Frage von KaninchenAraber, 89

Bodenarbeit mit Pferden außerhalb des schulbetriebs?

Also ich kann nicht wirklich toll reiten :D Ich bin also in der anfänger Gruppe. Nur interessiere ich mich viel mehr für die Pflege (Zeit verbringen mit Pferd) und Bodenarbeit ! Reiten ist für mich da eine neben Sache. Und das Thema Bodenarbeit hat sich seit 1 Jahr so in mein Kopf gefestigt das ich das so unbedingt will! Es gibt die Möglichkeit bei uns mit schulpferden spazieren zu gehen. Doch keine Bodenarbeit da dafür keine Zeit ist. Bodenarbeit könnte ich eventuell auf einem anderen Hof machen (Privatstall). Oder mit einem pflegepferd. Also ich kriege 1 mal in der Woche reitunterricht muss dazu gesagt werden. :) Denkt ihr es macht Sinn (also schulbetrieb + Privatstall)? Oder soll ich im schulbetrieb weiterhin bleiben und warten bis ich reiten gelernt habe und da weg bin? (Ich weiß so eine Frage habe ich schonmal gestellt,nur ist da nicht wirklich die Antwort die ich suche) Danke im Voraus!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PeKoWe, 12

Hallo,

finde ich super dass es auch so Pferdemenschen noch gibt!

Ich selbst habe auch "nur" eine Reitbeteiligung in einem Privatstall, habe mich inzwischen allerdings mit einem anderen Mädel zusammen getan und wir nehmen einmal die Woche bei uns auf dem Hof Reitunterricht bei einer "fahrenden Reitlehrerin". 

Alle vierzehn Tage Reitunterricht, alle vierzehn Tage Bodenarbeit. 

Und in der Zwischenzeit üben wir, schreiben Fragen auf wenn uns welche kommen oder gehen ganz entspannt ausreiten oder spazieren.

Wie Sukueh schon erwähnt hat, richtig reiten lernen kann je nach Bedingungen im Schulbetrieb ewig dauern, und vor allem - man lernt nie aus. Ich musste selbst feststellen dass sich bei mir in der reitunterrichtsfreien Zeit wieder sehr viele Fehler eingeschlichen haben, die ich mir jetzt alle wieder mühsam abgewöhnen muss - daher würde ich sagen macht regelmäßiger (wenn auch nur 2x im Monat wenn man schon gut reiten kann) Reitunterricht auf jeden Fall Sinn.

Wenn dich die Bodenarbeit und das Drum Herum so sehr interessieren und du auf dem Privathof die Möglichkeit hast dort die Bodenarbeit bei jemand Erfahrenem zu erlernen würde ich das auf jeden Fall machen! 

Dabei ist es aber wirklich wichtig dass es dir von jemandem gezeigt wird, durch falsche Körpersprache kann viel schiefgehen, oder man macht es sich nur unnötig schwer. Mein Pony reagiert zum Beispiel auch auf Gesichtsausdrücke, also ob ich lächle oder die Stirn runzle (so etwas "leichtes" wäre mir selbst nie aufgefallen), wird aber auch sehr stur und zickig wenn ich die falsche Position einnehme, was bei einem Pferd dem vielleicht etwas Respekt fehlt, bzw. man selbst die Situation nicht ernst genug nimmt und falsch einschätzt, sehr schnell sehr gefährlich werden kann. Da muss man viel an sich selbst arbeiten, einen Haufen Geduld mitbringen und sich immer und immer wieder auf die Finger schauen lassen. Jemand außenstehendes sieht immer mehr als man selbst.

Was ich allerdings auch schon gelernt habe ist, dass nicht jede Art des Reitunterrichts zu jeder Art der Bodenarbeit passt weil sie sich in den Grundsätzen mit dem Pferd umzugehen oft unterscheiden. Aber das musst du dann selbst herausfinden welcher "Umgang" dir besser liegt. 

Vielleicht gibt es ja auch auf dem Privathof die Möglichkeit Reitstunden zu nehmen wenn du nur die Grundsachen richtig können möchtest? 

Zu den Grundsachen gehört allerdings auch etwas Dressur, die ihren Ursprung ja im richtigen gymnastizieren und im feinen reiten des Pferdes hat, also das Pferd mit dem eigenen Sitz nicht zu behindern, die Muskeln richtig aufzubauen, das Pferd auszubalancieren etc., damit das Pferd auch im Alter noch die Möglichkeit hat problemlos laufen zu können und nicht, wie es leider oft der Fall ist, kaputt geritten wird.

