Depression - wie habt Ihr es geschafft sie zu besiegen?

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4 Antworten

Ich hatte ab dem Grundschulalter bis letztes Jahr ungefähr Depressionen (heute 25). In dieser Zeit habe ich immer schlechtere und bessere Phasen gehabt, aber am schlimmsten war es in der Pubertät (weil da eben mehr Probleme auftreten als sonst).

Heilung aus der Depression ist ein Prozess, der Zeit braucht. Mir hat geholfen zu erfahren, wie das Hirn funktioniert und wie es eine Depression entwickelt. So habe ich das Thema Depression nicht als diffuse psychische Erscheinung wahrgenommen, der ich ohnmächtig gegenüberstand, sondern konnte einen Lösungsweg finden.

Ich habe mich darauf konzentriert, selbst geringe Gefühlsregungen bewusst wahrzunehmen, z.B., wenn ich etwas gekocht hatte und es schmeckte mir gut. Ich habe gelernt, den Menschen gegenüber, die mir etwas angetan haben, nicht verbittert zu sein. Ich habe gelernt, eigene "Fehler" als Erfahrungen zu betrachten, die gemacht werden, um das Leben ein bisschen zu verbessern. Ich habe gelernt, mich als "anders" zu akzeptieren und zu lieben. Ich habe gelernt, dass jeder Schicksalsschlag eine Herausforderung ist, deren Bezwingung einen zum stärkeren Menschen macht. Ich habe nicht zugelassen, dass ich mich im Heilungsprozess unter Druck gesetzt fühle, weder von anderen, noch von mir.

Ich habe nie Antidepressiva genommen, selbst dann nicht, als ich jeden Tag schon im Moment des Aufwachens verflucht habe und nicht wusste, wie ich aufstehen und mich zurechtmachen soll. Ich war einfach absolut überfordert. Ich hatte wirklich nicht das Gefühl, dass es mir je besser gehen würde. Es hilft da ungemein, durch äußere Einflüsse gezwungen zu sein, das Bett und das Haus zu verlassen und Aufgaben zu erledigen. Man darf ruhig ein Erfolgserlebnis empfinden, weil man den Müll rausgebracht oder beim Einkaufen ein neues Lebensmittel heimgebracht hat, was probiert werden will.

Man darf sich nicht dafür verurteilen, dass man Dinge nicht schafft, die für andere selbstverständlich sind. Und man darf es nicht als Verlust betrachten, in bestimmten Lebensphasen irgendwas versäumt zu haben, was fast jeder für sich mitnimmt. Es gibt auch für Lebensläufe kein Patentrezept, auch wenn das von vielen so suggeriert wird.

Mir hat auch geholfen zu erkennen, dass für jeden Menschen die Welt eine andere ist und man deshalb keine Garantie darauf hat, dass Menschen dein Verhalten nachvollziehen können. Nicht nur sind die Lebensgeschichten und damit Erfahrungen jedes Menschen einzigartig und prägen ihn deshalb zu einem Unikat, auch funktioniert ein Mensch von Geburt an nicht wie jeder andere. Alleine, wie sensibel ein Mensch seine Umgebung wahrnimmt, ist sehr prägend für ihn. Der eine versteht dann nicht, warum ein anderer Mensch auf Information "zwischen den Zeilen" nicht reagiert oder Emotionen schlechter deuten kann.

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Grundsätzlich sind Depressionen heilbar, ja. Allerdings ist das Rückfallrisiko sehr hoch. Wenn du also an depressiven Episoden leidest wirst du dein Leben lang dazu neigen.


Bei Depressionen liegen Störungen in Bezug auf Botenstoffe im Gehirn vor. Diese Störung kann mit geeigneten Therapiekonzepten und modernen Arzneimitteln erfolgreich behandelt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Haus- und Facharzt, denn je früher eine Depression erkannt und behandelt wird, desto schneller kann es Ihnen wieder gut gehen.

http://www.depressionen-verstehen.de/depression/

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Kommentar von Alanbar31
03.11.2015, 07:28

Ich kenne mich mit der Krankheit schon so gut aus , wie ein Arzt das was du geschrieben hast , ist nett gemeint aber das weiß ich schon lange das mit den Botenstoffe

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Kommentar von Bonbonglas
03.11.2015, 09:20

Ich persönlich halte es für gefährliche Halbwahrheit, was die Schulmedizin über Depressionen zu wissen glaubt. Das Hirn ist kein statisches Organ, das seine Prozesse immer gleich abspult, wie es die anderen Organe machen. Das Hirn entwickelt sich ständig (bis zum Alter von 50 etwa) und so können Prozesse umgestellt werden, selbst wenn sie früh im Leben "programmiert" wurden. Medikamente helfen zumindest bei Depression, die Symptome zu lindern. Vielleicht kann man darauf aufbauend einen Änderungsprozess im Gehirn einleiten. Aber die sogenannte "Rückfallquote" gründet darauf, dass am eigentlichen individuellen Problem nicht gearbeitet wurde. Dieses Problem hat mit der eigentlichen Lebensgeschichte nichts zu tun, sondern mit der persönlichen Wahrnehmung, und das ist ein sehr neurologisch basiertes Thema, das erschreckend wenig Aufmerksamkeit findet. Auch sind viele Depressionsfälle ein Hormon- bzw. Ernährungs- oder Stoffwechselproblem, die mit Antidepressiva definitiv NICHT zu behandeln sind!

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Was sagen denn deine Ärzte zu deiner "unheilbaren" Symptomatik? Wurden organische Ursachen ausgeschlossen? Sind die Ursachen überhaupt bekannt?

Prinzipiell gibt es viele gute Therapie Programme für Betroffene und ich kenne viele Menschen, denen das auch hilft.

Aber was ist deine eigentliche Frage? Denn Antworten zur Therapierbarkeit schmettert du ja ab mit "weiß ich schon". Also - was erwartest du hier?

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Kommentar von Alanbar31
03.11.2015, 08:05

Habe es schon 5 Jahre aber Medikamente dagegen Vertrage ich nicht ! Wie soll ich aus diesem tief den rauskommen ??

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Kommentar von Seanna
03.11.2015, 08:16

Welche Medikamente wurden alle versucht? WAS SAGEN DIE ÄRZTE?

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Kommentar von Alanbar31
03.11.2015, 10:01

Zu viele von älteren bis neue Generationen von Medikamenten , doxepin , citalopram, duluxetin , setralin , Anafranil , mirtazapin , amytripilin

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Kommentar von Seanna
03.11.2015, 10:03

Nochmal: Was sagen deine Ärzte zu dieser Problematik?

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Wenn du eine Therapie machst evtl in einer Klinik dann können Depressionen duraus geheilt werden.

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Kommentar von Alanbar31
03.11.2015, 07:26

Ich war schon einmal in einer Klinik hab Zicht Medikamente nehmen müssen nichts hat was gebracht die meisten Medikamente habe ich nicht vertragen wegen der Nebenwirkungen , ich war 4 Monate stationär !! Was soll ich tun nochmal versuchen ?

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