Frage von Rainbow128, 67

Bio oder Chemie als LK im Abi?

Also ich gehe in die zehnte Klasse in BW. Bald müssen wir unsere Kurse wählen und ich bin mir nicht sicher ob ich Chemie oder Bio als Lk wählen soll. Also in Bio hatte ich bisher immer ein 4 oder eine drei doch in diesem Jahr stehe ich im zweier Bereich( obwohl wir drei Jahre lang den gleichen Lehrer hatten). Und in Chemie stand ich immer zwischen 2 und 3(auch dieses Jahr). Ich finde Bio ist dieses Jahr ziemlich interessant geworden, aber für Chemie interessiere ich mich schon ein bisschen länger. Jetzt frage ich mich ob ich Chemie oder Bio wählen soll. Und bei welchem dieser Fächer man am meisten Grundkenntnisse braucht.

PS. : ich bin im sprachlichen Zweig, ich hatte also bisher Latein, Englisch und Französisch. Latein werde ich abwählen, Englisch und Französisch werde ich als LK weiter machen.

Danke im Voraus :)

Antwort
von RicVirchow, 63

Hey,

ich bin auch in der Oberstufe und habe das Biologieprofil gewählt, d.h Schwerpunkt Biologie (4 stündig) Chemie / Physik (3 Stündig) 

In Biologie stehen in der 10 bzw. 11 Klasse, je nach G8/G9 folgende Themen im Vordergrund

- Zytologie (Zellaufbau, Funktionen der Zellorganellen, Einzeller, Lichtmikroskopie, Geschichte der Zellbiologie)

- Biomembran (Aufbau einer Biomembran, Phospholipide, Diffusion, Osmose (Osmometer, Osmotischer Druck, Aktiver / Passiver Stofftransport u.v.m)

- Makromoleküle (Fette (z.T. schon bei Biomembran behandelt), Kohlenhydrate, Proteine - alles rund um Aufbau, Struktur, Bindungsformen)

Enzymatik (Lehre der Enzyme) - (Aufbau, Funktionsweise - Wirkungsweise (Schlüssel Schloss Prinzip) , Abhängigkeit von Umweltfaktoren, Hemmungsarten (z.B. durch Medikamente), Enzymaktivität, Einige Versuche, Enzyme im Menschen und als biotechnologisches Hilfsmittel 

Zellzyklen (Mitose, Meiose) : Wiederholung und kurze Vertiefung 

Das war alles 1. Halbjahr (Das größte Thema war jedoch Zytologie)

Im Moment (2. HJ)

Photosynthese / Zellatmung : (Umweltfaktoren (CO2, Lichtintensität, etc.)

Es sieht zwar nach einer ganzen Menge aus, aber mir persönlich macht es total Spaß. Denn in der Biologie lässt sich die Chemie auf die Realität abbilden und man lernt vieles über die Funktionsweise des Körpers und daraus kann man vieles über eine richtige Ernährung etc. lernen und versteht die Wirkungsweise von vielen Medikamenten, z.B. bei Hemmstoffen von Enzymen.

Und wenn man diesen Spaß an Naturwissenschaften hat, dann fällt es auch gar nicht schwer die nötigen Fachbegriffe zu lernen und ich persönlich habe sie schnell gelernt. Und wer meint Bio wäre nur auswendig lernen, der hat es nie richtig gelernt. Denn vieles lässt sich logisch aus chemischen / physikalischen Gesetzmäßigkeiten und Modellen ableiten und da es einen realen Bezug hat, ist es überhaupt nicht trocken es zu lernen.

Auf der Biologie beruhen wichtige Disziplinen, wie Medizin, Biotechnologie  Bioinformatik, Psychologie, Neurobiologie, Bionik, Botanik u.v.m, daher sind die beruflichen Perspektiven, wenn man nicht gerade NUR Biologie studiert hat (also lieber durch andere Fachbereiche ergänzen, z.B. Technologie, Chemie, Physik (ist aber in jedem Fach so) sehr gut. 

Biologie ist auch ein wichtiger Faktor zur neuen Energiegewinnung, z.B. durch Enzyme.

Chemie

Chemie ist sehr interessant. Allerdings hängt es sehr davon ab, wie der Lehrer euch das Wissen vermittelt. Habt ihr einen sehr trockenen, fachlichen Lehrer, dann wird er keinen reellen Bezug, z.B. durch Versuche oder Industrie, biologische Beispiele aufbauen.

