Frage von sophiemophie, 156

Bitte Hilfe sehr schwierige und dramatische Situation?

Ich würde gerne einen Rat bekommen was man in dieser Situation machen soll.

Ein Vater verlässt seine 4 köpfige Familie. Er war 22 Jahre mit der Frau verheiratet und hat drei gemeinsame Kinder im Alter von 4, 18 und 19. Die Familie hat in einem nicht abbezahlten Haus gelebt, der Vater ist Hauptverdiener, die Kinder gehen noch zur Schule. Der Vater hatte vor der Heirat mit der jetzigen Frau eine andere Frau geheiratet und 4 Kinder gehabt. Er erkrankt an Parkinson, gibt seine Arbeit auf und erhaltet eine hohe Frühpension. Nach einem Krankenhausaufenthalt , bei dem ihn seine Ex-Ehefrau und seine längst erwachsenen Kinder besuchen, verlässt er seine jetzige Familie ohne Ihnen einen Cent dazulassen und geht zu seiner ersten Ehefrau zurück. Mittlerweile ist über ein Monat vergangen. Das Haus ist kaum Verkaufbar da eine Förderung drinsteckt welche die Mutter nicht bezahlen kann. Außerdem ist es leicht renovierungsbedürftig, obwohl es garnicht mal so alt ist (Baupfusch) . Die zwei älteren Töchter kriegen sich jeden Tag in die Haare. Nun ist es so weit gekommen das die älteste Tochter die fast Gleichaltrigen Schwester mit dem Messer attackiert hat (aber unverletzt). Die attackierte Schwester ruft die Polizei und erstattet Anzeige, da die ältere Schwester ihr mit dem Umbringen droht. Die ältere Schwester bekommt ein 2 wöchiges Betretungsverbot . Die Mutter der beiden, sowieso schon depressiv, macht die mittlere Schwester, welche die Anzeige erstattet hat, für alles verantwortlich und droht sich täglich umzubringen. Die ältere Schwester ist bei irgendjemanden und meldet sich nicht mehr. Die Mutter hat schon eine ähnliche Verlusterfahrung von ihrem ersten Kind gehabt und hat Angst das sie ihre ältere Tochter nie wieder sehen wird. Sie hat im Grunde genommen wieder alles verloren. Und macht der mittleren Tochter, die ihr vorher eine große Stütze war, täglich Vorwürfe. Die mittlere Tochter ist depressiv und hat kaum Kraft zum Leben schon seit längerem. Sie hat eine diagnostizierte Angst und Panikstörung, eine Posttraumatische Verhaltenstörung und depressive Episoden. Medikamente nimmt sie nicht da sie es sonst ausnützt und in der Vergangenheit Überdosen der Medikamente genommen hat(absichtlich), ebenfalls ist sie seit 2 Monaten clean (starke Alkoholikern und täglicher starker Drogenkonsum).

Was soll die "mittlere" Tochter machen? Reden mit der Mutter ist schwer, da sie, wie es aussieht eine oder mehrere psychische Krankheiten aufweist und sehr labil ist.

Antwort
von jovetodimama, 41

Was für eine komplizierte und tragische Familiengeschichte! Das muss man ja nach dem Lesen erst einmal sortieren.

Der Vater: hat aus erster Ehe vier erwachsene Kinder, ist in zweiter Ehe 22 Jahre verheiratet, hat aus dieser zweiten Ehe 3 Kinder (19, 18 und 4 Jahre), war Hauptverdiener und erhält nun wegen Parkinson-Erkrankung eine hohe Frühpension; bei einem Krankenhausaufenthlat besuchte ihn seine Exfrau mit den vier erwachsenen Kindern, vor einem Monat ging er zu ihr zurück.

Die Mutter: bleibt mit den drei Kindern im noch nicht abbezahlten, wegen Baupfusch renovierungsbedürftigen Haus zurück; ist depressiv, suizidal und in mehrerlei Hinsicht psychisch krank.

Die 19jährige Tochter: attackierte vor ein paar Tagen ihre 18jährige Schwester mit einem Messer und drohte damit, sie umzubringen; bekam von der herbeigerufenen Polizei ein zweiwöchiges Betretungsverbot; ist seitdem verschwunden und nicht erreichbar.

Die 18jährige Tochter: ist depressiv, hat eine diagnostizierte Angst und Panikstörung, eine posttraumatische Verhaltenstörung und depressive Episoden; keine medikamentöse Behandlung wegen Selbstmordversuchen in  der Vergangenheit, ehemalige Alkoholikerin und Drogenabhängige; leidet unter den Vorwürfen der Mutter.

Das 4jährige Kind: Wie geht es ihm???

Frage: Was für eine Verlusterfahrung hatte die Mutter schon mit ihrem ersten Kind? Gab es da noch eine Person in der Familie, die jetzt nicht mehr da ist?

Trotz aller diagnostizierten Erkrankungen scheint die 18jährige Tochter derzeit noch die stärkste und psychisch kräftigste Person in der Familie zu sein. Denn der Vater ist gegangen, die 19jährige ist auch gegangen, die Mutter droht täglich damit sich umzubringen (also auch zu gehen), und das 4jährige Kind ist viel zu klein, um etwas zu tun.

