Du solltest Dich nicht ärgern, über Dinge, die Du weder ändern kannst, noch zu verantworten hast. Aber kritisch sehe ich sowas auch.
Eine Frau ist mit 50 normalerweise in der Menopause und kann keine Kinder mehr kriegen - und das ist gut so, denn wenn das Kind flügge wird, ist sie schon 70...
Und wir alle wissen, dass auch junge Erwachsene noch hin und wieder eine Mutter brauchen, bei der sie sich Rat holen können...
Als ich mit 47 Oma wurde und stolz den Kinderwagen durch die Stadt fuhr, schauten die Leute irritiert, weil sie nicht wussten, ob ich nun die Mama oder die Oma sei. Mich hat das amüsiert und auch ein bisschen stolz gemacht - aber ehrlich gesagt wäre mir die Dauer-Belastung zu groß gewesen...
Ich habe mich sehr gern um mein Enkelkind gekümmert - aber das Schöne an Enkeln ist, dass man sie wieder abgeben kann. Als Dauerstress wäre das einfach zu anstrengend. Kleinkinder halten ihre Eltern sehr auf Trab und später brauchen sie Eltern, mit denen sie auch mal toben können...
Als mich die Enkelin mit 12 Lenzen besuchte, musste ich ihr auf einer Radltour hinterherrufen, "Bitte langsamer und Pause, eine alte Frau ist kein D-Zug."
Auf eine Oma mal Rücksicht nehmen zu müssen, ist nicht tragisch - aber dauernd so alten Eltern ausgeliefert zu sein, sicherlich nervig.
Ich würde der Nachbarin mit dem Wunsch gratulieren, sie möge noch 20 Jahre topfit bleiben, damit sie Schritt halten kann.
Es gibt einfach Lebensläufe, die sich so entwickeln (Spätgebärende). Dahinter muss nicht unbedingt die Karriere der Eltern stehen .... ich war 41, mein zweiter Sohn starb. Und wir hatten das ganz große Glück, 14 Monate später eine gesunde, fröhliche Tochter zu bekommen. Werde ich jetzt, mit knapp 50, dafür "gekreuzigt"?