Also grundsätzlich bin ich beim Aufräumen in den Kinderzimmern sehr großzügig, denn ich denke, daß Kinder ihren eigenen Ordnungssinn haben. Und wenn es dann daran geht, die Zimmer zu saugen und zu wischen, dann rufe ich groß dazu auf, die Kinder wollen meistens auch dann mitmachen, es gibt dann allerdings auch einen feuchten Lappen zum selber putzen, denn das macht ihnen Spaß. Ich mache dies allerdings nie zu einem bestimmten Zeitpunkt, dies wäre mir selbst zu beengt. Wenn es paßt, wenn meine Energie dazu paßt, dann gehen wir das eben an.
Alles, was jemandem unter Druck aufgezwängt wird, macht einfach keinen Spaß mehr. Da geht es uns doch allen so - oder?
Allerdings muß ich auch dazu sagen, daß ich sehr darauf achte, daß generell nicht viel Spielzeug zur Verfügung steht, da ich meine, daß weniger mehr ist, und Kinder nicht viel zum Spielen brauchen, und mit weniger auch selbst noch kreativ sein können. Ich glaube, daß ich wohl schon manch einem Gratulanten und Christkindl ein Dorn im Auge war, weil ich mich immer einmischte, was die Geschenke betreffen. Ich achte immer darauf, daß nur sehr wenig geschenkt wird, oder lasse mal zusammenwerfen, oder wünsche für die Kinder Zeit als Geschenk (in Form von Ausflügen usw.). Selbst kaufe ich sehr wenig, da wir auch nicht viel brauchen. Ich finde, daß es Kindern doch am liebsten ist, wenn man Zeit für sie hat, mit ihnen spielt - aber nicht immer zwingend mit einem bestimmten Spielzeug. Oftmals kann ich meinen Kindern auch einfach was vom Flohmarkt oder, wenn z.B. Schrauben ansteht und gerade sehr interessant ist, besorge ich alte Geräte bei Bekannten (irgendwer hat immer was :-)), die sie dann bearbeiten können. Ich bin dann selbst kreativ und habe Ideen, wie meine Kinder ihre Impulse ausleben können. Es tut recht gut, nicht so viel Zeug zu haben (wie Sie schon beschreiben, muß man in seinen ganzen Besitz ja auch viel Energie stecken), und die Kinder sind sehr glücklich damit. Auch finde ich, daß Kinder im Kindergarten ja auch wieder so vieles haben und mit sovielem spielen können. Wenn ich Kinder so beobachte, ist bei ihnen auch nur Anfangs ein Kick da, der dann gerne verblasst, und somit das erst so tolle Spielzeug bald uninteressant ist. Auch finde ich, daß man beim Menschen, egal welchen alters, recht gut beobachten kann, daß er zu Vielem überdrüssig wird.
Zum einen habe ich also diese Einstellung. Das heißt, daß ich selbst nicht sehr an meinem Bestitz hänge, und glaube, daß ich alles was ich brauche, auch bekomme. Und das, was von mir geht, was mir genommen wird, ich auch nicht mehr benötige. Ich selbst sortiere gerne aus und gebe ständig an alle möglichen Stellen weiter. Dies ist für mich eine Art von loslassen. Ich denke, daß ich dadurch auch keine Probleme damit habe, daß meine Kinder sammeln, alles aufheben wollen.
Ich bin überzeugt davon, daß mir meine Kinder stets ein Spiegel meiner selbst sind. Sie zeigen mir stets einen Teil von mir selbst. Stört mich das, was ich da vorgehalten bekommen, so frage ich mich auch gerne mal, was dies mit mir zu tun hat. Ich meine, wenn meine Kinder eine Eigenschaft haben, die mich stört, z.B. Sammeln, Aufhebenwollen, sich-nicht-trennen-können, klammern....., so frage ich mich selbst, in welchem Lebensbereich, oder einfach wo ich selbst so bin! Irgendwann, auch ohne grübeln, kommt die Antwort. Dann kann ich neu darüber nachdenken und entscheiden, wie ich künftig damit umgehen möchte. Im Außen, also hier bei den Kindern, ändert sich dann von selbst, ohne mein Zutun, alles zum Angenehmeren. :-)
Vielleicht haben auch Sie in irgendeinem Bereich in Ihrem Leben keine Lust aufzuräumen, klar Schiff zu machen? Vielleicht haben auch Sie irgendwelche Widerstände sich von gewissen Gedanken, Besitztümern oder Verhaltensweisen zu lösen und somit loszulassen?
du hast gute Ideen, DH