Frage von kackeey, 52

Bonhoeffer Zitat erklären?

Hallo ich habe ein Zitat von Bonhoeffer das ich aber nicht verstehe. Es wäre cool wenn es mir jemand erklären könnte. Nähmlich: „Es liegt also das Pfingstgeschehen nicht in erster Linie in einer neuen Religiosität, sondern es ist die Botschaft von einer neuen Schöpfungstat Gottes. Und das heißt: Das ganze Leben wird mit Beschlag gelegt. Es geht nicht einmal um eine Vorordnung des Religiösen vor dem Profanen, sondern um eine Vorordnung des Tuns Gottes vor dem Religiösen und dem Profanen.“ Er bezieht sich darauf auf Paulus der sagt das dass Sein in Christus als eine neue Schöpfung bezeichnet.

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von nobytree2, 20

Sein in Christus als eine neue Schöpfung

Die erste Schöpfung war Adam, der Mensch, der sündigte gegen Gott und die Schöpfung damit von Gott losriss. Das Neue war dann Christus, der neue erste Mensch, welcher Schöpfung und Gott für immer verband (da Er Gott und Mensch ist) und uns damit vom Sündenfall erlöst hat.

Es liegt also das Pfingstgeschehen nicht in erster Linie in einer neuen Religiosität, sondern es ist die Botschaft von einer neuen Schöpfungstat Gottes.

Entsprechend: Auch das Pfingstfest ist damit nicht nur eine neue Religion des bereits vorhandenen, sondern die Bildung der neuen Gemeinschaft (der Ekklesia, der Kirche), welche sich auf die Neuschöpfung des Menschen in Christus stützt. Der Heilige Geist bindet im Pfingstwunder quasi den Menschen an Gott, das ist die an Pfingsten verkündete Botschaft der Neuerung durch Jesus Christus, welcher Gott und Mensch untrennbar vereint hat (Gemeinschaft, Kirche).

Und das heißt: Das ganze Leben wird mit Beschlag gelegt. Es geht nicht einmal um eine Vorordnung des Religiösen vor dem Profanen, sondern um eine Vorordnung des Tuns Gottes vor dem Religiösen und dem Profanen.

Ebenso: Die Neuerung in Christus betrifft nicht nur das Religiöse oder nur das Staatliche oder beides als Komponenten, sondern den Menschen und sein Leben insgesamt. Es geht nicht um eine Neuregelung des bereits vorhandenen, sondern um das Tun Gottes = Schöpfung, welches sowohl alles Religiöse (und damit alle bereits bestehenden Aussagen der Religion vor Jesus Christus) und alles Profane (und damit alles sonstige, z.B. das Staatliche) erfasst.

Antwort
von rolfmengert, 29

Bonhoeffer will mit dieser Aussage auf die außerordentliche Bedeutung des Pfingstgeschehens hinweisen, d.h. die "Ausgießung" des heiligen Geistes über die Menschen, womit deren Leben unter eine grundsätzlich neue Bestimmung gestellt wird. Diese Tat bewertet Bonhoeffer als so fundamental und als so atemberaubend bereichernd, dass er damit nicht nur Aspekte des menschlichen Denkens und Handelns betroffen sieht, sondern das Leben des Menschen wandelt sich für ihn damit in seiner Totalität. 

Er versucht dieses Geschehen damit deutlich zu machen, dass er jegliches Rangordnungsdenken als absurd verwirft. Denn bei einem Rangordnungsdenken kann man immer argumentieren, dass man z.B. im Moment dem Profanen den Vorzug vor dem Religiösen geben muss, weil z.B. tägliche banale Pflichten der Existenzsicherung zu erfüllen wären. Solches Denken will Bonhoeffer durch seine Aussage als abwegig darstellen, weil die Neuschaffung des Menschen unter dem Geist Gottes so ungeheuer großartig ist, dass es keine Lebensmöglichkeit mehr ohne dies Bewusstsein geben kann. 

Zweifellos liegt hier eine extreme Form von Ergriffenheit bei Bonhoeffer vor, die sicher nur von einem Teil der Gläubigen in ihrer Absolutheit mitgetragen wird. Trotzdem bleibt sie als wichtiges Zeugnis einer radikalen und absoluten Glaubensüberzeugung beispielhaft im Gedächtnis der Kirche bestehen.

Antwort
von Xpomul, 19

Leider ist schon das, was Paulus darüber sagt, höchst schwer zu verstehen. Bonhoeffer wird nun noch vager. Es ist also Dichtung. Gut ist, was Netie gesagt hat: für unsere Sprachepoche unverständlich (und damals war es das auch schon, nur Deutsche tun sich schwer, sich das einzugestehen. Sie nicken lieber verständnisvoll).

Antwort
von Netie, 20

Sehr kompliziert ausgedrückt und für unsere Sprachepoche unverständlich.

An Pfingsten kam der Heilige Geist auf diese Erde zu den Gläubigen und bildete die Versammlung Gottes.

Zitat: Seit diesem Augenblick wird die Versammlung, das Haus Gottes gebildet, und alle Glieder des Leibes Christi (das sind die Gläubigen) sind durch den Heiligen Geist mit ihrem himmlischen Haupte und unter sich zu einem Leib vereinigt.

Er meint wahrscheinlich, dass Pfingsten religiös und weltlich nicht zu erklären ist, weil es himmlisch ist.

Ich hoffe, dass ich dir helfen konnte.

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