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Bioinformatik - ein Studium mit Chancen? Jobmöglichkeiten? Aussichten?

Frage von apexx apexx

Diese Frage richtet sich v.a. an Personaler und diejenigen, die das Bioinformatik Studium hinter sich haben und vlt. schon arbeiten.

Wie viele auch bin ich momentan auf der Suche nach dem richtigen Studium. Dabei hat es mir die Bioinformatik angetan, da ich generell in Richtung Informatik gehen wollte und die biologischen Themen meinem Interesse entsprechen. Doch was hat das Studium für Aussichten?

Auf unzähligen Websiten und Veranstaltungen wird gepredigt, dass Bioinformatik eine Wissenschaft der Zukunft ist - einer Zukunft, die vielleicht schon vorbei ist?

Bruacht der Arbeitsmarkt soclhe spezialisierten Leute überhaupt? WElche Jobs konkret kann ein Bioninformatiker denn machen?

Können Bioinformatiker auch "normale" Informatiker-Jobs machen? Oder entscheidet man sich automatisch eher für den reinen Informatiker - obwohl die Grundkompetenzen ja diesselben sind?

Wie sieht es mit dem Gehalt aus? Ich weiß, dass man da keine objektiven Angaben machen kann, aber ähnelt es z.b. dem der Informatiker=?

Oft wird gesagt, dass Bioinformatiker Führungsqualitäten haben - stimmt das in der Praxis?

Ich würde mich gerne zwischen Medizin, Informatik, Bioinformatik entscheiden, wobei letztere für mich am spannendsten klingt. Ich weiß, das keiner was garantieren kann, aber ich will nach dem Studium nicht ohne Job da stehen, oder nur mit einem in 600 km entfernten Dorf

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Antworten (5)

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    Antwort von schnattinger schnattinger

    Der mit Abstand von Unternehmen nachgefragteste Informatiker-Abschluss ist Wirtschaftsnformatik. Das erkennt man an der Größe der entsprechenden Studiengänge/Fakultäten. Und von wegen "das Wichtigste der Informatik (Komplexitätstheorie) fehlt". Den Personaler möchte ich sehen, der bei der Einstellung nach Komplexitätstheorie fragt.

    Kommentar von apexx apexx

    Wirtschaftsinformatik wäre auch eine Option gewesen.... ist aber nicht wirklich mein Interessensgebiet, obwohl ich mit dem Fach ganz gut klar komme... Aber man kennt ja nur VWL aus der Schule, vermutlich sind die (BWL?) - Inhalte im Studium ganz anders

    Aber auch hier gilt diesselbe Frage wie bei Bioinformatikern .... Welche AUssicht haben d.M.n. Wirtschaftsinformatiker auf einen Beruf? Wenn ich einen ordentlichen Informatiker brauch nehm ich einen reinen Informatiker und für Wirtschaftsaufgaben wird denk ich auch nicht der Wirschaftsinformatiker hergenommen......

    Kommentar von schnattinger schnattingerschnattinger

    In den unternehmen draußen sind immer mehr die Generalisten gefragt, nicht mehr die Fachspezialisten (-idioten, sorry). Grund: das Wissen wächst so rasend schnell, gerade in der IT, dass es wichtiger ist, lernen zu lernen statt in einem langen 5-jährigen Studium Inhalte bis ins kleinste Detail zu lernen, denn es ist am Ende des Studiums schon wieder veraltet. Soziale Fähigkeiten sind ebenso wichtig .. un d das lehrt nunmal auch die BWL.

    Kommentar von ruediger32 ruediger32ruediger32

    Die Personaler wissen oft selbst nicht, was sie suchen. Die können gar nicht abschätzen, wie wichtig dieses oder jenes Thema ist. Meiner Erfahrung nach schult nichts so sehr den Geist und bringt ihn voran wie die theoretische Informatiker in Form von Graphentheorie, Komplexitätstheorie, Grammatiken usw.

    Ich bin nun schon einige Jahre im Geschäft. In einem Bewerbungsgespräch habe mit dem einen Herrn sogar ein wenig über Turing und die Enigma gesprochen. Ich glaube, die wollten herausfinden, ob ich wirklich mit Leib und Seele Informatiker bin oder nur ein Oppertunist. Bei der Stelle ging es um Sicherheitstechnik und Verschlüsselung im Militärbereich. Wegen der militärischen Anwendung hatte ich Gewissensbisse, weshalb ich denen absagte.

    Die hatten aber auch echte Informatikbücher über Grammatiken und Automaten im Bücherregal zu stehen. In anderen Firmen stehen Bücher über Ajax und Webservices im Regal... und die backen nicht unbedingt die kleineren Brötchen. Einfachere Brötchen backen die.

    Kommentar von schnattinger schnattingerschnattinger

    Mag schon sein, das Personal nicht genau wissen, was Sie suchen. Die Personal stellen aber die Leute ein.

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    Antwort von ruediger32 ruediger32

    "Auf unzähligen Websiten und Veranstaltungen wird gepredigt, dass Bioinformatik eine Wissenschaft der Zukunft ist."

    Bioinformatik ist keine Wissenschaft, sondern in diesem Falle ein Studiengang, der darauf ausgelegt ist, Leute für die Unternehmen auszubilden. Biologie und Informatik sind Wissenschaften, aber nicht Bioinformatik. In den Broschüren steht viel Unfug geschrieben.

