Frage von LisaSkywalker, 70

Brauche Hilfe. Ich kann nicht mehr. Hat jemand einen Rat?

Hi,

ich bin am Boden. Ich bin kurz davor meinem Leben ein Ende zu setzen. Ich sitze seit 2 Jahren zu Hause, da ich wegen einer Nervenkrankheit nicht arbeiten gehen kann- dabei bin ich unter 30. :( Arbeitsamt meint ich sei nicht vermittelbar.

Freunde habe ich auch nicht wirklich- die haben sich seit Beginn meiner Krankheit abgewendet- ist ihnen wohl unangehm mit mir in der Öffentlichkeit. :(

Ich kann und will so einfach nicht mehr weiter machen, es macht einfach keinen Sinn mehr. Jeden Tag die selbe Leere. Hobbys die ich früher mal hatte machen mir keinen Spaß mehr- alles kostet mich Überwindung. Alles ist so leer und ohne Freude- jeden Tag dasselbe- vollgepumpt mit meinen Medikamenten.

Antidepressiva habe ich früher schonmal genommen- verschiedene- die helfen bei mir überhaupt nicht außer dass sie mich ein bißchen müde machen. :(

Das einzige was mich bis jetzt noch am leben erhalten hat sind meine Eltern- ich will nicht dass sie wegen mir weinen- aber selbst dass hält mich bald nicht mehr ab, weil jeder Tag nur noch eine Qual ist. Was soll ich nur tun? Telefonseelsorge habe ich schon x-mal angerufen die konnten mir auch keine guten Tipps geben- nur "beruhigen Sie sich, machen Sie doch etwas Yoga" etc...diese Tipps sind leider nicht hilfreich für meine Situation. Ich stehe kurz vorm Abgrund- ich kann nicht mehr.

Was könnte ich denn jetzt noch tun?

Antwort
von EinNarr, 14

Schwierige Situation und meinen Respekt davor, dass du das bis hierhin gemeistert hast. Das verdient Anerkennung.

Die Möglichkeiten hängen immer ein Stückweit vom Wohnort ab. Eine Möglichkeit wäre es dich mit einem Arzt in Verbindung zu setzen und therapeutische Maßnahmen in die Wege zu leiten. Das ist aber denke ich keine neue Idee für dich. Therapeutisch bezieht sich in dem Falle nicht nur auf physische Aspekte, sondern in erster Linie auf die psychische Komponente.

Deine Krankheit und deine Gesamtsituation setzen dich einem enormen psychischen Druck aus und dieser trägt auch Früchte wenn du schreibst, dass du kurz davor bist deinem Leben ein Ende zu setzen. Das ist, es ist mir wichtig das zu betonen, keine Schande und nichts wofür du dich schämen musst. In einer solchen Lage, von der Psyche, in die Knie gezwungen zu werden ist keine Schwäche - das ist absolut verständlich.

Neben der nötigen therapeutischen Hilfe, kannst du dich auch mit dem Amt nochmal in Verbindung setzen und dich mal erkundigen, wie es mit Maßnahmen zur Rehabilitation aussieht. Die Agentur für Arbeit vermittelt auch weiter an verschiedenste Träger, die ausgelegt sind für unterschiedlichsten Bedarf. Gerade die großen Städte sind in diesem Spektrum gut aufgestellt und das Angebot ist breit gefächert. 

Über diesen Weg ergibt sich die Möglichkeit, dich wieder in ein Arbeitsumfeld einzubinden, welche an deine Bedürfnisse angepasst ist. Du bist dort mit Menschen zusammen, die ähnliche Krankheitsbilder haben wie du beziehungsweise ebenfalls "ihr Päckchen zu tragen haben" darüber kannst du vielleicht auch neue soziale Kontakte für dich erschließen und dein Alltag wird gefüllt. Aus meiner Erfahrung heraus, sind diese Maßnahmen eine schöne Möglichkeit, die man in Anspruch nehmen sollte sofern es denn angeboten wird. 

Bis dahin - therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Das ist wichtig, um dich auch psychisch wieder auf einen grünen Zweig zu bringen und dir eine Möglichkeit zum reden zu geben. Wenn du einen Ansatz für die Suche brauchst, dann mache dich einfach bemerkbar. Weiterhin bei der Agentur für Arbeit informieren, wie es um Rehaangebote steht. 

