Frage von elevenmoons, 71

Brauche ich ein Gewerbe um selbst hergestellte Dinge bei Kleinanzeigen zu verkaufen?

Ich bin gerne kreativ und würde meine "Werke" gerne verkaufen, so als Hobby. Ich will damit nicht reich werden, aber ich denke ich könnte mir vielleicht etwas Taschengeld dazu verdienen. Nun frage ich mich aber, ob ich dafür ein Gewerbe anmelden muss. Erst einmal möchte ich nur probieren, ob es überhaupt Käufer gibt und ob es sich rentiert. Bei jedem meiner Werke handelt es sich umein Unikat, ich mache nichts zwei mal, produziere also nicht in Massen, aber wenn das funktioniert, möchte ich mehrere verschiedene Werke der gleichen Art verkaufen. So wie ein Maler-Künstler seine Bilder nur einmal malt, aber immer im gleichen Stil. Ich kenne mich damit nicht so sehr aus. Die Preise liegen denke ich Anfangs zwischen 20-80 Euro pro Stück. Wenns gut läuft möchte ich noch etwas höher gehen, aber dann würde ich auch ein Gewerbe anmelden.

Also nochmal zusammenfassend:

Ich möchte wenige selbst erstellte Objekte für jeweils maximal 80 Euro auf einer Plattform wie Ebay-Kleinanzeigen, Quoka etc. zum Verkauf anbieten. Dabei rede ich von erst mal ca 5-10 Objekten. Brauche ich hierfür schon ein Gewerbe?

Antwort vom Steuerberater online erhalten
Anzeige

Schnelle und günstige Hilfe für Ihre Steuerfrage. Kompetent, von geprüften Steuerberatern.

Experten fragen

Antwort
von kevin1905, 56

Ein Gewerbe wird nicht angemeldet aufgrund der Höhe des Gewinns oder des Umsatzes, sondern ob der Absicht Gewinn zu erzielen und einer wiederkehrenden selbständigen Tätigkeit nachzugehen (§ 15 Abs. 2 EStG).

Es handelt sich hier zwar um eine im weitesten Sinne künstleriche Tätigkeit, ob dieser aber auch die Bedingungen nach § 18 EStG erfüllt, würde ich nicht zwingend unterschreiben.

Fazit: Ja du musst höchstwahrscheinlich ein Gewerbe anmelden. Gedenkst du deine Werke online anzubieten?

Kommentar von elevenmoons ,

Erst mal nur online bei bekannten Kleinanzeigen-Webseiten. Je nachdem wie es sich verkauft vielleicht auch in einem Shop (eigener oder welche wie Dawanda etc), oder aber später vielleicht auch auf Flohmärtken. Das steht aber bislang alles noch in den Sternen und  wenns wirklich klappen sollte, ist noch ein bisschen Zeit bis dahin.

Kommentar von kevin1905 ,

Dann ist an der Gewerblichkeit kaum ein Zweifel mehr.

Lektüre für dich:

  • Umsatzsteuerrecht
  • Einkommensteuerrecht
  • Impressumspflicht (u.a. § 5 TMG)
  • Widerrufsrecht (§§ 312c ff BGB)
  • Sachmängelhaftung (§§ 433 ff BGB)
Antwort
von Owntown, 71

Du kannst ein Kleingewerbe anmelden damit darfst du meine ich einen Jährlichen Umsatz von mehr als 17.000 € nicht übersteigen damit darfst du auch ohne Mwst ausweisung kleingewerblich verkaufen. Und du kannst deinem Kleingewerbe einen Namen geben :)

Informier dich einfachmal über das Kleingewerbe bei Google

viel Glück.

Kommentar von ErsterSchnee ,

Es gibt KEIN Kleingewerbe!

Kommentar von Owntown ,

Umgangssprachlich wird es so genannt

http://www.gruenderlexikon.de/lexikon/kleingewerbe/

Kommentar von ErsterSchnee ,

Aus deinem Link:

Eine Rechtsform, welche Kleingewerbe heißt, gibt es in Deutschland gar nicht.

Kommentar von Owntown ,

Da hast du Recht!

Ich habe aber auch geschrieben "umgangssprachlich" was so viel bedeutet wie gebräuchlich. Leg doch nicht jedes Wort auf die Goldwaage.

Kommentar von kevin1905 ,

Umgangssprachlich wird es so genannt

Und genau das ist das Problem. Denn auch ein Freiberufler, der kein Gewerbe hat, kann Kleinunternehmer nach § 19 UStG sein oder eben regelbesteuert.

Kommentar von thetee99 ,

Ob sich das lohnt? Mann muss auch für ein Kleingewerbe neben der Einkommenssteuer, eine Gewerbe- und Umsatzsteuer zahlen.

Kommentar von ErsterSchnee ,

Du empfiehlst also Schwarzgeld und Steuerhinterziehung? 

Antwort
von Geochelone, 24

ich könnte mir vielleicht etwas Taschengeld dazu verdienen.

Du hast also eine Gewinnerzielungsabsicht ! Da du mehrere Sachen speziell zum Verkauf produzierst, bist du schon Gewerbetreibender. Und das ist keine Kunst, sondern Kunsthandwerk und eindeutig eine gewerbliche Tätigkeit, die du gemäß § 14 GewO von Anfang an beim Gewerbeamt anzuzeigen hast.

Umsatz- oder Gewinnfreibeträge gibt es im Gewerberecht nicht!

Antwort
von Yetiator, 48

Wenn du als Künstler arbeitest, dann kannst du das m.E. auch freiberuflich machen, musst dann aber die Einkünfte im Rahmen der Einkommenssteuererklärung auch erklären und dafür Steuern und Soli bezahlen. Dafür kannst du aber auch die entstehenden Kosten Gegenrechnen.

