das dauert noch ein paar Jahre.

Antwort
von putzfee1, 49

Nein, es reicht vollkommen, wenn du den Ausweis ausfüllst, unterschreibst und möglichst immer bei dir trägst. Solltest du deine Entscheidung irgendwann ändern, kannst du ihn auch einfach zerreißen und entsorgen, ohne dich irgendwo zu melden.

Antwort
von cyracus, 18

Du beziehst Dich wohl auf die Gesetze in Deutschland. (In jedem Land gelten die jeweiligen Gesetze, auch für Touristen – dazu gleich mehr).

Irgendwo anmelden musst Du Dich nicht – nicht beim Zustimmen und auch nicht beim widersprechen.

In Deutschland gilt die eingeschränkte Zustimmungslösung, was bedeutet: Du kannst Dich dafür oder dagegen schriftlich aussprechen. “Eingeschränkt” bedeutet in diesem Zusammenhang: Wenn Du Dich gar nicht erklärst, werden Deine Angehörigen gefragt, was die glauben, was Du wolltest, wobei die Befragung durch trainierte Transplantationsbeauftragte durchgeführt werden, die die “Spendebereitschaft” erhöhen sollen.

Wie die diesbezüglichen Gesetze in Europa sind, siehst Du hier aufgelistet:

Gesetzliche Regelungen für die Entnahme von Organen zur Transplantation in Europa
http://www.theologe.de/organe1.htm

In Österreich zum Beispiel musst Du Dich in eine offizielle Widerspruchslösung eintragen lassen, wenn Du widersprechen willst, Eltern widersprechen für ihre Kinder, und ab dem 14. Geburtstag müssen die sich selbst in die Liste eintragen lassen. – Dies wissen die meisten Touristen nicht, und auch die meisten Österreicher wissen dies nicht, sondern sie glauben, es würde auch bei ihnen die Zustimmungslösung gelten, so wie bis 2012 in Deutschland.

Gesetze werden ja auch geändert. Die jeweils aktuelle Gesetzeslage zu diesem Thema erfährst Du von der Initiative

orgaNOs protection (google so, die Seite ist auf deutsch)

In dieser Initiative arbeiten weltweit Ehrenamtliche, und so ist man immer über die jeweils aktuellen Gesetze informiert, ob man sich in irgendwelche Listen eintragen lassen muss.

Kommentar von Mucker ,

Danke dafür, dass du so umfassend über das Thema informierst. Ich halte das für sehr notwendig, da Mediziner, Medien und andere  das leider meistens nur sehr einseitig tun.

Denen hat man offenbar einen Maulkorb verpasst !

Kommentar von cyracus ,

Denen hat man offenbar einen Maulkorb verpasst !

Ja, wie in Insiderkreisen bekannt, brichten davon ja Ärzte und Pflegepersonal.

Und noch schlimmer: Klinik-Personal wird sogar gezwungen, an EXtransplantationen teilzunehmen, wie hier ein Pfleger schildert:

Ich habe vor ca. 3 Wochen, die Teilnahme an einer Explantation als
OP-Pfleger, verweigert. Ich wurde zweimal aufgefordert, in den OP-Saal zu gehen, obwohl noch ca. 20 andere Schwestern und Pfleger in der Frühdienstbesprechung anwesend waren. Es ist von der OP-Leitung nicht gefragt worden, ob jemand freiwillig zur Explantation möchte.

14 Tage nach der Verweigerung ist meiner Bereichsleitungsschwester  eingefallen, daß es eine Arbeitsverweigerung sein könnte und meldete den Fall, der Pflegedienstleitung.

Daraufhin kam es zu einem Gespräch, mit dem Ergebnis, daß es Arbeitsverweigerung war.

weiter hier:

http://www.transplantation-information.de/hirntod_transplantation/hirntod_kritik...

Antwort
von AnonYmus19941, 62

Wenn du den Ausweis immer bei dir hast, dann musst du dich nirgendwo anmelden, die Versicherung erfährt davon sowieso nie etwas. Du kannst dich allerdings, soweit ich weiß, in irgendeine Liste schreiben lassen, nur falls du den Ausweis mal nicht dabei haben solltest, allerdings weiß ich jetzt nicht, wo genau...

