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Brauche Hilfe bei Siegmund Freud- 3 Kränkungen?

Frage von Laila92 Laila92

Wie kann man die 3. Kränkung der Menschheit verständlich formulieren? Vielleicht so, dass das Handeln des Menschen nicht vernunftgesteuert ist?

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Antworten (1)

  • 0
    Antwort von kypros kypros

    Hallo,

    so lange Unklarheit darüber herrscht, was nun letztendlich Vernunft sein könnte, werden wir Menschen laufend neue Theorien lesen und hören können. Freud ist ja nur ein Einziger von Vielen. Das Bemühen um Klarheit, ist so alt wie die Menschheit selbst. Die Menschheit scheint am Ende ihrer Suche angekommen zu sein, wenn sie dieses selbsterdachte Ich einmal zurückstellt.

    Freud konnte sich in seinen Untersuchungen so weit zurücknehmen, daß es ihm möglich wurde, die Motivation des Menschen bis zu seinem Denken zurückzuverfolgen. Es ging dabei um das Individuum, welches sich nicht definieren läßt. Doch immer wieder fühlten sich Menschen dazu berufen, dieses selbsterdachte Ich ausfindig zu machen.

    Heute sprechen wir vom Ego-Bewußtsein, wenn wir dieses unbewußte Ich meinen, welches die meisten Menschen zu sein glauben. Hierbei geht es um das Denken an sich. Freud hatte das Denken als Ursache dafür ausgemacht, daß dieses ständige Denken-Müssen Realitäten erschafft, von denen das Denken selbst nichts weiß.

    Nicht nur Freud hatte dieses Angstgefühl zu ergründen versucht. Es geht hier um eine Angst, welche ohne ersichtlichen Grund oft urplötzlich auftaucht und den ganzen Menschen zu beherrschen scheint. Heute nennt man es eine Panikattacke. Der physische Körper reagiert so, als ob eine konkrete Gefahr bestehen würde. Dies ist aber keineswegs der Fall. Und die Betroffenen können sich ihr Verhalten nicht mehr erklären – Mediziner ebenfalls – nicht.

    Das nannte Freud – und nennt es immer noch – die Kränkung des Individuums. Wer hier an nur ein einziges Leben glauben kann, hat mit Sicherheit Schwierigkeiten bei der Ursachenforschung. Die Angst konnte nicht aus diesem derzeitigen Leben stammen, wenn es sich um Attacken in den frühesten Lebensjahren eines Kindes handelte. Diese Kränkung konnte nicht aus Erfahrungen resultieren, welche das Kind noch nicht erlebt haben konnte.

    Somit mußte es aus tieferen Ebenen des Bewußtseins stammen, und genau dort forschte Freud – nicht selten unter den mißtrauischen Blicken der Gegner seiner Forschungsarbeiten. Doch jeder Versuch, mit herkömmlichen Mitteln zu ergründen, was die Ursachen für diese Ängste sein konnte, liefen ins Leere.

    Doch immer mehr Mediziner sind der Ansicht, daß sich diese Ursachen im Denken befinden müssen. Angst läßt sich überwinden, indem sich das Denken selbst verändert. Doch dazu bedarf es der Mitarbeit des Patienten. Und jeder Therapeut weiß, wie schwierig es oft sein kann, das dem Menschen etwas bewußt wird. Viele Menschen haben sich bereits mit einer Krankheit identifiziert, und wollen diese Rolle nicht so leicht aufgeben.

    Das Ich-Gefühl ist krank, und es weiß nichts davon. Eine Kränkung des Individuums sitzt tief im Bewußtsein, und ihm wurde ein Ich-Gefühl unterlegt, welches der Mensch selbst selten als zu ihm gehörend erkennen kann. Die Analyse legt eine Ursache frei, welche durch Denkschichten überdeckt wird.

    Näheres hierzu findet man dort:

    http://www.philosophie3000.de/Verhaltenssteuerung/verhaltenssteuerung.htm

    Herzliche Grüße

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