Jeden Donnerstagnachmittag arbeite ich ehrenamtlich in einem örtlichen Seniorenheim und helfe dabei die Bewohner zu beschäftigen. Einer unserer Heimbewohner kommt aus Dänemark und saugt wissbegierig die deutsche Sprache auf. Er verwendet dem Genitiv und nutzt den Konjunktiv, als wäre es seine Muttersprache.
Aber: Er bringt unbewusst "deutsche Sprichwörter" durcheinander, was dann zu den seltsamsten Sprachkonstrukten führt und ihn mehr als einmal der allgemeinen Belustigung aussetzte.
Wer im Glashaus sitzt, der werfe den ersten Stein
Der frühe Vogel hat Gold im Mund.
Ein geschenkter Gaul, braucht für den Spott nicht zu sorgen
Wer zuletzt lacht, den bestraft das Leben
Der Spatz in der Hand hat kurze Beine.
Vermutlich weiß er nicht so richtig, was diese Redensarten bedeuten und hat deswegen kein Gefühl sie richtig zu kombinieren. Er verwendet aber diese Redensarten unglaublich gerne. Natürlich verzweifelt er daran und bei Unterhaltungen mischt er sich schon gar nicht mehr ein, weil seine Mitbewohner ihn schon aufziehen, bevor er sich einer Gesprächsrunde überhaupt nähert.
Wie geht man damit nun um?
Verwandte Frage: Streitigkeiten beim Scrabble: "Ärztekammer" und der Singular "Arztkamm"
Wer zuerst kommt, hat den Spatz in der Hand
...oder so.
Wer den Fink nicht ehrt ist den Pfennig nicht wehrt,....oder so ;)
Der frühe Vogel fällt nicht weit vom Stamm
...oder so.
Ich meinte natürlich wert,..ehem.
Ein Fink, macht schonmal einen Sommer.
...oder?
Man soll den Fink nicht vor dem Abend loben
...oder so.
Auch schön: Wer anderen eine Grube gräbt, hat eine Taube auf dem Dach! (Ich glaube, ich mache mal mit meinen 4 Patchworkkindern ein Spiel daraus, wie oben vorgeschlagen)
Kreativ mit Sprache umgehen kann man gar nicht früh genug erlernen.
Noch ein Stück mehr und wir sind beim Dadaismus! ;-)