BlackSun1 am 24.10.2009 um 12:43 Uhr
Es ist immer wieder hier ..wenn das Thema Mißbrauch und Kindestötung kommt ..Verständnis und auch Teilweise Mitleid mit den Tätern zu lesen.Mir wurde einmal gesagt ich kann nicht über den Tellerand sehen....weil ich kein Verstännis habe.Bitte helft mir mit Eurer Meinung zu verstehen.Warum sollte ich Verständnis und Mitleid haben? Was ist eine plausible Antwort auf mein Unverständnis?

Zwei Dinge:
Denke ich das jeder Mensch nur so gut sein kann wie er sein kann.
Wenn jemand eine für uns fürchterliche Tat beginnt kann er nicht anders.
Das bedeutet für mich nicht, dass er nicht bestraft gehört oder dass er einen Freifahrtschein bekommt.
Aber ich muß ihn nicht als Mensch verachten oder ihn haßen.
Schon in der Bibel steht Lieben deinen Feind so wie dich selber
Ganz schön schwierig, aber erstrebenswert.
.
Den Opfern hilft es nicht ihre Täte zu haßen.
Dieses Gefühl von Haß hält sie gefangen, auch Schuldzuweisungen sind nicht sinnvoll.
Nach meiner Meinung und meiner Erfahrung ist der einzige Weg wieder Heil zu werden zu verzeihen.

Mir tat die Frau aus Beeskow-Finkenherd einfach nur leid, die ihre Neugeborenen im Blumentopf vergraben hat. Von ihrem Mann alleine gelassen, aber natürlich regelmäßig geschwängert, zu unselbständig, um sich zu wehren oder sich um Abtreibung zu bemühen, hat sie alles möglichst verdrängt.
Sie ist ins Gefängnis gewandert, der Mann, der mit ihr zusammenlebte, ging nicht nur straffrei aus, er wurde nicht einmal angeklagt.
BlackSun1 am 24. Oktober 2009 12:53 Ja sie war das OPfer...aber warum wird für Das Stück Mensch das dieses ihr alles antat Verständnis aufgebracht..NICHT von Dir aber es gibt Menschen die es fertig bringen.Woran liegt sowas..sind wir nur einfach hart und urteilen auch so? Ich wäre sogar für die Todesstrafe..bin ich deshalb eingeschrängt über den Teller hinaus zu sehen? DDH..für Deine Antwort
CrazyDaisy am 24. Oktober 2009 12:57 "Das Stück Mensch" - ist das nicht bereits ein menschenverachtender Ausdruck? Beginnt nicht schon hier die Unmenschlichkeit, einem Menschen Persönlichkeit abzusprechen und ihn als "Stück" zu bezeichnen?
Außerdem verstehe ich die Zielrichtung nicht. Sie ist die Täterin, denn sie hat die Kinder umgebracht. Ich habe Mitleid mit ihr. Wenn ich sie jetzt zum Opfer erkläre - wer ist dann der Täter? Kann man "über Eck" töten?
Ich finde zwar, dass den Ehemann eine Mitschuld trifft, aber kann er der allein Schuldige sein? Was ist mit dem Rest der Familie? Mit einer Gesellschaft, die es Frauen in Notsituationen immer noch schwer macht, eine Abtreibung zu vollziehen?
Es ist alles nicht so einfach...
BlackSun1 am 24. Oktober 2009 13:05 @CrazyDaysi...Ja für mich ist es leider nur ein Stück Mensch..denn wer einem KInd das Leben nimmt oder ihm durch Mibrauch das eigene für immer zerstört zu dem fällt mir in gemilderter Form nur diese Bezeichnung ein.Deshalb fragte ich ja nach plausiblen Antworten Verständnis zu erlangen.
CrazyDaisy am 24. Oktober 2009 13:08 Du fixierst Dich dabei ja sehr auf den Begriff "Kind". Ist die Tötung bzw. der Missbrauch eines Erwachsenen eine lässliche Sünde?
Zur Bezeichnung eines Menschen als "Stück": Hast Du nicht das Gefühl, Dich dabei auf die Ebene eines Täters zu begeben?
BlackSun1 am 24. Oktober 2009 13:14 @CrazyDaysi...Nein ich würde mich niemals auf die Ebene eines Täters begeben denn dazu müßte ich ihn verstehen können und das fällt mir sehr schwer als eines vieler Opfer solcher Stücke
CrazyDaisy am 24. Oktober 2009 13:23 Vielleicht verstehst Du ihn besser, als Du denkst? Da in Dir doch offensichtlich Tötungsgelüste schlummern (Todesstrafe)?
Komori am 24. Oktober 2009 12:58 Die Todesstrafe? Ich bitte dich, es gibt nichts schlimmeres. Weißt du eigentlich, wie viele Menschen schon unter die Nadel gekommen sind, nur weil man den Falschen gefangen hat?
BlackSun1 am 24. Oktober 2009 13:03 Die Todesstrafe bei 101% Sicherheit..nicht einfach so...
Komori am 24. Oktober 2009 13:16 Die Todesstrafe ist Mord auf staatlicher Ebene. Wer für so etwas eintritt, weiß nicht, wovon er redet. Mord im allgemeinen ist verwerflich, wobei ich z.B. Mütter, die ihre getöteten Kinder rächen, noch irgendwo verstehen kann, aber es bleibt dabei: Mord darf nicht zum staatlichen Instrument werden.
CrazyDaisy am 24. Oktober 2009 13:19 DH, Komori. Obwohl Eichmanns Hinrichtung mich mit Sicherheit keine Träne gekostet hätte, hätte ich sie miterlebt...
Komori am 24. Oktober 2009 13:34 Ach, es gibt so viele Ungeheuer, die den Tod verdient hätten... z.B. Bartsch etc. Oder Hit*er, der es ja leider geschafft hat, sich seiner gerechten Strafe zu entziehen.
CrazyDaisy am 24. Oktober 2009 13:58 Bartsch wurde ja auf dem OP-Tisch umgebracht.
Komori am 24. Oktober 2009 14:05 Jepp, aber irgendwie hätte man es ihm ja gegönnt, furchtsam wochenlang in der Todeszelle hocken zu dürfen und dann eben erst zu sterben. Das muss ja ein unfassbarer Stress sein, wenn man diesen Raum betritt und weiß, dass man nicht wieder rauskommt.
Er wurde doch von einem Krankenpfleger getötet, der ihm viel zu viel Betäubungsmittel gegeben hat, oder? Hat der eigentlich eine Strafe bekommen?
Mitleid/Verständnis für Täter habe ich niemals, wohl aber mit dessen unbeteiligten Angehörigen und natürlich dem Opfer und dessen Angehörigen.
BlackSun1 am 24. Oktober 2009 12:48 DDH so geht es mir auch..und deshalb kann ich nicht über den Tellerrand sehen..wurde mir gesagt..