Liebe Grüße, Pelle

Kommentar von KaninchenAraber ,

Dankeschön für deine Antwort! Die Möglichkeit das es mir jemand zeigt (Bodenarbeit) gibt es leider nicht. Aber ich will es probieren! Ich meine aus Erfahrungen kommt man weiter oder? So wie Kenzie. Sie hat auch Erfahrungen gesammelt und kann ja jetzt jede Situation/Reaktion einschätzen :) Deswegen nicht Übung macht den Meister sondern Erfahrung ! ;D Soll jetzt nicht heißen ,dass ich das Pferd kaputt mache! Oh Gott nein! Aber ich probiere es einfach! Ich habe mir auch Bücher zu Bodenarbeit gekauft , mich informiert und mir unzählige Videos angeguckt :) Eine Internet Freundin war schon bei 2 Lehrgängen bei Kenzie also wenn ich da fragen habe hilft sie mir :) Also mir fehlt einfach die Erfahrung und die kriege ich erst wenn ich probiere oder ?;)

Antwort
von sukueh, 32

Natürlich kannst du in einem anderen Stall als deinem Schulbetrieb noch mit einem Pferd Bodenarbeit machen - warum nicht ? Wie bereits erwähnt, würde ich - genau wie beim Reiten - erstmal Bodenarbeit unter Anleitung machen, bevor man sich allein dran wagt. Wie erwähnt, kann man auch hier viel falsch machen.

Die Überlegung, im Schulbetrieb zu bleiben "bis zu reiten gelernt hast" und dann erst wegzugehen und dich nach einer Möglichkeit umzusehen, wo du Bodenarbeit machen kannst, halte ich dagegen für die falsche Überlegung.

Nicht böse sein, aber du reitest, wenn ich das richtig verstanden habe, einmal die Woche im Reitunterricht mit. Je nachdem wie gut der Unterricht dort ist, wie groß die Gruppe ist und wie gut die Pferde dort sind, kann das noch "ewig" dauern, bis du ansatzweise reiten gelernt hat. Zudem ist es beim Reiten eigentlich nicht so, dass man sagen könnte "So, jetzt habe ich dann 3 Jahre Unterricht gehabt, jetzt kann ich es", sondern man verbessert sich durch den Reitunterricht stetig. Auch Leute, die eigentlich schon wirklich gut reiten können, nehmen immer wieder eine Unterrichtsstunde bei Leuten, die noch ein bißchen besser sind, als sie selber. Außerdem hilft der Reitunterricht, die Dinge wieder zu korrigieren, die sich beim alleine reiten unweigerlich mit einschleichen.

Du müsstest also sehr lange warten, bis du deinem Ziel "Bodenarbeit" näher kommst.

Also spricht nichts dagegen, beides parallel zu tun. Es gibt ja schließlich auch Leute, die Reiten gar nicht, sondern machen nur Bodenarbeit !

Wichtig fände ich eben nur, dass du auch bei der Bodenarbeit eine vernünftige Anleitung bekommst. Bodenarbeit hat sehr viel mit der Körpersprache/-Spannung des Menschen zu tun und das sollte, wenn man damit anfängt, von "außen" kontrolliert werden, damit es keine unerwarteten Überraschungen gibt....

Kommentar von KaninchenAraber ,

Die beste Antwort die ich bisher bekommen habe! Vielen Dank ^^ Um ehrlich zu sein hat mich ihr Kommentar echt etwas motiviert den Schritt zu wagen ^^ Und mit richtig reiten lernen meinte ich eher das ich bei jeder Gangart aufm Sattel bleibe und auch ordentlich sitze . Mehr brauche ich für später nicht. Dressur und Springen interessieren mich überhaupt nicht :D

Wie schon gesagt hier gibt es niemanden der sich für die Bodenarbeit interessiert und somit mir was zeigen kann :/

Viel falsch kann man da nicht machen ,oder?

Sich "klein" machen um dem Pferd mehr Raum zu bieten und es zu dir kommt (du lädst es ein). Groß machen,Schulter breit wenn es anhalten soll.. Also damit will ich sagen das ich dem Pferd ja nicht direkt steigen oder Kompliment beibringe. ^^

Kommentar von sukueh ,

Na ja, im Endeffekt ist jeglicher Umgang mit dem Pferd Bodenarbeit. Insofern kannst du auch beispielsweise beim Spazieren gehen mit einem Schulpferd, wie von deinem Schulbetrieb angeboten, als "Bodenarbeit" ansehen. Führen, anhalten, rückwärts richten oder seitwärts weichen lassen, lässt sich ja auch bei einem Spaziergang üben. Dafür bräuchtest du jetzt nicht unbedingt den Stall wechseln.

Ist an dem besagten Privatstall denn dann jemand, der dich bei der "Bodenarbeit" anleiten kann oder würdest du dort quasi auch nur ein Pferd für Bodenarbeit "zur Verfügung" bekommen ? Ich bin schon der Meinung, dass man bei Bodenarbeit durchaus was falsch machen kann.

Ich hatte mal einen Kurs mit Pferden an dem dortigen Hof, die also Bodenarbeit gewöhnt waren und eigentlich "wussten", was man von ihnen wollte - erstaunlich oft haben die Pferde der kleinen Kurstruppe aber nicht das gemacht, was wir Menschen von ihnen wollten - weil sie nicht wirklich verstanden haben, was wir von ihnen wollten. Die Kursleiterin musste uns ganz schön oft korrigieren. Und ich glaube jetzt nicht, dass sich die ganzen teilnehmenden 8 Mädels nur so unglaublich dumm angestellt haben.