    Ich weiß nicht, was ein "normaler" Informatik-Job sein soll. Informatiker sind keine Programmierer, werden aber häufig als solche eingesetzt und das Potential wird nicht genutzt. Es heißt oft: Die Lösungen sollen einfach sein, dass die anderen Kollegen verstehen. Als Informatiker hat man das Pech, mit Nichtinformatikern Informatik zu betreiben.

    Das Gehalt ist wie bei allen Informatikern, Ingenieuren und Mathematikern vergleichsweise schwach. MINT-Leute sind total unterbezahlt. Die goldenen Zeiten sind längst vorbei.

    Kommentar von apexx apexx

    Das mit der Wissenschaft seh ich ein, war jetzt aber nicht wirklich meine Hauptsorge :)

    Mir ist durchaus bewusst, dass Informatiker natürlich nicht entsprchend genutzt werden, oft ist es dann auch nur eine Art Wartungsberuf o.ä. Aber das ist zumindest etwas... Werden für diese Stellen auch Bioinformatiker genommen oder haben die Personaler keine Ahnung?

    Was würdest du sonst empfehlen? In die Medizin? So toll werden Ärzte(am ANFANG ihrer Laufbahn) auch nicht bezahlt---

    oder am besten gleich ne AUsbildung?

    Kommentar von ruediger32 ruediger32ruediger32

    Studier was anspruchvolles, z. B. Informatik, schaffe es in der Regelstudienzeit und dann hast du gute Karten. Ich habe Informatik mit Nebenfach Elektrotechnik studiert. Das ist kein Zuckerschlecken wie z. B. Germanistik oder BWL.

    Als Informatiker an der Uni lernst du, Systeme zu begreifen, System zu analysieren. Du lernst das Kategorisieren und das Schließen. Das ist ein hilfreicher Baustein für jedes Zweitstudium.

    Ausbildung: Zwischen einem Fachinformatiker und einem Informatiker von der Universität liegen Welten. Bei den FHs gibt es auch eine große Streuung. Viele sind vom Niveau her näher an der Ausbildung zum Fachinformatiker dran, als am Informatikstudium an einer Universität.

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    Antwort von ruediger32 ruediger32

    Ich bin Diplom-Informatiker und ich halte nichts von dieses Bindestrich-Informatiken. Es ist nichts halbes und nichts ganzes. Es wird falsche Kompromisse geschlossen und dann passiert es, dass das Wichtigste der Informatik (Komplexitätstheorie) fehlt. Ich empfehle: Informatik und gegebenenfalls Biologie im Nebenfach. Oder zwei Studiengänge, was aber in Zeiten von Bachelor/Master schwierig sein dürfte.

    Kommentar von apexx apexx

    Mag ja sein dass deiner Ansicht nach Bioinformatik nichts wahres ist... das war aber auch nicht meine Frage.

    Meine Frage richtet(e) sich nach den Jobaussichten und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Komplexitätstheorie das entscheidende zünglein an der waage ist...

    Wie sieht es denn mit dir aus? Kennst du Bioinformatiker? Hatten diese SChwierigkeiten (z.b. im Vergleich zu dir) einen Job zu finden?

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    Antwort von Syroger Syroger

    Hallo. Ich arbeite bei der Berner Fachhochschule für den Studiengang in Medizininformatik. Du hast Dich da sehr auf Bioinformatik fixiert. Meines Wissens nach arbeiten Bioinformatiker hauptsächlich in der Forschung. Medizininformatiker hingegen arbeiten im gesamten Bereich des Gesundheitswesens, bei dem es um die Organisation und Administration von medizinischen Informationssystemen und deren Management geht. Das heisst, es gibt viele Jobmöglichkeiten in Kliniken, bei Versichereren, Behörden etc.

    Ich habe erst kürzlich eine Prognose über die Entwicklung des Gesundheitswesen gelesen: In einer Studie der Bewertungsagentur Standard & Poor's modellierten die Spezialisten die Kosten, die aufgrund der demographischen Entwicklung auf die verschiedenen Volkswirtschaften zukommen. Für die Schweiz sieht die Analyse eine Verdoppelung der Gesundheitskosten in den nächsten 40 Jahren vor (2010, Standard & Poor's: Global Aging 2010: An Irreversible Truth). Deutschland habe ich jetzt nicht im Kopf, aber auch dürfte sich hier eine ganz ähnliche Entwicklung zeigen (wir werden ja auch immer älter, die Medizin und die Technologien entwickelt sich weiter). Und da wird's auch immer auch Spezialisten brauchen. Im Gegensatz zur Meinung eines Vorschreiber, braucht es hier eben Personen mit interdisziplinärem Wissen - und das haben ausgebildete Medizininformatiker.

    Wie man am besten dann zu einem Job kommt? Beziehungen sind natürlich immer gut, aber ich würde empfehlen eine Bachelor/Master/Diplomarbeit bei einem potentiellen interessanten Arbeitergeber zu machen. So haben bei uns einige Studierende eine Stelle gefunden.

    Auch in Deutschland gibt es diesen Studiengang an verschiedenen Universitäten. Hier eine Liste von Wikibooks: http://de.wikibooks.org/wiki/MedizinischeInformatik:Studium

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    Antwort von apexx apexx

    Ergänzung:

    Könnt ihr aus euren persönlichem Umfeld berichten? Vlt. kennt der ein oder andere einen BIoinformatiker... als was arbeitet er? Wie schwierigm gestaltete sich der Jobfindungsprozess ?

    Kommentar von ruediger32 ruediger32ruediger32

    Ich kenne da leider niemanden.

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