"Große Sorgen" haben insbesondere deutsche Medien (allen vorweg die Fernsehsender der ARD, Zeitschriften und die Zeitungen) die mit reisserischer Berichterstattung "Quote" und auch Stimmung machen wollen.
Die sich mit Börse genau auskennenden Fachzeitungen (z.B. die Schweizer Finanz und Wirtschaft oder die deutsche Börsen-Zeitung) sind sehr viel ruhiger und gelassener in ihrer Berichterstattung. Denn diese Zeitungen haben Redakteure, die die wirtschaftlichen Auswirkungen und Börsenlage unter Berücksichtigung der beiden Unglücke in Japan, genauer ergründen und präziser durchblicken.
Viele Beoabachter in der Finanzbranche sehen über den Tellerrand der Japan-Unglücke hinweg und lesen möglichst amerikanische und englische Zeitungen oder sehen die Sendungen der britischen BBC. Dort wird ruhiger, abgewogener und differenzierter und wahrscheinlich auch ehrlicher berichtet.
Und so konnten z.B. aufmerksame Fachleute-für-Börseneinschätzungen schon am
19. März in der englischen Financial Times ("FT") dieses lesen:
"Für Japan ist die Erdbeben-, Tsunami- und Atomkraftwerkskatastrophe unser >Ground Zero< gewesen", zitierte die Zeitung auf Seite 7 Sahoko Kaji, Professorin der Wirtschaftsfakultät der Uni Keio. "Ich sage meinen Studenten, dass wir von hier aus starten können. Wir müssen ganze Städte neu aufbauen".
Insgesamt zeigt der FT-Artikel auf, dass Japan's Bevölkerung nicht nur Naturkatastrophen besser bewältigt, sondern diesmal dadurch sogar größere Zuversicht in die Fähigkeiten der vorher der Krise ziemlich angeschlagenen Regierung legt.
Eine ähnliche Einschätzung gibt der Japan-Korrespondent der Schweizer Finanz- und Wirtschaft und der deutschen Börsen-Zeitung, Martin Fritz, in der heutigen Börsenzeitung. Sein Artikel ist dort überschrieben mit Eine Chance für Japan. Dem ist m.E. nicht viel hinzuzufügen.
Die Auswirkungen der japanischen Unglücke auf die internationale und deutsche Wirtschafts- und Konjunkturlage sind sehr, sehr gering. Das, und die Einschätzung, dass Japan in den kommenden Jahren wieder gestärkt aus den Unglücken hervorgeht, ist der Unterbau auf dem die Börsenkurse fußen. Und, wie wir sehen, sind die Aktienkurse in den wesentlichen Ländern zwar angesichts des Tsunami- und Atomunfallschocks zuerst recht kräftig gefallen - haben sich seitdem aber sehr gut wieder nach oben bewegt.
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