Frage von spatz671, 49

Bleibt man als Vermieter auf der Selbstbeteiligung ( beim Anwalt)sitzen wenn der Mieter doch noch vorm Verklagen zahlt?

Ein ehemaliger Mieter meint die letzten Abrechnungen nicht zahlen zu wollen. Leider ist das schon fast zum Volkssport geworden und es wird Zeit dass man sich wehrt auch wenn es nicht Unsummen sind. Haben eine Rechtsschutzversicherung mit SB. Nun meine Frage : wenn es nach Mahnweg nicht zum Zahlungseingang kommt und ein Anwalt wird eingeschalten. Dieser verlangt selbstverständlich die SB. Nun überlegt sich der Mieter , ach ich zahle dann mal nachdem der Brief vom Anwalt kam. Somit kommt es nicht zur Klage und erledigt. Aber was ist in diesem Fall mit der SB ???? Ist dann der Vermieter doch der angemeierte????

Antwort
von DerHans, 49

Die Selbstbeteiligung ist ja nur eine Vereinbarung zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Rechtsschutzversicherer. Damit hat der Beklagte nichts zu tun. Erst bei einem Gerichtsverfahren/Urteil würde die Kostenverteilung rechtssicher geregelt.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 25

Es ist nicht selbstverständlich, dass der Anwalt die Selbstbeteiligung in voller Höhe bekommt. Er bekommt natürlich nur soviel, wie ihm laut Rechtsanwaltsgebührenordnung für seine Tätigkeit zusteht.

Selbstverständlich steht es Dir zu, Dich nach erfolglosen Zahlungsaufforderungen an einen Rechtsanwalt zu wenden, um noch einmal außergerichtlich den Schuldner zur Kasse zu bitten. Die Gebühren muss der Schuldner auch zahlen. Die Höhe der Gebühren muss aber passen. (s. o.) Es wäre nun Sache Deines Rechtsanwalts, seine Gebühren bei dem Schuldner einzufordern. Ist der Rechtsanwalt jedoch der Meinung, dass Du auch diese Gebühren zu zahlen hättest, falls der Schuldner sich weigert oder kein Geld hat, würde Dich der Spaß noch mehr kosten. Insofern könntest Du natürlich jetzt auch selbst Deine Gebühren bei Deinem Mieter geltend machen. Besprich das doch nochmal mit Deinem Anwalt.

Antwort
von Nemisis2010, 29

Nur in Ausnahmefällen trägt die Gegenseite im außergerichtlichen Mahnverfahren die Anwaltskosten.

Die kostengünstigste Lösung wäre mMn durch Haus & Grund die Abrechnungen auf seine Richtigkeit prüfen zu lassen und dann den säumigen Mieter selbst anzumahnen und in Verzug zu setzen. Auch ein Mahnbescheidsantrag kann man selbst stellen - da gibt es online Formulare. Sollte dann der Mieter Widerspruch einlegen, kann immer noch ein empfohlener Anwalt von Haus & Grund mit der Klagegründung beauftragt werden.

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