Frage von Manuel2418, 75

Bitte helft mir, ich weiß nicht weiter. was soll ich machen?

Hallo.. der Text wird etwas länger, ich werde nichts beschönigen um freundliche Antworten zu bekommen

Es geht um meine Zwillingsschwester, die ich zuletzt vor 2 Jahren gesehen habe. Davor hat sie sich ein halbes Jahr in ihrem Zimmer eingeschlossen und hat niemanden außer mir mit sich reden lassen. Ich dachte früher der Grund sei der, dass sie gegenüber meiner Mutter etwas durchsetzen wollte, nämlich, dass mein Bruder, der einen kleinen Streit mit ihr hatte, auszieht, oder unsere Mutter wenigstens bei ihr hält und sie gegen ihren Bruder unterstützt. Meine Mutter tat das aber nicht. Da meine Schwester einen sehr starken Willen hatte blieb sie einfach in ihrem Zimmer, kam nur nachts raus um sich was zu essen zu holen, ich war ab und zu bei ihr, anfangs sehr oft, später nicht mehr.. Ich war ständig hin-und hergerissen. Auf der einen Seite meine Mutter, der ich ungelogen jeden Tag zuhören musste, wie sie meine Schwester beschimpft und dabei jedes Mal in Tränen ausbrach, und auf der anderen Seite meine ziemlich gelassen-berechnend wirkende Schwester, die sich höchstwahrscheinlich ihre Verzweiflung nur nicht anlassen sehen hat.. Ich schätze sie war schon sehr lange unglücklich und wollte einfach geliebt werden, meine Mutter kann das aber nicht, mein Vater war gestorben und so hätte ich eigentlich etwas tun müssen, aber ich war einfach zu faul schätze ich.. Computersüchtig und mit dem Abitur vor der Tür hatte ich einfach nicht die Kraft ständig mit meiner Schwester auch noch zu reden, wenn meine Mutter jeden Tag schon 2 Stunden meiner Zeit für sich beanspruchte. Naja.. nach dem Abitur war ich lange Zeit sehr aufgewühlt, wusste nichts mehr mit mir anzufangen und war schlicht schlecht drauf.. meine Mutter und mein Opa fuhren zu unserem Opa für ein Wochenende und ich war mit meiner Schwester allein zuhause. Ich erinnere mich noch genau an den Tag, ich schätze er war für mich sogar schlimmer als der Tag an dem mein Vater gestorben war, jedenfalls erinnere ich mich viel öfters unter Tränen an den Tag. Ich gab ihr Bescheid, dass wir nun alleine wären und sie doch mit mir essen könnte. Sie kam nach einer Weile nach unten.. und ich versuchte sie wieder einmal zu beschwichtigen, sie möge doch einfach wieder kommen, dass wir sie alle sehr vermissen und lieb haben. Sie fing wieder an schlecht über meine Mutter und meinen Bruder zu reden.. ich verteidige immer denjenigen über den schlecht geredet wird, so auch dieses Mal. Nunja.. ich kam in einen sehr schlimmen Streit mit ihr, ich war einfach dumm und habe nicht aufgepasst. Nach dem Streit wusste ich sie würde lange Zeit mit mir böse sein und war wütend darüber. Ich ging in mein Zimmer und als sie in mein Zimmer kam und mich aufforderte ihr mein Ladekabel zu geben, setzte es einfach bei mir aus.. so etwas habe ich zuvor noch nie gefühlt.. ich sagte ihr, sie trage einen Teil der Schuld für den Tod unseres Vaters. Er starb an Krebs.. Wenn ihr soweit gelesen habt, danke, unten geht es noch etwas weiter, tut mir Leid

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AriZona04, 42

Hallo Manuel,

ich habe alles gelesen. Und ich rate Dir: Gehe zu der Klinik! Melde Dich bei den Krankenschwestern dort an und erfrage, ob Deine Schwester Dich im Beisein einer Krankenschwester sprechen möchte. Frag, ob ein Arzt dabei sein soll/kann. Schreib Deiner Schwester vorher einen Brief und schreibe Dir von der Seele, wie es Dir geht und dass Du sie vermisst. Das wären gute Signale, die Du geben kannst. Wenn sie alles ablehnt, sprich mit dem behandelnden Arzt und erzähle ihm alles, was Dir auf der Seele lastet! Er wird Dir Tipps geben können. Übrigens bist Du nicht schuld an ihrer Situation! Erstens ist sie für sich selbst verantwortlich und zweitens hat Deine Mutter einiges verkorkst. Ich drück Dir die Daumen, dass alles wieder gut wird!

