Frage von doubtandbelieve, 33

Bitte ehrlich antworten: sehen sich heutige Studenten und Gymnasiasten als etwas besseres?

Meine Frage mag provokanter klingen, als sie gemeint ist. In meiner beruflichen Tätigkeit betreue ich des Öfteren Praktika von Gymnasiasten und Abschlussarbeiten von Studenten (Bachelor, Master, Dr. rer. nat). Der allergrößte Teil der jungen Menschen ist kooperativ und interessiert. Allerdings gibt es auch welche, die anhand ihrer Bemerkungen durchblicken lassen, daß sie eigentlich nur 'Kohle machen' wollen und sich schon bevor sie einen Abschluss haben, als Elite fühlen und ein derartiges Gehabe an den Tag legen. Ich selbst finde das nicht nur lächerlich, sondern auch widerlich. Wie soll eine Gesellschaft funktionieren, deren zukünftige Verantwortungsträger nichts weiter bezwecken, als ihr Ego zu pflegen?

Antwort
von Fontanefan, 18

Erstens: Immer wieder ist mir als Lehrer begegnet, dass gerade schwache Schüler sich etwas darauf einbildeten, Gymnasiasten zu sein. So wie vom sozialen Absturz Bedrohte stolz darauf sind, Deutsche zu sein, und sich über Flüchtlinge erheben.

Zweitens: Innerhalb der Gesellschaft gibt es immer wieder die Tendenz, dass Gruppen mit gleichen Interessen sich von anderen abgrenzen. Das ist zwar schädlich, aber nur abzuschwächen und nicht ganz zu verhindern. 

Es zeigt sich extrem bei der Wohnlage, die man sich aussuchen kann: Reiche wohnen in vielen Ländern der Welt schon auf eingezäunten, bewachten Gebieten, um den Kontakt mit Normalbürgern zu vermeiden. Und andererseits kommt es zur Bildung von Slums für die sozial Ausgegrenzten. (Gentrifizierung: https://de.wikipedia.org/wiki/Gentrifizierung)

In schwächerer Form gibt es das auch im sozialen Umgang, beim Aussuchen des Bekanntenkreises.

Antwort
von FragenElke, 33

ja, das kenne ich sehr gut.  wobei man sage muss, dass es diese menschen immer und überall gibt, egal in welchem berufszweig.

was mir bei studenten aber immer häufiger auffällt ist, dass sie durch jahrelange lerner-ei nicht die leiseste ahnung vom leben haben...teilweise sind ansichten und gesellschaftliches wissen echt erschreckend.

Kommentar von doubtandbelieve ,

Was mir auffällt ist, daß viele Studenten und auch schon Gymnasiasten ihre Uni/Schule als Serviceeinrichtung sehen. Daß auch Forschung ein wichtiger Betätigungszweig an Universitäten ist, scheint für die Karriere-Studenten nicht von Bedeutung zu sein. Daß die Warnungen vor einer zu geringen Finanzierung von FuE von so breiten Teilen der Bevölkerung entweder nicht wahrgenommen werden oder man denen mit Unverständnis begegnet, liegt sicher auch zu einem großen Teil daran, daß viele Menschen Akademiker immer noch mit 'Geld' und 'Status' assoziieren.

Somit ist der Inhalt von Schillers Antrittsvorlesung in Jena heute mindestens so aktuell wie damals.

Natürlich kann nicht jeder Mensch Interesse an Wissenschaft, Kunst, Technik bzw. Natur besitzen, man möge mich nicht falsch verstehen. Aber für jene gibt es andere Ausbildungsmöglichkeiten als Universitäten.

Antwort
von Realisti, 26

Das ist nicht nur heute so, das war schon immer so.

Antwort
von SLS197, 29

Ja manche sind sehr arrogant und hochnäsig

Kommentar von doubtandbelieve ,

Und das sind meist diejenigen, die im Studium am jämemrlichsten waren. Ich kenn das aus eigener Erfahrung. Diejenigen, die sich immer versucht haben, durchzuwuseln, haben die dicksten Positionen. Aber Vorsicht: es gibt auch Ausnahmen.

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