Mir persönlich macht Chemie aber sehr viel Spaß, denn alles rund um uns herum ist Chemie und da ich Biologie habe und alle biologischen Vorgänge auf Chemie basieren (Deswegen kein auswendig lernen), hilft es mir sehr.

Themen (10 bzw. 11)

- Wiederholung aus Mittelstufe

- Säuren / Basen (Protolyse, Indikatoren, Herstellung, Eigenschaften, Versuche, Hydroxide etc.)

-  Kohlenstoff  Einführung (Entstehung, Industrie, Carbonate, Tropfstein Höhlen, etc.)

- Organische Chemie 

Entscheide du selbst. Beides ist sehr schön und mit beidem hat man eine Zukunft, wenn man sich anstrengt und beides liefert einen reellen Bezug.

Aber hör nicht auf die Leute, die sagen es wäre nur Auswenidg lernen. Die haben einfach das für sich falsche Fach gelernt. Wenn etwas einem keinen Spaß macht, klar, dann muss man alles auswendig lernen ;-)

Und habe keine Angst, wenn du vielleicht die falsche Entscheidung getroffen hast, die Oberstufe ist mehr Allgemeinbildung, als Fachblldung und im Studium lernt man in jedem Fach generell erst Grundlagen

LG

Antwort
von Lilalamas, 54

Es kommt darauf an, was für ein "Lerntyp" du bist oder wofür du dich interessierst. Wenn du lieber Auswendig lernen willst nehme Bio, wenn du lieber logisch denken willst nehme Chemie. Ich Chemie brauchst du 50 Vokabeln für die Oberstufe in Bio brauchst du so viele pro Thema (okay es gibt manchmal auch bei Themen Überschneidungen)


Antwort
von Kevyy, 62

Ich würde Bio nehmen, da Chemie wesentlich schwerer wird in der Oberstufe als Biologie. Oft wird Chemie dann auch sehr mathematisch und eher physikalisch, wohingegen in der Bioligie in der Oberstufe erst die wirklich interessanten Themenbwie Neurobiologie, Evolution oder Genetik kommen.

Kommentar von RicVirchow ,

Chemie wird nur dann schwer, wenn man keinen reellen Bezug hat, weil man das was man gelernt hat sich nicht vorstellen kann und wenn man physikalische und mathematische Grundlagen nicht kann. Denn Mathe in Chemie ist meistens Bruchrechnung

Antwort
von friselotte, 67

Würde Chemie sagen, kann ja sein dass Bio dieses Jahr besser bewertet wurde weil viele es abwählen.

Und denke in Chemie sind mehr Grundkenntnisse nötig, Bio ist reines "Auswendig-Lernen -Fach" :)

Kommentar von Merkur700 ,

Na, na.. das mit dem 'Auswendiglernfach' meinst du hoffentlich nicht wörtlich!??

Kommentar von RicVirchow ,

Bio ist NICHT reines Auswendiglernen. Biologische Vorgänge sind aus chemischen und physikalischen Gesetzen abzuleiten, bspw. Osmose oder Energiegewinnung in Mitochondrien.

In Biologie auswendig lernen müssen nur die, die keinen Schimmer von Chemie haben oder logischen Prozessen im Körper.

Außerdem ist Biologie problemlösungsorientiert, d.h du musst gesammelte Fachkenntnisse auf biologische / medizinische Sachverhalten übertragen, um Lösungsvorschläge zu liefern und diese zu begründen.

Das funktioniert nicht mit stumpfen auswendig lernen, denn wer nur auswendig lernt kann nicht begründen oder Wissen verknüpfen :-)

In Biologie muss man höchstens Fachbegriffe lernen, aber das muss man in jeder anderen Naturwissenschaft auch, auch in Physik, wo jede Variable für eine physikalische Größe mit Namen steht und es viele Gesetze / Modelle und Maßeinheiten gibt, die sich nicht immer aus der Rechnung ableiten lassen, z.B. Newton.

Wenn für dich Biologie nur auswendig lernen ist, dann ist es von Grund auf nicht das Richtige für dich.

Dein Arzt lernt auch nichts auswendig, um eine Heillösung für dich zu finden.

Vielleicht hattet ihr auch einfach nur einen schlechten Bio Lehrer ;-)

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