ich hab weder mitleid mit den tätern, noch verständnis für die tat, aber ich versuche nachzuvollziehen, wie es zu so etwas kommen kann... um es verstehen zu können. Ich denke nur wenn man die systematik versteht, kann man dagegen auch handeln..
liebe/r blacksun1, es gibt eine täter-/opfer-beziehung. manche menschen kommen in die welt um opfer zu sein. das ist ihr karma, warum auch immer. bevor menschen zu tätern werden, muss auch einiges passieren. oft fühlen sie sich unverstanden, ungeliebt, werden von vielen/allen seiten bedrängt. manchmal sind sie ihren trieben ausgeliefert, für die es in dieser zivilisation, mehr oder weniger zu recht, kein verständnis gibt. wie geht es zb. dem kind, was einer erwachsenen gewalttätigen person ausgeliefert ist, welche ihre macht und ihre gewalt zum nachteil des schwächeren, kleineren, schutzloseren wesens einsetzt? ja und diese stärkeren ungeliebten, oft haben sie keine beziehung zu gott. dann können sie keine rettung sehen und leben, mehr oder weniger ungehemmt, ihre dunkle seite. im prinzip können sie einem leidtun. ok?
BlackSun1 am 24. Oktober 2009 12:58 Thomas ich verstehe sehr gut was Du sagst..aber nicht jedes Opfer ist ein potenzieller Täter...den meisten Opfern von Mißhandlung tut jede neue Nachricht im Fersehen Körperlich wie Seelisch weh und es wird unbewußt und brutal in seine die Vergangenheit geschleudert.Wie soll man da Verständnis für Täter auf bringen?
Wolpertinger am 24. Oktober 2009 13:02 BlackSun die Welt ist nicht schwarz/weiß ein Opfer/Täter kann sehr wohl seelischen Schmerz empfinden wenn er Gewalttaten im TV sieht und trotzdem Täter sein.
So einfach ist es leider nicht.
BlackSun1 am 24. Oktober 2009 13:07 Nein Du hast Recht so einfach ist es nicht..ich sehe da ein krankes Hirn..nicht nur immer das Opfer was das selbe wiederholt
Komori am 24. Oktober 2009 13:16 Aber dieses kranke Hirn muss doch irgendwo herkommen. Niemand wird grundlos so geboren.
BlackSun1 am 24. Oktober 2009 13:55 Es gibt auch Körperliche Fehlfunktionen des Hirns..
Komori am 24. Oktober 2009 14:06 Eben. Ist jemand, der eine Fehlfunktion im Hirn hat, schuldfähig? Das ist ja gerade die Frage, schließlich kann der jemand nichts dafür, dass er diese Fehlfunktion hat. Und irgendwo muss die ja auch herkommen.
im grunde ist das Hirn auch oder überhaupt, durch Wechselwirkung mit seiner Umwelt entstanden. Kälte, Zurückweisung, Unverstanden sein, Hohn, Spott, mangelnde Liebe, usw. ff. also tragen wir alle eine gewisse Mitschuld denn wir hätten dasein und zuhören können oder mal drauf gucken bevor es eskaliert. Zeichen sind bestimmt genug gesendet worden. Mfg,