Falls es nicht schon längst geschehen ist, hast du auch ein Anrecht darauf einen Schwerbehindertenausweis beantragen zu können und diese damit Anerkennen zu lassen - mit einer Nervenkrankheit steht dir das zu. Das klingt immer schlimmer als es im Endeffekt ist, dabei ist es nur eine grüne Karte - dir wird also kein Stempel aufgedrückt, den jeder sehen kann. Allerdings öffnet dir diese Ausweis Tür und Tor zu gewissen Angeboten. Dein Leben wird dadurch keine 180° Wendung hinlegen, jedoch ist es besser als nichts.

Zu guter Letzt. Du bist kein Mensch zweiter Klasse und auch nicht peinlich. Peinlich sind die, die pöbelnderweise mit ordentlich einem im Tee durch die Straße marodieren. Das ist peinlich. Eine Krankheit sicherlich nicht. Sie macht dich nicht zu einem anderen Menschen, außer du lässt es zu, lässt dir jeden Spaß nehmen und dich an den "Rand des Abgrunds" treiben. Halte den Kopf, so ungemein schwer es ist, noch eine Weile über Wasser und schöpfe deine Optionen ab - wer weiß schon was sich daraus ergibt und sterben kann man im Prinzip immer, da lohnt die Eile nicht. 

Ich wünsche dir für deine Zukunft nur das Beste. Hoffentlich bekommst du ein paar positive Resonanzen.

Liebste Grüße.

Antwort
von Ninni381, 9

Hi Lisa! Das ist eine harte Geschichte, und deine Situation tut mir sehr Leid. Ich beginne einfach mal damit, dass du wirklich gar nichts darauf geben solltest, was das so genannte Jobcenter denkt. Würden die Damen und Herren auch nur ansatzweise dazu in der Lage sein, ihren Job zu machen, dann wären sämtliche Online-Stellenbörsen nicht derartig mit privaten Arbeitsvermittlern überschwemmt. Denen wird dann übrigens pro Vermittlung von Seiten des JC ein nettes Kopfgeld gezahlt...

Nun ist natürlich die Frage, was du gelernt hast, und inwieweit du faktisch eventuell doch arbeiten gehen könntest. Die Entscheidung, was möglich wäre,  hat dabei definitiv kein JC-Agent zu treffen, sondern nur deine Ärzte und du selbst. Mir ist spontan eine Home Office-Tätigkeit eingefallen, so dass du von Zuhause aus arbeiten könntest. Leider kenne ich mich damit nicht aus, aber du könntest ja einfach mal kucken:-)

Wenn dir irgendeine Arbeit lieber ist als Zuhause zu sitzen, möchte ich zumindest ganz verhalten das Call-Center ansprechen. In Outbound (du rufst Leute aktiv an und verkaufst irgendwas, oder du führst Umfragen durch) wird eigentlich immer gesucht, und der Job ist körperlich gar nicht belastend. Ich selbst habe es mal superkurz versucht, und mein Ding war es nicht- doch ohne Alternative hätte ich dem Job wohl doch etwas länger eine Chance gegeben.

Was deine Freunde angeht- vielleicht haben sie wirklich nur gewisse Hemmungen und sind total unsicher, wie sie mit deiner Krankheit umgehen sollen. Mir persönlich hilft es, solche Berührungsängste zu überwinden, wenn jemand mir offen seine Situation erklärt und ich notfalls auch Fragen stellen darf. Danach weiß ich, woran ich bin, und kann mit meinem Gegenüber normal umgehen. Auf diese Art habe ich einiges über taubstumme Menschen, das Asperger Syndrom, Depressionen und bipolare Störungen lernen dürfen.

Unbedigt möchte ich dich bitten, mit deinen ganzen Medikamenten zu EINEM Neurologen zu gehen, und diesen einmal darüber schauen zu lassen. Es passiert leider viel zu oft, dass verschiedene Ärzte unabhängig voneinander fleissig Pillen verschreiben, und letzten Endes würde ein Bruchteil des Cocktails völlig ausreichen.

