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Brauche Hilfe für die Vergesellschaftung eines scheinbar verhaltensgestörten Meerschweinchens

Frage von JotBe JotBe

Herkules ist von klein auf mit seiner Freundin Speedy zusammen gewesen. Jetzt, nach fünf Jahre, ist Speedy nach einer Operation in der Tierklinik gestorben und damit Herki nicht vereinsamt, möchten wir ihn mit einem weiteren Meerli vergesellschaften.

Wir haben es zuerst mit einem 6 jährigen Kastraten versucht. Dann mit einer ca. 4 jährigen Meerli-Dame.

Beide Male fiel Folgendes auf:

Die beiden anderen Meerlis haben ihn jedes Mal aufs Äußerste gejagt und massiv angefeindet und versucht, bei ihm aufzureiten. Ich weiß, so was ist normal, um die Rangordnung festzulegen.

ABER

Herki bringt zwar sein Hinterteil in Sicherheit, versucht seinerseits aber nicht, aufzureiten und sich so zu behaupten. Er verteidigt in keinster Weise sich oder sein Revier, zeigt keinerlei Agressionen. Er lässt sich überall wegjagen und verteidigt sich lediglich wenns zu dolle von dem anderen Tier wird. Oft bleibt er stocksteif stehen und fängt ganz kläglich an zu „weinen.“. Auch, wenn das andere Tier dann weg ist, wirkt er total verstört und verängstigt und verkriecht sich.

FRAGE:

Kann es sein, dass er verhaltensgestört ist? Der TA meinte damals, dass er viel jünger wäre, als vom Züchter angegeben und er somit viel zu jung von der Mutter und den Geschwistern weggekommen ist. Und auch, wenn er bei mir eine Meerli-Partnerin hatte – hat er vielleicht nie das typische Sozialverhalten gelernt? Ich befürchte, dass er aufgrund seines sehr sanften Charakters, seiner Herzschwäche und seiner Verhaltensstörung jedem anderen Tier von vorne herein nicht gewachsen sein wird.

Wie kann ich ihm helfen, er soll doch einen neuen Partner bekommen und nach Speedys Tod nicht allein bleiben.

Ich weiß, dass man in Kämpfe um die Rangordnung nicht eingreifen soll, (habe einschlägige Fachliteratur zum Thema Vergesellschaftung studiert, aber nirgends was zu diesem speziellen Fall gefunden) aber Herki ist Herzkrank, ich habe Angst, dass er einen Herzanfall oder so was bekommt wenn er so massiv gejagt und verscheucht wird.

Wer hat Erfahrung mit verhaltensgestörten Tieren? Wer kann in diesem Fall Hilfe oder Rat geben?

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Antworten (5)

  • 11
    Antwort von Humpelschtilz Humpelschtilz

    Der is verwitwet un trauert um den Partner den er sehr geliebt hat un der sehr zu ihm passte. Muss also nich gleich verhaltensgestört sein sondern nur mit grosse Liebesfähigkeit un ein guten Gedächtnis begabt.

    Dis hatten wir auch ma bei ne Hündin. Die hat den Nachfolger ihres über alles geliebten Partners gehasst wie die Pest - es hat lange gedauert bis sie den nachher auch geliebt hat.

    Jedes Tierlein hat seine Gefühle. Dieser Herki is eben sehr auf seine vorherige Partnerschaft fixiert. Habt Ihr denn noch irgendwas von dem alten Partnerchen in der Wohnung - ich mein wegen Geruch - da hättet ihr den Neuen mit abreiben können.

    Ich hab die zwei Hundis anander gewöhnt indem die zuerst als Auseinandergesperrte immer auffe Decke von den andern schlafen mussten un jeden Abend wurden die Decken wieder umgewechselt. Vielleicht kannst dis so machen indem die immer abwechselnd in den Schlafplatz von den andern packst? Aber ich hab von Meerlis nich die Ahnung - vielleicht drehn die durch bei Schlafplatzwechsel? Mach iwas mit ne Geruchsgewöhnung vllt!