Verständniss und mitleid mit dem täter? sorry ne!

Kindstötung hats im alten Rom schon gegeben. Wirds auch im Jahr 3000 noch geben. Schlimm aber man kann nichts sagegen tun
Schau einfach mal Fernsehen. Gestern kam eine Reportage über einen Mann der sein 30jähriges Jubiläum der Arbeitslosigkeit feierte. Es wird in den Medien vorgelebt, das der Staat für dich da ist. Zu meiner Zeit, bin 51, hat man sich geschämt aufs Sozialamt zu gehen. Heute wird im Fernsehen gezeigt wie man den Staat noch weiter abzocken kann.
CrazyDaisy am 24. Oktober 2009 12:52 Der Zusammenhang mit Kindstötung ist mir gerade nicht ganz klar...
BlackSun1 am 24. Oktober 2009 12:55 Ja stimmt gebe Dir Recht..ich bin in Deinem Alter und sehe es auch so..DDH
Eventuell bekommst du das mit dem mitleid in den falschen mund. Ich meine so hart es auch ist aber man muss es mal aus einer anderen sicht sehen.
Warum hat das der Täter getan? Eventuell weils dem Täter ähnlich ergangen ist? Weil seine Vergangenheit dran schuld ist ? ( Erziehung etc.pp)
Ich meine irgendwo muss dieses gestörte verhalten ja herkommen und es gibt ja auch dann vorfälle wo man wirklich mitleid mit dem täter hat weil die eltern damals schuld waren und soetwas eben irgendwann passieren musste deswegen usw.
Es gibt Täter die finden es einfach nur gut, es gibt aber auch Täter die für ihr gestörtes verhalten in dem sinne nichts können. Und mit den letzteren hat man manchmal auch ein wenig mitleid, auch wenns die tat nicht rechtfertigt.
LG

Du meinst, warum man Mitleid mit dem Täter haben sollte? Das kann ich mir höchstens in dem Umstand vorstellen, wenn man sich fragt, warum der Täter zum Täter geworden ist. Es ist so, ein Großteil aller Pädophiler ist selbst missbraucht worden oder hat ein schweres Trauma erlebt, welches zu der Pädophilie führte. Stell es dir so vor: im Hirn hat man wohl so etwas wie Strukturen, die bestimmen, woran man sexuelles Interesse hat. Etwa hat ein Kind nur Interesse an einem anderen Kind, also nicht sexuell, aber wenn es sich verliebt. Diese Strukturen wachsen mit dem zunehmenden Alter mit, so dass man etwa als Jugendlicher Interesse an anderen Jugendlichen hat. Kommt es zu einem Trauma, können diese Strukturen stagnieren, ergo wächst der Mann weiter, aber sein Interesse bleibt bei Kindern und dazu kommt dann auch noch die ausgeprägte Sexualität eines Erwachsenen: ein Pädophiler ist entstanden. Somit können die meisten gar nichts für ihre Vorlieben, ABER: es gibt Pädophile, die eine Therapie machen, noch bevor sie ein Kind angerührt haben. Diese Menschen darf man nicht verurteilen, schließlich wollen sie etwas dagegen tun, ABER wenn ein Mann dennoch Kinder belästigt und ihnen Dinge antut, hat er kein Mitleid verdient, schließlich beherrscht er sich nicht, sondern lebt einfach seine Triebe aus.
Demzufolge sind in meinen Augen Menschen, die ein unnatürliches Interesse an Kindern haben, aber etwas dagegen tun und nie(!) ein Kind angerührt haben, zu bemitleiden, aber ein Täter hat kein Mitleid verdient, schließlich hat er ohne Rücksicht auf Verluste seine Triebe befriedigt. Somit kann ich Mitleid mit einem Kindsmörder und -vergewaltiger nicht nachvollziehen.
BlackSun1 am 24. Oktober 2009 12:59 Nicht jedes Opfer ist aber gleich Täter..Opfer können auch sehr wohl alles dafür tun um das Kinder dieses nie wieder zugefügt werden darf,was nutzt es nur alles wenn der Gesetzgeber nicht mit spielt?
Komori am 24. Oktober 2009 13:02 Ich muss gestehen, ich habe deinen Satz ehrlich gesagt nicht ganz verstanden. Irgendwie war der etwas verdreht. 'um das Kinder dieses nie wieder zugefügt werden darf'?
BlackSun1 am 24. Oktober 2009 13:10 Ja...ich meine damit das man sehr wohl aktiv auch als Opfer gegen jede Art von Gewalt und Mißbrauch antrreten kann um unsere Kinder vor derartigen Übergriffen zu schützen.
Komori am 24. Oktober 2009 13:12 Stimmt, nicht jedes Opfer wird Täter. Manche überstehen das ohne psychische Schäden, andere bekommen Depressionen und wieder andere werden selbst pädophil. Ein Pädophiler ist ja nicht gleich ein Täter, dass darf man nicht vergessen. Jeder Mensch ist individuell, ergo kann man allgemein gar nicht sagen, wie sich ein Trauma auf die Entwicklung auswirkt.

