Meine Frage: Ihr habt sicherlich von dem Bootsunglück in Leipzig gehört. Gestern kam meine Tochter zu Tode betrübt aus der Schule. Der noch vermisste Junge, welcher ja immer noch nicht gefunden wurde, ist von ihrer Lieblingslehrerin das Kind. Wie kann ich meine Lütte trösten und ihr seelischen Beistand geben? Stand (Gott sei Dank) noch nicht vor einem ähnlichen Problem und diese Sache geht ihr schon ziemlich nahe. Habt ihr ein paar Tipps für mich? Danke

Hallo Manu,
es ist schön, dass deine Tochter so mitfühlend ist. Es ist natürlich so, dass es betroffener macht, wenn man die Angehörigen oder gar den Verunglückten selber kennt.
Wichtig ist nur, dass sie lernt, den Tod als etwas natürliches anzunehmen, was zum Leben dazugehört. Hierzu gibt es jede Menge Literatur, schau doch mal in eurer Bücherei und lass dich dort beraten.
So als Soforthilfe kann ich nur raten, dass sie der Lehrerin ein Bild malt, das das wiederspiegelt, was sie empfindet oder ihr eine Karte bastelt oder einen Brief schreibt. Das kommt aber auf das Alter und die Fähigkeiten des Mädchens an. Sie bekommt dann das Gefühl, dass sie was für die Lehrerin tun kann, sie ein wenig trösten kann, und lernt gleichzeitig mit dem Tod ein bisschen besser umzugehen.
Ich weiß, das alles hört sich nun sehr kühl und distanziert an, aber den Trost und Beistand, den kannst nur du deiner Tochter geben. Und ich denke mal, das kannst du auch sehr gut.
LG
Wieselchen1

Hallo Manu! Ich finde, du hast schon ganz richtig gegenüber deiner Tochter reagiert. Glücklicherweise musste ich noch nicht mit solch einer Situation umgehen. Dennoch glaube ich, dass deine Tochter nur damit umzugehen lernt, wenn du sie intensiv in Gesprächen begleitest. Hör dir ihre Gedanken an, tröste sie, sei einfach für sie da.
danke! ist alles so traurig. hätte ihr (10 Jahre) gern soetwas tragisches erspart. wußte nicht, dass soetwas so weh tun kann!

Würde es auf jeden fall vermeiden zu der Stelle zu gehen wo das Passiert ist... Nicht das die Polizei den armen kleinen grade in dem Moment findet und sie das mit ansehen muß wie er aus dem wasser gezogen wird... Ansonsten schließe ich mich Sammy06 an...
sammy06 am 16. April 2008 07:35 ja gut, solange sie ihn noch nicht gefunden haben, sollte man die stelle meiden. aber danach so oft wie möglich hingehen bzw. zum grab. ich fands damals nämlich ganz schrecklich als mein freund gestorben ist (da war ich auch erst 13) und meine mutter mir verboten hat zur beerdigung zu gehen oder zum grab... ich finde, dass die kinder das ganz gut allein entscheiden können =) sei einfach für sie da... das hätte ich mir z.B. von meiner mutter gewünscht
das schlimme ist, das der bube keine chance hat. man weiß eigentlich jetzt schon, was sache ist. das ist das traurige. danke für deine antwort!
Chrissi2708 am 16. April 2008 07:42 Ja das ist das Traurige an der sache... :(

naja... du kannst das ja eigentlich gleich verbinden... und ihr erklären, dass man keine gefährlichen sachen machen darf. ansonsten hilft halt nur in den arm nehmen und sie das richtig verarbeiten lassen. also immer wieder drüber sprechen (wenn sie das will). ist schwierig, jeder verarbeitet seine trauer anders
meine tochter ist sehr sensibel, habe sie gestern auch gleich in den arm genommen. bis zum abend wurden jegliche nachrichten gehört, ob man in der sache schon weiter ist. ist schon traurig, wenn man den betroffenen sogar kennt. danke für deinen tipp!

Hallo Manu, das ist wirklich traurig. Ich wünsche Dir und Deiner Tochter ganz viel Kraft. Vielleicht könnt ihr symbolisch eine Kerze anzünden. Das tröstet immer ein wenig - mich auch. Ich bin mir sicher Du machst alles richtig.
leider ist der kleine noch immer nicht gefunden worden. es ist schon sehr, sehr traurig:((
du hast mir das sehr mitfühlend rüber gebracht. bei mir kullern schon wieder die tränen. das mit dem bild malen, klingt sehr gut. da kann meine maus ja ihre gedanken aufzeichnen und man kann darüber mit ihr reden. tolle idee, danke!