Kommentar von cyracus ,

In Deutschland gibt es dafür keine Liste.

Kommentar von AnonYmus19941 ,

Ja ok, deswegen habe ich "soweit ich weiß" geschrieben.

Antwort
von amdros, 59

Die Krankenkassen haben doch vor geraumer Zeit jeden angeschrieben, meine KK hat es jedenfalls getan, vllt. fragst du mal bei deiner KK nach.

Kommentar von cyracus ,

Seit sich der damalige Bundesgesundheitsminister Bahr von der Transplantationsorganisation hat bearbeiten (und belohnen????) lassen und dafür sorgte, dass Mitte 2012 möglichst viele Bundespolitiker einer Gesetzesänderung zustimmen, sind die Krankenkassen verpflichtet, ihre Mitglieder so anzuschreiben, dass möglichst die "Spendenbereitschaft" erhöht wird. Sie sollen zwar "ergebnisoffen" informieren, aber das tun sie nicht (sollen es offenbar auch nicht). Sie "informieren" einseitig Richtung "Spendenbereitschaft", was auch vielfach kritisiert wird.

Von den Krankenkassen wird man also nicht umfassend zu diesem Thema beraten. - Dies wurde mir von einer Angestellten meiner Krankenkasse bestätigt. Und sie sagte mir, dass sie sich nicht traut, offen an ihrem Arbeitsplatz ihre Einstellung gegen die O-spende auszusprechen.

Antwort
von MuLiLoo, 51

Soweit ich weiß, nicht. Habe sogar in einer Schreibschrift mal Organspendeausweise zum Mitnehmen gesehen und auch Minderjährige dürfen ohne Weiteres Organspendeausweise ausfüllen und mit sich tragen. Frag am besten zur Sicherheit nochmal nach in der Apotheke

Kommentar von Mucker ,

Besser ist es, sich umfassend zu informieren !

Kommentar von cyracus ,

@MuLiLoo, richtig, es ist nicht erforderlich, einen Vordruck zu benutzen. Es reicht vollkommen aus, wenn man einen Zettel bei sich führt mit

  • Name
  • Geburtsdatum
  • Anschrift
  • Erlärung
  • möglichst Nennung der Person(en), die im Falle eines Falles benachrichtigt werden sollen
  • Datum
  • Unterschrift

so wie es auch hier in meiner ausführlichen Antwort an SaraWarHier auf ihre Frage

War ich zu voreilig mit dem Orgenspendeausweis?

https://www.gutefrage.net/frage/war-ich-zu-voreilig-mit-dem-orgenspendeausweis?f...

erklärt habe. - Es ist empfehlenswert, den Angehörigen, denen man vertraut und die befragt werden würden, ebenfalls die unterschriebene Erklärung zu geben.

Richtig ist auch,

dass 14-Jährige widersprechen dürfen und 16-J. zustimmen.

Antwort
von FoxundFixy, 34

 Es reicht wenn du das Ding im Portemonee hast

Antwort
von Sun96, 22

Nein musst du nicht. Du kannst den einfach ausdrucken oder abholen und in deinem Portmonee haben.

Antwort
von webya, 33

Der Ausweis reicht.

Antwort
von DercooleSupaman, 21

Nee, die brauchst du nicht.

Einfach nen Ausweis holen, ankreuzen und fertig.

Nein gilt ab 14 und Ja ab 16.

Aber vielleicht soltest du dich mit Thema noch etwas genauer befasen bevor du deine Entsceidung triffst.

Ich bin 13 und bis vor eina Woche wusste ich gar nicht, das es Organspende gibt, naja und alles so plözlich kann vielleicht zihmlich belastend sein für dich.

Auf jeden Fall schau nach, ob du mit dem Hrintodkonzept einverstaden bist, denn so 100% sicher ist es nicht.

Das hrintote noch leben wen man ihen die Organe rausschneidet ist klar, denn tote Organe taugen nix.

Wen du Spender sein willst, dan rate ich dir auf jeden Fall, mach das nicht über nen Ausweis sondern über ne Verfügung und halte für dich fest, dass du "auf einen längeren Testzeitraum bestehst" und "auf jeden Fall den Blutflusstest willst" und das sie "den Apnoetest erst ganz zum schluss machen sollen" denn der macht mehr kaputt als er bringt.

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