Kommentar von Manuel2418 ,

Ich danke dir sehr für deine nett geschriebenen Zeilen. Es klingt wirklich wundervoll aufmunternd und motivierend. Ich bin zwar ein Feigling, da ich Angst vor Ablehnung habe, aber solche Antworten nehmen mir diese etwas. Ich werde ihr einen Brief schreiben =) ich danke dir sehr! )

Kommentar von AriZona04 ,

Ich würd Dich glatt begleiten, wenn ich könnte - habe auch schon einiges durch im Leben! Sei kein Feigling - trau Dich, Kontakt aufzunehmen!! Ich wette, Deine Schwester wird Dir verzeihen können und Euer Verwandschaftsband ist stärker als ihre Ablehnungsgefühle.

Kommentar von Manuel2418 ,

wieso kriege ich bei dem was du schreibst immer dieses kribbelnde warme Gefühl am Hinterkopf, welches sich dann über den Nacken ausbreitet..^^ und vielen Dank nochmal du bist wirklich wundervoll )

Kommentar von AriZona04 ,

Ich glaub, ich hab das "Helfersyndrom". Ich mach abends schon gar nichts anderes mehr, als hier im Forum zu helfen. Gibt mir ein gutes Gefühl. Jetzt haben wir beide ein gutes Gefühl :-)

Kommentar von Manuel2418 ,

das ist schön..^^ obwohl Menschen mit Helfersyndrom oftmals selber etwas Hilfe brauchen habe ich gehört, aber jetzt gerade freue ich mich sehr, dass du so gerne anderen hilfst =)

Antwort
von jodelblumenberg, 10

Weißt du, es macht sehr traurig, wenn man deine Zeilen liest. Deine Schwester und deine Mutter haben dich quasi zwischen die Stühle gesetzt. Jeder benutzt dich und versucht dich, auf seine Seite zu ziehen. Keiner interessiert sich für deine Gemütslage. Und das in einer Zeit, in der die Familie gerade zusammen halten muß, um wieder ein normales Leben führen zu können.

Bitte fühle dich nicht schuldig, weil du einmal Verzweiflung und Überforderung gezeigt hast. Das alles wäre für Menschen zu viel, die festen Halt haben, mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Du bist noch so jung, dass du das bis jetzt durchgehalten hast, ist bewundernswert, hat dir aber auch ein Stück Leben genommen, oder?

Schreib deiner Schwester, Besuche werden manchmal nicht gern gesehen, schon gar nicht, wenn es die Patienten aufregt. Wenn deine Schwester dich sehen will, wird sie sich schon äußern. Vielleicht braucht sie auch mal eine Zeit für sich, zur Besinnung. Deine Aussagen kannst du natürlich nicht rückgängig machen, aber du kannst ihr sagen, dass es nicht wahr ist, dass du das nicht wirklich denkst.

Und versuche, dich in Zukunft etwas zu schützen. Kinder sind nicht dazu da, um als Abladeplatz für die Eltern zu fungieren, dafür haben auch Eltern Freunde, in schlimmen Fällen gibt es dafür Ärzte. Versuche deiner Mutter beizubringen, dass auch du trauerst, dass du nicht in der Lage bist, den Schmerz der ganzen Familie zu tragen, dass du deine Schwester liebst- und deine Mutter auch und deswegen keine Partei ergreifen willst und kannst.

Alles Gute für euch alle!

Kommentar von Manuel2418 ,

ich lag gerade nur noch mit meinem Kopf auf meinem Block und sehe immer noch alles wie durch einen Schleier, ganz in Tränen ausbrechen werde ich wohl nicht. Mein Herz wurde vorher schon ziemlich erweicht, aber deine gefühlvollen und verständnisvollen Worte haben mir den Rest gegeben.. Ich danke dir so sehr, ich glaube zwar, dass ich so etwas Nettes nicht verdient habe, aber dankbar bin ich trotzdem.. ich gebe mir sehr schnell an allem die Schuld, was ich zwar eigentlich als guten Charakterzug an mir sehe, aber gerade in dieser Angelegenheit macht es mich einfach nur fertig.. da tut es mir einfach unglaublich gut so etwas zu lesen. Vielen Dank!

Antwort
von Giwalato, 30

Hallo Manuel!

Ich versuche mal zusammen zu fassen, was ich verstanden habe:

Du und Deine Schwester sind zweieiige Zwillinge, ihr habt vor einiger Zeit euren Vater durch eine Krebserkrankung verloren.

Jeder in Euerer Familie war mit seiner Trauer allein, Ihr konntet nicht miteinander sprechen.

Das Verhältnis zwischen Eurer Mutter und Deiner Schwester ist nicht das beste und Du machst Dir Vorwürfe, das Du sie nach dem Tod Eures Vaters nicht besser unterstützt hast.

Jetzt hat Deine Schwester den Kontakt abgebrochen, und Du hast Angst, das sie sich etwas antut, nachdem Du ihr im Streit Dinge vorgeworfen hast, die Dir jetzt Leid tun.