Und abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich es ziemlich Schade finde, dass du dich für Dressur nicht interessiert. Die Aussage, "das brauche ich für später nicht", ist nämlich eigentlich falsch. Dressur reiten heißt nicht, dass ich in Jacket und Zylinder auf dem Reitplatz "herumhampel", sondern Dressur reiten heißt, sein Pferd zu gymanstizieren und damit fit zu machen, damit es den Menschen überhaupt ordentlich (im Sinne von gesunderhaltend) tragen kann.

Dressur reiten heißt, dass das Pferd in die Lage versetzt wird, sich selbst zu tragen und nicht nur auf der Vorhand durch die Gegend zu latschen, mit einem Menschen im Sattel, der bestenfalls Passagier ist. Die Gesundheit der Pferde dankt einem das....

Auch hierfür kann ich dir ein Beispiel sagen: in unserem Stall stehen einige ältere Pferde (knapp über 20), die tatsächlich immer noch im Schulunterricht oder auf Turnieren laufen. Die fitter sind, als manche weit jüngere Artgenossen, die schon geschont werden müssen oder auf die "Frührente" zugehen. Und warum ? Weil diese Pferde immer ordentlich gymnastiziert worden sind. Und der Reiter nie nur Wert darauf gelegt hat, in allen drei Gangarten Sattelfest zu sein und ordentlich zu sitzen, sondern seine Pferde entsprechend seiner klassischen Reitausbildung geritten ist. DAS ist für mich eines der Hauptargumente, mich eben nicht nur damit zu begnügen, sattelfest zu sein und ordentlich zu sitzen....

Antwort
von Hannybunny95, 23

Es gibt extra Kurse für bodenarbeit, die für dich von Vorteil sein könnten. Vor allem hast du sowas ja auch noch nie gemacht. Für bodenarbeit muss man auch nicht unbedingt reiten können (also wenn reiten für dich total unwichtig ist, dann kannst du es auch lassen. Ich hoffe das kommt jetzt nicht blöd rüber). Such dir ein pflegepferd und Klär das auf jeden Fall mit dem Besitzer ab. Was mir so aufgefallen ist: gerade erwachsene, die shettys haben, machen viel bodenarbeit und fahren. Klar reiten gestaltet sich auf den kleinen schwierig ab einer gewissen Größe.

Antwort
von Leolynn14, 41

Wenn du so viel Freude daran hast dann würde ich mir an deiner Stelle schon nach etwas suchen wo du auch Bodenarbeit machen kannst. Ich XY Schulbetrieb ist das sicher sehr schwierig zu finden, eventuell findest du aber eine Reitbeteiligung bei der beides machen kannst also Reitunterricht und Bodenarbeit.

Allerdings kann man auch bei der Bodenarbeit viel kaputt machen, daher wäre es gut wenn dir am Anfang jemand über die Schulter sieht.

Kommentar von KaninchenAraber ,

Danke für deine Antwort !^^ Das ist mir bewusst. Jedoch gibt es in meinem "Dorf " KEINEN der Interesse an der Bodenarbeit hat! Hier sind ja auch nur 3 Reiterhöfe.. Ich denke schon das ich das hinkriege. Bodenarbeit heißt ja nicht direkt dem Pferd das steigen beibringen. Das es stehen bleibt wenn ich stehen bleibe wäre für mich ein Anfang und das wichtigste :)

Kommentar von Leolynn14 ,

Auch nicht in der näheren Umgebung? Am den Hof an dem ich arbeite wird regelmäßig ein Bodenarbeitskurs angeboten auch mit der Möglichkeit das Abzeichen Bodenarbeit zu machen so etwas gibt es sicher auch woanders.

Kommentar von KaninchenAraber ,

Nein leider nicht :(

Antwort
von Boxerfrau, 11

Wieso sollte es keinen Sinn machen? Ein mal die Woche Unterricht ist nicht wirklich viel. Jeh mehr du mit Pferden zu tun hast um so mehr kannst du lernen.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 17

Letztens war keine passende Antwort dabei - was meinst du denn?

Hast du einen bestimmten Plan und suchst jemand, der dazu nickt? Dann mußt du das deutlicher sagen und keine  " oder"- Frage stellen.

So kann ich nur wieder das selbe dazu sagen : wenn du die Möglichkeit hast, an 2 Stellen zu sein, hier reiten zu lernen und dort pflegen dürfen - dann. Mach das doch.

Beim spaziergühren eines Schulpferden kannst du aber doch auch Führtraining machen - zusätzlich, wenn. Du möchtest. 

Wenn du aber gar keine Lust zum Reiten hast, dann lass es einfach. Es gibt einige ?Leute, die machen lieber was anderes. Zirkus mit einem Shetty, Kutsvhe fahren, wofür man Doppellonge lernt, was auch immer.

Was du möchte, kann dir doch keiner sagen - das mußt du schon selber raus finden. 🐸

Kommentar von KaninchenAraber ,

Naja meine Frage war eher was mehr Sinn macht... Warten bis ich vom Hof weg bin oder zusätzlich neben den Reitstunden ein pflegepferd habe. Manche haben das falsch verstanden

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