...das ist die gleiche Frage wie bei vielen Verbrechen in der letzten Zeit.Eshandelt sich um Soziopathen.Leute die keine Gefühle von z.B. Mitleid kennen.Diese Art von Seelen/geistes= krankheit nimmt rapide zu,dir zum Verständnis verhelfen kann Keiner.Versuche in Deinem begrenzten Rahmen LIEBE zugeben,besonders denen die Du persöhnlich kennst und von denen Du annehmen kannst,daß sie auch Probleme haben. Von wegen: NIEMAND LIEBT MICH!!!!!!!!!!
BlackSun1 am 24. Oktober 2009 13:01 Ich bin sicher kein Soziopath..ich fühle wie und mit den OPfern..nur ich kann kein Verständnis für die Täter aufbringen..

das ist ein thema wo ich echt am liebsten allen männern die männlichkeit abhacken würde das schlimme ist ja das die männer garnicht wissen sie da tun die meinen das nicht böse die sind krank und ohne eine therapie leuft da garnichts auf keinen fall mitleid haben würde so ein mensch halb tot auf der straße liegen ich würde nochmal drauf hauen aber nicht nur männer sondern auch genug frauen mißbrauchen kinder
BlackSun1 am 24. Oktober 2009 13:10 Leider hast Du Recht..die Dunkelziffer der mißbr. Männer liegt sehr viel höher als man glaubt..nur sie reden weniger darüber..DDH
CrazyDaisy am 24. Oktober 2009 13:13 "...allen männern die männlichkeit abhacken..."
Die Menschheit auszurotten, ist natürlich eine Lösung jeglicher Schuldfrage.
Wie kann man verzeihen wenn das ganze Leben dadurch gekennzeichnet und manipuliert ist?
Ich denke indem man das was passiert ist annimmt,
indem man aufhört sich als Opfer zu betrachten,
indem man den Schmerz versucht los zu lassen,
aufhört nach dem Schuldigen zusuchen,
Schuld zuzuweisen.
Verantwortung für sein Leben übernimmt, das man erkennt dass sehr wohl etwas schreckliches passiert ist, aber das man selber die Verantwortung hat ob dieses schreckliche das ganze Leben kennzeichnet.
.
Das ist einfacher geschrieben als umgesetzt und kein Opfer wird dass alleine hinbekommen und es ist ein langer Weg dahin.
Aber nach meiner Erfahrung die einzige Möglichkeit wieder Glücklich zu sein, Heil zu werden.
Um Hass gehts hier ja nicht, denn man hat mit dem meist persönlich nicht bekanntem Täter keine nähere Beziehung.
Ich kann jedenfalls nicht nachvollziehen, warum so oft jemand, der im Leben zu allem uneingeschränkt in der Lage ist, nach einer Straftat plötztlich aus den hirnrissigsten Gründen als nicht "schuldfähig" eingestuft werden kann. Tatfähig war er/sie ja offensichtlich auch.