Zum Abschluss fände ich es toll, wen du mal ganz in Ruhe darüber nachdenkst, versuchsweise in eine Selbsthilfegruppe zu gehen. Mit dem Problem nicht allein zu sein, sich über Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig motivieren zu können, stelle ich mir sehr befreiend vor. Außerdem musst du dich dort nicht rechtfertigen oder groß erklären, sondern kannst einfach genau die Lisa sein, die du jetzt bist. Von Herzen alles Liebe und ganz viel Kraft wünsche ich dir, und bitte gib nicht auf.

Antwort
von SamOthy, 17

Du brauchst einen Szenenwechsel.

Wenn du in der Stadt wohnst, auf ins Land.

Wenn du auf dem Land wohnst, ab in die Stadt.

Eine neue Umgebung zwingt dich dazu deine Vergangenheit zu vergessen, es kommen neue Herausforderungen auf dich zu und du bekommst wieder Erfolg alleine dadurch, dass du dich dieser neuen Situation stellst.

Du hast geschrieben deine Freunde haben sich von dir aufgrund deiner Nervenkrankheit abgewandt und anscheinend warst du ihnen zu peinlich. 

Dazu möchte ich sagen, dass diese Menschen keine Freunde waren Und du dir auch kein guter Freund bist, denn du machst dir und deinem Körper viele Vorwürfe wegen der Krankheit.

Versteh mich nicht falsch, das ist ganz natürlich, doch ich habe das Gefühl das du leben willst. Dafür musst du dir selbst wieder ein Freund sein, deinem Körper diese "Schwäche" vergeben.

Sieh deine Krankheit als eine Art "Tests des Lebens" an, immerhin merkst du ja, dass die einzig andere Alternative der Tod ist.

Und damit wärst du bei dem "Test" durchgefallen und musst ihn immer und immer wieder widerholen.

Lerne für den Test, Beweise dir und der Welt, dass du dich nicht davon weiter herunterziehen lässt. DU sollst gewinnen, nicht der 'Teufel' in Form von Resignation-》Depression -》Aufgabe.

Die ersten beiden Wörter stehen fest und sind unverrückbar, doch das Letzte gibt dir immer wieder die Möglichkeit zwei verschiedene Wege zu gehen.

Der eine Weg macht eine Biegung und führt immer und immer wieder an den Anfang. 

Der andere erkennt die Bedeutung uns führt in neue Gebiete, damit neue Aufgaben, damit neue Ziele und damit neue Erfolge.

Ich weiß nicht welche Krankheit dir gerade so zusetzt, doch ich weiß, dass ein Mensch mit dem unbedingten Willen zu leben unglaublich wundervolle Dinge vollbringen kann und wird.

Du bist einzigartig, sei dir dessen bewusst.

Antwort
von einfachichseinn, 6

Wie wäre es wenn du dir mal professionelle Hilfe suchst!

Also einen Psychotherapeuten aufsuchen.

Daneben könnte es vielleicht helfen, wenn du dir eine Selbsthilfegruppe suchst. Du wirst vermutlich nicht die einzige sein, dieses Krankheit hat.

Solche Gruppen unternehmen auch öfters mal Sachen zusammen. So eine shg sitzt nicht nur in Kreis und redet über all das, was die einzelnen Teilnehmer betrübt.

Antwort
von Spuky7, 12

Geh zum Therapeuten. Oder in eine psychiatrische Klinik. Bist du akut suizidgefährdet, geh in die Notfallambulanz einer Psychiatrie. Geh zum Hausarzt, zum Nervenarzt usw. Ansonsten geh raus und unternimm was. Geh in die Stadt unter Leute. Was interessiert dich noch? Das mach mal. Beantrage Rente, wenn nötig.

Antwort
von WastedYout, 3

DAS IST ALLES NUR REIBE THEORIE UND SOLL NIEMANDEN ANSTIFFTEN. Halte dir vor Augen was du noch tun kannst und was  du noch hast danach musst du entscheiden ob es sich noch lohnt zu leben.

Antwort
von neeleKL, 38

Ich würde mal zu einem Psychologen

Antwort
von huldave, 23

Was sagt denn dein Psychiater dazu

Hast schon mal darüber nachgedacht in eine psychosomatische Klinik zu gehen

Antwort
von Oguhataproblem, 1

Wie geht es dir zur zeit?

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