Frage von KarstenLebel, 57

Bleiben nach einer Trunkenheitsfahrt die Kosten des Unfallschadens auch nach einer Privatinsolvenz bestehen?

Hi, ich habe mal eine juristische Frage, die mir wirklich sehr helfen könnte.

Vor etwas über drei Jahren habe ich (nicht nur-) einen riesen Fehler gemacht. Im Streit mit meiner Freundin trank ich viel, viel zu viel und überhaupt, was das Schlimme ist, und raste mit meinem PKW und 3%Promille durch meine Heimatstadt Magdeburg. ich verursachte erst einen (Auffahr-) Unfall und beging dann noch Fahrerflucht, um prompt ein weiteres Auto zu Schrott zu fahren, wobei wir dann bei 3 Totalschäden wären.

Zum Glück wurde niemand verletzt. Ich habe danach wirklich alles versucht, um es wieder gut zu machen, wenn das überhaupt geht, aber zumindest eine große Entschuldigung half etwas. Ich unterzog mich einer Suchtrehabilitation und wurde hoch bestraft, was ich in jedem Fall verdiene.

Die Strafe bezahle ich immernoch jeden Monat ab, aber jetzt komm ich zu meiner eigentlichen Frage. Ich habe ein Psychologie Studium begonnen und noch imemr mit der Sucht zu kämpfen-dabei erdrücken mich die Schulden: die Privaten -- gegenüber der Versicherung (10.000€) und dem Abschleppdienst (5000€).

Ich kann das leider einfach nicht bezahlen, die Versicherung und der Abschlepper gehen auf keine Ratenzahlung ein und monatlich steigen die Kosten: ich würde gern in eine Private Insolvenz gehen.

ABER man erzählte mir, das das bei einer Straftat nicht geht, nicht ginge, wegen des Vorsatzes.

Das auch nach Ablauf (jetzt wohl 4 Jahre), die Schulden weiter bestehen, bzw. mich die Versicherung weiter in Regress nehmen kann.**

Kann mir jemand bei dieser Frage weiterhelfen?

Ich war bis jetzt bei der Schuldnerberatung der AWO, aber auch dort wusste man das nicht genau. Ich würde natürlich noch einen Anwalt kontaktieren, aber es wäre schön und beruhigend zu wissen, wie die Sachlage nun aussehen könnte.(?)

MFG Flo

Antwort
von Ronox, 26

Forderungen aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlungen sind von der Restschuldbefreiun ausgenommen. Dazu muss die Forderung im Insolvenzverfahren aber auch aus diesem Rechtsgrund angemeldet werden und das im besten Fall mit einem Titel, der diesen Rechtsgrund ausweist. Hier könnte auch Fahrlässigkeit vorliegen (bei Trunkenheitsdelikten immer schwierig abzugrenzen), daher kann man das nicht abschließend beurteilen.

Kommentar von terbabbnanpo ,

Diese Seite https://is.gd/bCv24mlhi hat mir beim Kfz-Versicherung-Vergleich gut geholfen. LG

Antwort
von uni1234, 35

Gem. § 302 Nr. 1 InsO bleiben Forderungen aus vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlungen bei der Restschuldbefreiung unberücksichtigt.

Daher bringt Dir auch die Privatinsolvenz nichts.

Antwort
von SchmuckmausShop, 31

Meines Erachtens bleiben diese Forderungen gemäß § 302 der InsO tatsächlich von der Restschuldbefreiung unberührt.

Antwort
von MrBurner107, 25

Da wirst du nicht rauskommen. Wie du schon sagtest, DU hast dich mit drei Promille hinters Lenkrad gesetzt und diesen Schaden angerichtet. Vielleicht tröstet dich ja die Gewissheit, dass du, falls du es nicht schaffst, die Schulden in diesem Leben abzuzahlen, du sie deinen Kindern vererben kannst. Die werden sicher dankbar und stolz auf dich sein.

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