Eine Borreliose verläuft ja sehr oft schubweise, das heißt es kann zwischen Zeiten, in denen man unter schwerwiegenden Beeinträchtigungen leidet immer wieder auch symptomfreie Zeiten geben.
Sollten viele Monate lang keine Symptome mehr auftreten, kannst Du davon ausgehen, daß die Borreliose ausgeheilt ist - was entweder dank einer massiven AB-Therapie passiert ist oder aber auch durch eine Spontanheilung - von einer solchen wird zumindest in Einzelfällen immer wieder berichtet.
Die Titerwerte sind nur wenig aussagekräftig, da im Elisatest/Westernblot ja nur die Immunantwort des Körpers dargstellt wird. Du wirst eine gewisse Anzahl Antikörper Dein Leben lang behalten. Die Titerwerte werden bei einer Ausheilung insgesamt zurückgehen - allerdings dauert das einige Zeit, deswegen solltest Du die aktuell hohen Werte bei Symptomfreiheit nicht überbewerten.
Mein Rat ist: Hab jetzt einfach Geduld.
Ich drück Dir die Daumen, daß Du es geschafft hast.
Ja, danke usberlin - aber ich hatte nie Symptome und nie eine massive AB-Therapie.
Ich weiß das eigentlich alles, was Du schreibst - und mehr. Nur gerade dies irritiert mich als Naturwissenschaftler. An einer wissenschaftlichen Diskussion wäre ich durchaus interessiert.
Natürlich kenne ich die Gegenüberstellung der unterschiedlichen Meinungen zu Borreliose in der Übersicht der schweizer Med-Rid-Foundation (sehr empfehlenswert: Link: http://www.petra-heller.com/fileadmin/user_upload/petra-heller/Dokumente/medRID.pdf).
Ich selbst bin - anscheinend seit Jahren - serologisch hoch positiv (Borrelien-IgG fast 20fach größer als der Grenzwert; laut Western Blot: B. afzelii + B. garinii; seit Anfang 2010 drei Mal in versch. Labors gemessen), bin aber (und war immer) symptomlos (!). Auch hatte ich trotz häufiger Zeckenbisse definitv nie E. migrans und auch nie andere Probleme 1-4 Wochen nach dem Biss.
Zwar gibt es heute, im Alter (bin 73), einige - wenig auffällige - Symptome, die ich bisher immer als "Alterswehwehchen" ansah (Rheuma? Gicht? Arthritis im Zeigefinger? gelegentlich etwas Schwindel, Schwitzen nachts), die aber - theoretisch - auch von Borrelien verursacht sein könnten. Nichts ernsthaftes; und eigentlich glaube ich nicht an eine Borrelien-Ursache. Siehe dazu auch meinen Beitrag "Borrelien oder Gicht" an anderer Stelle in "Gutefrage ...".
Nur: Wie viele solche Fälle gibt es??? - "Gesunde" wie ich wurden nie untersucht?? (Die Statistiken sind insoweit wohl alle falsch.) - Wer macht endlich richtige Statistiken?
Oder: Wie falsch können Borrelien-IgG und WB sein?
Ich würde gerne mehr darüber wissen und lesen.
Was in der Forschung fehlt, ist eine klare Unterscheidungsmöglichkeit zwischen (a) "ausgeheilt, Seronarbe", und (b) "chronisch, kann wieder akut aufleben". Die LTT reicht hier offenbar nicht. Sie ist außerdem zu oft falsch positiv; daher in der mir bekannten Fachliteratur durchaus umstritten.
Nur: Niemand kümmert sich darum - auch die Presse wacht erst jetzt auf. Können wir Druck machen in Richtung auf eine Förderung der Forschung?