Bitte korrigiere mich, wenn ich etwas falsch verstanden habe. Dann reden wir weiter, wenn Du willst.

Liebe Grüße, Giwalato 

Kommentar von Manuel2418 ,

ja ich würde sehr gerne reden.. 

fast alles richtig.. es ging bei der Unterstützung nicht wirklich um den Tod unseres Vaters, sondern eher um.. ich weiß nicht.. meine Schwester hat schon lange Zeit zwischen manischen Episoden und Depressionen gesteckt, jedenfalls wäre das so meine Beschreibung.. oder weniger dramatisch ausgedrückt: sie schwankt sehr zwischen überschwänglich-glücklich-etwas überheblicher Gefühlslage und traurig-motivationslos.. aber ja ich bin mir sicher das rührt daher, dass sie sich einfach nicht genug geliebt gefühlt hat.

Kommentar von Giwalato ,

Du bist ihr Bruder und kannst ihr deshalb nur im Rahmen Deiner eigenen Möglichkeiten helfen. 

Menschen, die manisch-depressiv sind, sind für ihre Mitmenschen sehr anstrengend und in einer Therapie besser aufgehoben. Man bekommt diese Krankheit nur mit Gesprächstherapie und der zusätzlichen Gabe von Medikamenten in den Griff.

Wichtig ist, daß Du lernst, auf Deine eigenen Bedürfnisse zu achten und über Deine Gefühle und Empfindungen zu sprechen.

Du hast keinen Grund, Dir Vorwürfe zu machen. Wenn es Dir hilft, schreibe Deiner Schwester einen Brief. Aber erwarte nicht sofort eine Antwort.

Deine Schwester muß sich erst selbst finden, bevor sie wieder in Kontakt mit Dir treten kann. Hab Geduld, auch wenn das nicht einfach für Dich sein wird.

Alles Gute für Dich!

Antwort
von einfachichseinn, 18

Ich denke nicht, dass du ihr irgendetwas angetan hast.

Ich würde ihr einfach nochmal einen Brief schreiben und mich entschuldigen und dann klar machen dass du auf den nächsten Schritt von ihr wartest.

Antwort
von Manuel2418, 44

.. Ich schätze ich sagte es deshalb, weil sie sich damals furchtbar ihm gegenüber verhalten hat und mich meine Mutter immer öfters die letzten Tage daran erinnert hat, was natürlich nur eine erbärmliche Ausrede ist.. sie lachte, sah aber sehr verwirrt aus. Ich war nicht ich selbst.. noch Stunden danach kochte ich vor Wut. Irgendwann kamen Freunde von ihr, die lange niht mehr bei ihr waren und sie feierten und lachten und redeten naja.. ich war ziemlich fertig mit den Nerven nachdem meine Wut nachgelassen hatte, wusste nicht was ich tun sollte, entschuldigen konnte ich mich nicht, dafür war das, was ich sagte einfach zu grausam gewesen und ich hatte Angst davor von ihr zurückgewiesen zu werden. Tage später sprach sie dann das erste Mal wieder mit meiner Mutter und hatte einen heftigen Streit mit ihr.. daraufhin verließ sie uns.. ich bekam Unterstützung von dem Rest meiner Familie, aber ich hasse mich so sehr dafür. Sie ging dann in wieder in psychatrische Behandlung, ich schreibe ihr zu Feiertagen und ihrem Geburtstag, schicke ihr Geschenke und entschuldige mich. Ich rief auch einmal bei ihrer Betreuerin an und fragte, ob ich sie treffen könne.. meine Schwester will anscheinend nicht und ich habe zu viel Angst, als dass ich einfach hingehen könnte.. Weshalb ich genau jetzt diese Frage stelle und euch um Rat bitte ist der, dass sie seit kurzem in stationärer Behandlung ist, vorübergehend anscheinend, trotzdem fühle ich mich seitdem ich das erfuhr schrecklicher denn je. Gedanken wie: habe ich ihr das angetan? Was ist wenn sie sich irgendwann umbringt? kreisen um meinen Kopf. Ich weiß nicht mal, was ich mir jetzt von euch erhoffe.. einen Rat, ihr dürft mich auch ausschimpfen, alles was ihr wollt..

Antwort
von CookiemonsterT, 14

Rede mit ihr, entschuldige dich
Mehr als entschuldigen kannst du auch nicht. Ihr seid Geschwister, die streiten sich halt
besser jetzt als nie
Viel Glück

Antwort
von Jessicafcbfan, 14

Sie ist deine Zwillingsschwester. Ihr seit seelenverwandt. Geh sie besuchen. Egal ob sie will oder nicht. Geh einmal in der Woche hin, damit sie sich nicht "allein" fühlt. Irgendwann wird sie sich freuen. Glaub mir. Einfach zeigen, dass sie dir nicht egal ist. Hingehen.

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