Ich würde der 18jährigen Tochter raten, sich schnellstmöglich und mit dem Hinweis, dass es dringend ist, da Gefahr im Verzug ist - ihr selbst geht es alles andere als gut, die Mutter könnte sich etwas antun, dem 4jährigen Kind könnte etwas passieren, die 19jährige ist untergetaucht und psychisch nicht stabil (!!!) - an das zuständige Jugendamt zu wenden und dort eine Gefährdungsmeldung zu machen und die ganze Geschichte zu schildern!

Die Familie braucht unbedingt sofortige kostenlose Hilfe in praktischer, psychotherapeutischer und finanzieller Hinsicht! Das Jugendamt kann diese Unterstützung vermitteln und kontrolliert auch die Fortschritte der Familie, damit die Unterstützung nicht vor der Zeit zurückgezogen wird.

Die Mitarbeiter des Jugendamtes sind dazu da, sich ausreichend Zeit zu nehmen, die gegenwärtig ausweglos erscheinende Situation zu erfassen und gemeinsam mit der ratsuchenden Person Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Denkbare Lösungsmöglichkeiten könnten z.B. sein, dass die 18jährige Tochter in ein betreutes Wohnen gehen wird, um aus der gestörten Atmosphäre in der elterlichen Wohnung herauszukommen und/oder dass die Mutter zur Verarbeitung der Situation für ein paar Wochen auf einer Station zur Krisen-Intervention in einer psychosomatischen Klinik aufgenommen wird, und/oder dass das vierjährige Kind eine Zeit lang in einer liebevollen Pflegefamilie untergebracht wird.

Ich kann nur wünschen, dass die Mitarbeiter(innen) beim zuständigen Jugendamt auf Zack sind, damit der ganzen Familie schnellstmöglich geholfen werden kann.  - Und wenn´s nicht so schnell geht, weil die JA-Mitarbeiter(innen) die Situation entweder unterschätzen oder für die Familie völlig ungangbare Lösungen vorschlagen, dann muss die 18jährige beharrlich dranbleiben und immer weiter kämpfen, denn sie scheint die einzige zu sein, die dazu noch einigermaßen in der Lage ist.

Kommentar von sophiemophie ,

Danke für die sehr ausführliche Antwort !

Da die Familie in Ö lebt und das Bertretungsverbot festgelegt wurde wird das Jugendamt sowieso verständigt und stattet einen geplanten Hausbesuch ab. Das Jugendamt hat fälschlicher (aber glücklicher) weise die 18 jährige angerufen statt die Mutter und nun kann sie einen Termin zu einem richtigen Zeitpunkt ausmachen. Die 18 Jährige ist über längere Zeit schon in psychologischer Betreuung. Die 4 Jährige braucht sehr viel Aufmerksamkeit und ist allgemein ein schwieriges Kind. Die ganze Situation ist echt schwierig und Vorallem ist es sehr schwer wenn psychisch labile Menschen in solche Probleme kommen..

Kommentar von jovetodimama ,

Gut, dass das Jugendamt bereits verständigt und ein Hausbesuch schon vereinbart ist!

Sehr gut, dass die 18jährige bereits in psychologischer Betreuung ist!

Dass die 4jährige jetzt viel Aufmerksamkeit braucht und allgemein ein eher schwieriges Kind ist, verwundert bei der ganzen Konstellation nicht.

Tja, und wenn psychisch labile Menschen in solche Probleme kommen, weiß man am Schluss manchmal gar nicht mehr, ob die psychischen oder die praktischen Probleme zuerst da waren oder ob beide sich gegenseitig immer weiter aufgeschaukelt haben.

Nun, die ersten Schritte hat die 18jährige ja schon erfolgreich eingeleitet. Jetzt heißt es dranbleiben, damit das Jugendamt nicht aufhört zu helfen, bis wirklich alles wieder leicht bewältigbar geworden ist für die einzelnen Familienmitglieder - egal, wie lange das dauert.

Einstweilen rate ich der 18jährigen, sich neben dem Kontakt mit dem Jugendamt auf tägliche MINI-Schritte zu konzentrieren, die ganz banal sein können (z.B. der 4jährigen jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen oder der Mutter ungeachtet aller Vorwürfe jeden Morgen eine Tasse Kaffee ans Bett zu bringen oder sich selbst täglich ein wunderbar duftendes Schaumbad einzulassen o.ä.)

Antwort
von Pudelwohl3, 107

Sie sollte sich überlegen, Hilfe zu suchen.

Beim Hausarzt, bei einem Vertrauenslehrer, beim Jugendamt.

Dies verworrene Konstellation mit all ihren dramatischen Verstrickungen wird schwer aufzulösen sein.

Über einen Auszug sollte nachgedacht werden.

Die Mutter - und alle Kinder - benötigen kompetente Hilfe.

Antwort
von miezepussi, 69

zum Psychologen gehen + zum Jugendamt und nach Möglichkeit ausziehen aus der gemeinsamen Wohnung

Antwort
von Argon1, 2

In diesem Fall kann man die Hilfe von Beratungsstellen und Jungendamt  in Anspruch nehmen und sollte das auch tun.

Mfg Argon1

Expertenantwort
von Sirius66, Community-Experte für Polizei, 34

Also - du liebe mittlere Tochter - das ist hier auf GF kaum zu beantworten. Du musst die ortsansässigen zuständigen Stellen (Caritas, Pro Familia, Jugendamt, Rote Kreuz, Polizei, Seelsoge, Hausarzt) aufsuchen und um Familienhilfe bitten.

Gruß S.

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