Kommentar von Geochelone ,

Das ist doch nicht zum Aussuchen !

Kommentar von Yetiator ,

Stimmt ... Und m.E. können Künstler, Journalisten und Lehrer Freiberuflich tätig sein ? Wenn ich falsch liege, dann berichtigen sie mich.

Antwort
von TimmyEF, 66

Versuche es erst mal als Privatverkäufer ob Du überhaupt etwas verkaufen kannst. Wenn Dein Geschäft läuft kannst Du ja ein Gewerbe anmelden

Kommentar von kevin1905 ,

Gibt es nicht.

Wer regelmäßig Sachen veräußert, welche nicht einst der privaten Lebensführung zuzuordnen waren (z.B. Keller oder Kleiderschrankinhalt ausräumen und auf dem Flohmarkt verticken) handelt immer gewerblich, wenn die Tätigkeit nicht der Land- und Forstwirtschaft (§ 13 EStG) oder einem freien Beruf (§ 18 EStG) unterliegen, da hier von Nachhaltigkeit und Gewinnerzielungsabsicht auszugehen ist.

Ob hier 15er oder 18er Einkünfte vorliegen hängt sicher nicht zuletzt davon ab, ob hier die Handwerklichkeit oder der künstleriche Aspekt überwiegen.

Es liegt Regelmäßigkeit vor und auch eine Gewinnerzielungsabsicht.

Kommentar von Geochelone ,

Das ist eine Aufforderung zu ordnungswidrigem Verhalten. Der fragende will sicherlich wissen, wie es richtig ist.

Antwort
von issygo, 33

Wenn die Objekte gebraucht sind brauchst du kein Gewerbeschein

Wenn die Objekte neu sind und du verkauft viele von diesesn Produkte brauchst du einen Gewerbeschein.


Ein Gewerbeschein kostet nicht viel, wenn es hoch kommst 25 Euro davon musst aber für jedes Artikel was du verkauft hast 19% Steuer abführen an den Staat.

Du darfst im Jahr nur einen Umsatz von 17.000 Euro haben.

Du musst auch eine jährliche Bilanz für Finanzamt machen.

Vorraussetzung du bist auch 18 Jahre alt.


Für jeden Produkt führst du 15,20Euro an den Staat


Kommentar von ErsterSchnee ,

Daran ist so ziemlich ALLES falsch... :-(

Kommentar von kevin1905 ,

Wenn die Objekte gebraucht sind brauchst du kein Gewerbeschein

Falsch. Grammatikalsich und inhaltlich. Frag mal Gebrauchtwagenhändler ob die einen Gewerbeschein haben.

Wenn die Objekte neu sind und du verkauft viele von diesesn Produkte brauchst du einen Gewerbeschein.

Ebenfalls nicht zwingend richtig. Gewerblichkeit hat nichts damit zu tun ob Sachen neu oder gebraucht sind. Lies doch mal § 15 EStG.

Ein Gewerbeschein kostet nicht viel, wenn es hoch kommst 25 Euro davon musst aber für jedes Artikel was du verkauft hast 19% Steuer abführen an den Staat.

Kleinunternehmern nach § 19 Abs. 1 UStG gefällt das nicht. Gewerbeschein kostet in der Tat Geld. Die 25,- € liegen auch ziemlich in der Mitte. Es ist aber gemeindeabhängig. Hier in MG kostet es 20,- €, mancherorts 30,- €.

Du darfst im Jahr nur einen Umsatz von 17.000 Euro haben.

Ich mach im Jahr etwa 150.000 bis 200.000,- € Umsatz. Und nun?

Damit widersprichst du deiner vorigen Aussage. Ich stelle mal richtig:

Wenn die umsatzsteuerpflichtigen Umsätze voraussichtlich 17.500,- € pro Jahr nicht überscheiten, ist man Kleinunternehmer und die Umsatzsteuer wird nicht erhoben. Man ist auch nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt. Man kann aber (§ 19 Abs. 2 UStG) zur Regelbesteuerung optieren. Das macht dann Sinn, wenn man mehrheitlich mit Regelunternehmern Geschäfte macht.

Du musst auch eine jährliche Bilanz für Finanzamt machen.

Bilanzierungspflichtig ist, wer einen Umsatz von mehr als 500.000,- € oder einen Gewinn von mehr als 50.000,- € generiert, oder eine Kapitalgesellschaft (GmbH, AG, UG, etc.) führt.

Es reicht eine formlose Gewinnermittlung (Betriebseinnahmen - Ausgaben = Gewinn/Verlust)

Vorraussetzung du bist auch 18 Jahre alt.

Spaghetti Prinzip. Wenn man genug Müll schreibt ist ab und zu auch mal was richtiges dabei. Das hier war das Richtige, nebst den Kosten für die Gew-Anmeldung!

Für jeden Produkt führst du 15,20Euro an den Staat

Wo kommt denn die Zahl her?

Nochmal: Umsatzsteuer wird nicht erhoben, wenn nicht optiert wird.

Und geschuldet wird dem Finanzamt, bei Regelbesteuerung, die Differenz aus eingenommener Umsatzsteuer und ausgelegter Vorsteuer.

Beispiel:

  • Wareneinkauf für Netto 100,- € zzgl. USt. 19% = 119,- € Brutto
  • Verkauf für Netto 200,- € zzgl. USt. 19% = 238,- € Brutto.
  • Dem Finanzamt geschuldete Umsatzsteuer: 38,- € - 19,- € = 19,- €
Antwort
von ErsterSchnee, 60

Ja, brauchst du.

Antwort
von Militaerarchiv, 60

Soweit wie dein Steuerfreibetrag.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community