    Kommentar von Humpelschtilz HumpelschtilzHumpelschtilz

    un wenn ihn ne neue Partnerschaft aussuchst in Tierheim - denn beobachte doch ma die Gruppe in der dies zur Zeit lebt. Such NICH nach Deinen Geschmack mit Farbe un och wie süss - such den sanftesten den wo vllt. bischen einsam anne Seite sitzt den wo zuletzt an sein Futter geht nach alle andern..... der passt denn besser zu Herki als son Ranghohen wo vorher vllt. gewählt hattest.

    Gibt bei ALLE Säugetiere (auch Menschen) immer Sanfte die von sone Überstarken denn nur getreten werden aber mit andere Sanfte gleich glücklich sind.

  • 3
    Antwort von Veichan Veichan

    Prinzipiell ist eine so unterwürfige Art durchaus normal bei manchen Tieren. Trennst du die Tiere dann sofort wieder? Wenn ja, kann dort der Fehler liegen. Denn wenn es immer wieder abgebrochen wird, kann sich die Sache nie klären. Ich kann deine Angst bzgl. der Herzschwäche verstehen. Aber je öfter die VG abgebrochen wird, desto schwieriger wird es, sie durchzuführen, weil sich auf beiden Seiten sehr viel aufstaut.

    Was ich dir vorschlagen würde, wäre, ein weibliches (!) Jungtier dazuzusetzen. Normalerweise sollen Jungtiere nie mit Erwachsenen vergesellschaftet werden, aufgrund der Verletzungsgefahr für das Jungtier. Wenn dein Herkules aber von sich aus sowieso nicht angreift, wäre das eine gute Möglichkeit. So muss er sich nicht behaupten und die Jungtiere unterwerfen sich meist ohnehin. Am besten nehme diese Vergesellschaftung mit Hilfe einer meerschweinchenerfahrenen Auffangstation in Angriff, damit ihr sofort eingreifen könnt, wenn es schiefgeht. Ich denkte aber, dass das funktionieren dürfte. In Auffangstationen werden immer wieder Jungtiere geboren - lass dich dort mal diesbezüglich beraten.

    Kommentar von JotBe JotBeJotBe

    Zu früh haben wir eigentlich nicht eingegriffen - erst als Herki sich nicht mehr bewegt hat und nur noch geschrien hat. Da fängt das "Mutterherz" dann fürchterlich an zu bluten. Selbst auf dem Arm hat Herki noch sehr lange geweint und es hat einiges an Notfalltropfen bedarft, bis er sich wieder beruhigt hat. Wenn er danach das andere Tier nur von weitem gesehen hat oder sogar nur gerochen hat, ging das Weinen wieder los. Das ist doch nicht normal, oder? Aber den Tip mit dem Jungtier werde ich im Sinn behalten. Vielen Dank dafür

  • 0
    Antwort von naulet naulet

    ich würde einfach ein ganz junges weibchen kaufen. männchen sind dann doch zu aufdringlich..allerdings müsstest du dann natürlich entweder herkules oder das neue weibchen kastrieren/sterilisieren (oder wie auch immer :D) lassen, wobei ich nicht weiß ab wann man das vom alter der meeris her machen kann und ob überhaupt, wenn sie einen herzfehler haben. frag da am besten einfach deinen TA ! =)

    lg, naulet

  • 0
    Antwort von ursula39 ursula39

    Versuche es mit einem separaten Käfig , von dem er Blickkontakt mit der agressiven Nachbarschaft hat .

    So ist er nicht allein , und kann in Ruhe dem Treiben der Anderen zuschaun ......Dann kannst Du vielleicht nach einer Weile , eine erneute Zusammenführung versuchen .

    Kommentar von JotBe JotBeJotBe

    Das haben wir auch getan - um die Tiere schrittweise aneinander zu gewöhnen und dann auf neutralem Boden und unter Aufsicht zusammen gesetzt. Und troztdem... siehe oben

  • 0
    Antwort von Soulcancer Soulcancer

    Vielleicht solltest du erstmal googeln wie man Meerschweinchen vergesellschaftet... Man jagt sie nämlich nicht sofort aufeinander, das gleicht einem Hahnenkampf...

    Kommentar von JotBe JotBeJotBe

    Danke für den Kommentar - aber bitte meinen Text ERST LESEN, dann kommentieren. Ich habe ausführlich gegoogelt, Bücher gewälzt, mit Fachleuten aus Meerli-Auffangstationen gesprochen usw. Und die Tiere eben nicht sofort "aufeinander gehetzt". ...

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